Designboden: Ein umfassender Überblick zu Materialien, Verlegung und Pflege

Die Auswahl des richtigen Bodenbelags ist eine zentrale Entscheidung bei der Renovierung oder im Neubau. Neben klassischen Materialien wie Parkett, Laminat oder Fliesen gewinnen sogenannte Designböden zunehmend an Bedeutung. Der Begriff „Designboden“ ist dabei ein Oberbegriff für eine Gruppe elastischer Bodenbeläge, die sich durch große Gestaltungsfreiheit und vielseitige Eigenschaften auszeichnen. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Einblick in die Welt der Designböden, basierend auf den zur Verfügung stehenden Informationen. Er beleuchtet die Materialzusammensetzung, gesundheitliche Aspekte, Verlegeoptionen, Pflegehinweise sowie die Auswahlkriterien, die für Hausbesitzer und Bauherren relevant sind.

Was ist ein Designboden?

Designböden sind elastische Bodenbeläge, die in der Regel aus Polyvinylchlorid (PVC) bestehen. Der Begriff wurde von Herstellern eingeführt, um moderne PVC-Beläge besser von älteren, oft in Verruf geratenen Bahnenwaren zu unterscheiden. In den Neunzigerjahren enthielten viele PVC-Produkte gesundheitsschädliche Weichmacher wie Phthalate. Seit dem Jahr 2000 haben sich jedoch alle führenden Hersteller darauf verpflichtet, auf den Einsatz solcher Weichmacher zu verzichten und ihre Produkte maximal recyclingfähig zu gestalten. Das Ergebnis dieser Entwicklung sind gesundheitlich unbedenkliche PVC-Beläge, die nicht mehr in meterbreiten Bahnen verlegt werden, sondern aus einzelnen Belagsstücken in Form von Planken, Dielen oder quadratischen Fliesen bestehen. Diese Formate ermöglichen ein ansprechenderes Erscheinungsbild, das Holz- oder Steinoptiken nachempfunden ist.

Materialvielfalt und Hersteller

Das Sortiment an Designböden ist breit gefächert. Im Handel sind sowohl Beläge aus PVC als auch sogenannte Bio-Designböden erhältlich, die beispielsweise organische Bestandteile wie Holzfasern oder Gesteinsmehl enthalten. Zu den bekannten Herstellern und Marken im Bereich Designböden gehören Amtico, Classen, JOKA, Gerflor, Project Floors sowie Tarkett. Weitere etablierte Marken wie Designflooring, Moduleo und Wineo sind ebenfalls im Markt vertreten. Tarkett hat sich in diesem Segment besonders etabliert und wurde für seine Produkte in den Bereichen Vinyl, PVC und LVT (Luxury Vinyl Tiles) als „TOP MARKE HAUS & WOHNEN 2025“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung, vergeben vom Marktforschungsinstitut Statista und dem Verbrauchermagazin TESTBILD, basierte auf einer Befragung von über 6.000 Konsumenten, die Qualität, Funktionalität, Design und Nachhaltigkeit bewerteten. Tarkett erzielte dabei den ersten Platz in der Kategorie Langlebigkeit.

Gesundheitliche Aspekte und Umweltsiegel

Ein zentrales Kriterium bei der Auswahl von Bodenbelägen ist die Wohngesundheit. Viele Designböden werden heute als phthalatfrei vermarktet. Zusätzlich existieren Umweltsiegel, die eine gesundheitliche Unbedenklichkeit bescheinigen. Das Siegel „Blauer Engel“ wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit ausschließlich für Bodenbeläge vergeben, die nachweislich wenig Schadstoffe an die Raumluft abgeben und damit die Gesundheit der Bewohner nicht beeinträchtigen. Bei der Suche nach wohngesunden Designböden können Verbraucher in Online-Shops oft gezielt nach Produkten mit den Merkmalen „Phthalatfrei“ und „Blauer Engel“ filtern. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Beläge ohne dieses Umweltsiegel nicht automatisch gesundheitsschädlich sind.

Verlegung und Untergrundvorbereitung

Die Verlegung von Designböden erfordert eine sorgfältige Vorbereitung des Untergrunds. Die Anforderungen sind dabei unterschiedlich ausgeprägt und hängen von der Art des Belags ab.

Untergrundvorbereitung

Elastische Beläge, zu denen Designböden gehören, lassen sich auf vielen Untergründen nicht ohne eine ausreichende Vorbereitung verlegen. Folgende Szenarien sind häufig: - Estrich oder Beton im Neubau: Unebenheiten von mehr als 2 bis 3 mm pro laufendem Meter müssen mit Ausgleichsmasse nivelliert werden. Von vielen Herstellern wird eine Grundierung bzw. ein Voranstrich empfohlen. Für Klebe-Designböden und quellempfindliche Beläge ist zudem das Auflegen einer Dampfsperre notwendig. - Fliesen als Untergrund bei Renovierung: Die Fugen sind mithilfe geeigneter Unterlagsmatten oder Ausgleichsmasse zu nivellieren. - Holzboden als Untergrund bei Renovierung: Lose Parkettstücke oder bewegliche Dielen müssen fest und schwingungsfrei fixiert werden. Lücken, Fugen und Unebenheiten sind auszugleichen. - Textilboden als Untergrund bei Renovierung: Dieser sollte unbedingt entfernt werden, da weiche, nachgiebige Beläge keine geeigneten Untergründe für Designböden bilden.

Verlegearten

Für Designbodenbeläge in Planken- und Dielenform stehen grundsätzlich drei Verlegearten zur Verfügung:

  1. Designboden kleben: Bei dieser Methode werden die Belagsstücke entweder direkt auf dem Untergrund oder auf einem Haftvermittler fixiert.

