Die Optimierung von Außenbereichen wie Balkonen und Terrassen erfordert mehr als nur eine horizontale Abdeckung. Während herkömmliche Terrassenmarkisen primär vor der einfallenden Sonnenstrahlung von oben schützen, besteht bei seitlichen Einstrahlungen, starken Windböen und dem Wunsch nach Privatsphäre oft noch eine Lücke im Schutzsystem. Hier setzt die WAREMA Typ 390 Seitenmarkise ein. Diese senkrecht angebrachte Lösung schließt die Schutzlücken von Terrassenüberdachungen und schafft einen geschlossenen, windgeschützten Raum, der das Verweilen im Freien auch bei ungünstigen Wetterbedingungen ermöglicht. Die technische Ausführung dieses Produkts kombiniert eine robuste Konstruktion aus pulverbeschichtetem Aluminium mit einem flexiblen, manuell bedienbaren System, das sowohl als reiner Sonnenschutz als auch als Sichtschutz dient.
Die Notwendigkeit einer Seitenmarkise ergibt sich aus der Physik der Sonneneinstrahlung. Während horizontale Markisen die Sonne blockieren, die über dem Horizont steht, kann eine tief stehende Sonne – typisch für Morgen- und Abendstunden – Seitenbereiche erreichen. Eine rein horizontale Abdeckung ist hier wirkungslos. Die Seitenmarkise wird senkrecht an der Hauswand oder einem tragenden Element montiert und dient somit als vertikaler Sonnenschutz. Darüber hinaus fungiert sie als Barriere gegen Wind und als Sichtschutz gegen Neugierige Blicke von Nachbarn oder der Straße. Diese Multifunktionalität macht die WAREMA Typ 390 zu einer unverzichtbaren Ergänzung für jede hochwertige Außenanlage.
Konstruktion und technische Komponenten
Das Herzstück jeder WAREMA Typ 390 Seitenmarkise ist ihr präzises Aufbauprinzip, das aus mehreren Schlüsselelementen besteht. Die Konstruktion ist darauf ausgelegt, Langlebigkeit bei gleichzeitigem ästhetischen Anschein zu gewährleisten. Im Folgenden werden die einzelnen Bauteile und ihre Funktionen detailliert erläutert.
Die Hauptkomponenten der Seitenmarkise umfassen: - Die Kassette (①) dient als geschlossener Schutzraum für das eingezogene Markisentuch und die Mechanik. Sie verhindert, dass Schmutz, Feuchtigkeit oder Insekten das Tuch beschädigen. - Die Welle (②) ist mit einer vorgespannten Feder gekoppelt. Diese Feder sorgt dafür, dass das Tuch beim Zurückziehen automatisch wieder eingespannt wird und spannt das Tuch beim Ausziehen straff, damit es nicht flattert oder reißt. - Das Markisentuch (③) ist das eigentliche Schutzmedium. Es gibt es in einer breiten Palette von Stoffen, die in Bezug auf Durchlässigkeit und Farbe variieren. - Das Ausfallprofil (④) ist am unteren Ende des Tuchs angebracht. Es sorgt für den notwendigen Abstand zur Wand und hilft, das Tuch gerade und glatt zu halten. - Der Wandhalter (⑤) ist das Montagesystem, das die gesamte Einheit an der Fassade oder an einer Stütze befestigt.
Alle Aluminiumteile der Markise können gemäß der WAREMA Farbwelt pulverbeschichtet werden. Dies ermöglicht es, die Farbe des Rahmens exakt an die vorhandene Fassade oder andere Elemente der Außenarchitektur anzupassen. Die Pulverbeschichtung bietet zudem einen hohen Korrosionsschutz, was für eine lange Lebensdauer im Außenbereich entscheidend ist.
Die Bedienung erfolgt manuell über einen Handgriff. Dieser Griff wird nach dem Ausziehen auf der Gegenseite in einen Griffhalter eingehakt. Dieses System sichert die Markise in der gewünschten Position und verhindert, dass sie durch Wind oder unbeabsichtigtes Berühren zurückgleitet. Die Integration der Federwelle garantiert, dass das Tuch stets spannungsfrei ist, was besonders wichtig ist, wenn Windböen auftreten könnten.
Dimensionierung und technische Spezifikationen
Die Planung einer Seitenmarkise erfordert eine präzise Anpassung an die baulichen Gegebenheiten. Die WAREMA Typ 390 bietet definierte Grenzen hinsichtlich der maximalen Ausmaße, die in der Praxis strikt einzuhalten sind, um die Stabilität und Funktionalität zu gewährleisten. Die technischen Spezifikationen definieren, welche Kombinationen von Höhe und Auszug technisch möglich sind.
