Die Renovierung eines Badezimmers ist eine Herausforderung, die sowohl praktische als auch ästhetische Aspekte umfasst. Ein besonders beliebtes Upgrade ist die Umstellung von einem Einzelwaschbecken auf ein Doppelwaschbecken. Dieser Schritt kann die Funktion und das Ambiente eines Badezimmers deutlich verbessern – vorausgesetzt, die Planung und Ausführung sind sorgfältig durchgeführt. In diesem Artikel beleuchten wir, wie man aus einem bestehenden Waschbecken zwei macht, was dabei zu beachten ist und welche Vorteile sich durch die Umstellung ergeben.
Vorteile eines Doppelwaschbeckens
Ein Doppelwaschbecken ist eine praktische Lösung, insbesondere in Familienhaushalten oder in Badezimmern, die von mehreren Personen genutzt werden. Die Hauptvorteile lassen sich wie folgt zusammenfassen:
1. Reduktion des morgendlichen Staus
Ein Doppelwaschbecken ermöglicht es, dass mehrere Personen gleichzeitig die Waschbereiche nutzen können. Dies ist besonders in Haushalten mit mehreren Bewohnern praktisch. Morgens oder abends, wenn das Badezimmer stark genutzt wird, kann ein zweites Waschbecken die Staus reduzieren und die Routine effizienter gestalten.
2. Optische Verbesserung
Ein Doppelwaschbecken kann dem Badezimmer einen luxuriöseren oder moderneren Look verleihen. Es ist eine Investition, die sowohl die Funktion als auch das Erscheinungsbild des Badezimmers verbessern kann. Zahlreiche Designs und Materialien sind auf dem Markt erhältlich – von minimalistischen bis hin zu traditionellen Stilen.
3. Mehr Stauraum
Durch die Verwendung eines Doppelwaschbeckens, insbesondere in Kombination mit einem Unterbau-Schrank, kann zusätzlicher Stauraum unter dem Waschbecken geschaffen werden. Dies ist besonders in kleineren Bädern wertvoll, da so die Ablagefläche nicht überladen wird.
Planung und Voraussetzungen
Bevor ein Doppelwaschbecken eingebaut werden kann, sind einige grundlegende Voraussetzungen zu prüfen. Die Planung ist entscheidend, um die Funktion und Ästhetik des Badezimmers optimal zu gestalten.
1. Ausreichend Platz
Ein Doppelwaschbecken benötigt mindestens 120 Zentimeter freie Wandfläche. Dies ist die Mindestbreite, um zwei Waschbecken nebeneinander unterzubringen. In vielen Fällen wird jedoch eine Breite von 140 Zentimetern empfohlen, um eine bequeme Nutzung zu ermöglichen und genügend Ablagefläche zu gewährleisten.
- Der Abstand zwischen den beiden Waschbecken sollte ca. 20 Zentimeter betragen.
- An den Rändern des Waschtischs sollten mindestens 15 bis 20 Zentimeter freibleiben, um eine uneingeschränkte Nutzung zu ermöglichen.
2. Installation und Rohrleitung
Ein Doppelwaschbecken erfordert mehr als nur Platz – es braucht auch eine entsprechende Installation. Da zwei Waschbecken verbaut werden, sind mehr Rohrleitungen, Armaturen und Abflussanschlüsse erforderlich. Diese Installationen müssen sorgfältig geplant werden, um die Funktion und die Hygiene des Badezimmers nicht zu beeinträchtigen.
3. Kompatibilität mit bestehenden Anschlüssen
Wenn das Badezimmer bereits saniert ist und die Fliesen nicht erneuert werden sollen, ist es wichtig, dass der neue Waschtisch an die Positionen der bestehenden Abläufe angepasst werden kann. In solchen Fällen sind fugenlose Waschtische besonders vorteilhaft, da sie in der Regel individuell anpassbar sind.
Typen von Doppelwaschbecken
Es gibt mehrere Arten von Doppelwaschbecken, die sich in Bezug auf Design, Montage und Material unterscheiden. Jede Variante hat ihre eigenen Vorteile und eignet sich für unterschiedliche Badezimmerkonzepte.
1. Einbau- oder Unterbau-Waschtisch
Diese Variante ist besonders platzsparend und hygienisch. Der Waschtisch wird entweder flach auf dem Unterschrank aufgelegt (Einbauwaschtisch) oder flächenbündig darunter montiert (Unterbau-Waschtisch). Der Vorteil liegt in der optischen Sauberkeit und der hohen Nutzfläche.
- Ideal für Bäder mit begrenztem Platz.
- Der Abstand zwischen den Becken ist geringer, was in kleineren Bädern einen Vorteil darstellt.
2. Wandwaschtisch
Ein Wandwaschtisch ist ein freihängendes Modell, bei dem die Waschbecken und die Tischfläche aus einem Material gefertigt sind. Diese Variante ist zurückhaltend in der Optik und kann in modernen Badezimmern eine schöne Akzentfläche darstellen.
- Der freie Raum unter dem Tisch kann genutzt werden, z. B. für Putzutensilien oder andere Ausrüstungen.
- Der Tisch verläuft nahtlos in die Becken, was optisch ansprechend und leicht zu reinigen ist.
Materialien und Design
Ein Doppelwaschbecken kann aus verschiedenen Materialien gefertigt sein. Jedes Material hat seine eigenen Vor- und Nachteile.
1. Keramik
Keramik ist das traditionelle Material für Waschbecken. Es ist hygienisch, leicht zu reinigen und in vielen Designs erhältlich. Allerdings ist es anfällig für Risse oder Kratzer, wenn es nicht vorsichtig behandelt wird.
