Leichtathletik-Laufbahnen: Materialien, Bauweisen und Planung für Sportstätten

Die Wahl des richtigen Bodenbelags für eine Leichtathletik-Laufbahn ist eine komplexe Entscheidung, die Leistung, Sicherheit, Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen betrifft. Für Sportvereine, Kommunen, Schulen und private Betreiber von Sportstätten stellt sich die Frage nach dem optimalen Belag für Training und Wettkampf. Die verfügbaren Quellen bieten einen fundierten Überblick über die modernen Kunststoffbeläge, ihre Eigenschaften, die verschiedenen Bauweisen und die relevanten Normen, die bei der Planung zu beachten sind. Dieser Artikel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bietet eine Entscheidungshilfe für Bauherren und Planer.

Grundlagen und Anforderungen an Leichtathletik-Laufbahnen

Leichtathletik-Laufbahnen müssen eine Vielzahl von Anforderungen erfüllen, die sich an den Bedürfnissen der Athleten und den betrieblichen Erfordernissen der Sportstätten orientieren. Für die Sportler ist eine optimale Kombination aus sportfunktionalen und mechanischen Eigenschaften entscheidend. Dazu gehören Rutschhemmung, Spike-Resistenz, ein guter Grip und eine optimale Dämpfung, die die Belastung auf den Bewegungsapparat reduziert. Für einen Sportstättenbetreiber sind hingegen Faktoren wie Haltbarkeit, Lebensdauer und Wartungsaufwand von zentraler Bedeutung. Für die ausführenden Unternehmen ist das Verhältnis von Preis und Qualität ein maßgeblicher Faktor.

Die moderne Leichtathletik-Laufbahn ist in der Regel ein Kunststoffbelag. Seit den Olympischen Spielen 1968 setzen sich weltweit elastische Gummibodenbeläge durch, die im Volksmund oft als „Tartanbahnen“ bezeichnet werden. Es ist wichtig zu verstehen, dass „Tartan“ eigentlich eine etablierte Produktmarke ist und nicht das Material an sich beschreibt. Dennoch hat sich dieser Begriff als Synonym für synthetische Laufbahnen etabliert. Die heute verwendeten Beläge garantieren Höchstleistung und eine perfekte Laufdynamik, was sie zur Standardlösung für alle großen Leichtathletik-Meetings, von Olympiastadien bis hin zu Diamond-League-Veranstaltungen, macht.

Ein zentrales Material für diese Beläge ist EPDM-Granulat (Ethylen-Propylen-Dien-Monomer). Hochwertige EPDM-Granulate sorgen für dauerhafte Elastizität, Langzeit-Stabilität und optimale Eigenschaften wie Kraftabbau und vertikale Verformung. Sie bieten eine perfekte Kombination aus Grip, Energierückgabe und anderen mechanischen Eigenschaften. Produkte wie GEZOFLEX EPDM Granulat haben sich als ideale Lösung etabliert und werden weltweit für hochwertige Leichtathletikanlagen eingesetzt, vom Stadion der Leichtathletikweltmeisterschaft bis hin zur lokalen Sportvereinsanlage.

Bauweisen von Leichtathletik-Laufbahnen

Die verfügbaren Informationen unterscheiden zwischen verschiedenen Bauweisen für Kunststoffbeläge, die sich in ihrer Verarbeitung, ihren Eigenschaften und ihren Einsatzgebieten unterscheiden. Die Wahl der Bauweise hängt von den spezifischen Anforderungen, dem Budget und dem geplanten Nutzungsniveau ab.

1. Spritzbeschichtung (Belagstypen A, B, C nach DIN 18035-6)

Spritzbeschichtungen sind ein- oder mehrschichtige Systeme, die auf den Untergrund aufgesprüht werden. Sie werden vorwiegend im Schul- und Breitensport verwendet und eignen sich für Spielfelder und Mischnutzungen. Die DIN 18035-6 klassifiziert diese Beläge in die Typen A, B und C, die alle wasserdurchlässig sind.