Die maximalen Grenzwerte für das System Typ 390 sind wie folgt festgelegt: - Maximale Bestellhöhe: 2.500 mm - Maximale Auszugstiefe: 5.000 mm - Maximale Gesamtfläche: 10 m² - Minimale Höhe: 1.250 mm - Minimale Auszugstiefe: 1.000 mm
Besonders wichtig ist die Abhängigkeit zwischen Höhe und Auszug. Die Stabilität des Tuchs hängt davon ab, wie weit die Markise ausgefahren ist. Bei einem maximalen Auszug von 5.000 mm ist beispielsweise nur eine maximale Höhe von 2.000 mm zulässig, um ein Durchhängen oder Reißen des Tuchs zu verhindern. Je größer der Auszug ist, desto geringer muss die zulässige Höhe sein, um die mechanische Stabilität der Federwelle und des Tuchs zu gewährleisten.
Im Folgenden wird die Zuordnung von Höhe und Auszug für die Typ 390 detailliert dargestellt. Die Tabelle zeigt, welche Kombinationen als technisch zulässig (gekennzeichnet mit "X") oder als maximaler Grenzwert (gekennzeichnet mit "•") definiert sind.
| Auszug (mm) | 1500 | 2000 | 2500 | 3000 | 3500 | 4000 | 4500 | 5000 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Höhe 1500 | X | X | X | X | X | X | X | X |
| Höhe 2000 | X | X | X | X | X | X | X | X |
| Höhe 2500 | X | X | X | X | X | X | X | • |
Diese Tabelle verdeutlicht, dass bei einem Auszug von 5 Metern die maximale Höhe bei 2 Metern liegt (gekennzeichnet mit dem Punkt). Bei geringeren Auszügen sind Höhen bis zu 2,5 Metern möglich. Die Mindestmaße von 1,25 m Höhe und 1,00 m Auszug definieren die untere Grenze der Einsatzmöglichkeiten. Diese engen Grenzen stellen sicher, dass das System auch bei Windlasten stabil bleibt und das Tuch nicht unnötig belastet wird.
Die maximale Fläche von 10 m² ist eine wichtige Obergrenze, die die Gesamtbelastung des Systems limitiert. Dies bedeutet, dass bei einer bestimmten Höhe der Auszug eingeschränkt werden muss, um diese Flächengrenze nicht zu überschreiten. Die Dimensionierung erfordert somit eine sorgfältige Berechnung, um eine Kombination von Höhe und Breite zu finden, die innerhalb dieser technischen Parameter bleibt.
Designoptionen und Individualisierung
Ein entscheidender Aspekt der WAREMA Typ 390 ist die Möglichkeit der starken Individualisierung. Das System ist nicht auf ein starres Design beschränkt, sondern passt sich flexibel den architektonischen Gegebenheiten an.
Ein zentrales Merkmal ist die Möglichkeit, eine schräge Tuchform zu bestellen. Viele Terrassenmarkisen oder Überdachungen sind nicht horizontal, sondern mit einem Gefälle montiert, um Regenwasser abzuleiten. Wenn die Seitenmarkise mit einem geraden Tuch bestellt würde, entstünde ein visueller Bruch. Daher bietet WAREMA die Option einer schrägen Tuchform an, die exakt dem Gefälle der vorhandenen Überdachung folgt. Dies schafft eine nahtlose optische Verbindung zwischen der horizontalen oder geneigten Terrassenmarkise und der vertikalen Seitenmarkise.
Alternativ ist auch ein gerader Tuchverlauf möglich, was die Seitenmarkise auch als eigenständiges Designelement (Eye-Catcher) ohne Verbindung zu einer Überdachung nutzbar macht. Dies ist besonders für Balkone oder Terrassen geeignet, die keine horizontale Abdeckung besitzen, aber dennoch vor seitlicher Einstrahlung und Blicken geschützt werden müssen.
Die Farbgestaltung spielt eine entscheidende Rolle bei der Integration in das bestehende Umfeld. Über die "WAREMA Farbwelt" können alle Aluminiumteile pulverbeschichtet werden. Standardmäßig erfolgt die Lieferung in "Ton in Ton", wenn keine spezielle Farbkombination angegeben wird. Es ist jedoch möglich, Farbkombinationen zwischen dem Profil (Rahmen) und dem Tuch herzustellen. Dies ermöglicht es, die Markise farblich an die Fassade, den Bodenbelag oder andere Außenbereiche anzupassen.
