Dickschichtlasur an Holzfenstern: Renovierung, Anwendung und Tipps für eine langfristige Schutzschicht

Holzfenster sind nicht nur optisch ansprechend, sondern auch langlebig, wenn sie regelmäßig gepflegt und bei Bedarf erneuert werden. Eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung von Holzfenstern spielt die Dickschichtlasur. Sie schützt das Holz vor Witterungseinflüssen, verhindert Rissbildung und Vergrauung und betont gleichzeitig die natürliche Struktur des Materials. In diesem Artikel wird detailliert beschrieben, wie Holzfenster mit Dickschichtlasur renoviert werden können, welche Vorarbeiten nötig sind und welche Materialien und Techniken dabei zum Einsatz kommen.

Was ist Dickschichtlasur und warum ist sie wichtig?

Dickschichtlasur ist ein spezielles Holzschutzmittel, das sich durch seine hohe Deckkraft und Langlebigkeit auszeichnet. Im Gegensatz zur Dünnschichtlasur enthält sie mehr Bindemittel und Pigmente, wodurch sich eine robuste und dichte Schutzschicht auf dem Holz bildet. Diese Schicht schützt das Material vor Feuchtigkeit, UV-Strahlung und Schadstoffen und verhindert so langfristig Schäden wie Rissbildung, Vergrauung oder Schimmelbildung.

Dickschichtlasuren sind insbesondere bei Holzfenstern im Außenbereich unverzichtbar, da sie der ständigen Belastung durch Wetterwechsel trotzen. Zudem bietet eine Dickschichtlasur eine größere Farbauswahl und kann so individuell auf die Holzart und die ästhetischen Vorlieben abgestimmt werden. Allerdings erfordert die Anwendung etwas mehr Zeit und Geduld, da sich die Trocknungszeiten verlängern und mehrere Schichten aufgetragen werden müssen, um eine gleichmäßige und langlebige Schutzschicht zu erzeugen.

Vorarbeiten: Wie man die Fenster vorbereitet

Die Renovierung von Holzfenstern beginnt immer mit der sorgfältigen Vorbereitung der Oberfläche. Nur wenn das Holz gut vorbereitet ist, kann sich die Dickschichtlasur optimal anbinden und langfristig schützen.

1. Alte Lasur entfernen

Bevor eine neue Dickschichtlasur aufgetragen werden kann, muss die bestehende Schutzschicht vollständig entfernt werden. Veraltete oder verwitterte Lasur haftet nicht mehr sicher und kann sich unter der neuen Schicht ablösen. Die Entfernung erfolgt in mehreren Schritten:

  • Abschaben: Mit einem Spachtel oder einer Ziehklinge werden lose oder abgeblätterte Lasurreste vorsichtig entfernt.
  • Schleifen: Nach dem Abschaben wird die Oberfläche mit Schleifpapier mit einer Körnung von 80 und anschließend mit 120 bearbeitet. Dies sorgt für eine gleichmäßige und ebene Oberfläche, auf die die neue Lasur gut auftragen kann.
  • Reinigen: Die abgeschliffene Fläche wird gründlich von Staub und Schmutz befreit. Dazu eignet sich ein Staublappen oder eine saubere Bürste.

2. Holzschutzmittel auftragen

Nach der Vorbereitung ist es empfehlenswert, das Holz mit einem Holzschutzmittel zu imprägnieren. Dieses Grundierungsschutzmittel verhindert, dass Feuchtigkeit in das Holz eindringt und Schimmel oder Fäulnis entstehen können. Gleichzeitig verbessert es die Haftung der Dickschichtlasur auf der Oberfläche. Nach dem Auftragen des Grundierungsmittels sollte die Fläche leicht abgeschliffen werden, um die Lasur optimal aufnehmen zu können.

3. Fugen und Dichtungen überprüfen

Bei Holzfenstern, die in einem Wintergarten oder an einer Außenwand montiert sind, ist es besonders wichtig, dass die Fugen und Dichtungen gut in Schuss sind. Veraltete Silikondichtungen oder fehlende Dichtungen zwischen den Holzteilen können zu Feuchtigkeitseintritt führen und so Schäden verursachen. Vor der Anwendung der Dickschichtlasur sollten alle Dichtungen überprüft und bei Bedarf ersetzt werden.

