Die Bedeutung des Bundesverbands BIG für den modernen Trockenbau in Deutschland: Qualifizierung, Vernetzung und Zukunftsperspektiven

Einführung

Der Trockenbau hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem unverzichtbaren Pfeiler der modernen Bauindustrie entwickelt. Unter dem Oberbegriff Trockenbau wird heute eine große Vielfalt von Bausystemen zusammengefasst, die für unterschiedlichste Einsatzbereiche infrage kommen. Diese Systeme umfassen nicht nur die Errichtung von Trennwänden und Deckenkonstruktionen, sondern erstrecken sich über komplexe Ausbau-, Schall- und Brandschutzkonzepte. Die Qualität und Zuverlässigkeit dieser Arbeiten hängen maßgeblich von der Professionalität der ausführenden Betriebe ab.

In diesem Kontext nimmt der Bundesverband in den Gewerken Trockenbau und Ausbau e.V. (BIG) eine zentrale Rolle ein. Als Dachorganisation für qualifizierte Trockenbauunternehmen, aber auch für Unternehmen des Fachhandels und der Baustoffindustrie, verfolgt der BIG das Ziel, durch Vernetzung die Voraussetzung für eine erfolgreiche Lobby-Arbeit im Dienst des Trockenbaus zu schaffen. Der Verband fungiert als kompetenter Partner für Architekten und Investoren und setzt sich aktiv für die Professionalisierung und Weiterentwicklung der Branche ein.

Dieser Artikel beleuchtet die Struktur, die Ziele und die aktuellen Entwicklungen innerhalb des BIG. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Themen Ausbildung und Qualifizierung, die angesichts der steigenden Anforderungen an moderne Gebäude immer wichtiger werden. Zudem werden die Herausforderungen der Branche, wie der Bedarf an Bürokratieabbau und die Sicherung der Rohstoffversorgung, diskutiert. Die folgenden Abschnitte basieren ausschließlich auf den Informationen der bereitgestellten Quellen, um eine faktenbasierte Grundlage für Bauherren, Handwerker und Investoren zu schaffen.

Der Bundesverband in den Gewerken Trockenbau und Ausbau e.V. (BIG)

Gründung, Struktur und Mitgliedschaft

Der BIG wurde im September 1998 als „Bundesweite Interessengemeinschaft Trockenbau e. V.“ von führenden Unternehmen der Trockenbaubranche gegründet. Seit seiner Gründung verfolgt der Verband konsequent die Idee, durch die Vernetzung möglichst vieler Betriebe eine starke Interessenvertretung zu etablieren.

Die Mitgliedschaft im BIG ist nicht auf reine Trockenbaubetriebe beschränkt. Ein wesentliches Merkmal der Verbandsstruktur ist die Integration verschiedener Akteure der Wertschöpfungskette. Neben den klassischen deutschen Trockenbaubetrieben haben sich inzwischen auch zahlreiche Unternehmen des Fachhandels und der Baustoffindustrie als „Mitglieder Industrie und Handel“ dem Verband angeschlossen. Diese breite Aufstellung ermöglicht es dem BIG, die Interessen der gesamten Branche abzubilden und zielführende Lösungen für die Praxis zu entwickeln. Die Mitglieder unterstützen den Verband aktiv dabei, sich professionell im Markt zu bewegen und gemeinsame Ziele zu erreichen. Dies umfasst unter anderem die Ansprache und Information von Investoren und Architekten, um den Wert professionellen Trockenbaus zu kommunizieren.

Vorstand und Organisation

Die Führung des Verbandes obliegt dem Vorstand, der durch die Mitgliederversammlung gewählt wird. Eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft des Verbandes erfolgte im Mai 2025. Hier haben sich die Mitglieder zur Mitgliederversammlung getroffen und einen neuen Vorstand gewählt.

An der Spitze steht nun Hendrik Hertgens als erster Vorsitzender. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Verbändezusammenarbeit weiter zu fokussieren und wichtige Branchenveranstaltungen wie das RM Forum Ausbau zu stärken. Zudem plant er eine kampagnenunterstützte, gezielte Mitgliedergewinnung. Der neu gewählte Vorstand setzt sich zudem aus der zweiten Vorsitzenden Stefanie Wäntig, Schatzmeister Ronny Ringel, Rechnungsprüfer Franz Holzner sowie den Beisitzern Karl Schlichter, Claudio Liguori und Norbert Meier zusammen. Diese personelle Besetzung spiegelt das Bestreben wider, sowohl etablierte Kräfte als auch neue Impulse in die Führung des Verbandes einzubringen.

