Allkauf Haus: Die Strategie des Eigenausbaus als Mittel zur Kostenreduzierung im Fertighausbau

Der Markt für Fertighäuser in Deutschland hat sich in den letzten Jahren stark professionalisiert, wobei sich Anbieter zunehmend auf spezifische Zielgruppen konzentrieren. Im Zentrum dieser Entwicklung steht die DFH-Gruppe, eine der führenden Holding-Gesellschaften im Fertighausektor, zu der neben Allkauf Haus auch Marken wie Okal Haus und Massa Haus gehören. Allkauf hat sich dabei strategisch auf Bauherren gerichtet, die über ein begrenztes Budget verfügen, aber den Wunsch nach einem Eigenheim hegen. Das Kernkonzept liegt in der Ausbaustufe: Anstatt schlüsselfertige Objekte zu liefern, bietet Allkauf sogenannte „Ausbauhäuser“, bei denen die Bauherren den Innenausbau in Eigenregie übernehmen können. Dies erfordert ein hohes Maß an Eigenarbeit, ermöglicht jedoch signifikante Einsparungen, die es ermöglichen, den Traum vom Eigenheim unter mietähnlichen Konditionen zu verwirklichen.

Das Konzept des Allkauf-Ausbauhauses

Das Alleinstellungsmerkmal von Allkauf Haus liegt in der Kombination aus vorgefertigten Komponenten und der Möglichkeit zur Eigenleistung. Als Spezialist für Ausbauhäuser liefert der Anbieter das vorkonfektionierte Ausbaumaterial sowie das benötigte Werkzeug für die gewünschten Eigenarbeiten. Dieser Ansatz richtet sich explizit an Kunden, die bereit sind, ihre eigene Arbeitskraft als Zahlmittel einzubringen, um die Baukosten zu senken.

Die wirtschaftliche Logik hinter diesem Modell ist einleuchtend: Durch die Übernahme von Arbeiten wie Putzen, Fliesenlegen oder Schrauben können Baufamilien bares Geld sparen. Historisch betrachtet hat Allkauf bis zum Jahr 2020 bereits über 17.000 Häuser errichtet, wobei jährlich etwa 900 neue Häuser realisiert werden. Der Sitz des Unternehmens befindet sich in Simmern im Hunsrück. Trotz der großen Zahl der realisierten Projekte bleibt die Herausforderung der Eigenleistung bestehen: Der Arbeitsaufwand wird von Bauherren oft unterschätzt.

Ein kritischer Punkt ist die Zeitaufwandschätzung. Ein üblicher Jahresurlaub von 25 bis 30 Tagen reicht bei einem Ausbauhaus nicht aus. Viele Wochenenden müssen auf der Baustelle verbracht werden. Selbst bei einem schnellen Rohbau von 3 bis 5 Monaten, wie es bei spezialisierten Fertighausfirmen üblich ist, bedeuten 90 Tage, die für das nächste Jahr freizubehalten sind, eine erhebliche zeitliche Bindung. Allkauf bietet keine schlüsselfertigen Häuser an, was bedeutet, dass der Baufortschritt direkt von der Eigenarbeit der Bauherren abhängt.

Modellprojekt: Das Allkauf Home 3

Ein repräsentatives Beispiel für das Angebot von Allkauf ist das Modell „Home 3". Dieses Einfamilienhaus verfügt über eine Wohnfläche von 137 m², verteilt auf vier Zimmer und zwei Etagen. Die Architektur zeichnet sich durch weitläufige Wohn- und Essbereiche sowie eine geräumige Küche aus. Ein besonderes Merkmal ist die Flexibilität im Dachgeschoss, wo Bauherren die Raumaufteilung selbst bestimmen können, was oft zu einem Schlafzimmer mit angrenzendem Ankleidezimmer führt.

Die technischen Spezifikationen des Home 3 sind auf moderne Effizienzstandards ausgelegt:

  • Energiestandard: Effizienzhaus 40
  • U-Wert: 0,12 W/(m²K)
  • Dachform: Satteldach
  • Dachneigung: 45°
  • Kniestockhöhe: 60 cm
  • Außenmaße: Länge 8,24 m, Breite 10,64 m

Das Haus verfügt über einen Erker und einen Balkon, was die Wohnqualität im Erdgeschoss erhöht. Die Grundrisse können an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden, wobei Bauherren die Möglichkeit haben, ihre individuellen Pläne mit einem Bauberater des Anbieters zu besprechen. Der Preis für das Ausbaumodell ist auf Anfrage erhältlich, wobei Vergleichsportale wie Massivhaus.de darauf hinweisen, dass ein Angebotsvergleich bis zu 20 % der Baukosten sparen kann.