Anwendung der Dickschichtlasur: Techniken und Tipps

Die Anwendung der Dickschichtlasur ist entscheidend für die Haltbarkeit und die ästhetische Wirkung der Renovierung. Da Dickschichtlasuren aufgrund ihrer Konsistenz nicht wie Lack oder Farbe verarbeitet werden, erfordern sie ein präzises und sorgfältiges Vorgehen.

1. Dünne und gleichmäßige Schichten

Dickschichtlasur sollte in mehreren dünneren Schichten aufgetragen werden, um eine gleichmäßige und fehlerfreie Schutzschicht zu erzeugen. Dazu folgen die Schritte:

  • Erster Anstrich: Die Lasur wird mit einem Pinsel dünn und gleichmäßig aufgetragen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Lasur in die Richtung der Holzmaserung eingearbeitet wird, um unerwünschte Pinselstriche zu vermeiden.
  • Zwischenschliff: Nachdem die erste Schicht gut getrocknet ist, wird die Oberfläche leicht mit Schleifpapier mit einer Körnung von 180 angeschliffen. Dies entfernt Unebenheiten und sorgt für eine bessere Verbindung der nächsten Schicht.
  • Zweiter Anstrich: Eine zweite Schicht Lasur wird in derselben Weise aufgetragen. Bei Bedarf kann eine dritte Schicht folgen, um die Deckkraft zu erhöhen.
  • Abschluss: Nach dem letzten Anstrich wird die Lasur vollständig getrocknet und ggf. nachgeschliffen, um einen perfekten Übergang zwischen der neuen und eventuell noch bestehenden alten Lasur zu gewährleisten.

2. Spezielle Schutzmaßnahmen

Bei der Anwendung der Dickschichtlasur gibt es einige besondere Schutzmaßnahmen zu beachten, um Schäden zu vermeiden:

  • V-Fugen abdichten: Bei Holzfenstern, insbesondere in Wintergärten, sollten die V-Fugen oder Brüstungsfugen nach der Lasur mit einem speziellen Schutzmittel abgedichtet werden. Dies verhindert, dass Feuchtigkeit in die Fugen eindringt und Schäden verursacht.
  • Neue Dichtungen anbringen: Vor dem endgültigen Anstrich werden die alten Silikondichtungen entfernt und durch neue ersetzt. Dies ist besonders wichtig, wenn sich Feuchtigkeit zwischen Fenster und Glas angesammelt hat.
  • Trocknungszeit einplanen: Dickschichtlasuren benötigen mehr Zeit, um vollständig zu trocknen. Die Trockenzeit hängt von der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchtigkeit ab. Bei niedrigen Temperaturen oder hoher Luftfeuchtigkeit kann sich die Trocknung verzögern. Daher sollte die Renovierung an einem warmen und trockenen Tag durchgeführt werden.

Materialien und Produktvorschläge

Für die Renovierung mit Dickschichtlasur werden verschiedene Materialien benötigt. Einige Beispiele aus den Quellen sind:

  • Dickschichtlasur: Beispiele sind Sadolin Extra Dickschicht-Holz-Lasur (Alkyd), Sikkens Cetol HLS extra oder GORI 83 Fenster-Lasur.
  • Grundierung: GORI 17 Imprägniergrund oder Sikkens Cetol Filter 7 Plus.
  • Zwischen- und Schutzmittel: Sikkens Kodrin Seal, GORI Flex-Fugenschutz oder Remmers Fenster & Türenlasur.
  • Werkzeuge: Pinsel, Schleifpapier (80er, 120er, 180er), Spachtel, Schaber, Abklebeband, Holzspachtelmasse.

Diese Materialien sind in der Regel in jedem gut sortierten Baumarkt erhältlich und können an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Fazit

Die Renovierung von Holzfenstern mit Dickschichtlasur ist eine empfehlenswerte Methode, um das Material vor Witterungseinflüssen zu schützen und seine optische Wirkung zu bewahren. Durch sorgfältige Vorbereitung, die richtige Auswahl der Materialien und die präzise Anwendung der Lasur kann das Ergebnis langfristig bestehen. Besonders bei verwitterten oder stark beanspruchten Fenstern lohnt sich der Aufwand, um eine robuste und dauerhafte Schutzschicht zu erzeugen.

Quellen

  1. Hausjournal.net – Dickschichtlasur ausbessern
  2. Woodworker.de – Wie man Holzfenster renoviert
  3. Hausjournal.net – Dickschichtlasur auftragen
  4. Fenster-streichen.de – Dickschichtlasur im Detail
  5. Heimwerker.de – Fenster restaurieren

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