Linoleumböden: Eigenschaften, Verlegung und Kaufberatung für einen nachhaltigen Bodenbelag

Einführung

Linoleum ist ein Bodenbelag mit einer langen Tradition, der in den letzten Jahren wieder an Bedeutung gewonnen hat. Obwohl PVC-Beläge in den 1960er Jahren große Marktanteile übernahmen, hat sich die Nachfrage nach Linoleum, einem überwiegend aus natürlichen Rohstoffen hergestellten Material, erholt. Der Markt wird heute von drei großen Herstellern dominiert: Forbo Flooring, Tarkett und Gerflor DLW, wobei Letzterer die Traditionsmarke Deutsche Linoleum-Werke (DLW) als marktführenden Hersteller in Deutschland bis 2018 fortsetzt. Dieser Artikel basiert auf den zur Verfügung gestellten Informationen und beleuchtet die Eigenschaften, Vorteile, Verlegungsmöglichkeiten und Kaufkriterien von Linoleumböden für Hausbesitzer, Heimwerker und Fachleute im Bauwesen.

Zusammensetzung und Herstellung

Linoleum ist ein elastischer Bodenbelag, der zu den Bioböden zählt. Seine Grundbestandteile sind natürliche, nachwachsende Rohstoffe. Die Hauptkomponenten sind Leinöl, Naturharze, Kork- oder Holzmehl, Kalksteinpulver und Jutegewebe. Insgesamt besteht Linoleum zu über 90 % aus natürlichen Rohstoffen; je nach Hersteller kann dieser Anteil sogar noch höher sein. Phthalate, die als Weichmacher in einigen Kunststoffen Verwendung finden, sind in Linoleum nicht enthalten. Die Produktion erfolgt ohne chemische Zusatzstoffe.

Ein Beispiel für die Materialzusammensetzung ist das von planeo angebotene Linoleum, das sich aus Leinöl, Korkmehl und Jutegewebe zusammensetzt. Forbo, ein Weltmarktführer, stellt seine Kollektion Marmoleum komplett CO2-neutral her. Die Traditionsmarke DLW nutzt für ihre Oberflächenbeschichtung den Markenbegriff NEOCARE™, der einen innovativen Oberflächenschutz ohne Lösungsmittel darstellt. Dieser Schutz reduziert die Emissionen der Linoleumbeläge in die Raumluft auf ein Minimum, sorgt für eine angenehme Mattierung der Oberflächen und schützt diese vor Verschmutzung. Die Kollektionen von DLW umfassen Colorette, Marmorette und Uni Walton. Tarkett bietet mit der Kollektion Veneto Essenza Modelle mit marmorierten Texturen, die eine Oberflächenvergütung auf Acrylatbasis aufweisen.

Vorteile von Linoleumböden

Linoleumböden bieten eine Reihe von Vorteilen, die sie zu einer attraktiven Alternative zu anderen Bodenbelägen machen.

  1. Natürliche und nachhaltige Materialien: Hauptsächlich bestehend aus nachwachsenden Rohstoffen, ist Linoleum ein umweltfreundlicher Bodenbelag. planeo bezeichnet seine Linoleum-Floors als nachhaltigste Produkte unter den elastischen Bodenbelägen.
  2. Wärme: Linoleum wirkt unter den Füßen warm und ist für den Einsatz in Wohnräumen geeignet.
  3. Weich und gelenkschonend: Das Material bietet eine gewisse Elastizität, was es für Gelenke schonend macht.
  4. Robust und widerstandsfähig: Linoleumböden sind strapazierfähig und weisen eine hohe Lebensdauer auf. Bei fachgerechter Verlegung wird die Haltbarkeit auf bis zu 20 Jahre beziffert. Je nach Nutzungsklasse (privat: 21-23, gewerblich: 31-33) kann die Nutzungsdauer sogar bis zu 40 Jahre betragen.
  5. Schwer entflammbar: Linoleum ist ein schwer entflammbarer Bodenbelag.
  6. Antibakteriell und allergikerfreundlich: Die Oberfläche ist antibakteriell und eignet sich besonders für Allergiker. Habisreutinger betont die Allergikerfreundlichkeit seiner Linoleumböden.
  7. Pflegeleicht: Die Oberfläche ist pflegeleicht, insbesondere mit einem Oberflächenfinish. Für die Reinigung wird empfohlen, Reinigungsmittel mit niedrigem pH-Wert zu verwenden und auf zu heißes Wasser zu verzichten. Trocken- und Feuchtreinigung sind möglich. Die Oberfläche ist antistatisch, strapazierfähig, leicht zu reinigen und zu pflegen.
  8. Lange Nutzungsdauer: Wie bereits erwähnt, kann die Lebensdauer je nach Nutzungsklasse bis zu 40 Jahre betragen.
  9. Farben- und Designvielfalt: Linoleum ist in einem breiten Farbspektrum erhältlich – von wohnlich bis farbintensiv. Die Kollektionen bieten natürliche und stilvolle Texturen, darunter marmorierte Modelle.
  10. Auf Warmwasser-Fußbodenheizung verlegbar: Linoleumböden sind grundsätzlich für die Verlegung auf Warmwasser-Fußbodenheizungen geeignet.

