Markisen für Terrassenüberdachungen: Technischer Vergleich von Aufdach- und Unterglas-Systemen sowie Lösungen für das Nachrüsten

Die Integration von Markisen in bestehende oder geplante Terrassenüberdachungen stellt eine der effektivsten Methoden dar, um den Außenbereich wetterunabhängig nutzbar zu machen. Während eine feste Überdachung aus Glas, Holz oder Aluminium bereits einen gewissen Schutz vor Regen bietet, führt die direkte Sonneneinstrahlung durch transparente oder halbtransparente Dächer oft zu einer unerträglichen Temperatur unter dem Dach. Hier setzen hochwertige Markisensysteme als entscheidendes Element des thermischen Komforts an. Der Markt bietet zwei grundlegend unterschiedliche Montagemöglichkeiten: die Aufdachmarkise, die auf der Oberseite des Daches angebracht wird, und die Unterglasmarkise (oder Unterdachmarkise), die im Innenbereich der Überdachung installiert wird. Jede dieser Lösungen besitzt spezifische physikalische Eigenschaften, die den Schutzgrad vor UV-Strahlung, die Schallisolierung bei Regen und die Windstabilität beeinflussen.

Ein entscheidender Aspekt bei der Planung ist die Unterscheidung zwischen freitragenden Systemen und Systemen, die an der Fassade montiert werden. Während klassische Fenstermarkisen oft an der Hauswand befestigt sind, erfordern Terrassenüberdachungen spezielle Lösungen, da sie entweder freistehend oder an das Haus angebaut sein können. Moderne Anbieter wie markilux oder Solatex bieten Systeme an, die sich sowohl an der Hauswand als auch freistehend montieren lassen. Dies ermöglicht eine maximale Flexibilität, indem freie Flächen mit einem Markisensystem überdacht werden können. Besonders hervorzuheben ist die Kombination mit seitlichen Schienen oder Vertikalmarkisen, die einen Rundumschutz bieten und den Bereich vor seitlicher Sonneneinstrahlung und Wind schützen.

Die Wahl des Materials spielt eine ebenso wichtige Rolle wie die Montageart. Für den Einsatz unter einer Glasüberdachung stehen Stoffe aus Acryl, Screens und Polyester zur Verfügung. Diese Materialien sind auf Robustheit und Langlebigkeit ausgelegt und bieten einen hervorragenden Schutz vor äußeren Einflüssen. Bei der Auswahl des Stoffs ist zu berücksichtigen, dass er sowohl optisch in das Gesamtkonzept passen muss als auch die gewünschten technischen Funktionen erfüllen muss. Über 200 verschiedene Designs und Gestellfarben stehen zur Auswahl, was eine individuelle Anpassung an die persönlichen Vorstellungen ermöglicht. Die Breite und der Ausfall (die Länge) der Markise sind frei wählbar, wobei die Konstruktion millimetergenau an die Bedürfnisse des Nutzers angepasst und individuell gefertigt wird.

Ein zentraler Punkt, der in der Planung oft übersehen wird, ist die Frage der Nachrüstung. In den meisten Fällen wird zunächst das Terrassendach installiert und erst später die Markise nachgerüstet. Dies ist technisch gut machbar, da verschiedene Hersteller Montagekonsolen anbieten, die eine Befestigung an jedem Typ von Terrassendach ermöglichen, unabhängig davon, ob die Überdachung aus Holz oder Aluminium besteht. Die Nachrüstung ist somit keine Einschränkung, sondern eine gängige Praxis. Für die nachträgliche Montage stehen verschiedene Systeme zur Verfügung, wie Clipträger, die in die Profile geschraubt werden, oder Laibungswinkel, die an den Sparren befestigt werden. Dies ist besonders relevant bei Überdachungen, die an den Seitenflächen mit Glaselementen ausgestattet sind.

Vergleich der Montagemethoden: Aufdach versus Unterglas

Die Entscheidung zwischen einer Markise, die auf dem Dach montiert wird (Aufdachmarkise) und einer, die darunter angebracht ist (Unterglasmarkise), ist technisch bedeutsam, da sich beide Lösungen in ihrer Funktionalität und ihren physikalischen Eigenschaften unterscheiden. Eine detaillierte Gegenüberstellung der beiden Systeme offenbart klare Vor- und Nachteile, die für die Entscheidungsfindung entscheidend sind.

