Die Entscheidung, einen neuen Bodenbelag auf einer bestehenden Pflasterfläche zu verlegen, stellt Eigentümer und Handwerker vor spezifische Herausforderungen. Obwohl Pflastersteine und Natursteinplatten aufgrund ihrer Robustheit und Langlebigkeit weit verbreitet sind, kann der Wunsch nach einer optischen Erneuerung oder einer anderen Funktionalität eine neue Deckschicht erforderlich machen. Die vorliegenden Informationen basierend auf Fachquellen beleuchten die Möglichkeiten, Voraussetzungen und Verfahren für die Verlegung neuer Beläge auf bestehende Natursteinflächen.
Eignung von Bodenbelägen für Pflastersteine
Grundsätzlich ist die Verlegung neuer Beläge auf bestehendem Pflaster möglich, erfordert jedoch eine sorgfältige Bewertung des Untergrunds. Die Quellenlage identifiziert spezifische Materialien, die sich für eine solche Auflage eignen, sowie jene, die direkten Kontakt zum Pflaster ermöglichen.
Direkte Verlegung auf Natursteinbeläge
Platten von WARCO können laut den zur Verfügung gestellten Informationen in der Regel ohne zusätzliche Vorbereitung direkt auf einem vorhandenen Belag aus Natursteinplatten oder Natursteinpflaster verlegt werden. Dies gilt insbesondere für gespaltene, gesägte oder polierte Steine wie Marmor, Granit, Sandstein, Travertin, Schiefer oder Blaustein, da diese in der Regel eine weitgehend ebene Oberfläche aufweisen.
Auch bei Natursteinbelägen mit unregelmäßiger Oberfläche – beispielsweise gerundete Pflastersteine – ist eine Verlegung möglich, jedoch muss hier zunächst eine Ausgleichung der Unebenheiten erfolgen. Wenn die Voraussetzungen für eine direkte Verlegung nicht gegeben sind, muss entschieden werden, ob beschädigte Bereiche ausgebessert oder der alte Belag vollständig entfernt wird. Im letzteren Fall kann der neue Belag gegebenenfalls auf der vorhandenen Tragschicht verlegt werden.
Materialien für Gartenwege und befestigte Flächen
Für die Gestaltung von Gartenwegen und befestigten Flächen eignen sich verschiedene Materialsorten. Klassischerweise wird ein Gartenweg mit Sand oder Kies bestreut, doch für eine dauerhafte Befestigung kommen Pflaster, Trittsteine oder Beton zum Einsatz. Naturstein als Belag hat viele Vorteile: Er ist ausgesprochen robust, lässt sich leicht verarbeiten und kann bei einer richtigen Verlegung viele Jahre halten.
Zu den für den Wegebau besonders gut geeigneten Natursteinsorten gehören: - Granit - Basalt - Porphyr - Kalkstein - Marmor - Sandstein - Gneis - Quarzit - Schiefer
Dabei sind Kalkstein und Sandstein weichere Sorten, die sich etwas schneller abnutzen als der vergleichsweise sehr harte Granit oder Basalt. Sie punkten dafür mit einer samtigen Oberfläche, die auch bei starker Sonneneinstrahlung nicht zu heiß wird.
Verlegung von Fliesen und Platten
Für die Verlegung von Fliesen oder großen Platten auf Pflaster ist die Ebnung des Untergrunds entscheidend. Die Quellen geben hierzu spezifische Hinweise zur Fugentechnik. Bei Pflastersteinen mit einer Dicke bis 10 cm ist eine Fuge von 3 bis 5 mm vorzusehen. Das sogenannte Nennmaß – also die tatsächliche Größe des Steins – ist entsprechend kleiner als das Rastermaß.
