Die Symbiose aus hochwirksamer Wärmedämmung, energieeffizienter Haustechnik und intelligentem Lichtmanagement stellt die größte technische Herausforderung bei der Errichtung von Niedrigstenergie- und Passivhäusern dar. Das Haus Westreicher in Hall in Tirol demonstriert diese Komplexität exemplarisch. Als Wohn- und Bürogebäude in Passivbauweise verkörpert dieses Projekt die aktuellen Anforderungen an energetische Effizienz und behagliches Raumklima. Mit einer Deklaration im klimaaktiv-Gold-Standard und einem Heizwärmebedarf von lediglich 7,0 kWh/m²a belegt das Gebäude, dass strenge energetische Kriterien nicht zwangsläufig zu einem Verlust an Wohnkomfort oder Lichtqualität führen müssen. Der Schlüssel zu diesem Erfolg liegt in der präzisen Abstimmung zwischen der massiven Bauweise, der kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und dem Einsatz spezialisierter, externer Sonnenschutzsysteme, insbesondere der RETROLux-Lichtlenkungslamellen von Schlotterer.
Gebäudecharakteristik und energetische Eckdaten
Das Haus Westreicher befindet sich in der Obere Lend in 6060 Hall in Tirol. Es handelt sich um ein Mehrfamilienhaus (mfh) mit einer Nettonutzfläche von 203,65 m², das in zwei separate Nutzungseinheiten unterteilt ist. Die Bauweise kombiniert massive Bauteile mit den spezifischen Anforderungen des Passivhaus-Standards, was eine besonders sorgfältige Planung der Fensterflächen und der dazugehörigen Beschattungstechnik erfordert.
Die energetische Bewertung des Gebäudes erfolgte nach der OIB Richtlinie 6 – 2011 oder älter. Die klimarelevanten Daten zeichnen sich durch extreme Effizienz aus. Die Punkteverteilung nach dem klimaaktiv-Standard, basierend auf einer Deklaration aus dem Jahr 2017, verdeutlicht die Gewichtung der einzelnen Baufelder. Mit insgesamt 925 von 1000 möglichen Punkten erreicht das Haus die Kategorie "Gold".
| Kategorie | klimaaktiv Punkte |
|---|---|
| Standort | 87 |
| Energie und Versorgung | 600 |
| Baustoffe und Konstruktion | 133 |
| Komfort und Gesundheit | 105 |
| Gesamt | 925 |
Die Dominanz der Kategorie "Energie und Versorgung" mit 600 Punkten unterstreicht die zentrale Rolle der Haustechnik und der envelope-Isolierung. Der erreichte Heizwärmebedarf von 7,0 kWh/m²a liegt weit unter den konventionellen Grenzwerten und qualifiziert das Gebäude eindeutig als Passivhaus. Diese niedrigen Werte sind jedoch nur unter der Prämisse nutzbar, dass der sommerliche Hitzeschutz effektiv funktioniert. In Passivhäusern führt die geringe Luftwechselrate und die hohe Dämmleistung dazu, dass solare Einstrahlung nicht einfach "abgeleitet" werden kann. Ohne entsprechende Maßnahmen an den nach Süden und Westen orientierten Fassaden würde die innere Raumtemperatur schnell untragbare Werte annehmen, was die Bewohnbarkeit in den Sommermonaten erheblich beeinträchtigen würde.
Haustechnik und Wärmeversorgung
Die technische Infrastruktur des Hauses Westreicher ist auf maximale Effizienz und Unabhängigkeit ausgelegt. Als Wärmequelle dient eine Wärmepumpe im Kompaktgerät-Modell von Stiebel Eltron (Typ 404 SOL). Diese Anlage arbeitet in Kombination mit einer Fußbodenheizung, welche als idealer Abgabesystem für Niedertemperatur-Wärmequellen gilt. Die gleichmäßige Wärmeverteilung über große Flächen verhindert lokale Überwärmung und unterstützt die hygienische Trocknung der Räume, ein wichtiger Aspekt bei der kontrollierten Wohnraumlüftung.
Die Belüftung erfolgt über eine kontrollierte Wohnraumlüftung (WRL) mit Wärmerückgewinnung (WRG). Dieses System ist im Passivhausbau unverzichtbar, um die notwendige Luftqualität zu garantieren, ohne Energie durch unkontrollierte Lüftung zu verlieren. Die WRG回收t die Wärme aus der Abluft und überträgt sie auf die Zuluft, was den Heizbedarf weiter minimiert. Ergänzt wird das System durch eine Photovoltaikanlage (PV) mit einer installierten Leistung von 6,25 kWp. Diese Deckung des eigenen Strombedarfs trägt maßgeblich zur Gesamtbilanz in der Kategorie "Energie und Versorgung" bei und reduziert den CO2-Fußabdruck des Betriebs.
Sonnenschutz als kritisches Bauelement
Die Integration von Sonnenschutz ist bei Neubauten im Passivhausstandard kein optionales Accessoire, sondern eine konstruktive Notwendigkeit. Bei dem Haus Westreicher wurde die RETROLux Lichtlenkungslamelle von Schlotterer gewählt. Die Entscheidung für dieses spezifische System basiert auf physikalischen und physiologischen Überlegungen zur Lichtlenkung.