Die Aufdachmarkise wird auf der Oberseite des Terrassendaches montiert. Der primäre Vorteil dieses Systems liegt in der höheren Effizienz bei der Beschattung, dem UV-Schutz und dem Hitzeschutz, da die Markise vor dem Glasdach steht und die Strahlung bereits an der Quelle abfängt. Durch die Montage von außen ist die Markise jedoch dauerhaft der Witterung ausgesetzt. Dies führt zu einer schnelleren Verschmutzung des Markisenstoffs und erfordert in der Regel eine permanente Überwachung durch Wettersensoren, um die Markise bei starkem Wind oder starkem Regen automatisch einzuziehen. Ein weiterer technischer Aspekt ist, dass eine Aufdachmarkise die Raumhöhe der überdachten Außenfläche unverändert lässt, da sie sich außerhalb des Raumes befindet. Im eingefahrenen Zustand punktet sie zudem mit einer diskreten Optik.

Die Unterglasmarkise (oder Unterdachmarkise) wird hingegen unter dem Glasdach montiert. Dies bietet den entscheidenden Vorteil, dass die Markise vor Regen und Verschmutzung geschützt ist. Das ausgefahrene Markisentuch wirkt bei Regen zusätzlich schalldämmend, was die akustische Atmosphäre unter dem Glasdach verbessert. Da die Markise unter dem Glas montiert ist, entfällt die Notwendigkeit von Wettersensoren, da sie nicht den direkten Witterungseinflüssen ausgesetzt ist. Ein weiterer technischer Vorteil ist, dass zwischen Glas und Markise ein Luftspalt entsteht, der eine Hitzestauung verhindert. Der Hitzestau kann hier entsprechend zirkulieren, was einen optimalen UV-Schutz und Hitzeschutz unter dem Terrassendach gewährleistet.

Die folgende Tabelle fasst die technischen Unterschiede und Anwendungsbereiche der beiden Systeme zusammen:

Merkmal Aufdachmarkise Unterglasmarkise
Montageposition Auf der Oberseite des Daches Unter dem Glasdach (Innenbereich)
Hitzeschutz Sehr hoch (Strahlung wird vor dem Glas abgefangen) Hoch (Hitzestau wird durch Zirkulation gemindert)
Schallschutz Kein direkter Schallschutz beim Regen Ja, das Tuch dämpft die Regenlautstärke
Schutz vor Witterung Ausgesetzt (Verschmutzung, Erosion) Geschützt (Tuch und Mechanik sind vor Regen sicher)
Wettersensoren Erforderlich (für Wind/Regen-Automatik) Nicht erforderlich (geschützte Umgebung)
Optik Diskret im eingefahrenen Zustand Diskret unter dem Dach verbaut
Raumhöhe Verändert nicht den Innenraum Kann bei falscher Montage den Raum einschränken
Nachrüstung Möglich, oft anspruchsvoller an der Oberseite Sehr einfach, verschiedene Konsolen verfügbar

Die Wahl hängt stark von den individuellen Prioritäten ab. Wer maximalen Hitzeschutz sucht und bereit ist, das System mit Sensoren auszustatten, wählt oft die Aufdachlösung. Wer hingegen Schallschutz bei Regen bevorzugt und weniger Wartung aufwenden möchte, ist mit einer Unterglasmarkise besser beraten. Besonders bei freistehenden Überdachungen ist die Unterglaslösung oft praktischer, da sie einfacher zu warten ist und keine Sensoren benötigt.

Technische Details der Nachrüstung und Montage

Die Nachrüstung einer Markise an einem bereits bestehenden Terrassendach ist ein technischer Prozess, der präzise Planung erfordert. Da in den meisten Fällen zuerst das Terrassendach installiert wird und die Markise erst später hinzugefügt wird, bieten Hersteller wie Solatex spezifische Lösungen an, die eine universelle Anpassung erlauben. Die Montage kann sowohl an Terrassendächern aus Holz als auch aus Aluminium realisiert werden.

