DBD-BIM: Effiziente Kostenplanung und Leistungsbeschreibung für den Trockenbau durch standardisierte Bauteiledaten

Die Digitalisierung im Bauwesen, insbesondere die Building Information Modeling (BIM) Methodik, verändert die Planungs- und Kalkulationsprozesse fundamental. Für Bauunternehmen, Planer und Investoren im Bereich Trockenbau stellt sich dabei die Herausforderung, technisch korrekte, normengerechte und aktuelle Daten in die BIM-Modelle zu integrieren. Die Quellendaten beschreiben eine Lösung, die speziell auf diese Anforderungen eingeht: DBD-BIM. Diese Plattform bietet eine umfassende Datenbasis, um Bauplanung, Kostenkalkulation und Ausschreibung effizient zu verknüpfen. Der folgende Artikel beleuchtet, wie DBD-BIM genutzt werden kann, um die spezifischen Anforderungen des Trockenbaus – von der Materialauswahl bis zur Kostenberechnung – abzubilden und welche Vorteile sich aus der Integration standardisierter Bauteiledaten ergeben.

Die Grundlage: Standardisierung und Interoperabilität im BIM-Prozess

Ein Kernproblem in der herkömmlichen Bauplanung ist die mangelnde Qualität und Standardisierung der Daten in CAD-Programmen. Oft fehlt universeller und neutraler Content, was zu unzureichenden Beschreibungen in der Kostenplanung führt. Die Quellen betonen, dass Daten von CAD-Anbietern häufig nicht „open bim“ konform sind, obwohl dies oft anders dargestellt wird. DBD-BIM setzt hier an und stellt Qualitäten, Bauleistungen mit Orientierungspreisen sowie technische Regeln am Gebäude bzw. Bauteil zur Verfügung.

Ein entscheidender Faktor ist die Verknüpfung der Bauteile mit Eigenschaften auf Basis der BIM-Klassifikation nach STLB-Bau - DIN SPEC 91400. Diese Norm ist fundamental für die Interoperabilität. Durch die Verwendung der DIN SPEC 91400 können erstellte Leistungsbeschreibungen technisch stimmig, aktuell und normengerecht sein. Dies ermöglicht eine Weiterverarbeitung in allen weiteren Programmen, was den Datenaustausch zwischen den beteiligten Gewerken erheblich vereinfacht. Für den Trockenbau bedeutet dies, dass ein definiertes Bauteil – sei es eine Trockenbauwand oder eine Deckenverkleidung – mit allen notwendigen Attributen versehen wird, die nicht nur für die geometrische Darstellung, sondern auch für die spätere Kalkulation und Ausschreibung relevant sind.

Flexibilität in der Planungstiefe für Trockenbauprojekte

Die Anforderungen an die Detaillierung der Planung ändern sich im Laufe eines Bauprojekts. Zu Beginn einer Planung sind oft nur grobe Informationen verfügbar, während in der Ausführungsphase eine hohe Detailtiefe erforderlich ist. DBD-BIM bietet die Möglichkeit, unterschiedliche „Anforderungen der Planungstiefe“ zu erfüllen.

In einer frühen Phase oder bei begrenzten Informationen können Bauteileigenschaften in AVA (Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung) oder CAD grob definiert werden. Dies ermöglicht eine erste Kostenschätzung, ohne dass bereits detaillierte technische Spezifikationen vorliegen müssen. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn die Planung konkreter wird, ist jedoch eine detaillierte Festlegung der Eigenschaften erforderlich. Für den Trockenbau könnte dies bedeuten, dass zunächst nur eine „Trockenbauwand“ als Platzhalter dient. Später wird diese Spezifikation jedoch präzisiert: Konkretisiert wird dies z.B. durch Angaben zur Festigkeit des verwendeten Gipskartons, der Art der Schalung (z.B. Doppelschalung) oder der Dämmung. Diese Flexibilität erlaubt es, das Modell schrittweise an den Realitätsgrad anzunähern, ohne die Datenbasis zu verlieren.

Integration in CAD und AVA: Die Rolle von Plugins und Schnittstellen

Ein wesentlicher Vorteil von DBD-BIM ist die direkte Integration in gängige Planungssoftware. Die Quellen erwähnen explizit Plugins für Revit und ARCHICAD. Diese Tools ermöglichen es, die umfangreichen BIM-Daten direkt in der CAD-Umgebung zu nutzen.

