Architektenkosten bei Renovierungen: Fakten, Pauschalen und Sparstrategien

Renovierungen und Umbauten sind heute bei vielen Eigentümern fester Bestandteil der Immobilienplanung. Ob ein Anbau, der Ausbau eines Dachbodens oder die Sanierung einer alten Villa – die Kosten für einen Architekten sind in solchen Projekten meist nicht wegzudenken. Doch wie hoch sind die Kosten für Architekten bei Renovierungen? Was beeinflusst die Preise, und wie können sie gesenkt werden? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieses Beitrags. Anhand von verfügbarem Datenmaterial wird ein detaillierter Überblick über die Honorare, die Leistungsumfänge und die Sparstrategien gegeben.

Einleitung

Architekten spielen bei Renovierungsprojekten eine entscheidende Rolle. Sie übernehmen nicht nur die Planung, sondern oft auch die Baubegleitung, die Koordination der Gewerke und die Abwicklung der notwendigen Genehmigungen. Die Kosten für diese Leistungen können variieren, je nach Umfang der Renovierung, der Erfahrung des Architekten und der gewählten Honorarform. Nach den in den Quellen genannten Angaben fallen Renovierungsarbeiten typischerweise mit 12 bis 18 % der Baukosten an, wobei die Honorare individuell verhandelbar sind, seitdem die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) 2021 reformiert wurde.

Honorarmodelle und Leistungsphasen

Die Planung und Durchführung einer Renovierung umfasst mehrere Leistungsphasen, die sich auch im Honorar widerspiegeln. In der HOAI werden neun solcher Phasen definiert, die von der Erstellung von Grundrissen bis zur Abnahme reichen. Für Renovierungen sind typischerweise die Phasen 1 bis 5 relevant: Vorentwurf, Entwurf, Genehmigungsplanung, Ausführungsplanung und Bauleitung.

Ein Vergleich der Kosten für Renovierungen zeigt, dass Architektenhonorare für solche Projekte zwischen 12 und 18 % der Baukosten liegen. Bei einem Umbau mit Baukosten von 100.000 € fallen also Kosten zwischen 12.000 € und 18.000 € an. Dieser Prozentsatz ist jedoch nicht absolut, sondern hängt von der Komplexität des Projekts, der Erfahrung des Architekten und der gewählten Honorarform ab.

Honorarverhandlung und Pauschalen

Seit 2021 ist die Honorarverhandlung freigestellt. Das bedeutet, dass Architekten ihre Honorare individuell anpassen können, je nach Projekt und Kunde. Dies eröffnet die Möglichkeit, die Kosten zu reduzieren, insbesondere wenn der Kunde sich auf einen klaren Leistungsumfang einigt oder auf zusätzliche Leistungen verzichtet.

Einige Architektenbüros bieten auch Pauschalen an, die für einfache Renovierungen oder Anbauten attraktiver sein können. Für einen einfachen Grundriss rechnen Architekten beispielsweise mit Pauschalen zwischen 1.000 € und 2.500 €. Bei komplexeren Wohnkonzepten kann der Preis auf bis zu 4.000 € steigen.

Zusätzlich zur Honorarverhandlung ist es wichtig, dass Bauherren die Honorarschlussrechnung nach Projektende prüfen. Diese Rechnung sollte eine detaillierte Auflistung der erbrachten Leistungen enthalten. Sollten Mängel oder Abweichungen festgestellt werden, hat der Auftraggeber ein Zurückbehaltungsrecht.

Bauantrag und Genehmigungsplanung

Ein wichtiger Bestandteil der Renovierungsplanung ist der Bauantrag. Für die Erstellung und Abwicklung des Bauantrags fallen Kosten an, die sich typischerweise auf 3 % des Gesamthonorars belaufen. Bei einem Gesamthonorar von 15.000 € wären das also etwa 450 €. Diese Kosten sind oft Teil der Gesamtplanung, da sie eng mit den Leistungen in den Planungsphasen verknüpft sind.

Die Kostenschätzung für den Bauantrag hängt auch vom Umfang der Renovierung ab. Bei kleineren Projekten fallen Kosten von 1.000 bis 4.000 € an, wobei diese in der Regel nicht separat berechnet werden, sondern in die Honorarrechnung integriert sind.