Für die nachträgliche Montage stehen verschiedene Befestigungsmethoden zur Verfügung, die je nach Bauweise der Überdachung gewählt werden müssen:

  • Standard-Montage mit Clipträger: Die Unterdachmarkise wird standardmäßig über Clipträger montiert, die vorher in den Profilen der Überdachung verschraubt werden. Diese Methode funktioniert sowohl bei Überdachungen mit innenliegender als auch bei solchen mit außenliegender Statik.
  • Laibungsmontage: Bei Terrassendächern, bei denen die Statik innen liegt, kann die Markise mit Laibungswinkeln seitlich an den Sparren befestigt werden. Diese Montageart ist meist bei Terrassenüberdachungen erforderlich, die an den Seitenflächen mit Glaselementen ausgestattet sind.
  • Distanzmontage: Oft erfordern Terrassenüberdachungen, die mit LED-Strahlern oder Abluftfenstern im Dach ausgestattet sind, einen größeren Abstand der Markise zu den Trägern. Hierfür stehen entsprechende Distanzkonsolen im Programm zur Verfügung, die einen Abstand von 50 bis maximal 200 mm ermöglichen. Dies verhindert Kollisionen mit anderen Einbauten im Dach.

Die Bedienung der Markise erfolgt in der Regel elektrisch. Die Unterdachmarkise wird über einen in der Wickelwelle eingebauten Rohrmotor (230V) betrieben. Dieser Motor kann klassisch über einen Schalter oder über die moderne Funksteuerung (z.B. SOMFY IO) angesteuert werden. Da die Markise unter dem Glasdach montiert ist, muss sie nicht mit Wettersensoren überwacht werden, was die Installation vereinfacht und die Wartungskosten senkt.

Ein weiterer technischer Vorteil bestimmter Systeme, wie der Solatex-Markise, ist die Möglichkeit, mehrere Anlagen zu koppeln, um große Breiten zu erreichen. Dies ermöglicht die Beschattung großer Terrassenflächen durch das Zusammenfügen mehrerer Markisen. Zudem sind die Markisen stufenlos ausfahrbar, was eine exakte Einstellung des gewünschten Schattenwinkels erlaubt.

Stoffauswahl und Designmöglichkeiten

Die Wahl des richtigen Markisenstoffs ist für die Funktionalität und das optische Erscheinungsbild entscheidend. Für den Einsatz in Terrassenüberdachungen stehen verschiedene Materialklassen zur Auswahl:

  • Acryl: Bekannt für seine Langlebigkeit, Farbestabilität und Wasserabweisende Eigenschaften. Acrylstoffe sind besonders robust und bieten einen hervorragenden Schutz vor äußeren Einflüssen.
  • Screens: Diese Stoffe bieten eine durchsichtige Struktur, die Licht durchlässt, aber die Hitze abhält. Sie sind ideal, wenn man den Blick nach außen behalten, aber die Wärmestrahlung minimieren möchte.
  • Polyester: Ein kostengünstiges und vielseitiges Material, das je nach Beschichtung unterschiedliche Schutzfunktionen bietet.

Darüber hinaus können aus einer Vielzahl von Gestellfarben und Markisenstoffen gewählt werden, um die Markise ganz nach individuellen Vorstellungen zu gestalten. Insgesamt stehen über 200 verschiedene Designs zur Auswahl. Die gesamte Konstruktion wird millimetergenau an die Bedürfnisse angepasst und individuell gefertigt. Breite und Ausfall der Markise sind frei wählbar, was eine flexible Anpassung an die geometrischen Gegebenheiten der Terrasse ermöglicht.

Besondere Aufmerksamkeit verdient auch die Kombination mit anderen Elementen. So lassen sich Markisen mit LED-Beleuchtung ausrüsten, die in den Abendstunden für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgen. Diese Technik kann diskret unter dem Dach verbaut werden. Zudem sind sowohl die Technik als auch der Markisenstoff bei der Unterglas-Montage vor Witterungseinflüssen und Verschmutzungen geschützt. Auch vor Wind ist eine Markise unter der Terrassenüberdachung besser geschützt als eine, die außen montiert ist.