Ausbildung und Qualifizierung: Ein zentrales Anliegen

Anpassung der Ausbildungsordnung und Meisterebene

Ein Kernthema des BIG ist die Sicherung und Hebung der Qualifikationsstandards in der Branche. Die Geschäftsführerin Dr. Bettina Schwegmann verwies in einem Tätigkeitsbericht auf entscheidende Fortschritte in diesem Bereich. Besonders hervorzuheben ist die Mitwirkung des BIG bei der Überarbeitung der Ausbildungsordnung für den Beruf des Trockenbaumonteurs. Die ab 2026 gültige novellierte Ausbildungsordnung beschreibt den Berufsbild des Trockenbaumonteurs ausführlicher und konkreter als bisher. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Anforderungen der modernen Baupraxis adäquat in der Ausbildung abzubilden.

Darüber hinaus hat der Verband, maßgeblich durch das Engagement einzelner BIG-Mitglieder, den Lehrgang „Geprüfter Meister für Ausbau und Trockenbau (IHK)“ neu geschaffen. Dieser Lehrgang wird im Level 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) eingestuft. Diese Einstufung ist von großer Bedeutung, da sie die Qualitätssicherung in der Branche stärkt und als wichtiger Baustein für das übergreifende Projekt der angestrebten Herbeiführung einer verpflichtenden Mindestqualifikation dient.

Akademische Einbindung und Hochschultag

Neben der handwerklichen Ausbildung setzt sich der BIG auch für eine stärkere wissenschaftliche Verankerung des Trockenbaus ein. An einem Hochschultag trafen sich Vertreter der Herstellerindustrie und ausführender Fachunternehmen gemeinsam mit Lehrenden verschiedener Universitäten und Fachhochschulen. Ziel war es, Möglichkeiten zu suchen, den modernen Innenausbau stärker als bisher in der akademische Ausbildung zu verankern und künftige Absolventen besser auf die reale Baupraxis vorzubereiten.

Als eine zentrale Erkenntnis dieser Gespräche wurde festgehalten, dass eine Erhöhung der Semesterwochenstunden zu diesen Themen in der Ingenieurs- und Architektenausbildung unumgänglich ist. Als positive Beispiele für bereits etablierte Bildungsgänge wurden der eigenständige Bachelorstudiengang Innenausbau an der Fachhochschule Rosenheim (beschrieben durch Prof. Jochen Pfau) sowie die einjährige berufsbegleitende Weiterbildung zum Fachingenieur Ausbau an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg genannt. In der Diskussion wurde zudem deutlich, dass eine stärkere Verankerung des Trockenbaus auch in den allgemeinen Studiengängen der Ingenieure und Architekten erforderlich ist.

Branchenengagement und Zukunftsaufgaben

Politische Interessenvertretung und Markteinschätzung

Die politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen beeinflussen die Bauwirtschaft massiv. In diesem Kontext übernahm der scheidende Vorsitzende Karl Schlichter bei der Mitgliederversammlung 2025 eine wichtige Rolle, indem er die Anwesenden mit einer aktuellen Markteinschätzung begrüßte. Er sprach von der Hoffnung vieler im Bauwesen, dass es der neuen Bundesregierung gelingt, ein moderates Wachstum zu initiieren. Ein zentraler Punkt war dabei die Forderung nach Bürokratieabbau. Schlichter äußerte die Überzeugung, dass eine Reduzierung von Bürokratie die Stimmung in der Branche maßgeblich verbessern würde, sodass wieder mit mehr Zuversicht in die nahe Zukunft geblickt werden kann.

Dieses Engagement für bessere Rahmenbedingungen ist ein Kernbestandteil der Lobby-Arbeit, für die der BIG gegründet wurde. Die Vernetzung der Betriebe dient hier als Plattform, um gemeinsame Anliegen bündelt und gegenüber Politik und Investoren zu artikulieren.