  • Typ A: Dieser Belag ist spikefest und für die Leichtathletik gut geeignet. Er kann auch nach den Anforderungen der IAAF (heute World Athletics) zertifiziert werden. Er eignet sich tendenziell eher für den einfachen Sportplatz als für ein großes Stadion mit Wettkampfbetrieb auf höherem Niveau.
  • Typ C: Handelt es sich um einen einfacheren, einschichtigen Aufbau. Je nach Stärke (ca. 10–20 mm) ist er für das Kleinspielfeld oder als Fallschutz geeignet.
  • Einsatzgebiet und Lebensdauer: Spritzbeschichtungen sind besonders gut für Sanierungen oder das Retopping (Aufarbeiten einer bestehenden Laufbahn) geeignet. Sie sind zum geringeren Anschaffungspreis erhältlich, nutzen sich jedoch schneller ab. Die Lebensdauer wird für diese Belagstypen mit rund 7 Jahren angegeben.

2. Gießbeläge (Belagstypen D, E, F nach DIN 18035-6)

Gießbeläge sind wasserundurchlässig und eignen sich für den Trainings- und Wettkampfsport auf höherem bis höchstem Niveau. Sie sind widerstandsfähiger gegenüber mechanischer Einwirkung und den Einflüssen des Wetters und können jahrzehntelang verwendet werden. Sie sind für die Bezirkssportanlage ebenso empfehlenswert wie für das Olympiastadion.

  • Typ D und E: In der Praxis wird Typ D aus Gründen der Wirtschaftlichkeit meist gegenüber dem Typ E bevorzugt. Diese Systeme, wie die von Polytan angebotenen, sind als wasserundurchlässige, gießbeschichtete Systeme konzipiert.
  • Typ F: Dieser Typ ist in der DIN erfasst, findet in der Praxis mit seiner Bauweise als einlagiger bzw. massiver Belag jedoch kaum Verwendung.
  • „Sandwich-System“: Eine spezielle Form des Gießbelags ist das sogenannte „Sandwich-System“. Dabei wird ein EPDM-Granulat als Basis verwendet, das mit einem Polyurethan-Bindemittel verklebt wird. Dieses System, auch als eingestreuter Massivkunststoffbelag oder „Voll-PU-System“ bezeichnet, wird für alle gängigen Bauweisen von Leichtathletiklaufbahnen empfohlen.

3. Strukturbeschichtete Sportböden (wasserdurchlässig)

Neben den wasserundurchlässigen Gießbelägen gibt es auch wasserdurchlässige, strukturbeschichtete Sportböden. Diese Systeme sind ebenfalls im Portfolio von Herstellern wie Polytan enthalten. Die Wahl zwischen wasserdurchlässigen und wasserundurchlässigen Systemen hängt von den lokalen Klimaverhältnissen und den spezifischen sportfunktionalen Anforderungen ab.

Materialien und Infill

Das Kernmaterial für hochwertige Beläge ist EPDM-Granulat. Dieses Material wird für seine dauerhafte Elastizität, Langzeit-Stabilität und optimale Leistung geschätzt. Es trägt dazu bei, die mechanischen Eigenschaften des Laufbahnsystems zu verbessern und die Sicherheit für die Sportler zu gewährleisten. Hochwertige EPDM-Granulate wie GEZOFLEX bieten eine sehr gute Wetterbeständigkeit, maximale UV-Stabilität, rutschfeste und spikeresistente Eigenschaften sowie eine große Farbauswahl. Sie sind nachhaltig und umweltfreundlich und weisen ein hervorragendes Preis-Qualitäts-Verhältnis auf.

Für Kunstrasensysteme, die auch für andere Sportarten genutzt werden, spielt das Infill (Füllmaterial) eine wichtige Rolle. Je nach Sportart und gewünschten Spieleigenschaften können Systeme mit unterschiedlichen Infill-Arten ausgestattet werden. Die verfügbaren Quellen nennen: * Sand und elastische Einfüllgranulate * Sand und Kork beziehungsweise andere natürliche Füllstoffe * Nur Quarzsand

Das Infill sorgt für ein authentisches Spielgefühl, Grip und Traktion bei schnellen Tempo- und Richtungswechseln, sauberes Ballrollverhalten sowie hohen Spielerschutz. Für reine Leichtathletik-Laufbahnen ist das Infill-System jedoch weniger relevant, da hier spezifische Beläge wie die oben beschriebenen Gieß- oder Spritzbeschichtungen zum Einsatz kommen.

