Bewohnte Räume renovieren: Planung, Organisation und praktische Tipps für Mieter und Heimwerker

Die Renovierung von bewohnten Räumen ist ein komplexer Prozess, der sowohl organisatorische als auch fachliche Voraussetzungen erfordert. Ob im Eigenheim oder in einer Mietwohnung – eine sorgfältig geplante Renovierung kann die Wohnqualität erheblich steigern und langfristig Kosten sparen. Allerdings birgt der Prozess zahlreiche Herausforderungen, von fehlender Zeit bis hin zu baurechtlichen Fragestellungen. In diesem Artikel werden praxisnahe Tipps, Empfehlungen und erforderliche Schritte vorgestellt, die bei der Renovierung von bewohnten Räumen eine zentrale Rolle spielen.


Planung und Organisation: Der Schlüssel zum Erfolg

Die Renovierung von Räumen, die in der Zwischenzeit weiter bewohnt werden, erfordert eine besonders sorgfältige Planung. Laut Frank Michel, DIY-Akademiker, ist es entscheidend, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und die notwendigen Materialien sowie das Werkzeug bereits im Vorfeld zu besorgen. „Alle benötigten Sachen sollten auf einer Einkaufsliste stehen“, erläutert Michel. Nur so sei gewährleistet, dass alle Materialien zum Beginn der Arbeiten im Haus sind und unnötige Fahrten in den Baumarkt vermieden werden.

Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die zeitliche Planung. Michel betont: „Heimwerker sollten bei der Planung von Renovierungsarbeiten den Faktor Zeit nicht vernachlässigen.“ Ein realistischer Zeitplan ist unerlässlich, um die Arbeiten innerhalb der verfügbaren Zeitspanne – etwa an Abenden oder Wochenenden – erfolgreich zu bewältigen. Zudem sollte der Renovierungsplan auch Zeitreserven für unvorhersehbare Probleme enthalten, wie Susanne Woelk von der Aktion „Das sichere Haus“ in Hamburg betont.

Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Institute, mahnt zudem, dass die Vorarbeiten wie Abkleben und Auslegen von Folien oft unterschätzt werden. „Es dauert fast genau so lange wie das Streichen selbst. Ohne solche Vorarbeiten lasse sich jedoch nicht fachgerecht arbeiten.“


Schrittweise Vorgehen: Ein Zimmer nach dem anderen

Ein weiterer Empfehlung, um Chaos und Stress zu vermeiden, ist es, die Renovierungsarbeiten schrittweise vorzunehmen. „Der Heimwerker darf auch nicht die eigene Kraft überschätzen“, mahnt Küper. „Wer eine bewohnte Wohnung komplett renovieren will, sollte stets nur ein Zimmer in Arbeit haben und die Räume nacheinander fertig stellen.“ Dieser Ansatz sorgt für eine bessere Übersicht und ermöglicht es, den Alltag im Haushalt weitgehend ungestört fortzusetzen.

Zudem ist es wichtig, dass die Renovierungsarbeiten so durchgeführt werden, dass andere Räume nicht durch Schmutz oder Staub beeinträchtigt werden. Dies ist insbesondere bei umfangreichen Umbauten wie z. B. einer Kellerrenovierung von Bedeutung. Stuckateur-Linse betont, dass bei solchen Projekten besondere Sorgfalt auf die Staub- und Schmutzverhütung gelegt werden sollte, um die Lebensqualität auch während der Arbeiten zu erhalten.


Materialien und Vorbereitung: Akklimatisierung und Spezialwerkzeug

Bei der Auswahl der Materialien ist nicht nur die Qualität entscheidend, sondern auch die Planung hinsichtlich der Vorbereitung. Ein Teppichboden oder Parkett benötigt beispielsweise eine gewisse Akklimatisierungsphase, bevor er verlegt werden kann. Laut Helmut Klingenberger vom Deutschen Teppich-Forschungsinstitut in Aachen muss ein Teppichboden sich mindestens eine Nacht im Raum akklimatisieren, um Schrumpfung oder Dehnung zu vermeiden. Ebenso wichtig ist es, dass Parkett vor der Verlegung eine Anpassungsphase durchläuft.

Auch im Hinblick auf das Werkzeug ist eine gute Vorbereitung erforderlich. Michel betont: „Unnötige und zeitraubende Fahrten in den Baumarkt lassen sich so vermeiden.“ Falls Spezialwerkzeug benötigt wird, sollte bereits im Vorfeld geprüft werden, ob es vorhanden ist oder mietet/gekauft werden muss.


Renovieren in der Mietwohnung: Pflichten und Rechte

Für Mieter gibt es besondere Aspekte zu beachten. Laut den Angaben im Ratgeber der vonovia AG ist der Mieter verpflichtet, bei Bedarf sogenannte Schönheitsreparaturen vorzunehmen. So sind beispielsweise in der Regel die Wände im Wohnzimmer nach acht Jahren zu streichen, in der Küche nach fünf Jahren. Allerdings sind Mieter nicht verpflichtet, alle Renovierungsarbeiten selbst durchzuführen. Bei einer Renovierung ist es zudem wichtig, den Vermieter frühzeitig zu informieren. Ropertz empfiehlt, vor umfangreichen Modernisierungen eine schriftliche Vereinbarung mit dem Vermieter abzuschließen, um eventuelle Streitigkeiten im Nachhinein zu vermeiden.

