Einleitung
Bendorf, eine Stadt im rheinland-pfälzischen Raum, steht aktuell im Spannungsfeld zwischen städtebaulicher Entwicklung, Renovationsbedarf und der Notwendigkeit, Nachhaltigkeit in den Fokus zu rücken. In mehreren Veröffentlichungen und Berichten, insbesondere auf der Website der Bendorfer Grünen, werden verschiedene Themen behandelt, die in direktem Zusammenhang mit Renovierungsmaßnahmen, Sanierungsbedarf an öffentlichen Gebäuden und den Auswirkungen städtebaulicher Planungen auf die Umwelt stehen.
Ein zentrales Thema ist die Sanierung der Kuranlage, die als „Hedwig-Dransfeld-Haus“ bekannt ist. Zudem wird der Zustand der Hallen in Bendorf thematisiert, die aufgrund ihres Alters dringend einer Generalsanierung bedürfen. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch kurzfristige Reparaturen an Gebäuden, wie beispielsweise der Saynerstraße, notwendig und realisierbar sind. Die Rolle der Politik, insbesondere der Grünen, ist dabei von besonderer Bedeutung, da sie sich für nachhaltige und klimafreundliche Lösungen einsetzen.
Im Folgenden wird ein detaillierter Überblick über die Renovations- und Sanierungsprojekte in Bendorf gegeben, wobei Fokus auf die technischen, finanzwirtschaftlichen und ökologischen Aspekte liegt. Der Beitrag richtet sich an Eigentümer, Handwerker und Planer, die sich für Renovierungsstrategien und städtebauliche Konzepte interessieren.
Renovationsbedarf an öffentlichen Gebäuden
Die Kuranlage als Symbol für städtebauliche Zukunft
Die Kuranlage in Bendorf, gegründet im Jahr 1880, hat eine wechselhafte Geschichte durchlaufen. Von ihrer Gründung als Privatklinik über verschiedene Nutzungszwecke bis hin zur aktuellen Nutzung als Hotel hat das Gelände immer wieder städtebauliche Anpassungen erfahren.
Der aktuelle Eigentümer plant, das Areal umfassend zu bebauen. Der vorgeschlagene Bebauungsplan sieht eine Bebauung mit mehrstöckigen Wohngebäuden vor. Der Grad der Baudichte (GRZ) ist mit 0,8 angegeben, was bedeutet, dass nur noch 20 Prozent der Fläche für Grünflächen und Rasen zur Verfügung stehen. Dies entspricht einer Dichte, wie sie typischerweise in Innenstädten großer Städte zu finden ist.
Die Bendorfer Grünen kritisieren diesen Plan scharf. Ulrich Starke, Sprecher der Partei, betont, dass die Bebauung gegen das grüne Charakteristik des Wenigerbachtals verstoßen würde. Ein Schutz der bestehenden Grünflächen sei unerlässlich, um die ökologischen Vorteile des Areals zu bewahren.
Der Bebauungsplan, der in der letzten Stadtratssitzung des Jahres 2024 beraten wird, sieht neben der Bebauung auch Maßnahmen zur Anpassung an Klimaveränderungen vor. Dazu gehören die Errichtung von Regenrückhaltebecken, die Erneuerung des Kanalsystems und die Installation von Wasserrückhaltevorrichtungen auf den Grundstücken. Ein Ingenieurbüro aus Bendorf hat ein Konzept zur Wasserrückhaltung vorgestellt, das auf moderner Technik beruht und zu einer deutlich besseren Wasserrückhaltung führen soll.
Die Hallen in Bendorf: Generalsanierung in Planung
Ein weiteres zentrales Thema ist die Sanierung der Hallen in Bendorf. Diese Hallen sind inzwischen über 60 Jahre alt und benötigen eine umfassende Generalsanierung, um weiterhin als Sport- und Veranstaltungsorte genutzt werden zu können. Der Ortsverbands-Sprecher Uli Starke betont, dass solch eine Sanierung jedoch aufgrund der finanzpolitischen Situation der Stadt erst in einigen Jahren realistisch sei.
Trotzdem kann – und sollte – nach seiner Ansicht der kurzfristige Reparaturschaden abgedeckt werden. Ein Beispiel hierfür ist das Haus in der Saynerstraße, bei dem ein Bus in das Wohnzimmer fuhr und eine Einsturzgefahr entstand. Durch Holzbalken als vorübergehende Stabilisierung wurde die Einsturzgefahr unmittelbar abgewendet. Solche Maßnahmen können und sollten auch in anderen Gebäuden durchgeführt werden, um den baulichen Zustand vorzubehalten.