Farboptionen und Ästhetik

Traditionell sind Leichtathletik-Laufbahnen rot, da sie früher mit „roter Asche“ aus Ziegelmehl angelegt wurden. Mit der Einführung synthetischer Beläge („Tartanbahnen“) wurde Rot zur Standardfarbe. Heute ist rot jedoch nur noch eine von vielen Farb-Optionen. Moderne EPDM-Granulate umfassen eine Vielzahl leuchtender Farben, die mit ihrer verbesserten UV-Performance überzeugen. Hersteller bieten aktuell bis zu sechs leuchtende Farben an. Der Trend geht zu intensiven, leuchtenden Farben, wie das bekannte Herthablau im Olympiastadion Berlin. Die Farbwahl kann also genutzt werden, um den ästhetischen Anforderungen der Sportstätte gerecht zu werden, ohne Kompromisse bei der Leistung einzugehen.

Zertifizierung und Normen

Für offizielle, weltweit anerkannte Leichtathletik-Veranstaltungen ist eine Zertifizierung nach den World Athletics-Anforderungen (früher IAAF) entscheidend. Alle Kunststoffbeläge von Polytan können nach diesen Anforderungen zertifiziert werden. Auch das EPDM-Granulat GEZOFLEX ist als Bestandteil von Bodenbelagssystemen für Leichtathletiklaufbahnen durch World Athletics zertifiziert.

Die DIN 18035-6 ist eine weitere zentrale Norm, die die Kunststoffsportbeläge in sechs Belagstypen (A bis F) unterteilt und damit eine grundlegende Klassifizierung für Planung und Ausschreibung bietet. Die Einhaltung dieser Normen und Zertifizierungen gewährleistet die Qualität und Eignung des Belags für den geplanten Einsatzzweck, insbesondere für den Wettkampfsport.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit

Die Entscheidung für einen Belag muss auch wirtschaftlich getroffen werden. Spritzbeschichtungen (Typen A-C) sind mit einem geringeren Anschaffungspreis verbunden, haben aber eine kürzere Lebensdauer von etwa 7 Jahren. Gießbeläge (Typen D-F) sind initial teurer, bieten dafür aber eine jahrzehntelange Nutzungsdauer und sind widerstandsfähiger. Das hervorragende Preis-Qualitäts-Verhältnis von EPDM-Granulaten wird in den Quellen mehrfach betont.

Aspekte der Nachhaltigkeit werden ebenfalls angesprochen. EPDM-Granulate werden als nachhaltig und umweltfreundlich beschrieben. Hersteller wie Polytan betonen, dass sie die Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit ihrer Produkte maximieren, unter anderem durch den intensiven Austausch mit Verbänden und Institutionen.

Fazit

Die Planung und der Bau einer Leichtathletik-Laufbahn erfordern eine sorgfältige Abwägung der Anforderungen an Leistung, Sicherheit, Langlebigkeit und Kosten. Moderne Kunststoffbeläge, insbesondere auf Basis von hochwertigem EPDM-Granulat, bieten eine breite Palette an Lösungen, die von einfachen Trainingsbahnen bis hin zu Wettkampfstrecken im Olympia-Niveau reichen.

Die Wahl zwischen wasserdurchlässigen Spritzbeschichtungen und wasserundurchlässigen Gießbelägen hängt stark von der geplanten Nutzung, dem Budget und den örtlichen Bedingungen ab. Während Spritzbeschichtungen eine kostengünstige Lösung für den Breitensport und Sanierungen darstellen, bieten Gießbeläge die Langlebigkeit und Leistung, die für den anspruchsvollen Wettkampfsport erforderlich sind.

Die Farboptionen sind heute vielfältig und ermöglichen eine individuelle Gestaltung der Sportstätte. Entscheidend für die Qualität ist jedoch die Einhaltung von Normen wie der DIN 18035-6 und die Zertifizierung nach World Athletics, die für offizielle Wettkämpfe unerlässlich sind. Für Bauherren und Planer ist es daher unerlässlich, sich auf qualitativ hochwertige, zertifizierte Materialien und erfahrene Hersteller und Installationsunternehmen zu verlassen, um eine Laufbahn zu erhalten, die den sportlichen und betrieblichen Anforderungen langfristig gerecht wird.

Quellen

  1. Granulatboden für Leichtathletiklaufbahnen
  2. Leichtathletik - Polytan
  3. Überblick: Kunststoff-Laufbahnbeläge für Außenanlagen

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