Magnum Massivhaus: Die Symbiose aus massiver OSB-Technologie und architektonischem Familienwohnkonzept

Die Bezeichnung „Magnum“ steht im deutschsprachigen Raum nicht für ein isoliertes Bauunternehmen, sondern repräsentiert ein spezifisches, auf Vollholz basierendes Bausystem sowie eine etablierte Serie von Architekturkonzepten, die sich durch die Kombination aus statischer Masse, schneller Errichtung und hoher Wohnflächeneffizienz auszeichnen. Ob als historischer Ursprung bei Magnum Vollholzdesign oder als modernes Serienhaus bei Partnern wie Kern-Haus und Wertreich Bauen: Der Kern liegt immer in der Verarbeitung von OSB-Platten (Oriented Strand Boards) zu tragfähigen Wandelementen. Dieser Ansatz ermöglicht es Bauherren, die Vorteile eines massiven Mauerwerks – Stabilität, Schallschutz, Wärmespeicherung – mit der Präzision und Geschwindigkeit des industriellen Fertighausbaus zu verbinden. Der folgende Beitrag analysiert die technologischen Grundlagen der MagnumBoard-Bauweise, deren historische Entwicklung und die räumlichen Konzepte der verbreiteten Hausmodelle.

Historische Entwicklung und Unternehmensphilosophie

Die Wurzeln der Magnum-Technologie liegen in Österreich, wo das Konzept 2005 von Ing. Johann Braunsdorfer mit der Gründung der Firma Magnum Massivhaus GmbH initiiert wurde. Diese Gründung markierte den Beginn einer spezifischen Ausrichtung auf nachhaltiges Bauen mit Massivholz. Bereits im Folgejahr, 2006, wurde der erste Meilenstein gesetzt: das Musterhaus F130 in der Blauen Lagune. Dieses Objekt demonstrierte erstmals öffentlich, wie handwerkliche Perfektion mit einer Massivholzbauweise fusioniert werden kann, um eine enge Verbindung zur Natur zu schaffen.

Im Jahr 2007 vertieften sich die Bestrebungen im Bereich der Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit. Im Mai desselben Jahres trat das Unternehmen dem Österreichischen Fertighausverband bei, ein Signal für Zuverlässigkeit und branchenkonforme Standards. Im Juli 2007 folgte die Verleihung der klima:aktiv-Partnerschaft durch Bundesminister Josef Pröll, was das Engagement für energieeffizientes und umweltschonendes Bauen auf politischer und technischer Ebene bekräftigte.

Ein wesentlicher strategischer Schritt erfolgte 2010, als sich „Magnum Massivhaus“ in „Magnum Vollholzdesign“ umbenannte. Diese Neupositionierung unterstrich die Leidenschaft für Holz, Natur und umweltbewusstes Wohnen. Das Unternehmen definierte sich nicht länger nur als Bauträger, sondern als Gestalter von Lebensräumen. 2012 feierte das Unternehmen den Bau des 100. Magnumhauses, ein Meilenstein, der das Vertrauen der Kunden in die Haltbarkeit und die Qualität des Systems bekräftigte.

Die Philosophie von Magnum Vollholzdesign basiert auf einem dreigeteilten Versprechen: - An die Kunden: Jedes Haus wird als einzigartiges Meisterwerk gestaltet, das die individuelle Persönlichkeit widerspiegelt. Der Fokus liegt auf familien- und beziehungsfreundlichem Wohnen, wobei Höflichkeit, Zuhören und die Liebe zum Detail im Vordergrund stehen. - An die Mitarbeiter: Es wird ein familiäres Arbeitsumfeld gefördert, das Sicherheit, Unterstützung und Wertschätzung bietet, um Inspiration und Zusammenarbeit zu ermöglichen. - An die Gesellschaft: Das Unternehmen setzt auf CO₂-neutrale Bauweisen, höchste Energieeffizienz und den Einsatz nachwachsender Rohstoffe, um einen Mehrwert für die Umwelt und künftige Generationen zu schaffen.

Der Qualitätsanspruch ist hierbei extrem langfristigen Horizonts angelegt: Die Häuser sollen für die kommenden 100 Jahre Bestand haben. Ein Magnumhaus wird nicht als bloßes Gebäude, sondern als Ort des Lebens und der Erinnerung verstanden.

Die Technologie: MagnumBoard und das massive Holzbau-System

Der technische Kern der Magnum-Bauweise ist das sogenannte „MagnumBoard“. Dieses System wird insbesondere von Generalunternehmern wie der KHCBauträger GmbH und Wertreich Bauen eingesetzt, um die Vorteile der Massivbauweise mit industrieller Effizienz zu kombinieren.