Beispiel: Ein Pflasterstein mit einem angegebenen Rastermaß von 40 × 20 cm und einer Dicke von 8 cm hat ein tatsächliches Nennmaß von ca. 39,7 × 19,7 cm. Die Differenz von ca. 3 mm entspricht der vorgesehenen Fuge. Diese Angaben sind bei fast allen Bodenbelägen (wie Fliesen, PVC-Dielen usw.) üblich. Nur durch die Berücksichtigung der vorgesehenen Fugenbreite lässt sich eine einheitliche Verlegung mit gleichmäßigem Fugenverlauf im gewünschten Verlegeraster realisieren.
Technische Voraussetzungen und Untergrundvorbereitung
Die Stabilität eines neuen Belags hängt maßgeblich von der Beschaffenheit des bestehenden Pflasters und dessen Tragschicht ab. Ein solider Bodenaufbau erfüllt zahlreiche Funktionen: Er sorgt für eine zuverlässige Drainage, federt Belastungen durch Fußgänger, Fahrzeuge oder Temperaturschwankungen ab und gleicht Bewegungen im Untergrund aus.
Entwässerung und Gefälle
Flächen, die Witterung, natürlichen Niederschlägen oder dauerhafter Feuchtigkeit ausgesetzt sind, müssen ein Gefälle von 1 bis 2 % für eine effektive Entwässerung bzw. Versickerung aufweisen, sodass keine Pfützen entstehen. Dies gilt insbesondere für Terrassen und Wege, die direkt an das Haus anschließen.
Anforderungen an die Tragschicht
Für eine langfristige Stabilität ist ein Fundament essenziell. Eine solche Basis für Pflaster- und Plattenflächen bezeichnet man als Tragschicht und Unterbau. Der Unterbau wird von unten nach oben hin immer feiner – vom groben Schotter der Frostschutzschicht bis zum feinen Splitt oder Sand der Bettung.
Bei der Verlegung von Pflaster und Platten wird unterschieden zwischen: 1. Ungebundener Verlegeweise: Die Pflastersteine liegen lose in einem weichen Kiesbett auf einem frostsicheren, wasserdurchlässigen und stabilen Unterbau aus Kies und Schotter. 2. Gebundener Verlegeweise: Die Pflastersteine werden in einem Mörtelbett fixiert. Dies ist aufwendiger, stabiler und für sehr stark befahrene, gewerblich genutzte Flächen geeignet.
Für Privatgrundstücke hat sich die ungebundene Bauweise bewährt.
Verfahren zur Verlegung neuer Beläge
Das Verlegen eines neuen Belags auf bestehendem Pflaster erfordert spezifische Handlungsschritte, um eine dauerhafte Haftung und Stabilität zu gewährleisten.
Vorbereitung des bestehenden Untergrunds
Vor dem Aufbringen eines neuen Belags muss der bestehende Natursteinbelag auf seine Eignung hin überprüft werden. Unebenheiten müssen ausgeglichen werden. Falls die Voraussetzungen für eine direkte Verlegung nicht gegeben sind, ist zu entscheiden, ob beschädigte Bereiche ausgebessert oder der alte Belag vollständig entfernt wird. Im letzteren Fall kann der neue Belag gegebenenfalls auf der vorhandenen Tragschicht verlegt werden, sofern diese noch intakt ist.
Verlegung von Pflaster und Platten auf das bestehende Pflaster
Ist das Splittbett optimal vorbereitet, können Pflaster oder Platten verlegt werden. Als Weg- oder Terrassenbelag eignen sich Pflasterklinker, Keramikfliesen und Natursteinplatten besonders gut. Legen Sie die Steine dicht an dicht auf die Fläche und achten Sie darauf, dass diese stets den gleichen Abstand zueinander und den Kantensteinen haben. Widerspenstige Steine können mit dem Gummihammer in den Verbund eingerückt werden.
