Die Sanierung von Lehmdecken im Altbaubereich ist ein zentrales Thema für Bauherren, Sanierungsprofis und Denkmalpfleger. Insbesondere bei historischen Gebäuden aus der Gründerzeit oder dem frühen 20. Jahrhundert sind Lehmdecken Bestandteil der ursprünglichen Bauweise und tragen maßgeblich zum ausgezeichneten Innenklima bei. Die Quellen zeigen jedoch, dass insbesondere bei der Sanierung von Lehmdecken erhebliche Herausforderungen bestehen, die fachmännische Kenntnisse und die Verwendung von natürlichen Baustoffen erfordern. Diese Anleitung beleuchtet die zentralen Aspekte der Sanierung, Erneuerung und fachgerechten Neugestaltung von Lehmdecken im Kontext der Altbausanierung.
Ursachen und Merkmale von Schäden an Lehmdecken
Schäden an Lehmdecken sind vielfältig und entstehen oft durch eine Kombination aus Baumängeln, fehlender Instandhaltung und ungünstigen Baustoffkombinationen. Die wichtigsten Ursachen für Schäden sind feuchtigkeitsbedingte Veränderungen, mangelhafte Abdichtung und die Verwendung von unpassenden Baustoffen bei Sanierungsmaßnahmen.
Besonders häufig tritt die sogenannte „abgehängte Decke“ auf, die oft als Ausweichmaßnahme zur Beseitigung von Schäden oder zur Verbesserung der Dämmung dienen soll. In einigen Fällen ist die Ursache jedoch eine mangelhafte Tragfähigkeit der ursprünglichen Lehmdecke. In einem Fall wurde berichtet, dass eine Decke infolge von Wassereinwirkung so stark beschädigt war, dass Teile der Decke samt Stuck herausgebrochen waren – ein deutliches Zeichen für eine erhebliche Schädigung, die fachgerechte Sanierung erfordert. In anderen Fällen ist die Verbindung zwischen Lehmdecke und Stuckdecke durch Feuchtigkeit so stark beeinträchtigt, dass Teile der Decke abfallen oder durchhängen.
Ein weiteres typisches Schadensbild ist das Durchhängen der Decke, das oft durch mangelhafte Tragfähigkeit des Tragwerks, fehlende oder verfaultete Holzbalken oder durch eine fehlerhafte Vorbereitung des Tragsystems entsteht. In einem Fall wurde berichtet, dass eine Lehmdecke durch Feuchtigkeit so stark geschädigt war, dass ein kompletter Aust Austausch notwendig wurde. Auch bei der Sanierung von Fußböden im 2. Obergeschoss wurde auf die Notwendigkeit der Sanierung der Lehmdecke hingewiesen, da es zu Verformungen kam, die auf eine fehlende Tragfähigkeit schließen ließen.
Besonders gravierend ist die Tatsache, dass die Verwendung von modernen Baustoffen wie Dämmplatten, Dachbodeneinbauten oder modernen Putzen mit geringem Feuchteübergang zu einer Feuchteansammlung in der Decke führen kann. Dies führt zu Feuchteschäden, Schimmelbildung und schließlich zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Bauteile. Eine besondere Herausforderung entsteht bei der Sanierung von Dachgeschossen, bei denen der alte Dachstuhl entfernt wurde. Ohne fachgerechten Austausch der Tragwerke und der Anbringung einer wasserundurchlässigen Dachdeckung droht erneute Feuchteschädigung.
Sanierungsansätze für Lehmdecken: Vom Erhalt bis zur Erneuerung
Die Sanierung von Lehmdecken erfordert eine differenzierte Betrachtung, da es keine einheitliche Lösung für alle Schadensbilder gibt. Je nach Schweregrad und Ursache des Schadens müssen unterschiedliche Sanierungsansätze angewendet werden.