Aufbau und Materialeigenschaften

MagnumBoard ist kein herkömmliches Holzbauelement im Sinne von Leimholz oder Brettsperrholz, sondern handelt es sich um einen tragfähigen Massivholzwerkstoff aus verleimten OSB-Platten (Oriented Strand Boards). Die Herstellung erfolgt durch das Verleimen mehrerer OSB-Lagen unter hohem Druck mit umweltfreundlichen Leimen. Das Ergebnis ist ein homogenes, statisch belastbares Vollwand-Element.

Technisch gesehen ersetzt dieses Element klassische Mauerwerkswände in vielen Aspekten: - Statik: Die Elemente sind massiv, tragend und dauerhaft. - Festigkeit: Die querverleimten Schichten sorgen für eine hohe Stabilität, die mit Beton vergleichbar ist. - Nachhaltigkeit: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, was die CO₂-Bilanz des Gebäudes positiv beeinflusst.

Prozesseffizienz und Vorteile gegenüber konventionellem Bau

Ein entscheidender Vorteil des MagnumBoard-Systems liegt in der Vorfertigung und Montage. Die Bauelemente werden im Werk CNC-gefräst und präzise vorgefertigt. Auf der Baustelle erfolgt die Montage in Rekordzeit. Dies führt zu erheblichen Differenzierungen im Vergleich zum konventionellen Ziegel- oder Betonbau.

Die folgenden technischen und wirtschaftlichen Parameter verdeutlichen die Unterschiede:

Merkmal MagnumBoard-Bauweise Konventioneller Hausbau
Bauzeit (Rohbau/Fertigstellung) Ca. 3 Monate (z. B. Stadtvilla) Ca. 7 - 10 Monate
Wohnflächengewinn 3 - 5 % mehr nutzbare Fläche Referenzwert (0 %)
Wandstärke 28 cm 36 - 42 cm
Energieeffizienz Hoch, standardmäßig KfW-förderfähig Mittel, oft Zusatzaufwand nötig
Baufeuchte Minimal Hoch
Trocknungszeit Keine Wochen bis Monate

Der geringere Wandquerschnitt von 28 cm im Vergleich zu bis zu 42 cm bei konventioneller Massivbauweise resultiert direkt in einem Wohnflächengewinn von bis zu 5 %. Bei einem 150 m² großen Haus bedeutet dies potenziell zusätzliche 7,5 m² nutzbare Wohnfläche ohne Erhöhung des Gebäudegrundrisses. Zudem entfällt die lange Trocknungsphase, die bei Mauerwerk notwendig ist, um Bauschäden und Mängel durch Restfeuchte zu vermeiden.

Architekturkonzept: Das Architektenhaus Magnum

Während MagnumBoard das technische System darstellt, ist das „Architektenhaus Magnum“ ein spezifischer Grundriss- und Designentwurf, der von Partnern wie Kern-Haus (z. B. in Chemnitz) und KS-Hausbau umgesetzt wird. Dieses Modell ist als klassisches Einfamilienhaus konzipiert, das speziell für Familien und Menschen mit hohem Platzbedarf ausgelegt ist.

Räumliche Struktur und Grundriss

Das Magnum-Haus zeichnet sich durch einen großzügigen, lichtdurchfluteten Grundriss aus. Die Architektur betont die Verbindung zwischen Innen und Außen durch große Fensterfronten, insbesondere im Wohn- und Essbereich.

Erdgeschoss: Der Zugang erfolgt über einen Windfang, der in eine Diele mündet. Dies dient der thermischen und akustischen Trennung zum Außenbereich. Der Mittelpunkt des Erdgeschosses ist das weitläufige Wohn- und Esszimmer, das bodentief verglast ist. Diese Fenster schaffen eine Wohlfühlatmosphäre und bieten freien Blick in die Grünanlagen. Das Wohn- und Esszimmer ist direkt mit einer offenen Küche verbunden, die jedoch auch als geschlossene Küche ausgeführt werden kann, um den Geruchsaustausch zu minimieren.

Zusätzlich zum Wohnbereich befindet sich im Erdgeschoss: - Ein Gästezimmer (oft für Übernachtungen oder als separates Arbeitszimmer nutzbar). - Ein Duschbad für Gäste oder zur Entlastung des Familienbades. - Ein Hauswirtschaftsraum. - Eine überdachte Terrasse, die über zwei separate Ausgänge aus dem Wohn- und Essbereich zugänglich ist. Dies ermöglicht eine flexible Nutzung des Außenbereichs unabhängig von der Windrichtung.

Obergeschoss: Die Erschließung des Obergeschosses erfolgt über eine u-förmige Treppe. Diese Etage dient primär als Rückzugsbereich für die Familie und verfügt über: - Drei separate Schlafzimmer. - Ein großes Familienbadezimmer, das sowohl eine Dusche als auch eine Badewanne umfasst. - Ein Home-Office oder ein viertes Zimmer, das durch ein Giebelfenster besonders gut ausgeleuchtet ist und sich ideal für konzentrierte Arbeitsphasen eignet. - Das Elternschlafzimmer verfügt über einen direkten Zugang zu einem eigenen Balkon.