Wichtig ist auch zu wissen, welche Renovierungsmaßnahmen erlaubt sind. Generell gilt: Alle Maßnahmen, die nicht in die Bausubstanz eingreifen, sind erlaubt. So dürfen Mieter beispielsweise Wände und Türen in ihre gewünschte Farbe streichen oder Böden wie Laminat oder Teppichboden verlegen. Beim Auszug kann der Vermieter jedoch verlangen, dass solche Änderungen rückgängig gemacht werden.


Baurechtliche Aspekte: Genehmigungen und Rechtliche Hürden

Bei Renovierungsarbeiten, die über die sogenannten Schönheitsreparaturen hinausgehen, können baurechtliche Hürden auftreten. So ist beispielsweise bei Änderungen an der Bausubstanz, wie dem Anbringen von Fliesen oder der Installation von neuen Sanitärobjekten, oft eine Baugenehmigung erforderlich. Ludger Küper betont, dass Mieter bei solchen Arbeiten immer die Zustimmung des Vermieters einholen müssen, da es sich um Eingriffe in die Bausubstanz handelt.

Die Beantragung der Baugenehmigung kann für Laien oft eine Herausforderung darstellen. Stuckateur-Linse bietet in solchen Fällen Unterstützung an: „Ohne baurechtliche Kenntnisse kann das zum echten Stressfaktor werden und hohen Zeitaufwand bedeuten. Auf Ihren Wunsch hin übernehmen wir gern die Antragstellung, sodass Sie sich nicht mit Statik, VOB und Formularen belasten müssen.“


Kellerrenovierung: Herausforderungen und Vorteile

Eine besondere Form der Renovierung von bewohnten Räumen ist die Umwandlung eines Kellers in einen lebenswerten Wohnbereich. Laut der Deutschen Bauvermittlung ist dies zwar aufwendiger als die Renovierung von Räumen im Erd- oder Obergeschoss, aber lohnenswert. Gründe dafür können beispielsweise der Mangel an Wohnfläche oder der Wunsch nach einem Hobby- oder Gästezimmer sein.

Vor einer Kellerrenovierung ist jedoch eine gründliche Prüfung der Dichtigkeit und Dämmung erforderlich. Bei alten Gebäuden kann es vorkommen, dass Wasser in die Kellerwände oder die Bodenplatte eindringt. In solchen Fällen ist vor der Renovierung eine Kellerabdichtung unerlässlich, um Schimmelbildung und Feuchtigkeit zu verhindern.

Zudem ist bei ungedämmten Kellern eine ausreichende Isolierung wichtig, da das umgebende Erdreich Kälte speichert. Ohne Dämmung könnten die Räume selbst im Sommer kühl bleiben und höhere Heizkosten verursachen. Zudem besteht das Risiko von Kondensation, die zu feuchten Wänden führen kann.


Kosten und Finanzierung: Was muss man einkalkulieren?

Die Kosten für eine Renovierung variieren je nach Umfang der Arbeiten. Laut der Angaben des Schwäbisch Hall Portals beginnt eine umfassende Renovierung der Küche beispielsweise bei etwa 5.000 Euro. Bei Renovierungsarbeiten wie Tapezieren, Streichen oder Verputzen gelten die Standardkosten, die in der Regel im niedrigen bis mittleren Bereich liegen.

Für Mieter, die Renovierungskosten steuerlich geltend machen möchten, ist es wichtig, zwischen sogenannten Schönheitsreparaturen und baulichen Maßnahmen zu unterscheiden. Erstere sind im Rahmen der Mietzinsberechnung ggf. steuerlich abzugsfähig, letztere hingegen meist nicht. Für detaillierte Informationen wird eine persönliche Beratung durch Steuerberater empfohlen.


Vorteile einer Renovierung: Mehr Wohnqualität und Lebensfreude

Die Renovierung von Räumen, ob in Eigenregie oder mit Fachbetrieben, hat zahlreiche Vorteile. So kann eine sorgfältig durchgeführte Renovierung die Wohnqualität erheblich steigern und langfristig Kosten sparen. Zudem kann sie den Alltag in der Wohnung verbessern, indem beispielsweise modernisierte Küchen, geflieste Bäder oder neu gestaltete Wohnzimmer bequem und funktionell genutzt werden.

Für Mieter ist es zudem wichtig, zu erkennen, dass Renovierungsarbeiten nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine Gelegenheit sind, die Wohnung individuell zu gestalten. Eine Renovierung kann also zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen und den Wohnumfeld positiv beeinflussen.


Fazit

Die Renovierung von bewohnten Räumen erfordert eine sorgfältige Planung, eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und eine gut durchdachte Organisation. Ob im Eigenheim oder in der Mietwohnung – eine Renovierung kann die Wohnqualität erheblich steigern und langfristig Kosten sparen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Schrittweise Vorgehensweise, der Vorbereitung der Materialien und dem baurechtlichen Aspekt. Zudem ist es wichtig, bei Renovierungsarbeiten in Mietwohnungen die Pflichten und Rechte zu kennen und den Vermieter frühzeitig zu informieren.

Durch eine gute Planung und fachgerechte Ausführung kann eine Renovierung nicht nur die Lebensqualität steigern, sondern auch den Wert einer Immobilie erhöhen. Egal ob im Keller oder im Wohnzimmer – die richtigen Maßnahmen und ein realistischer Zeitplan sind der Schlüssel zum Erfolg.


Quellen

  1. Masterplan vermeidet Stress beim Renovieren
  2. Kellerrenovierung
  3. Stuckateur Linse – Sanierung ohne Stress
  4. Tipps zum Renovieren – vonovia
  5. Kosten Sanieren und Renovieren

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