  • Für Revit-Nutzer: Das DBD-BIM Plug-in ermöglicht einmalige BIM-Prozesse. Die Kostenplanung kann direkt in Revit gestartet werden. Man profitiert von attribuierten IFC-Modellen, die eine nahtlose Weiterverarbeitung in der AVA ermöglichen.
  • Für ARCHICAD-Nutzer: Ähnlich verhält es sich mit der Möglichkeit, Baukosten direkt in ARCHICAD zu planen. Die Kostenelemente von DBD-BIM werden schnell und einfach mit dem eigenen Modell verknüpft und können direkt in der AVA weiterverwendet werden.

Diese nahtlose Integration ist entscheidend für die Effizienz. Änderungen an der Geometrie oder an den Bauteileigenschaften fließen sofort in die Kostenberechnung ein. Das bedeutet für den Trockenbauer oder den Planer: Eine Änderung der Wandhöhe oder der Schichtaufbau einer Deckenverkleidung führt automatisch zu einer aktualisierten Kostenübersicht. Diese unmittelbare Rückmeldung verhindert kostspielige Überraschungen später in der Projektphase.

Das BIM-Portal Bauteile: Konfiguration statt Suchen

Die Arbeit mit hunderttausenden BIM-Objekten, die mühsam durchsucht werden müssen, ist ineffizient. DBD-BIM löst dieses Problem durch einen Ansatz, der auf konfigurierbaren Objektvorlagen basiert. Im „BIM-Portal Bauteile“ können konkrete Bauteile konfiguriert und standardisierte Merkmale oder detaillierte Baukosten genutzt werden.

Die Datenbreite ist enorm und umfasst, wie in den Quellen dargestellt, Bereiche von Rohbau und Ausbau bis hin zu TGA (Technische Gebäudeausrüstung), Tief- und Straßenbau sowie Garten- und Landschaftsbau. Für den Trockenbau bedeutet dies den Zugriff auf über 1000 dynamische Objektvorlagen. Statt nach einem fertigen Objekt für eine spezifische Trockenbauwand zu suchen, kann der Nutzer eine Basisvorlage wählen und diese individuell anpassen. Dies gewährleistet, dass das Bauteil genau die Eigenschaften aufweist, die für das spezifische Projekt notwendig sind.

Merkmale und Kosten: Zwei Portale in einem

Das System unterscheidet zwischen zwei wesentlichen Portalen, die für die Planung essentiell sind:

  1. BIM-Portal Bauteile: Hier konfigurieren Sie konkrete Bauteile. Der Fokus liegt auf der physikalischen und technischen Beschreibung des Bauteils selbst (Geometrie, Material, Verbindung).
  2. BIM-Portal Merkmale: Hier definieren Sie die erforderlichen Merkmale im Sinne der Austausch-Informationsanforderungen (AIA). Das bedeutet, Sie legen fest, welche Informationen (z.B. Brandschutzklasse, Schallschutzklasse, Wärmeleitfähigkeit) ausgetauscht werden müssen, um die Projektkommunikation zu standardisieren.

Diese Trennung sorgt für Klarheit und Struktur in den Datenmodellen und stellt sicher, dass alle am Bau beteiligten Parteien mit der gleichen Informationsbasis arbeiten.

Kostentransparenz durch DBD-KostenAnsätze und STLB-Bau

Die finanzielle Planungssicherheit ist ein entscheidender Faktor im Bauwesen. DBD-BIM stellt umfangreiche und aktuelle Kalkulationsdaten zur Verfügung, die es ermöglichen, Angebote auf Basis von Einzelkosten der Teilleistungen fundiert und gewinnbringend zu kalkulieren.

Ein zentrales Element ist die Verknüpfung mit dem Standardleistungsbuch für Zeitvertragsarbeiten (STLB-Bau). Dieses Werkzeug bietet VOB-gerechte Ausschreibungstexte und Einheitspreise, insbesondere für Bauunterhaltungsarbeiten. Für den Trockenbau ist dies relevant, da es standardisierte Beschreibungen für Leistungen gibt, die oft schwer zu quantifizieren sind. Die Datenbasis von DBD-BIM nutzt die STLB-Bau-Klassifikation, was eine reibungslose Übernahme der Leistungsverzeichnisse in die Ausschreibung gewährleistet.

Zusätzlich gibt es das Tool DBD-KostenKalkül, das Baupläne als Grundlage für die Kostenplanung nutzt. Die automatische Mengenermittlung wird hier als „einmalig“ bezeichnet. Für den Trockenbau bedeutet das: Aus dem 3D-Modell werden automatisch die Flächen für Wand- und Deckenflächen ermittelt. Diese Mengen gehen direkt in die Kalkulation ein. Ändert sich die Wandfläche durch eine Verschiebung der Wände im Plan, aktualisiert sich die Menge und damit der Preis sofort. Diese Transparenz verhindert Fehlkalkulationen, die durch manuelle Mengenermittlungsfehler entstehen können.