Konventionelle Beschattungssysteme, wie herkömmliche Raffstores oder Rollläden, blockieren die Sonnenstrahlung vollständig. Dies führt dazu, dass Räume zwar vor Hitzeeintrag geschützt sind, aber gleichzeitig das verfügbare Tageslicht drastisch reduziert wird. In Büro- und Wohnbereichen führt dies zu einer Abdunkelung, die oft einen nachträglichen Einsatz von künstlicher Beleuchtung erfordert. Künstliches Licht kann jedoch die Konzentration beeinträchtigen und zu schnellerer Ermüdung führen, ein Effekt, der auch in anderen Projekten, wie dem Schulzentrum in Radstadt, dokumentiert ist.
Die RETROLux-Lamelle löst dieses Dilemma durch ein Prinzip der Lichtumlenkung. Sie reflektiert das direkte, blendende Sonnenlicht an die Decke, wo es diffuse, gleichmäßige Beleuchtung erzeugt, während die direkte Sicht nach außen teilweise erhalten bleibt. Dies ist besonders für das Haus Westreicher relevant, das als kombiniertes Wohn- und Bürogebäude konzipiert ist. Selbst bei komplett heruntergelassenem Sonnenschutz bleiben sowohl der Privatbereich als auch der Arbeitsbereich hell und freundlich, ohne dass die Nutzer:innen unter Blendung leiden. Diese Eigenschaft ist entscheidend für die Produktivität in Bürobereichen und die Wohnqualität in Privaträumen.
Die Notwendigkeit einer solchen differenzierten Beschattung wird durch die Erfahrung des Baumeisters Westreicher (Massivhaus GmbH) untermauert. Dieser setzt bei nahezu allen Projekten auf Produkte von Schlotterer, da er die Gefahr der sommerlichen Überhitzung in Niedrigstenergiehäusern als kritischen Faktor für die Wohnbarkeit einschätzt. Die Zusammenarbeit mit Schlotterer wird durch langjährige Erfahrung mit deren Produkten begründet, wobei neben der Produktqualität auch Service und Innovation als entscheidende Faktoren genannt werden.
Materialität und Fassadendesign
Die ästhetische und funktionale Integration der Haustechnik in die Gebäudehülle ist ein weiterer Schwerpunkt bei hochwertigen Neubauten. Während das Haus Westreicher spezifisch mit RETROLux-Lamellen ausgestattet ist, zeigt die Praxis von Schlotterer und Partnern wie Westreicher eine hohe Variabilität im Einsatz von Sonnenschutzmaterialien je nach Anforderung.
In anderen Kontexten, wie bei der Sanierung von Altbauten oder dem Neubau von Einfamilienhäusern in Salzburg oder Niederösterreich, kommen oft Vorbaurollläden mit Alulamellen oder andere Raffstore-Systeme (wie RAFF S oder Standardbehänge) zum Einsatz. Die Wahl der Lamelle hängt von den spezifischen Anforderungen an Sichtschutz, Abdunklung und Insektenschutz ab.
Beim Haus Westreicher steht jedoch die Lichtqualität im Vordergrund. Die RETROLux-Lamelle bietet hier den optimalen Kompromiss: Sie verhindert den Wärmeeintrag, der für Passivhäuser gefährlich ist, gleichzeitig aber den Lichteintrag, der für das Wohlbefinden und die Energieeinsparung (Reduktion der Beleuchtungslast) essentiell ist. Die Harmonie zwischen der markanten Fassade und den technischen Elementen wird durch die variable Neigung der Lamellen erreicht, die es den Nutzer:innen ermöglicht, die Lichtverhältnisse individuell an die Tageszeit und die Sonneinstrahlung anzupassen.
Fazit
Das Haus Westreicher in Hall in Tirol repräsentiert einen modernen Standard im nachhaltigen Bauen, der über die reine Dämmung hinausgeht. Mit 925 klimaaktiv-Punkten und einem Heizwärmebedarf von 7,0 kWh/m²a belegt es, dass Passivbauweise mit höchstem Komfort vereinbar ist. Der entscheidende Faktor für die Lebensqualität in diesem Gebäude ist das intelligente Lichtmanagement durch die RETROLux-Lichtlenkungslamellen. Diese Technologie adressiert das zentrale Dilemma energieeffizienter Gebäude: die Abwägung zwischen Wärmeschutz im Sommer und Tageslichtnutzung.
Die Kombination aus Stiebel Eltron Wärmepumpe, kontrollierter Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und Photovoltaik bildet eine robuste energetische Basis. Der Sonnenschutz von Schlotterer rundet dieses System ab, indem er sicherstellt, dass die thermische Stabilität nicht auf Kosten der visuellen Behaglichkeit geht. Für Architekten und Bauherren, die Wert auf langfristige Energieeffizienz und hohe Lebensqualität legen, zeigt das Projekt, dass die Investition in hochwertige, lichtlenkende Beschattungstechnik ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesamtplanung ist. Die positive Erfahrung des Baumeisters Westreicher mit Schlotterer-Produkten unterstreicht die Bedeutung von Zuverlässigkeit und technischer Innovation in der täglichen Baupraxis.