2. Stein
Steinwaschbecken sind dauertischfest und verleihen dem Badezimmer eine luxuriöse Note. Granit oder Quarzit sind beliebte Materialien, die sich durch eine hohe Abrieb- und Kratzfestigkeit auszeichnen.
- Sie sind schwerer als Keramik und erfordern eine robuste Installation.
- Die Oberfläche ist in der Regel fugenlos und daher leicht zu reinigen.
3. Glas
Glaswaschbecken sind ästhetisch ansprechend und können in verschiedenen Farben und Formen erhältlich sein. Sie sind lichtdurchlässig und können das Raumgefühl verbessern.
- Allerdings können sie kratzen und verschmutzen, wenn sie nicht regelmäßig gepflegt werden.
- Sie sind weniger hygienisch als Stein oder Keramik.
4. Metall
Metallwaschbecken, z. B. aus Edelstahl oder Bronze, sind robust und pflegeleicht. Sie sind besonders in modernen Badezimmern beliebt.
- Sie sind korrosionsbeständig, wenn sie aus hochwertigen Legierungen bestehen.
- Sie können Wärme speichern, was besonders in kalten Bädern vorteilhaft sein kann.
Ausstattung und Zusatzkomponenten
Ein Doppelwaschbecken ist mehr als nur zwei Becken. Es ist ein zentrales Element im Badezimmer, das durch passende Armaturen, Spiegel, Seifenspender und Handtuchhalter optimiert werden kann.
1. Armaturen
Für ein Doppelwaschbecken sind zwei Sets von Armaturen erforderlich. Diese können entweder direkt auf dem Waschbecken oder in der Arbeitsplatte montiert werden. Wichtig ist, dass die Armaturen zum Stil des Badezimmers passen und funktional sind.
- Thermostatarme sind besonders in Familienbädern praktisch, da sie die Temperaturregelung übernehmen.
- Sensorarmaturen sind hygienisch und sparen Wasser.
2. Seifenspender
Ein eingebauter Seifenspender kann die Unordnung auf der Ablagefläche reduzieren. Es gibt verschiedene Modelle, die entweder direkt in den Waschtisch integriert sind oder als separate Einheit montiert werden.
- Eingebaute Spender sind ästhetisch und platzsparend.
- Sie sind leicht zu befüllen und können in verschiedenen Designs erhältlich sein.
3. Unterbau-Schrank
Ein Schrank unter dem Waschbecken ist eine praktische Lösung, um zusätzlichen Stauraum zu schaffen. Er kann in verschiedenen Größen und Materialien wie Holz, Metall oder Kunststoff angeboten werden.
- Ein gut durchdachter Schrank kann Toilettenpapier, Seifen, Zahnbürsten oder andere Utensilien aufnehmen.
- Der Schrank sollte zum Stil des Waschbeckens passen und ausreichend Platz bieten.
4. Spiegel
Es ist sinnvoll, zwei Spiegel über dem Doppelwaschbecken zu montieren, damit beide Personen sich ungestört benutzen können. Alternativ kann auch ein großer, durchgehender Spiegel verwendet werden.
- Ein beleuchteter Spiegel ist praktisch, um die Sichtbarkeit zu verbessern.
- LED-Beleuchtung ist energieeffizient und kann in oder um den Spiegel integriert werden.
5. Handtuchhalter
Für ein Doppelwaschbecken sind mehrere Handtuchhalter sinnvoll. Sie sollten leicht zugänglich sein und in das Design des Badezimmers passen.
- Durchhängende Halter sind platzsparend.
- Wandmontierte Halter können in verschiedene Höhen montiert werden, um bequem zu sein.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wie man aus einem Waschbecken zwei macht
Die Umstellung auf ein Doppelwaschbecken erfordert Planung, aber sie ist technisch gesehen machbar – selbst wenn die Fliesen im Badezimmer nicht erneuert werden.
1. Planung und Messung
- Messen Sie die Breite der verfügbaren Wandfläche.
- Bestimmen Sie die Position der Abläufe.
- Prüfen Sie, ob die Rohrleitungen anpassbar sind.
2. Auswahl des Waschbeckens
- Entscheiden Sie sich für ein Einbau-, Unterbau- oder Wandwaschtisch.
- Wählen Sie das Material (Keramik, Stein, Glas, Metall).
- Achten Sie auf Design und Funktionalität.
3. Montage
- Demontieren Sie das bestehende Waschbecken.
- Installieren Sie den neuen Waschtisch und passen Sie die Abläufe an.
- Montieren Sie Armaturen, Spiegel, Seifenspender und Handtuchhalter.
4. Testlauf
- Testen Sie die Funktion des neuen Doppelwaschbeckens.
- Stellen Sie sicher, dass keine Leckagen auftreten.
- Reinigen Sie das Waschbecken und prüfen Sie, ob alles hygienisch einwandfrei ist.
Fazit
Ein Doppelwaschbecken kann die Funktion und das Erscheinungsbild eines Badezimmers deutlich verbessern. Es ist eine Investition, die sich besonders in Familienhäusern oder in Bädern mit mehreren Bewohnern lohnt. Mit sorgfältiger Planung, der richtigen Auswahl an Materialien und der Verwendung von passenden Komponenten wie Armaturen, Spiegeln und Schränken kann ein Doppelwaschbecken sowohl praktisch als auch ästhetisch überzeugend sein.
Einige Faktoren, wie Rohrleitungen, Platzbedarf und Installation, müssen jedoch vor der Umsetzung genau geprüft werden. Mit einem fugenlosen Waschtisch und individuell angepasstem Design ist es oft möglich, ein Doppelwaschbecken auch in bestehenden Bädern zu integrieren, ohne die Fliesen oder die Rohrleitungen erneuern zu müssen.