Einführung
Die Installation von Strom-, Daten- und Multimediatechnik im Fußbodenbereich ist eine zentrale Herausforderung in modernen Büro- und Verwaltungsgebäuden sowie in privaten Wohnräumen mit hohem Anspruch an Flexibilität und Ästhetik. Geräteeinsätze, auch als GES (Geräteeinsätze) bezeichnet, bieten hierfür eine dezent und praktikable Lösung. Sie schaffen einen Installationsraum im Fußboden für Einbaugeräte wie Steckdosen, Daten- und Multimediaanschlüsse und lassen sich in Systemböden sowie in estrichbündigen und estrichüberdeckten Unterflursystemen verbauen. Die vorliegenden Informationen, die sich auf Produkte des Herstellers OBO beziehen, geben einen detaillierten Einblick in die Planungskriterien, die Materialvielfalt und die technischen Spezifikationen dieser Systeme. Dieser Artikel fasst die verfügbaren Daten zusammen und erläutert die wesentlichen Aspekte für Planer, Bauausführende und Hausbesitzer.
Systemübersicht und Anwendungsbereiche
Geräteeinsätze GES bilden den Installationsraum im Fußboden für eine Vielzahl von Einbaugeräten. Sie sind als dezente und flexible Lösungen konzipiert, die sich in Systemböden sowie in estrichbündigen und estrichüberdeckten Unterflursystemen verbauen lassen. Die Ausführungen aus Kunststoff, Aluminium und Edelstahl ermöglichen eine akzentuierte oder komplementäre Integration in verschiedene Bodenbeläge. Die Vorteile dieser Systeme liegen in ihrer Vielseitigkeit: Sie bieten einen Installationsraum für viele verschiedene Einbaugeräte und sind für unterschiedliche Raumnutzungen geeignet. Ein konkretes Anwendungsbeispiel ist das Futurium Berlin, ein "Haus der Zukunft", das zwischen der Charité und dem Kanzleramt im Regierungsviertel steht und zeigt, wie diese Installationstechnik in modernen Architekturkonzepten eingesetzt werden kann.
Das System bietet ein breites Spektrum an Installationslösungen für Strom, Daten- und Multimediatechnik. Der Einbau erfolgt werkzeuglos in Universalträgern und Gerätebechern. Ein besonderes Merkmal ist der absenkbare Gerätebecher: Er lässt sich in der Rastleiter maximal um 25 mm absenken, was eine flexible Höhenanpassung ermöglicht.
Planungskriterien und Auswahlhilfen
Die Auswahl des richtigen Geräteeinsatzes erfordert die Berücksichtigung mehrerer Faktoren. Eine Planungs-Checkliste enthält folgende entscheidende Kriterien:
- Art des Fußbodenbelags: Dies spielt eine wichtige Rolle bei der Auswahl des passenden Geräteeinsatzes. Bei nass gepflegten Böden wird ein Geräteeinsatz mit Tubus als beste Wahl empfohlen.
- Größe des Geräteeinsatzes: Die Größe sollte nach der Anzahl der einzubauenden Installationsgeräte gewählt werden. Die eckigen Geräteeinsätze sind in den Nenngrößen 2, 4, 6 und 9 erhältlich, die runde Variante in den Nenngrößen R4, R7 und R9. In die Einsätze der Nenngrößen 4, 6 und 9 lassen sich bis zu 6, 9 oder 12 Modul-45-Geräte für Strom, Daten oder Multimedia installieren.
- Mindesteinbautiefe: Bei der Installation von Steckdosen, Daten- und Multimedia-Anschlüssen ist die Mindesteinbautiefe zu beachten. Für das konkrete Modell "UDHOME GES9 7011" beträgt die Einbautiefe 80 mm. Die minimale Estrichhöhe für dieses Modell liegt bei 80 mm, die maximale bei 100 mm, bei einer Bodenbelagdicke von 5 mm.
- Lastanforderungen: Es ist zu prüfen, welchen Lasten die Geräteeinsätze ausgesetzt sind. Geräteeinsätze aus Kunststoff sind perfekt ausgelegt für die im Büro- und Verwaltungsbau üblichen Lasten. Bei erhöhten Lastanforderungen hingegen sollten Geräteeinsätze aus Metall (Aluminium oder Edelstahl) verwendet werden.
- Bodenbelag im Deckel: Soll der Bodenbelag in den Geräteeinsatzdeckel eingebracht werden, sind die Höhenanpassung und die Dehnungsfugen zu berücksichtigen.
Materialvielfalt und Ausführungen
Die Geräteeinsätze sind in einer Vielzahl von Materialien, Farben und Formen erhältlich, um sich an unterschiedliche architektonische und gestalterische Anforderungen anzupassen.
Materialien: * Polyamid: Dieses Kunststoffmaterial wird für Geräteeinsätze verwendet, die für die üblichen Lasten in Büro- und Verwaltungsbauten ausgelegt sind. Ein Beispiel ist das Modell "UDHOME GES9 7011", das aus Polyamid gefertigt ist. Der CO2-Fußabdruck (GWP, Cradle-to-Gate) für ein solches Stück beträgt laut Datenblatt 14,5579 kg CO2e. * Aluminium: Wird für Geräteeinsätze bei erhöhten Lastanforderungen oder für spezifische gestalterische Ansprüche eingesetzt. * Edelstahl: Bietet hohe Robustheit und Korrosionsbeständigkeit und wird ebenfalls für erhöhte Lastanforderungen oder für eine hochwertige optische Gestaltung verwendet.