Im Falle von leichteren Schäden wie Rissen, Lockerungen oder abgeplatzten Stellen ist eine fachmäßige Instandsetzung möglich. Hierbei ist es entscheidend, dass lediglich veraltete Bauteile ausgetauscht werden und der Restbestand erhalten bleibt. Dazu gehören die fachgerechte Beseitigung von Schäden durch Anreißen, Einlegen von neuen Lehmputz und gegebenenfalls das Aufbringen von Lehmputzdecken. Die Verwendung von Lehmputz ist dabei von Vorteil, da Lehm eine hohe Feuchtespeicherung und eine gute Atmungsaktivität aufweist. Damit verhindert Lehm die Bildung von Feuchteschäden und sorgt für ein ausgeglichenes Innenklima.
Ein besonderer Ansatz ist die Verwendung von Lehmplatten zur Erneuerung der Decke. Diese Art der Sanierung wird insbesondere in Neubauten oder Sanierungen von Dachgeschossen empfohlen. Lehmplatten sind einfach zu verlegen und erfordern keine aufwendigen Putzarbeiten, die bei der Verarbeitung von Lehmputz auf Kopfhöhe schwierig sind. Sie können entweder direkt auf die bestehende Deckenfläche geklebt oder auf ein Ständerwerk aus Holz oder Stahl angebracht werden. Diese Art der Verlegung ist besonders bei der Sanierung von Dachgeschossen sinnvoll, da sie die Tragfähigkeit der alten Decke entlastet und gleichzeitig die Feuchtewirkung des Lehmputzes erhalten lässt.
Ein weiterer Ansatz ist die Instandsetzung mittels Wiederverwendung von altem Lehm. In einigen Fällen wird berichtet, dass abgetragener Lehm aus alten Decken aufgehäuft und nach der Zerstreuung in Wasser aufgewirkt und mit neuem Lehm vermischt wird, um ihn erneut einzusetzen. Dieser Vorgang ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn die alten Bauteile intakt und frei von Schimmel und Verunreinigungen sind. Andernfalls ist eine fachmäßige fachliche Beseitigung notwendig, da verunreinigter Lehm Schädlinge oder Schimmel in neuer Form verbreiten kann.
Bei schweren Schäden, die eine fachliche Beseitigung erfordern, ist die Erneuerung der gesamten Decke sinnvoll. Hierbei ist es wichtig, dass der neue Baustoff den ursprünglichen Baustoffen entspricht, um die Feuchteverteilung und die Atmungsaktivität des Bauteils zu erhalten. Die Verwendung von modernen Dämmstoffen ist in der Regel nicht ratsam, da diese die Feuchte im Bauteil hemmen und zu Feuchtespeicherung führen können.
Die Bedeutung von Baustoffkombination bei der Sanierung
Ein zentrales Merkmal der Altbausanierung ist die sorgfältige Abstimmung der Baustoffe aufeinander abzustimmen. Besonders auffällig ist in den Quellen, dass sogenannte „neue Baustoffe“ nicht mit alten Baustoffen wie Lehm, Holz oder Stroh vertragen. Dies wird in mehreren Quellen bestätigt. So berichtet ein Bauherr, der ein altes Fachwerkhaus sanieren lässt, dass die Verwendung von Lehm und Stroh die besten Voraussetzungen für ein ausgeglichenes Innenklima biete. Die Kombination aus Lehm und Stroh sorgt für eine hohe Wärmespeicherung und eine geringe Wärmestromdämmung. Auch wenn moderne Dämmstoffe eine höhere Dämmwirkung aufweisen, führen sie zu einer Störung des Feuchtehaushaltes und damit zu Schimmelbildung.
Besonders deutlich wird dies anhand der Empfehlung, dass Lehmputz in Räumen mit hoher Feuchtigkeit, wie beispielsweise in der Küche oder im Bad, sinnvoll eingesetzt werden sollte. Dieser Einsatz ist jedoch nur sinnvoll, wenn die Feuchtigkeitsbelastung durch Feuchtigkeit aus der Raumluft entsteht. Ist hingegen Feuchtigkeit durch eine fehlerhafte Dachabdichtung oder durch Wassereinbruch entstanden, ist die Verwendung von Lehmputz nicht ratsam, da dieser die Feuchtigkeit aufnimmt und damit zu weiteren Schäden führen kann.