Technische Daten der Magnum-Hausmodelle

Je nach Hersteller und regionalen Anpassungen variieren die spezifischen Kennzahlen leicht, jedoch halten sich die Modelle an einen konsistenten Rahmen.

Parameter Kern-Haus Chemnitz (Beispiel) KS-Hausbau / General Specs
Hausart Einfamilienhaus / Architektenhaus Einfamilienhaus
Wohnfläche 152 m² (bzw. 148 m² je nach Variante) Großzügig geschnitten
Zimmeranzahl 6 6
Ausbaustufe Schlüsselfertig Schlüsselfertig
Energiestandard Effizienzhaus 55 / A+ KfW-fähig / Hoch
Dachform Satteldach mit Panoramadachgaube Satteldach
Startpreis Ab 348.900 € Variabel je nach Ausstattung

Das Haus wird schlüsselfertig geliefert, was bedeutet, dass der Bauherr nicht nur das Rohhaus, sondern das vollständig ausbaufertige Objekt erhält. Der Energiestandard liegt bei den aktuellen Angeboten im Bereich des Effizienzhauses 55 oder besser, was hohe Dämmwerte und moderne Haustechnik voraussetzt.

Wirtschaftlichkeit und Marktpositionierung

Die Kombination aus MagnumBoard-Technologie und dem Magnum-Hauskonzept zielt auf eine spezifische Marktnische: Bauherren, die die Ästhetik und den haptischen Eindruck von Massivholz suchen, aber die Risiken und Zeitaufwände des konventionellen Baus minimieren wollen.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Startpreise für schlüsselfertige Magnum-Häuser beginnen bei ca. 348.900 Euro für Modelle mit rund 150 m² Wohnfläche. Dieser Preis bezieht sich auf das Bauwerk inkl. der standardmäßigen energetischen Ausstattung (Effizienzhaus 55). Im Vergleich zu individuellen Architektenhäusern, die oft deutlich höhere Planungs- und Koordinationskosten verursachen, bietet das Serienhaus Magnum eine kalkulierbare Kostenbasis.

Risikominimierung durch Vorfertigung

Da die Wände CNC-gefräst und im Werk gefertigt werden, wird die Baustelle von Wetterunabhängigkeit und weniger Feuchteschäden profitiert. Die kurze Bauzeit von ca. drei Monaten reduziert die Finanzierungskosten (Baufinanzierung) erheblich, da die Zinslast nur über einen kurzen Zeitraum anfällt. Zudem sinkt das Risiko von Terminverzögerungen, die im konventionellen Bau durch Lieferengpässe oder ungünstige Witterung häufig auftreten.

Nachhaltigkeitszertifikate und Förderung

Die MagnumBoard-Häuser sind aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz und des Einsatzes von nachwachsenden Rohstoffen in der Regel förderfähig durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Die Zertifizierung als klima:aktiv-Partner (im historischen Kontext von Magnum Vollholzdesign) und die aktuelle Ausrichtung auf Effizienzhaus-55-Standards stellen sicher, dass die Häuser den aktuellen gesetzlichen und energetischen Anforderungen in Deutschland und Österreich entsprechen.

Fazit

Das Magnum-Massivhaus-Konzept repräsentiert eine evolutionäre Entwicklung im modernen Hausbau, die die Dichotomie zwischen traditionellem Massivbau und schnellem Fertighaus überwindet. Durch den Einsatz von MagnumBoard – einem aus OSB-Platten bestehenden, verleimten Massivholzwerkstoff – gelingt es, die statische und dämmtechnische Leistungsfähigkeit von Mauerwerk in einem schlankeren, effizienteren Profil zu bündeln.

Die historische Entwicklung von Magnum Vollholzdesign zeigt, dass diese Technologie auf einem festen Fundament aus Qualitätssicherung, klimabewusster Zertifikation und einem langfristigen Denkhorizont (100-jährige Haltbarkeit) basiert. Für den Endkunden bedeutet dies konkret: ein schlüsselfertiges, energieeffizientes Architektenhaus mit bis zu 5 % mehr Wohnfläche, das in nur drei Monaten errichtet werden kann und dabei minimale Bauschäden durch Feuchte aufweist. Das Magnum-Haus ist damit nicht nur ein Baumaterial, sondern ein durchdachtes System für nachhaltiges, familienorientiertes Wohnen, das Planungssicherheit und ästhetische Werte vereint.

Quellen

  1. Vollholzdesign - Über uns
  2. Kern-Haus Chemnitz - Architektenhaus Magnum
  3. KS-Hausbau - Magnum
  4. Wertreich Bauen - MagnumBoard
  5. Kern-Haus - Familienhäuser Magnum

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