Zusätzlich ist Linoleum wasserabweisend und eignet sich somit auch für den Einsatz in Feuchträumen. Es verfügt über eine antistatische Oberfläche.

Nachteile und Besonderheiten

Trotz der vielen Vorteile gibt es einige Aspekte zu beachten.

  • Reifeschleier: Unabhängig vom jeweiligen Linoleum-Design kann ein Reifeschleier auftreten. Dabei handelt es sich um eine leichte Gelbfärbung, die je nach Untergrundfarbe andere Farben annehmen kann. Der Schleier ist nur bei frisch verlegten Böden sichtbar und verblasst durch Lichteinfall. Um spätere Überraschungen zu vermeiden, wird empfohlen, Exponate ohne Reifeschleier in Ausstellungen der Fachhändler zu besichtigen.
  • Eigengeruch: Das Material hat einen typischen Eigengeruch, der jedoch mit der Zeit verfliegt.
  • Preis: Im Vergleich zu PVC-Bodenbelägen kann Linoleum einen höheren Preis aufweisen. Dies wird jedoch durch die überzeugenden Vorteile des Materials kompensiert.

Verlegung und Installation

Die Verlegung von Linoleum erfordert je nach Produktform unterschiedliche Vorgehensweisen. Es gibt Linoleum als Meterware (Rollenware) und als Klick-Linoleum.

Verlegung von Klick-Linoleum: Für Klick-Linoleum wird zunächst eine Dämmung ausgerollt. Wichtig ist, dass die raue Seite der Dämmung nach oben, also zum Linoleum hin, liegt. Bei der Verlegung sollte darauf geachtet werden, dass immer aus mehreren Paketen parallel gearbeitet wird, nicht zuerst ein Paket auslegen und dann das nächste. Dies gewährleistet ein natürliches Verlegebild.

Verlegung auf Fußbodenheizungen: Linoleumböden sind grundsätzlich für die Verlegung auf Warmwasser-Fußbodenheizungen geeignet. Bei elektrischen Fußbodenheizungen kann es jedoch problematisch sein, da sie in kürzester Zeit punktuell sehr warm werden. Hier wird ein Expertenrat empfohlen. Für die Verlegung auf Fußbodenheizungen muss ein spezieller Kleber verwendet werden, der für Fußbodenheizungen geeignet ist. Es wird dringend geraten, bei einem Holzfachhändler nach einem solchen Kleber zu fragen. Es ist zu beachten, dass nicht alle Linoleumböden auf Fußbodenheizungen verlegt werden sollten; Ausführungen mit einer dämpfenden Unterseite oder bestimmten Materialstärken sind hierfür möglicherweise nicht geeignet.

Fachgerechte Verlegung: Für eine maximale Haltbarkeit (bis zu 20 Jahre) ist eine fachgerechte Verlegung entscheidend. Ungeübte Heimwerker können das Projekt auch einem kooperierenden Handwerksbetrieb überlassen.