Ein besonderer Fall ist die Sanierung von Dachgeschossen, bei denen der alte Dachstuhl entfernt wurde. Ohne eine fachgerechte Abdichtung und die Verwendung von dauerhaften Baustoffen kann es zu erneutem Feuchteschaden kommen. Hierbei ist es wichtig, dass die neue Dachdeckung wasserdicht ist und die Feuchtigkeit nach außen abgeleitet wird. Andernfalls ist die Verwendung von Lehmputz nicht sinnvoll.
Besonders schwierig ist zudem die Kombination von Lehm mit modernen Baustoffen. So ist die Verwendung von Lehmputz auf Dämmplatten nicht ratsam, da die Dämmplatten die Feuchtigkeit nicht aufnehmen und die Feuchtigkeit im Lehm nicht abgeleitet werden kann. Dies führt zu einer Stauung der Feuchtigkeit und damit zu Schimmelbildung. Stattdessen ist es sinnvoll, dass Lehmputz auf einer wasserundurchlässigen Unterlage aufgebracht wird, die die Feuchtigkeit nach außen ableitet.
Der Einsatz von Lehmplatten bei der Sanierung von Decken
Die Verwendung von Lehmplatten ist eine sinnvolle Alternative zur herkömmlichen Verputzungsart bei der Sanierung von Lehmdecken. Besonders bei der Sanierung von Dachgeschossen oder bei der Sanierung von Decken, die aufgrund von Schäden nicht mehr tragfähig sind, ist die Verwendung von Lehmplatten sinnvoll.
Lehmplatten sind einfach zu verlegen und erfordern keine aufwendigen Putzarbeiten, die bei der Verarbeitung von Lehmputz auf Kopfhöhe schwierig sind. Sie können entweder direkt auf die bestehende Deckenfläche geklebt oder auf ein Ständerwerk aus Holz oder Stahl angebracht werden. Besonders bei der Sanierung von Dachgeschossen ist dies sinnvoll, da sie die Tragfähigkeit der alten Decke entlastet und gleichzeitig die Feuchtewirkung des Lehmputzes erhalten lässt.
In einigen Fällen wird berichtet, dass Lehmplatten auf ein Ständerwerk aus Holz aufgebracht wurden, um eine bessere Haltbarkeit und eine bessere Feuchtigkeitsaufnahme zu erreichen. Auch die Verwendung von Lehmplatten auf einer vorgeschalteten Dachbodeneindeckung ist möglich, wenn die Dachbodeneindeckung aus ausreichendem Material besteht und die Feuchtigkeit nach außen abgeleitet wird.
Besonders wichtig ist es, dass bei der Verwendung von Lehmplatten die Feuchte der Unterlage berücksichtigt wird. Ist die Unterlage feucht, kann es zu einer Feuchtespeicherung in den Lehmplatten kommen, die zu Schimmelbildung führt. Deshalb ist es ratsam, dass die Unterlage vor der Verlegung der Lehmplatten auf Feuchtigkeit geprüft wird. Ist die Feuchtigkeit hoch, sollte die Unterlage vor der Verlegung der Lehmplatten abgepufft werden.
Baustoffe und Materialkombinationen bei der Sanierung
Bei der Sanierung von Lehmdecken ist es entscheidend, dass die verwendeten Baustoffe miteinander verträglich sind. Besonders wichtig ist dabei die Verträglichkeit von Lehm mit anderen Baustoffen wie Holz, Stroh und Kalk. Diese Baustoffe besitzen eine hohe Feuchtespeicherung und sorgen für ein ausgeglichenes Innenklima. Insbesondere bei der Sanierung von Altbausanierungen ist es wichtig, dass die Baustoffe miteinander verträglich sind, um Schimmelbildung und Feuchteschäden zu vermeiden.