Windstabilität und Sicherheit

Ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl einer Markise für die Terrasse ist die Windstabilität. Konstruktionsbedingt sind herkömmliche Markisen oft etwas weniger windstabil als spezielle Pergolamarkisen oder Markisensysteme wie das markilux markant. Während eine einfache Markise primär als Sonnenschutz dient und vor unerwünschten Blicken schützt, sind Systeme wie markilux markant als eigentliche Überdachung konzipiert, die auch bei leichtem Regen genutzt werden können.

Eine Pergola als Terrassenüberdachung ist eine Lösung für alle, die eine Terrassenbeschattung mit hoher Windstabilität wünschen. Diese Systeme sind so konstruiert, dass sie auch bei stärkeren Windböen standhalten. Für einen Rundumschutz sind diese Systeme mit Vertikalmarkisen als seitliche Elemente kombinierbar. Dies verhindert, dass der Wind unter die Markise greift und sie beschädigt oder umschlagen lässt.

Die Wahl zwischen einer reinen Markise und einem vollständigen Pergolensystem hängt somit von den lokalen Wetterbedingungen ab. In windexponierten Lagen ist ein System mit höherer Windstabilität wie das markilux markant vorzuziehen. Bei geschützten Lagen kann eine klassische Terrassenmarkise ausreichen. Wichtig ist, dass die Montage immer fachgerecht erfolgen muss. Eine Markise wird in der Regel an der Fassade, der Decke oder den Dachsparren befestigt. Die Befestigung erfolgt mit speziellen Halterungen, Platten und Befestigungsschienen, die je nach Material und Tragfähigkeit der Wand gewählt werden müssen. Eine fachgerechte Montage ist daher Voraussetzung, um die Stabilität der Markise zu gewährleisten.

Fazit

Die Integration von Markisen in Terrassenüberdachungen bietet eine effiziente Lösung, um den Außenbereich ganzjährig nutzbar zu machen. Die Entscheidung zwischen einer Aufdach- und einer Unterglas-Markise hängt maßgeblich von den spezifischen Anforderungen an Hitzeschutz, Schallschutz und Wartung ab. Während die Aufdachmarkise durch ihre Position vor dem Glas eine maximale Reduktion der Sonnenwärme bietet, leidet sie unter schnellerer Verschmutzung und benötigt Wettersensoren. Die Unterglasmarkise hingegen schützt den Stoff vor Witterung, bietet zusätzlichen Schallschutz bei Regen und verzichtet auf Sensoren, da sie im geschützten Innenbereich montiert ist.

Die Nachrüstung ist in fast allen Fällen problemlos möglich, wobei spezielle Montagekonsolen (Clipträger, Laibungswinkel, Distanzmodule) eine Anpassung an Holz- und Aluminiumüberdachungen erlauben. Die individuelle Anpassung von Breite, Ausfall, Stoffwahl (Acryl, Screens, Polyester) und Farbe ermöglicht eine perfekte Integration in die bestehende Architektur. Für hohe Windlasten sind spezielle Systeme wie markilux markant oder Pergolamarkisen vorzuziehen, da diese eine höhere Stabilität bieten.

Die Wahl der richtigen Lösung erfordert eine genaue Analyse der lokalen Gegebenheiten und der persönlichen Prioritäten. Ob der Fokus auf maximalem Hitzeschutz (Aufdach) oder auf Komfort und geringerem Wartungsaufwand (Unterglas) liegt, bestimmt die Endentscheidung. Durch die Kombination mit seitlichem Schutz und intelligenten Steuerungsmöglichkeiten lässt sich ein optimaler Außenraum schaffen, der sowohl bei Sonne als auch bei leichtem Regen genutzt werden kann.

Quellen

  1. Terrasdach Markisen und Überdachungen
  2. Solatex Markisen für Terrassenüberdachungen
  3. Markilux Terrassenüberdachung und Pergolamarkisen
  4. Schattenfinder Sonnenschutzsysteme für Terrassen

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