Spezifische Produkte für die Kalkulation

Die Quellen listen eine Reihe von Produkten auf, die den Prozess der Kalkulation unterstützen:

  • DBD-BIM Elements: Ermöglicht die Konfiguration individueller Elemente mit aktuellen Baukosten und STLB-Bau konformen Teilleistungen. Dies ist der Nachfolger des Produkts „DBD-KostenElemente“.
  • DBD-BIM Objekte: Bietet Kostenkennwerte für die Kostenschätzung nach DIN 276. Hier werden aktuelle, regionale Baukosten in drei Detailstufen genutzt.
  • DBD-BIM Konfigurator nach DIN BIM Cloud: Sorgt für transparente BIM-Prozesse durch standardisierte Attribute.

Der Weg zur Ausschreibung: Vom Modell zum Leistungsverzeichnis

Das Ziel einer BIM-gestützten Planung ist oft nicht nur das Modell selbst, sondern die darauf basierende Ausschreibung. DBD-BIM verbindet die Planung in der CAD-Software direkt mit der Ausschreibung in der AVA. Der innovative DBD-BIMKey ermöglicht einen reibungslosen und verlustfreien Datenaustausch.

Der Prozess lässt sich wie folgt skizzieren: 1. Planung in der CAD: Der Planer modelliert den Trockenbau und nutzt die DBD-BIM-Daten zur Attributierung. 2. Kostenplanung: Parallel dazu oder im Anschluss erfolgt die Kostenermittlung basierend auf den modellierten Bauteilen. 3. Übergabe an die AVA: Durch die Standardisierung (DIN SPEC 91400, STLB-Bau) können die Daten direkt in die Ausschreibungssoftware übernommen werden.

Dieser Ansatz eliminiert Medienbrüche. Es müssen keine Mengenlisten von Hand in Excel übertragen werden, was fehleranfällig ist. Vielmehr fließen die Informationen direkt aus dem Modell in die Ausschreibung. Tools wie der STLB-Bau Check unterstützen dabei, ein Leistungsverzeichnis auf Übereinstimmung mit den aktuellen STLB-Bau-Texten zu prüfen, bevor es versendet wird.

Praktische Anwendbarkeit und Testmöglichkeiten

Für Interessenten, die die Effizienz von DBD-BIM nicht sofort in einem vollen Projektumfang testen möchten, bieten sich verschiedene Einstiegsmöglichkeiten an.

Die DBD-BaukostenApp wird als ideales Werkzeug beschrieben, um DBD-BIM und STLB-Bau einfach auszuprobieren. Sie bietet Basisfunktionen für Leistungsverzeichnisse und eine einfache Kostenplanung. Ebenso gibt es die DBD-Kalkulationsvorlage, die es ermöglicht, DBD-KostenAnsätze zu testen. Hier stehen Zuschlags- oder Endsummenkalkulation sowie eine transparente Übersicht aller Kostenarten zur Verfügung.

Zudem ermöglicht das BIM-Portal Bauteile einen Testzeitraum von 7 Tagen, kostenlos und unverbindlich. Dies unterstreicht das Vertrauen des Anbieters in die Leistungsfähigkeit der Plattform und gibt Planern die Möglichkeit, die Datenqualität und Benutzerfreundlichkeit im eigenen Workflow zu prüfen.

Fazit

DBD-BIM stellt eine umfassende Lösung dar, um die spezifischen Herausforderungen der Kostenplanung und Leistungsbeschreibung im Trockenbau zu meistern. Der Kern der Lösung liegt in der Bereitstellung von hochwertigen, standardisierten Daten auf Basis der DIN SPEC 91400 und des STLB-Bau. Diese Standardisierung schafft die notwendige Transparenz und Interoperabilität, um Planungs- und Ausschreibungsprozesse effizient zu gestalten.

Die Möglichkeit, Bauteile flexibel von grob bis detailliert zu definieren, passt sich dem realen Projektverlauf an. Die direkte Integration in gängige CAD-Systeme wie Revit und ARCHICAD sowie die Verbindung zur AVA verhindert Medienbrüche und erhöht die Planungssicherheit. Durch die automatische Mengenermittlung und die sofortige Kostenfeedbackschleife können Planer und Bauunternehmen Fehlkalkulationen minimieren und wirtschaftlich fundierte Angebote erstellen. Für den Trockenbau bedeutet dies, dass nicht nur geometrische Modelle, sondern wertvolle, rechenfähige Informationen geschaffen werden, die den gesamten Lebenszyklus eines Bauvorhabens begleiten.

Quellen

  1. DBD-BIM Zentrale
  2. DBD-BIM Portal
  3. DBD Hauptseite
  4. BIM-Portal Bauteile
  5. Graphisoft Rheinmain - DBD-BIM

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