Kaufberatung und Händler

Bei der Auswahl eines Linoleumbodens sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen.

Sortiment und Hersteller: Wichtige Anbieter am Markt sind Forbo Flooring, Tarkett und Gerflor DLW. Diese Hersteller sind auch im Sortiment von Fachhändlern wie BodenFuchs24 vertreten. Der Online-Händler HolzLand bietet Linoleum im Shop an und kooperiert mit Fachhändlern und Handwerksbetrieben. Auch planeo bietet hochwertiges Linoleum online an. Habisreutinger ist ein weiterer Anbieter mit einer Auswahl an Linoleumböden.

Filterfunktionen: Beim Online-Kauf können Filterfunktionen genutzt werden, um gezielt nach Eigenschaften zu suchen. Mögliche Filter sind: * Blauer Engel (Umweltzeichen) * Fußbodenheizung geeignet * Phthalatfrei

Es ist wichtig zu beachten, dass bei einigen Händlern alle angebotenen Linoleumböden das Umweltzeichen "Blauer Engel" aufweisen, phthalatfrei sind und zur Verlegung auf Fußbodenheizungen geeignet sind. Dies ist jedoch kein Naturgesetz; im Handel können auch Ausführungen erhältlich sein, die diese Eigenschaften nicht alle erfüllen.

Formate und Varianten: Linoleum ist in verschiedenen Formaten erhältlich. Neben der klassischen Meterware gibt es modulares Linoleum in handlichen Formaten wie Linoleum-Fliesen und Linoleum-Planken. Bei Habisreutinger werden Produkte mit den Abmessungen 0,915 m x 30,5 cm x 10,0 mm angeboten. Klick-Linoleum ist eine einfach zu verlegende Variante.

Nutzungsklassen: Für die Auswahl des richtigen Belags sind die verschiedenen Nutzungsklassen relevant. Sie geben Aufschluss über die Strapazierfähigkeit. Für den privaten Bereich gelten die Klassen 21-23, für den gewerblichen Bereich 31-33. Die Zuordnung eines Belags zu einer Nutzungsklasse kann beim Serviceteam des jeweiligen Händlers erfragt werden.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Linoleum kann einen höheren Preis als PVC-Böden haben, bietet dafür aber eine überlegene Materialzusammensetzung und Langlebigkeit. Günstige Online-Angebote sind verfügbar, wobei die Qualität der Produkte gewährleistet sein sollte.

Fazit

Linoleum ist ein etablierter, nachhaltiger Bodenbelag, der aus überwachsenden Rohstoffen wie Leinöl, Korkmehl und Jutegewebe besteht und frei von schädlichen Weichmachern ist. Seine Vorteile umfassen eine hohe Lebensdauer von bis zu 40 Jahren, Robustheit, Pflegeleichtigkeit, Allergikerfreundlichkeit und eine große Designvielfalt. Besonders hervorzuheben ist die Eignung für den Einsatz auf Warmwasser-Fußbodenheizungen, wobei bei elektrischen Heizungen Vorsicht geboten ist. Die Verlegung erfordert je nach Produktform (Meterware oder Klick-System) spezifisches Wissen, wobei die Verwendung eines für Fußbodenheizungen geeigneten Klebers entscheidend ist. Beim Kauf sollten Kunden die Nutzungsklasse, die spezifischen Eigenschaften (wie Umweltzeichen, Phthalatfreiheit) und die Verlegbarkeit auf Heizungen prüfen. Fachhändler wie BodenFuchs24, HolzLand, planeo und Habisreutinger bieten eine Auswahl an Produkten der führenden Hersteller Forbo, Tarkett und Gerflor DLW an. Trotz möglicher Nachteile wie einem temporären Reifeschleier oder Eigengeruch überzeugt Linoleum durch seine ökologischen und funktionalen Eigenschaften als moderner Bioboden.

Quellen

  1. BodenFuchs24 - Linoleum
  2. HolzLand - Linoleumboden
  3. planeo - Linoleum
  4. Habisreutinger - Linoleum Bodenbeläge

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