Formen und Größen: * Eckige Bauform: In Nenngrößen 2, 4, 6 und 9 erhältlich. * Runde Bauform: In Nenngrößen R4, R7 und R9 erhältlich.
Farben: Das Farbspektrum umfasst Eisengrau, Graubeige, Graphitschwarz und Edelstahl. Konkrete Ausführungen des Modells "UDHOME GES9" sind in den Farben eisengrau (RAL 7011) und graphitschwarz (RAL 9011) verfügbar.
Öffnungsmechanismen: Für eine einfache Öffnung stehen zwei Varianten zur Auswahl, die sich beide bewährt haben: 1. Ein im Schnurauslass integrierter Griffbügel. 2. Ein Deckel mit Rastschieber, wie beim Modell "UDHOME GES9 7011" implementiert.
Technische Spezifikationen am Beispiel des Modells GES9 7011
Das Modell "UDHOME GES9 7011" (Artikelnummer 7427420) repräsentiert eine konkrete Ausführung eines Geräteeinsatzes aus Kunststoff. Seine technischen Daten sind wie folgt:
| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| Abmessungen | 247 mm (Länge) x 247 mm (Breite) |
| Dimension | 264 mm x 264 mm x 73 mm |
| Werkstoff | Polyamid |
| Farbe | eisengrau; RAL 7011 |
| Einbautiefe | 80 mm |
| Minimale Estrichhöhe | 80 mm |
| Maximale Estrichhöhe | 100 mm |
| Bodenbelagdicke | 5 mm |
| Dichtungseinbaumöglichkeit | nein |
| Leitungsauslass | Schwenkbarer Schnurauslass |
| Schutzgrad IK-Code | IK08 (Schutz gegen Stoßenergie) |
| Schutzart (IP) im genutzten Zustand | IP20 (Fremdkörperschutz, kein Wasserschutz) |
| Schutzart (IP) im ungenutzten Zustand | IP40 (Fremdkörperschutz, kein Wasserschutz) |
| Öffnungsmechanismus | Rastschieber |
| CO2-Fußabdruck (GWP) Cradle-to-Gate | 14,5579 kg CO2e / 1 Stück |
Der Schutzgrad IK08 bedeutet einen hohen Schutz gegen Stoßenergie, was für den Einsatz in öffentlichen oder gewerblichen Bereichen wichtig sein kann. Die Schutzart IP20 im genutzten Zustand weist darauf hin, dass der Geräteeinsatz keinen besonderen Schutz gegen das Eindringen von Wasser bietet und somit nicht für nass gepflegte Böden geeignet ist, sofern keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen getroffen werden. Im ungenutzten Zustand, wenn der Deckel geschlossen ist, bietet er IP40, was einen besseren Schutz gegen Fremdkörper (Staub) garantiert.
System Modul 45 und Integration
Als Standard für die Elektroinstallation in Unterflur-Systemen hat sich das System Modul 45 etabliert. Die Geräteeinsätze GES sind darauf ausgelegt, Modul-45-Geräte aufzunehmen. Die Variantenvielfalt der Einsätze der Nenngrößen 4, 6 und 9 ermöglicht die Installation von bis zu 6, 9 oder 12 Modul-45-Geräten für Strom, Daten oder Multimedia. Dies ermöglicht eine standardisierte und effiziente Planung und Ausführung der Installation.
Die Anpassbarkeit der Rahmenhöhen ist ein weiterer Vorteil. Durch Entnahme oder Zuführung von Distanzstücken kann die gewünschte Rahmenhöhe ganz einfach an den Bodenbelag angepasst werden. Dies ist besonders wichtig, um eine ebene Übergang zwischen dem Bodenbelag und dem Geräteeinsatzdeckel zu gewährleisten, insbesondere wenn der Bodenbelag in den Deckel eingebracht wird. Hier müssen die Höhenanpassung und die Dehnungsfugen sorgfältig berücksichtigt werden.
Fazit
Geräteeinsätze (GES) sind eine unverzichtbare Komponente in der modernen Unterflur-Installationstechnik. Sie bieten eine flexible, dezent und ästhetisch ansprechende Möglichkeit, Strom-, Daten- und Multimediatechnik im Fußboden zu integrieren. Die Auswahl des passenden Systems erfordert eine sorgfältige Planung unter Berücksichtigung des Fußbodenbelags, der erforderlichen Einbautiefe, der zu erwartenden Lasten und der gewünschten Anzahl an Anschlüssen.
Die Materialvielfalt von Kunststoff über Aluminium bis Edelstahl sowie die große Auswahl an Formen, Größen und Farben ermöglichen eine individuelle Anpassung an unterschiedliche architektonische und funktionale Anforderungen. Technische Spezifikationen wie der Schutzgrad IK08 und die Schutzarten IP20/IP40 definieren den Einsatzbereich, insbesondere im Hinblick auf mechanische Belastung und Feuchtigkeit. Das System Modul 45 sorgt für eine standardisierte Installation. Für Projekte mit erhöhten Lastanforderungen oder in Feuchträumen sind die entsprechenden Materialausführungen (Metall, Tubus) zu wählen. Eine sorgfältige Planung, die auf den vorliegenden technischen Daten und Planungsempfehlungen basiert, ist der Schlüssel zu einer dauerhaften und funktionellen Lösung.