Das Mehrgenerationenmodell: Generation 8

Für komplexere Wohnbedürfnisse bietet Allkauf das Modell „Generation 8", das als Zweifamilienhaus oder Mehrgenerationenhaus konzipiert ist. Mit einer Wohnfläche von 205 m², sechs Zimmern und zwei Etagen richtet sich dieses Modell an Familien, die Privatsphäre und Gemeinschaft unter einem Dach vereinen möchten, aber gleichzeitig eine klare Trennung benötigen.

Das besondere Architekturmerkmal ist der abgetrennte Anbau, der es ermöglicht, dass alle Parteien ihre Privatsphäre wahren. Dieser Anbau eignet sich hervorragend für Freiberufler, die Wohnen und Arbeiten trennen wollen, oder als separates Wohnquartier für ältere Eltern. Das Haus verfügt über einen Eingangsbereich mit Windfang, der direkt zu zwei Haustüren führt, um klare Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. Im Obergeschoss kann eine weitläufige Terrasse auf dem Flachdach des Anbaus errichtet werden. Auch hier gilt der Energiestandard Effizienzhaus 40, was eine nachhaltige Wahl für umweltbewusste Bauherren darstellt.

Management und Unternehmensstruktur

Die operative Führung von Allkauf Haus liegt seit dem 1. Januar 2025 in den Händen von Marc Rosenbaum. Als Geschäftsführer bringt Rosenbaum ein Jahrzehnt an Erfahrung als Leiter Vertrieb und Kundenmanagement in der Bau- und Immobilienbranche mit. Geboren 1973, gilt er als Vertriebs- und Führungsexperte mit einem klaren Blick für Marktchancen. Neben seiner beruflichen Rolle ist er als Familienmensch und Naturfreund bekannt, der seine Freizeit im Garten, am Grill, auf der Skipiste oder auf dem Golfplatz verbringt. Diese persönliche Prägung spiegelt sich möglicherweise in der Ausrichtung des Unternehmens auf Familienziele und den Wunsch nach einer natürlichen, eigenhändigen Bauweise wider.

Die DFH-Gruppe, zu der Allkauf gehört, zählt 1.300 Mitarbeiter und bietet aktuell rund 50 verschiedene Haustypen im Sortiment. Mit über 17.000 gebauten Häusern und einer jährlichen Produktionszahl von 900 Einheiten beweist Allkauf eine stabile Marktpräsenz.

Herausforderungen und Qualitätskontrolle im Bauablauf

Trotz der klaren Vorteile des Eigenausbaus gibt es im Bauprozess kritische Punkte, die beachtet werden müssen. Erfahrungsberichte und Protokolle aus der Praxis zeigen, dass die Qualität des Rohbaus oft Nacharbeiten erfordert. So wurden in Fällen in Rheinland-Pfalz und Hessen bis zu 10 bis 20 Punkte in Kontrollprotokollen festgehalten, die vor Beginn des Eigenausbaus behoben werden mussten.

Diese Nacharbeiten können zeitkritisch sein, da Bauherren erst nach der Beseitigung der Mängel mit dem Ausbau beginnen können. In einigen Fällen versuchten Bauleiter, die Nachbesserungen gegen eine geringe Entschädigung in Euro abzugleichen, was auf einen gewissen Verwaltungsaufwand für den Kunden hinweist. Zudem gibt es vereinzelte negative Bewertungnen zum Verkaufsauftritt, bei denen Verkäufer als aufdringlich wahrgenommen wurden und einen sofortigen Vertragsabschluss beim Erstgespräch forderten. Solche Erfahrungen wurden unter anderem auf der Fertigwelt in Wuppertal berichtet.

Positiv hervorzuheben sind jedoch auch viele positive Rückmeldungen, die von kompetenter und freundlicher Beratung berichten. Das Leistungsspektrum von Allkauf umfasst Finanzierungsberatung, Preisgarantie, Bauzeitgarantie, individuelle Planung und Blower Door Tests zur Dichtigkeit der Gebäudehülle.

Fazit

Allkauf Haus hat sich als spezialisierter Anbieter für Ausbauhäuser etabliert, der Bauherren die Möglichkeit gibt, durch Eigenleistung Kosten zu senken. Das Modell funktioniert am besten für Personen, die bereit sind, erhebliche zeitliche und körperliche Ressourcen in den Bau zu investieren. Die Kombination aus modernen Energiestandards (Effizienzhaus 40), flexiblen Grundrissen (wie beim Home 3 und Generation 8) und der Unterstützung durch die DFH-Gruppe bietet eine solide Grundlage. Dennoch müssen Bauherren realistisch einschätzen, dass der Eigenausbau kein reines Freizeitprojekt ist, sondern eine intensive Bauphase erfordert. Eine sorgfältige Prüfung des Rohbaus und klare Kommunikation mit dem Bauleiter sind entscheidend, um Verzögerungen zu vermeiden und die gewünschte Kostenersparnis tatsächlich zu realisieren.

Quellen

  1. Fertighausexperte
  2. Massivhaus
  3. DFH Gruppe
  4. Fertighaus.de

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