Kostenreduzierung durch Planungsoptimierung

Es gibt mehrere Wege, um die Kosten für Architekten bei Renovierungen zu senken. Eine der effektivsten Strategien ist die Reduzierung der Bausumme durch eine effiziente Planung. Beispielsweise können Renovierungen kostengünstiger gestaltet werden, indem die Wohnfläche minimiert oder das Design vereinfacht wird.

Ein weiterer Ansatz ist die Anpassung des Leistungsumfangs. Wenn der Bauherr nicht alle Leistungsphasen benötigt oder sich auf eine begrenzte Planung beschränkt, sinkt das Honorar entsprechend. Nachtragliche Änderungen sollten zudem vermieden werden, da sie zusätzliche Planungs- und Koordinationsarbeiten erfordern und so die Kosten erhöhen.

Vorteile und Nachteile eines Architekten bei Renovierungen

Die Einbindung eines Architekten bei Renovierungsprojekten bringt mehrere Vorteile mit sich. Erste Vorteile sind die individuelle Gestaltungsmöglichkeit und die Freiheit in der Haustechnik. Im Gegensatz zu Fertighäusern, die oftmals standardisierte Lösungen anbieten, können Renovierungen individuell geplant und nach den Bedürfnissen des Bauherren gestaltet werden. Ein Architekt kann beispielsweise bei der Planung von Smart-Home-Techniken, Photovoltaikanlagen oder individuellen Raumaufteilungen unterstützen.

Ein weiterer Vorteil ist die Verantwortung, die ein Architekt trägt. Bei Fehlern oder Schäden können Schadenersatzansprüche gestellt werden, was bei einer Renovierung besonders wichtig sein kann, da die Kosten oft erheblich sind. Zudem kümmert sich der Architekt oft um die Koordination der Handwerker und übernimmt die Baubegleitung, was für den Bauherrn eine Entlastung darstellt.

Doch auch Nachteile gibt es. Die Suche nach einem qualifizierten Architekten kann zeitaufwendig sein, und der Bauherren muss in der Regel bereits ein Baugrundstück haben, bevor die Planung beginnen kann. Zudem sind die Kosten für Renovierungen mit Architektengestaltung höher als bei Fertighäusern oder bei Selbstplanung. Grob geschätzt fallen zusätzliche Kosten von bis zu 30.000 € an, insbesondere wenn individuelle Wünsche oder technische Sonderwünsche berücksichtigt werden.

Der Wiederverkaufswert als Entscheidungskriterium

Ein oft unterschätzter Aspekt bei Renovierungsprojekten ist der Wiederverkaufswert der Immobilie. Ein gut durchdachter Umbau oder eine professionelle Sanierung kann den Wert der Immobilie deutlich erhöhen. Ein Architekt kann hierbei helfen, die Renovierung so zu gestalten, dass sie nicht nur den individuellen Wünschen entspricht, sondern auch marktgerecht und wertsteigernd wirkt. Dies ist insbesondere bei Investoren oder bei Bauherren, die planen, die Immobilie nach Abschluss des Projekts wieder zu verkaufen, von besonderer Bedeutung.

Fazit

Die Kosten für einen Architekten bei Renovierungen sind abhängig von der Projektkomplexität, der gewählten Honorarform und dem Leistungsumfang. Typische Honorare liegen bei 12 bis 18 % der Baukosten, wobei die Honorare seit 2021 individuell verhandelbar sind. Bauherren können die Kosten durch eine sorgfältige Planung, die Reduzierung der Bausumme und die Anpassung des Leistungsumfangs senken. Zudem ist die Kombination aus individueller Gestaltungsfreiheit, technischer Flexibilität und professioneller Baubegleitung ein großer Vorteil, der sich oft auch im Wiederverkaufswert widerspiegelt.

Quellen

  1. Trustlocal.de – Architekt-Kosten
  2. Arcvita.de – Architekt-Kosten
  3. Drklein.de – Architektenhaus
  4. Planecobuilding.de – Architekt-Kosten

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