Fugentechnik und Verdichtung
Nach dem Pflastern werden die Steine zunächst verfugt und anschließend erst abgerüttelt, da sie sich sonst verschieben können. Zum Verfugen eignet sich Sand, Quarzsand oder Fugensplitt ideal. Verteilen Sie dazu das Material und fegen es gleichmäßig und gründlich in die Fugen. Diesen Vorgang sollten Sie mehrfach wiederholen. Anschließend kann die Fläche mit einer Rüttelplatte befestigt werden.
Besondere Aufmerksamkeit erfordert das Abrütteln von Platten. Durch die große Auflagefläche der Steine und das begrenzte Gewicht des Rüttlers lassen sich die Steine nur geringfügig einrütteln. Es sollten nur Flächenrüttler mit Plattengleitvorrichtung verwendet werden, und es sollte in Längs-/Verlegerichtung (in Richtung der langen Seite der Steine) abgerüttelt werden. Vor dem Abrütteln müssen die Fugen unbedingt geschlossen und die Fläche sauber sein. Als Rüttler werden besonders oberflächen-/steinschonende Spezialrüttler empfohlen (z. B. Bomag Stoneguard oder Weber Rollenrüttler VPR). Standard-Flächenrüttler (Betriebsgewicht max. ca. 130 kg, Zentrifugalkraft max. ca. 18 - 20 kN) nur mit einer Plattengleitvorrichtung verwenden und zusätzlich eine möglichst hohe Rüttelfrequenz (> 65 Hz) wählen, um ein Springen des Rüttlers auf der Oberfläche zu vermeiden.
Spezifische Hinweise zur Verlegung
Achten Sie außerdem darauf, langformatige Pflaster nicht in Bereichen mit großem Gefälle einzusetzen und bei Gefällewechseln in der Fläche die Steine immer quer zum Gefälleverlauf einzubauen. Nur so kann eine vollflächige Auflage der Steine gewährleistet werden. Die Bettung sollte eine Dicke von nicht mehr als 3-4 cm haben und besonders höhen- und fluchtgerecht aufgebaut sein.
Zusammenfassung der Materialien und Werkzeuge
Für die Ausführung der Arbeiten sind spezifische Werkzeuge und Materialien erforderlich.
Benötigte Werkzeuge
Zum Pflastern benötigen Sie: - Schaufel - Schubkarren (für den Transport des Materials) - Rüttelplatte (zur Verdichtung) - Gummihammer - Fugenbürste oder Besen
Baumaterialien
Pflastersteine gibt es in verschiedenen Materialien, Größen und Dicken. Gängig sind rechteckige und quadratische Formate von 10, 15, 20 oder 30 Zentimetern auf 10, 20, 30 oder auch 40 Zentimeter sowie eine Dicke von 8 oder 10 Zentimetern. Als Bettungsmaterial dienen: - Sand - Kies - Schotter - Splitt - Quarzsand - Fugensplitt
Für besonders tiefe und große Aushubarbeiten kann ein Bagger sinnvoll sein.
Fazit
Die Verlegung neuer Bodenbeläge auf bestehenden Pflasterflächen ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch eine detaillierte Analyse des vorhandenen Untergrunds. Entscheidend sind die Ebenheit des bestehenden Belags, die Stabilität der Tragschicht und die Einhaltung technischer Vorgaben bezüglich Gefälle und Entwässerung.
Direkt auf Natursteinplatten oder -pflaster können in der Regel neue Platten verlegt werden, sofern der Untergrund eben ist. Für die Verlegung von Pflastersteinen auf unebenen Flächen ist eine Ausgleichsschicht notwendig. Die Verwendung von Splitt oder Sand als Bettung und die korrekte Fugentechnik sind essenziell für die Langlebigkeit der neuen Fläche. Das Abdichten der Fugen und das anschließende Abrütteln mit speziellen Geräten stellen sicher, dass der Belag stabil und frostsicher bleibt. Die Auswahl der Materialien sollte auf die spezifische Belastung (Fußgänger, Fahrzeuge) und das Klima abgestimmt werden, um eine optimale Lebensdauer zu gewährleisten.