    • Dryback-Verklebung: Der Bodenverleger spachtelt den Klebstoff zuerst auf den Untergrund und legt den trockenen Designbelag danach Stück für Stück in dieses nasse Kleberbett ein. Diese Verklebung wird vor allem auf großen Flächen empfohlen.
    • Verklebung über Haftvermittler: Diese Alternative ist geeignet, wenn der Boden später leichter entfernbar sein soll. Es gibt Unterlagsmatten, die lose auf dem Untergrund verlegt werden und über eine Klebeseite für den Designbelag verfügen. Eine weitere Option sind doppelseitige Klebefolien, die mit ihrer Unterseite auf dem Untergrund fixiert werden und mit ihrer Oberseite ein trockenes Kleberbett für die Planken oder Dielen bilden.
  2. Designboden schwimmend verlegen: Bei dieser Methode werden die Belagsstücke nicht auf dem Untergrund fixiert, sondern finden ihren Halt untereinander im stabilen Verband. Dazu sind die Planken oder Dielen jeweils mit einem Klicksystem ausgestattet. Dies bedeutet, dass sie speziell präparierte Kanten nach dem Nut-Feder-Prinzip miteinander verbinden können. So ist es möglich, die Belagsstücke ohne Klebstoff an- und ineinanderzufügen.

Es ist zu beachten, dass nicht jeder Untergrund für jede Verlegeart geeignet ist. Entsprechende Hinweise finden sich in der Verlegeanleitung des jeweiligen Bodenbelags. Bei einer geplanten Eigenverlegung wird empfohlen, sich vor dem Kauf mit dem Serviceteam des Händlers in Verbindung zu setzen.

Feuchtraumeignung

Die Eignung von Designböden für Feuchträume wie Küchen oder Bäder ist ein wichtiges Kriterium. Die Eigenschaften sind je nach Belagsart unterschiedlich ausgeprägt. Enthält ein Designbelag eine hochdichte Faserplatte als Trägermaterial, kann er meist nicht in diesen Räumen verlegt werden, da die Gefahr des Aufquellens besteht. Hierbei ist es entscheidend, die spezifischen Herstellerangaben zu beachten.

Reinigung und Pflege

Die Pflege von Designböden ist in der Regel unkompliziert. Eine Grundregel ist, die vom Hersteller werksseitig beigelegte Pflegeanleitung zu beachten. Für die regelmäßige Reinigung gilt: - Leichte Verschmutzungen: Können problemlos durch Kehren oder Staubsaugen entfernt werden. - Hartnäckiger Schmutz: Nach dem Kehren oder Staubsaugen kann mit warmem Wasser und Allzweckreiniger feucht gewischt werden. - Spezielle Reinigungsmittel: Genügt die Reinigung mit Allzweckreiniger nicht, empfiehlt sich der Einsatz eines Spezialreinigers für Vinyl- und Designboden. - Hausmittel: Günstige Alternativen sind Hausmittel wie Wasser und Milch für Glanz, Speiseöl gegen klebrige Ablagerungen und Radiergummis, um Schuhabrieb zu beseitigen. Es ist jedoch ratsam, diese Mittel vorher an einer unauffälligen Stelle zu testen.

Preiskategorien und Beschaffung

Die Preise für Designböden variieren stark. Im Handel sind bereits günstige Optionen ab etwa 16 Euro pro Quadratmeter (ohne Rabatte) erhältlich. Hierbei handelt es sich um Vollvinyl zum Verkleben, das auf normale Beanspruchung in Wohnräumen ausgelegt ist. Die günstigsten Designbeläge ohne PVC werden ungefähr zum doppelten Quadratmeterpreis gehandelt. Für diesen Preis erhalten Verbraucher leicht verlegbare Klickböden mit authentischen Dekoren und organischen Bestandteilen. Im Premiumbereich müssen für Designbeläge mit über 50 Euro pro Quadratmeter kalkuliert werden, sowohl für Vinyl- als auch für Bio-Designböden. In diesem Preissegment sind die Vinyl-Designböden oft auch für industrielle Anwendungsbereiche geeignet.

Für Schnäppchenjäger gibt es Restposten zu überzeugenden Sonderkonditionen. Diese finden sich oft in speziellen Sale-Bereichen von Online-Händlern. Es ist jedoch wichtig, vor dem Kauf zu prüfen, ob die verfügbare Menge ausreicht, da eine Nachbestellung bei Restposten meist nicht möglich ist.

Fazit

Designböden stellen eine moderne und vielseitige Alternative zu klassischen Bodenbelägen dar. Sie vereinen ein breites Spektrum an optischen Gestaltungsmöglichkeiten mit praktischen Eigenschaften wie einer einfachen Reinigung. Die Auswahl an Materialien, von PVC über Bio-Designböden, und die Vielzahl an Herstellern wie Tarkett, Amtico oder Classen bieten für nahezu jede Anforderung eine passende Lösung. Ein entscheidender Faktor ist die gesundheitliche Unbedenklichkeit, die durch phthalatfreie Produkte und Umweltsiegel wie den Blauen Engel gewährleistet wird. Die Verlegung erfordert jedoch eine sorgfältige Untergrundvorbereitung und die Wahl der richtigen Verlegeart – geklebt oder schwimmend – abhängig vom Untergrund und den Raumbedingungen. Mit Preisen ab etwa 16 Euro pro Quadratmeter sind auch günstigere Varianten verfügbar, während Premiumprodukte für über 50 Euro pro Quadratmeter auch für anspruchsvolle Anwendungen geeignet sind. Eine vorherige Beratung, insbesondere bei einer Eigenverlegung, ist zu empfehlen, um langfristig zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen.

Quellen

  1. Tarkett Top Marke 2025
  2. Bodenfuchs24 Designboden

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