Die Stoffauswahl ist umfangreich. Es stehen über 300 verschiedene Stoffe zur Verfügung. Diese können je nach Bedarf in Bezug auf Lichtdurchlässigkeit gewählt werden. Eine interessante Option ist die Kombination aus Sichtschutz und Durchblick. Hierbei wird das Tuch in einer speziellen Kombination aus PVC-Fenster und Soltis 92 bestellt. Dies ermöglicht es, den Wind- und Witterungsschutz beizubehalten, während man gleichzeitig einen Durchblick nach außen behält. Dies ist ideal für Situationen, in denen der Besitzer den Ausblick bewahren, aber den Wind abblocken möchte.
Funktionalität und Anwendungsbereiche
Die WAREMA Typ 390 dient als multifunktionales Element für Außenbereiche. Die primären Funktionen lassen sich in folgende Kategorien unterteilen:
- Seitlicher Blickschutz: Das Tuch blockiert die Sicht von außen nach innen, was besonders in dicht besiedelten Wohngebieten oder an belebten Straßen wichtig ist.
- Hitzeschutz und Sonnenschutz: Durch die vertikale Anordnung wird die tief stehende Sonne effektiv abgeblockiert, was die Temperatur im Außenbereich senkt.
- Windschutz: Die senkrechte Anordnung wirkt als Barriere gegen seitlichen Wind, was das Sitzen auf der Terrasse auch bei leichtem Wind ermöglicht.
- Ergänzung zur Terrassenüberdachung: Die Markise schließt die Schutzlücken, die eine horizontale Markise nicht abdecken kann.
Eine besondere Eigenschaft der Typ 390 ist ihre Wartungsfreundlichkeit. Das System ist so konzipiert, dass es für die kalten Wintertage komplett ausgehängt werden kann. Die Montageart erlaubt dem Besitzer, die Markise zu entfernen und trocken im Keller oder einer Abstellkammer zu lagern. Dies verlängert die Lebensdauer des Produkts, da das Tuch und die Mechanik im Winter vor Schnee, Eis und Feuchtigkeit geschützt sind. Diese Möglichkeit des Entfernens macht die Markise zu einem idealen Accessoire für die Terrasse, da sie nicht dem Winterwetter ausgesetzt sein muss.
Die Montage ist flexibel gestaltet. Neben der festen Wandmontage gibt es die Option von Haltepfosten, die mittels einer Bodenhülse frei aufgestellt werden können. Dies ermöglicht eine flexible Anordnung, die nicht zwingend eine permanente Wandmontage erfordert. Die Montage wird als einfach und raumsparend beschrieben, was sie für viele unterschiedliche Architekturen geeignet macht.
Vergleich und technische Überlegungen zur Integration
Um den Wert der WAREMA Typ 390 zu verstehen, ist es hilfreich, sie mit anderen Sonnenschutzsystemen zu vergleichen. Im Folgenden wird eine Gegenüberstellung der Merkmale durchgeführt, um die spezifischen Vorteile der Seitenmarkise hervorzuheben.
| Merkmal | WAREMA Typ 390 (Seitenmarkise) | Herkömmliche Terrassenmarkise |
|---|---|---|
| Richtung der Schutzwirkung | Vertikal (seitlich) | Horizontal (von oben) |
| Schutz vor tief stehender Sonne | Exzellent (morgens/abends) | Begrenzt (nur bei hoher Sonne) |
| Windschutz | Ja, als seitliche Barriere | Nein, oft nur Windschutz durch Neigung |
| Sichtschutz | Vollständig (abhängig vom Stoff) | Je nach Tuchwahl möglich |
| Montage | Wandmontage oder frei stehend | Meist wandmontiert oder als freistehendes Gestell |
| Lagerung | Herausnehmbar für den Winter | Oft fest installiert, schwer zu lagern |
| Design-Anpassung | Schräges Tuch möglich | Meist horizontal oder leicht geneigt |
Die Tabelle verdeutlicht, dass die Typ 390 nicht als Ersatz, sondern als notwendige Ergänzung zur Terrassenmarkise fungiert. Während die horizontale Markise die Sonne von oben blockiert, schließt die Seitenmarkise die Lücke für seitliche Einstrahlung. Eine Kombination beider Systeme schafft einen geschlossenen Raum, der vor Sonne, Wind und Blicken schützt.
