Sauna-Innenausbau: Planung, Materialien und Bauweise für eine persönliche Wellnessoase

Einleitung

Die eigene Sauna, ob als Innen- oder Gartensauna, ist ein zunehmend beliebtes Projekt zur Steigerung des Wohlbefindens und zur Gestaltung des persönlichen Wohnumfelds. Die Planung und der Bau eines solchen Wellnessbereichs erfordern jedoch detailliertes Wissen über Konstruktion, Materialauswahl und technische Anforderungen. Dieser Artikel beleuchtet die wesentlichen Aspekte des Sauna-Innenausbaus, basierend auf verfügbaren Informationen aus der Praxis des Saunabaus. Er richtet sich an Bauherren, Heimwerker und Fachleute, die sich über die Grundlagen einer Saunainstallation informieren möchten.

Die Entscheidung zwischen einer Innensauna und einer Gartensauna ist ein erster zentraler Punkt in der Planung. Eine Innensauna, die in einem bestehenden Raum wie Bad, Keller oder unter einem Dachfirst eingerichtet wird, erfordert in der Regel weniger bauliche Eingriffe, benötigt jedoch eine Stromversorgung für den Betrieb des Saunaofens und der Beleuchtung. Eine Gartensauna bietet den Vorteil einer direkten Naturverbundenheit und kann als separates Bauwerk im Freien errichtet werden. Beide Varianten können individuell nach Maß geplant und ausgestattet werden.

Planung und Grundkonstruktion der Sauna

Die Fundamentierung und Grundstruktur sind entscheidend für die Stabilität und Langlebigkeit der Sauna. Für eine Gartensauna wird oft eine Beton-Bodenplatte als Fundament verwendet. Die Wände werden typischerweise als Holzständerkonstruktion ausgeführt. Für den Innenausbau werden Innenwände und Bodenflächen zunächst mit OSB-Platten (Oriented Strand Board) verkleidet. OSB-Platten bieten eine stabile und ebene Unterlage für die nachfolgende Verkleidung. Die Platten werden hierbei mit den tragenden Lagerhölzern und Dachlatten verschraubt, was eine absolut stabile Konstruktion gewährleistet.

Beim Bodenaufbau einer Gartensauna wird nach der Verlegung der OSB-Platten eine Dampfbremsfolie auf der Betonbodenplatte verlegt, gefolgt von Lagerhölzern. Die Zwischenräume zwischen diesen Lagerhölzern können optional mit Dämmmaterial wie Mineralwolle ausgefüllt werden, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Dies ist insbesondere bei häufiger Nutzung empfehlenswert. Bei gelegentlicher Nutzung kann auf diese Dämmung jedoch verzichtet werden, wie Praxisbeispiele zeigen.

Für die eigentliche Saunafläche wird ein Fußboden aus gehobelten Fichtenbrettern mit Nut- und Feder-Profil verlegt. Hierfür werden zunächst Dachlatten auf eine Stärke von 2 cm zugeschnitten, die als Lagerhölzer für den Saunaboden dienen. Die Fichtenbretter werden auf diesen Latten verlegt und miteinander verbunden.

Materialauswahl für den Sauna-Innenausbau

Die Wahl der Hölzer ist für das Raumklima und die Haptik in der Sauna von großer Bedeutung. Die Quellen nennen verschiedene Holzarten, die sich für den Innenausbau eignen:

  • Fichtenholz: Dieses Holz ist ein gängiger und kostengünstiger Werkstoff für den Saunabau, sowohl für die Konstruktion als auch für die Verkleidung und die Saunabänke. Es wird in der Regel unbehandelt verwendet, da Behandlungen bei hohen Temperaturen ausgasen und unerwünschte Gerüche entwickeln können. Fichte ist ein Nadelholz mit einer typischen, helleren Holzfarbe.
  • Pappelholz und Zedernholz: Diese Holzarten werden als ästhetisch ansprechender beschrieben als Fichtenholz. Sie kommen häufig in vorgefertigten Bausätzen zum Einsatz. Zedernholz ist bekannt für seinen angenehmen Duft und seine geringe Wärmeleitfähigkeit, was eine angenehme Sitztemperatur auf den Bänken gewährleistet.
  • Nordische Fichte: Diese Variante wird in der Fertigung von Saunen für Innen- und Außenverkleidungen eingesetzt, oft in klassischem Profilholz.
  • Zirbenholz: Eine besondere Holzart, die für ihren beruhigenden Duft und ihre positiven Auswirkungen auf die Gesundheit geschätzt wird. Zirbenholz wird für spezielle Saunaarten wie die Zirbensauna verwendet.
  • Hemlock: Ein weiteres Nadelholz, das für seine hochwertige Massiv-Optik und die sanfte Wärmeabgabe charakterisiert ist.
  • Thermisch behandelte Holzvarianten: Für spezielle Anforderungen können auch thermisch behandelte Hölzer gewählt werden, die eine erhöhte Dimensionsstabilität und Haltbarkeit aufweisen.

Neben massivem Holz werden auch OSB-Platten für die Verkleidung der Innenwände und als Unterbau für den Boden genannt. Für Fenster und Türen werden Isolierglasscheiben empfohlen, um den Wärmeverlust zu minimieren und den Blick nach außen zu ermöglichen.