Besonders auffällig ist in den Quellen, dass die Verwendung von Lehmputz in Räumen mit hoher Feuchtigkeit, wie beispielsweise in der Küche oder im Bad, sinnvoll ist. Allerdings ist dies nur dann sinnvoll, wenn die Feuchtigkeit durch Feuchtigkeit aus der Raumluft entsteht. Ist hingegen Feuchtigkeit durch eine fehlerhafte Dachabdichtung oder durch Wassereinbruch entstanden, ist die Verwendung von Lehmputz nicht ratsam, da dieser die Feuchtigkeit aufnimmt und damit zu weiteren Schäden führen kann.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verwendung von alten Bauteilen bei der Sanierung. In einigen Fällen wird berichtet, dass abgetragener Lehm aus alten Decken aufgehäuft und nach der Zerstreuung in Wasser aufgewirkt und mit neuem Lehm vermischt wird, um ihn erneut einzusetzen. Dieser Vorgang ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn die alten Bauteile intakt und frei von Schimmel und Verunreinigungen sind. Andernfalls ist eine fachmäßige fachliche Beseitigung notwendig, da verunreinigter Lehm Schädlinge oder Schimmel in neuer Form verbreiten kann.
Besonders wichtig ist zudem die Verwendung von natürlichen Baustoffen bei der Sanierung. So wird in mehreren Quellen betont, dass die Verwendung von Holz, Schilf oder Lehm die Atmungsaktivität der Wände und Decken unterstützt und Schimmelbildung verhindert. Auch bei der Verwendung von Lehmplatten ist es ratsam, dass die Platten aus natürlichem Material bestehen und keine synthetischen Baustoffe enthalten.
Fazit
Die Sanierung von Lehmdecken im Altbaubereich erfordert ein hohes Maß an Fachkenntnis und Sorgfalt. Besonders wichtig ist dabei, dass die verwendeten Baustoffe miteinander verträglich sind und eine hohe Feuchtespeicherung aufweisen. Besonders sinnvoll ist die Verwendung von Lehmputz in Räumen mit hoher Feuchtigkeit, da dieser die Feuchtigkeit aufnimmt und damit Schimmelbildung verhindert. Auch die Verwendung von Lehmplatten ist sinnvoll, da sie einfach zu verlegen sind und keine aufwendigen Putzarbeiten erfordern.
Besonders wichtig ist es, dass bei der Sanierung von Lehmdecken auf die Verwendung von modernen Baustoffen wie Dämmplatten oder modernen Putzen geachtet wird. Diese Baustoffe hemmen die Feuchte im Bauteil und führen damit zu Feuchteschäden und Schimmelbildung. Stattdessen ist es ratsam, dass Lehmputz auf einer wasserundurchlässigen Unterlage aufgebracht wird, die die Feuchtigkeit nach außen ableitet.
Auch bei der Verwendung von alten Bauteilen wie Lehmplatten oder Lehmputz ist Vorsicht geboten. Ist ein Bauteil verunreinigt oder enthält es Schimmel, ist es ratsam, dass es fachmännisch beseitigt wird, da es Schädlinge oder Schimmel in neuer Form verbreiten kann.
Insgesamt ist die Sanierung von Lehmdecken ein komplexes Unterfangen, das jedoch mit den richtigen Baustoffen und der richtigen Vorgehensweise zu einem dauerhaften Erfolg führen kann. Die Verwendung von Lehmputz und Lehmplatten ist dabei sinnvoll, da diese eine hohe Feuchtespeicherung aufweisen und damit das Innenklima verbessern.
Quellen
- Bauexpertenforum - Lehmdecke / Lehmputzdecke wie Instandsetzen?
- Lehm-Discount - Deckensanierung mit Lehm im Gründerzeit-Altbau
- Hausjournal - Lehmhaus sanieren
- Naturbo - Wo kann ich Lehmputz einsetzen?
- Heimatliebe-Magazin - Manfred Sawatzki restauriert historisches Fachwerkhaus
- Alte Schmiede Gutengermendorf - Lehmdecken bauen