Besonders hervorzuheben ist die Flexibilität der Montage. Die Möglichkeit, die Markise auszuhängen und zu lagern, ist ein signifikantes Merkmal, das viele andere fest installierte Systeme nicht bieten. Dies ist besonders in Regionen mit harten Wintern vorteilhaft. Die Möglichkeit, die Markise im Winter zu lagern, schützt das teure Tuch vor Zerstörung durch Eis und Schnee.
Die Verfügbarkeit von über 300 Stoffen ermöglicht eine präzise Anpassung an die Bedürfnisse des Nutzers. Je nach Wunsch nach Durchsicht oder Sichtschutz kann das Tuch entsprechend gewählt werden. Die Kombination aus PVC-Fenster und Soltis 92 bietet dabei die einzigartige Möglichkeit, Sicht und Schutz zu kombinieren.
Kostenstruktur und Beschaffungsprozess
Die Frage nach den Kosten für eine WAREMA Typ 390 Seitenmarkise ist komplex und kann nicht pauschal beantwortet werden. Die Preise variieren stark je nach den individuellen Anforderungen, den gewählten Maßen, der Stoffwahl und den speziellen Montagebedingungen. Da jedes Bauobjekt einzigartige Anforderungen hat, ist eine vorab genannte Pauschalsumme nicht möglich.
Die Kostenbildung hängt von mehreren Faktoren ab: - Maße: Größere Flächen und längere Auszüge erhöhen den Preis, da mehr Material benötigt wird. - Stoffauswahl: Bestimmte Stoffqualitäten (z.B. Soltis 92 oder spezielle PVC-Kombinationen) sind teurer als Standardtuch. - Farbgebung: Individuelle Farbkombinationen und spezielle Pulverbeschichtungen können zusätzliche Kosten verursachen. - Montageart: Die Montage als freistehende Lösung mit Bodenhülse oder als festes Wandelement beeinflusst den Gesamtpreis.
Obwohl eine genaue Kosten-Tendenz nicht vorgegeben werden kann, ist klar, dass der Preis von der individuellen Konfiguration abhängt. Für eine präzise Preiskalkulation ist eine direkte Anfrage an den Hersteller oder den Fachhändler unerlässlich. Die Anbieter empfehlen, sich mit den spezifischen Erfordernissen des eigenen Objekts in Verbindung zu setzen, um ein genaues Angebot zu erhalten.
Die Bestellung erfolgt über spezialisierte Händler oder den Online-Shop der Fachfirmen. Bei Fragen zu Eigenschaften, Merkmalen und dem passenden Verwendungszweck stehen die Anbieter beratend zur Verfügung. Die Vielfalt der WAREMA Farbwelt und die Möglichkeit der individuellen Anpassung machen die Planung zu einem komplexen, aber lohnenden Prozess.
Fazit
Die WAREMA Typ 390 Seitenmarkise stellt eine technische Meisterleistung im Bereich des seitlichen Sonnens- und Windschutzes dar. Sie schließt die Lücke, die horizontale Markisen allein nicht füllen können. Durch ihre senkrechte Anordnung bietet sie Schutz vor tief stehender Sonne, seitlichem Wind und unerwünschten Blicken. Die technische Ausführung mit integrierter Federwelle und manueller Bedienung gewährleistet eine zuverlässige Funktion und ein straffes Tuch.
Die Möglichkeit der Individualisierung, sowohl hinsichtlich der Farben als auch der Tuchform (gerade oder schräg), ermöglicht eine perfekte Integration in bestehende Architekturen. Besonders die Option, die Markise für den Winter auszuhängen und zu lagern, macht sie zu einer langlebigen und pflegeleichten Lösung. Mit über 300 verfügbaren Stoffen und der Möglichkeit von speziellen Durchblick-Kombinationen bietet das System eine hohe Flexibilität.
Für Bauherren, Renovierer und Immobilienbesitzer ist die WAREMA Typ 390 eine unverzichtbare Komponente für die Gestaltung hochwertiger Außenbereiche. Sie wandelt offene Balkone und Terrassen in geschützte, gemütliche Rückzugsorte um, die auch bei widrigen Wetterbedingungen genießbar bleiben. Die technische Präzision, kombiniert mit der ästhetischen Anpassungsfähigkeit, macht diese Seitenmarkise zu einer Top-Lösung für modernen Außenlebensraum.