Konstruktion der Saunabänke

Die Saunabänke sind ein zentrales Element der Sauna. Ihre Planung muss berücksichtigen, dass die Liegefläche ausreichend groß ist, um sich entspannt ausstrecken zu können. Auch unterschiedliche Bankhöhen sind wichtig, um sowohl das Sitzen als auch das Liegen zu ermöglichen. Die Höhenunterschiede zwischen den Bänken sollten zwischen 50 und 60 cm liegen, damit auch eine größere Person auf der oberen Bank aufrecht sitzen kann.

Für die Bänke werden in der Regel Fichtenlatten mit den Maßen 23 x 40 mm verwendet. Diese Latten sind vor der Verarbeitung sorgfältig zu schleifen, um eine glatte, hautfreundliche Oberfläche zu gewährleisten. Die Latten werden von der Unterseite her mit einer Unterkonstruktion verbunden. Auch hier wird unbehandeltes Holz empfohlen.

Technische Ausstattung und Sicherheit

Die technische Ausstattung umfasst vor allem den Saunaofen und die Steuerung. Für die Wahl des Ofens stehen verschiedene Optionen zur Verfügung:

  • Manuelle Saunaöfen: Hersteller wie Harvia bieten manuelle Öfen an, die eine klassische, einfache Bedienung ermöglichen.
  • Kaskadenöfen: Eine besondere Bauart, die oft für einen besonderen Dampfgenuss verwendet wird.
  • Hochwertige Steuerungen: Moderne Saunen können mit Steuerungen ausgestattet werden, die eine präzise Einstellung der Temperatur und Zeit ermöglichen. Hersteller wie EOS sind hierfür genannt.

Die Installation des Ofens erfordert besondere Sorgfalt. Der Ofen muss durch eine separate Holzkonstruktion, einen sogenannten Ofenschutz, geschützt werden. Dieser verhindert den direkten Kontakt mit dem heißen Ofen, was zu schweren Verbrennungen führen kann. Der Schutz wird oft aus denselben Latten gebaut, die auch für die Saunabänke verwendet werden.

Die Beleuchtung in der Sauna ist ein weiterer Gestaltungsaspekt. Eine individuelle LED-Beleuchtung, beispielsweise in der Rückenlehne, kann das Ambiente erheblich verbessern. Für die Beleuchtung müssen die entsprechenden Stromanschlüsse vor der Fertigstellung der Verkleidung verlegt werden.

Sowohl für Innen- als auch für Gartensaunen ist die korrekte Installation von Stromanschlüssen eine grundlegende Voraussetzung. Bei Innensaunen ist dies der primäre bauliche Aufwand, da die Verlegung der Leitungen in einem bestehenden Raum erfolgen muss. Bei Gartensaunen muss eine externe Stromversorgung bis zum Bauwerk gelegt werden.

Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten

Moderne Saunabau-Unternehmen bieten eine große Bandbreite an Individualisierungsmöglichkeiten an, die über die reine Funktion hinausgehen. Dazu gehören:

  • Grundriss und Raumform: Auch unter Dachschrägen lassen sich Saunen problemlos integrieren. Individuelle Grundrisse und die Anpassung an vorhandene bauliche Gegebenheiten sind Standard.
  • Glasfronten und Fenster: Große Glasfronten oder einzelne Fenster mit Isolierglasscheiben ermöglichen den Blick in die Natur (bei Gartensaunen) oder ins Bad (bei Innensaunen) und sorgen für ein helleres Ambiente.
  • Zubehör und Zusatzausstattung: Optional können Infrarotstrahler integriert werden, um eine Infrarotkabine mit der klassischen Sauna zu kombinieren. Salzverdampfer, Musiksysteme oder spezielle Beleuchtungskonzepte sind weitere Möglichkeiten, die Sauna individuell zu gestalten.
  • Holzauswahl: Die Auswahl an Holzarten, Profilen und Oberflächenbehandlungen ist vielfältig, von klassischer Fichte über exotische Hölzer bis zu thermisch behandelten Varianten.

Fazit

Der Bau einer Sauna, sei es als Innenausbau oder als Gartensauna, ist ein komplexes Projekt, das eine sorgfältige Planung und handwerkliche Präzision erfordert. Die Wahl der Materialien, insbesondere der Holzarten, beeinflusst das Raumklima, die Haptik und die Ästhetik der Sauna. Beim Innenausbau sind die korrekte Dampfbremsung, die stabile Konstruktion der Wände und Böden sowie die fachgerechte Verlegung der Bänke entscheidend für die Funktionalität und Langlebigkeit.

Die technische Ausstattung mit einem geeigneten Saunaofen, einer sicheren Ofenumgebung und einer angenehmen Beleuchtung rundet das Wellnesserlebnis ab. Die Möglichkeiten der Individualisierung sind heute nahezu unbegrenzt, sodass jede Sauna ein Unikat werden kann, das den persönlichen Vorstellungen und den baulichen Gegebenheiten gerecht wird. Für Heimwerker sind Projekte wie die Verlegung des Bodens oder das Schleifen der Banklatten durchaus machbar, während die Installation von Stromanschlüssen und Ofen in der Regel einen Fachmann erfordert, um die Sicherheit zu gewährleisten. Eine professionelle Planung und Beratung kann helfen, Fehler zu vermeiden und eine Sauna zu realisieren, die langfristig Freude bereitet und die Gesundheit fördert.

Quellen

  1. Innenausbau Sauna
  2. Sächsische Saunamanufaktur
  3. Fechner Sauna

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