Sicherung der Rohstoffversorgung

Eine existenzielle Herausforderung für die Branche ist die Sicherung der Rohstoffversorgung. Gips ist als Baustoff für den Trockenbau von fundamentaler Bedeutung. Angesichts des geplanten Kohleausstiegs in Deutschland ergab sich hieraus eine spezifische Sorge. In einem gemeinsamen Aufruf haben sich Verbände des Trocken-, Aus- und Leichtbaus, darunter auch der BIG, für die Sicherstellung der heimischen Gipsversorgung eingesetzt.

Die zentrale Botschaft der Verbände lautet: „Wir wollen gemeinsam mit Umwelt- und Klimaschutz Wege finden, unseren bewährten Baustoff Gips weiterhin in der erforderlichen Menge zur Verfügung zu haben.“ Dieses Engagement zeigt, dass der Verband nicht nur kurzfristige Marktinteressen vertritt, sondern auch langfristig die Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit der Branche im Blick behält.

Veranstaltungen und Wettbewerbe

Um den Austausch in der Branche zu fördern und die Ausbildung zu unterstützen, organisiert der BIG relevante Veranstaltungen. Eine zentrale Plattform ist das „RM Forum Ausbau“, ein Netzwerktreff der Branche, der am 16./17. September 2025 in Stuttgart stattfindet und vom BIG in Kooperation mit RM Rudolf Müller Medien veranstaltet wird. Hier erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer Möglichkeiten zur Weiterbildung und zum Austausch über drängende Fragen der Unternehmensführung.

Ein weiteres Beispiel für das Engagement in der Ausbildung ist die Unterstützung des Wettbewerbs „Ausbau Held“. Die Verantwortlichen des BIG warben vehement dafür, dass sich Trockenbau-Unternehmen an diesem Wettbewerb beteiligen. Der diesjährige Ausbau Held wird am 14. November 2025 im ABZ Hamm ermittelt. Dies zeigt das Bestreben des Verbandes, den Nachwuchs zu fördern und die handwerklichen Fähigkeiten in einem Wettbewerb sichtbar zu machen.

Fazit

Der Bundesverband in den Gewerken Trockenbau und Ausbau e.V. (BIG) ist ein zentraler Akteur im deutschen Bauwesen. Seit seiner Gründung im Jahr 1998 hat er sich zu einem starken Interessenvertreter für Trockenbaubetriebe, den Fachhandel und die Baustoffindustrie entwickelt. Die jüngste Vorstandswahl im Mai 2025 unterstreicht das Bestreben nach kontinuierlicher Erneuerung und zielgerichteter Führung unter der Leitung von Hendrik Hertgens.

Ein herausragendes Merkmal des Verbandes ist sein umfassendes Engagement für die Qualitätssicherung und Ausbildung. Durch die Mitwirkung an der novellierten Ausbildungsordnung für Trockenbaumonteure, die Etablierung eines Meisterlehrgangs auf DQR-Niveau 6 und die Förderung akademischer Studiengänge setzt der BIG Maßstäbe für die Fachkompetenz in der Branche. Diese Maßnahmen sind essenziell, um die wachsenden Anforderungen an den modernen Innenausbau, insbesondere im Hinblick auf Schall- und Brandschutz, zu erfüllen.

Darüber hinaus erfüllt der BIG seine Aufgabe als Lobby-Verband, indem er politisch für Bürokratieabbau und ein moderates Wachstum wirbt und sich aktiv für die Sicherung der heimischen Gipsversorgung einsetzt. Mit Veranstaltungen wie dem RM Forum Ausbau und der Unterstützung von Wettbewerben wie „Ausbau Held“ schafft er zudem wichtige Plattformen für den fachlichen Austausch und die Nachwuchsförderung. Für Bauherren und Investoren ist die Zusammenarbeit mit BIG-Mitgliedern daher ein Indikator für Professionalität und Planungssicherheit.

Quellen

  1. Bundesverband in den Gewerken Trockenbau und Ausbau e.V. - Firmenverzeichnis
  2. BIG - Bundesweite Interessengemeinschaft Trockenbau e. V. - BIG Mitgliederversammlung Team stellt sich neu auf
  3. Gips.de - Best Practice Trockenbau
  4. Baulinks.de - BIG Trockenbau

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