Die Rolle der Politik und der Bürgerinitiativen
Die Bendorfer GRÜNEN spielen eine aktive Rolle in der Diskussion um Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen. Sie setzen sich nicht nur für den Erhalt bestehender Grünflächen ein, sondern fördern auch Projekte, die direkten ökologischen Nutzen stiften. Ein Beispiel hierfür ist der Vorschlag, Parkplätze in Bendorf mit Solardächern auszustatten, um Elektroladesäulen mit umweltfreundlichem Strom zu versorgen. Dieser Vorschlag wurde bereits für den Parkplatz gegenüber dem Sayner Biergarten ausgearbeitet und könnte auch auf anderen Parkplätzen, wie im Prälatengarten oder am Siegburger Hof, übernommen werden.
Zudem ist die Gruppe für Klimaschutz in Bendorf aktiv. Die Anschaffung von E-Fahrzeugen für die Stadtwerke, der Einsatz eines Elektrorades für den Stadtförster und die Gründung eines Bürgerwaldes sind Maßnahmen, die auf Initiative der Grünen realisiert wurden. Diese Projekte tragen dazu bei, die Klimakrise einzudämmen, wie es bereits in der Stadtratssitzung im Jahr 2019 beschlossen wurde.
Nachhaltigkeit im städtischen Leben
Der Bendorfer Markt der Möglichkeiten
Ein weiteres Projekt, das die Nachhaltigkeit in Bendorf fördert, ist der „Markt der Möglichkeiten“. Diese Veranstaltung, organisiert vom grünen Ortsverband, möchte Impulse für eine umweltfreundliche und regionale Nahversorgung geben. Im stimmungsvollen Ambiente des Atelierhofs in der Concordiastraße präsentieren verschiedene lokale Anbieter aus der Landwirtschaft, Reparatur- und Upcycling-Projekte sowie weitere Initiativen.
Ein Highlight der Veranstaltung ist das Repair-Café, das defekte Haushaltsgeräte repariert. Zudem ist die Foodsharing-Gruppe vor Ort, die zeigt, wie Lebensmittel gerettet werden können. Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) bietet zudem eine Codierung von Fahrrädern an, um Diebstahlschutz zu gewährleisten.
Die Firma Presto-Humus informiert über umweltfreundliches Gärtnern und bietet Materialien an, während die Gruppe „Frauen-Zimmer“ Upcycling-Ideen vorstellt. Zudem informiert VivaSolar über Photovoltaik und deren Anwendung im Alt- und Neubau. Der Makerspace Mayen-Koblenz bietet zudem praktische Versuche und Aktivitäten an, die besonders Kinder und Jugendliche ansprechen.
Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf von Speisen und Getränken fließt direkt in den Bendorfer Stadtwald, was Nachhaltigkeit und ökologischen Gedankengang weiter unterstreicht.
Klimaschutz im Alltag
Ein weiteres zentrales Thema in Bendorf ist die Anpassung an die Klimaveränderungen. Die Stadt hat bereits verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht, um den Klimawandel zu bekämpfen. So wurde beispielsweise ein Radverkehrskonzept erstellt, das zurzeit auf Umsetzung wartet. Zudem wird in Bendorf verstärkt auf E-Mobilität gesetzt. Die Anschaffung eines E-Fahrzeugs für die Stadtwerke sowie der Einsatz eines Elektrorades für den Stadtförster sind Beispiele für diesen Schritt.
Ein weiteres Projekt ist der Bürgerwald, der auf Initiative der Grünen ins Leben gerufen wurde. Dieser Wald dient nicht nur als Grünflächenreservoir, sondern auch als CO₂-Speicher. Zudem ist er ein Projekt, das die Bevölkerung direkt einbindet und so ein Bewusstsein für ökologische Themen schafft.
Fazit
Die Renovations- und Sanierungsprojekte in Bendorf spiegeln die vielschichtige Herausforderung wider, die Städte im 21. Jahrhundert mit der Kombination aus städtebaulicher Entwicklung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu bewältigen haben. Die Bemühungen der Bendorfer GRÜNEN, unterstützt von Einzelpersonen und Initiativen, zeigen, dass auch in kleineren Städten eine aktive Rolle im Klimaschutz und in der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen gespielt werden kann.
Die Sanierung der Kuranlage, die Generalsanierung der Hallen und die kurzfristigen Reparaturmaßnahmen an Gebäuden sind Beispiele für die Notwendigkeit, bauliches Inventar zu erhalten und gleichzeitig ökologische Vorteile zu schaffen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass politische Entscheidungen transparent und bürgernah ablaufen, um langfristige Planungssicherheit zu gewährleisten.
Zukünftige Projekte, wie der „Markt der Möglichkeiten“ oder der Ausbau der E-Mobilität, zeigen, dass Bendorf ein Vorbild für andere Städte sein kann. Die Kombination aus Technologie, Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung ist entscheidend, um den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können.