Die Elektrik in alten Wohngebäuden, insbesondere solchen aus den 50er- bis 70er-Jahren, ist oftmals den Anforderungen heutiger Energieeffizienz und Sicherheitsstandards nicht mehr gewachsen. Insbesondere bei der Sanierung oder Modernisierung eines Altbaus stellt sich die Frage, wie und wann eine Erneuerung der Elektrik notwendig wird. Laut mehreren Quellen ist eine fachmännische Sanierung der Elektroinstallation ein zentraler Baustein für die langfristige Sicherheit, Effizienz und Wertsteigerung eines Gebäudes. Der richtige Zeitpunkt für eine Sanierung wird in der Regel ab 30 bis 40 Jahren nach Errichtung der Installation angenommen, wobei deutliche Anzeichen wie häufige Stromausfälle, alte Sicherungskästen, sichtbare Schäden oder eine Überlastung der Leitungen auf einen dringenden Sanbedarf hindeuten. Eine umfassende Überprüfung des Hausanschluss- und Sicherungskastens ist hierfür unerlässlich, da brüchige Kabel oder blankliegende Adern unmittelbar auf ein erhebliches Sicherheitsrisiko hindeuten. Die Norm DIN 18015-2 legt die Mindestausstattung für elektrische Anlagen in Wohngebäuden fest, wobei die Einhaltung dieser Vorschriften für eine reibungslose und sichere Elektroinstallation unerlässlich ist.
Die Entscheidung zwischen einer Teilsanierung und einer umfassenden Sanierung hängt maßgeblich vom Zustand der bestehenden Elektrik ab. Bei lediglich veralteten Schaltwerken, alten Steckdosen oder einem veralteten Sicherungskasten ist gelegentlich eine Teilsanierung ausreichend. Im Gegensatz dazu ist eine Vollsanierung notwendig, wenn die gesamte Verkabelung veraltet, unsicher oder nicht den heutigen Anforderungen entspricht. Besonders bei Wohnungen oder Häusern mit einer Elektroinstallation älter als 30 Jahre wird eine umfassende Modernisierung empfohlen, um Brandgefahren und technische Engpässe zu beseitigen. Die Stromverteilung im Sicherungskasten kann ebenfalls Aufschluss über den Bedarf geben: In den 50er- und 60er-Jahren reichten oft lediglich drei Stromkreise für Licht, Herd und Steckdosen aus. Heute ist eine Aufteilung in mehrere, voneinander getrennte Stromkreise notwendig, um eine Dauerbelastung der Leitungen zu vermeiden. Eine Überhitzung der Leitungen durch zu geringen Querschnitt ist eine bekannte Ursache für Kurzschlüsse und im schlimmsten Fall Kabelbrände.
Für die Planung der Sanierung ist eine sorgfältige Überprüfung der bestehenden Verkabelung notwendig. Dabei gilt es, auf verschiedene Anzeichen zu achten. In einigen Fällen deuten bereits sichtbare Schäden an Kabeln, wie zersplitternde Isolierungen oder offene Adern, auf eine mangelhafte Qualität oder Abnutzung hin. Zudem ist die Verwendung von dreiadrigem Kabel seit 1973 vorgeschrieben, wobei der sogenannte Schutzleiter (Erdung) damals in gelb-grüner Farbgebung und der Neutralleiter (vorher grau) in blauer Farbgebung erfasst werden musste. Vor der Sanierung ist zwingend sicherzustellen, dass das Kabel spannungsfrei ist. Insbesondere bei Reparaturen am Stecker oder an der Kabelverbindung ist stets Vorsicht geboten, um Unfälle zu vermeiden. Bei Unsicherheiten oder komplexen Arbeiten ist der Einsatz eines Elektrofachmannes ratsam, da die Einhaltung von Vorschriften und Sicherheitsstandards höchste Bedeutung besitzt.
Die Kosten für eine Elektrosanierung liegen je nach Umfang, Ausführung und verwendeten Materialien zwischen 80 und 150 Euro pro Quadratmeter. Diese Kalkulation umfasst meist die komplette Neuverlegung der Kabel, das Anbringen von Leerrohren, das Einsetzen neuer Schalter und Steckdosen, sowie die Inbetriebnahme durch Fachpersonal. Um die Kosten zu senken, empfiehlt es sich, Teile der Vorarbeiten selbst vorzunehmen. Dazu zählt beispielsweise das Anfertigen von Schlitzen im Mauerwerk, das Einsetzen von Dosen in der Wand und das Verlegen der Kabel nach Plan. Diese Arbeiten sind zeitaufwendig und erfordern eine sorgfältige Vorbereitung, da sie den größten Teil der Arbeitsleistung ausmachen. Die Arbeiten werden meist an einer Stelle durchgeführt, an der die Kabel unsichtbar im Mauerwerk verlegt werden. Dazu werden entweder mit einem Winkelschleifer oder einer speziellen Mauernutfräse Schlitze in die Wand gebohrt, wobei die passende Breite und Tiefe festgelegt werden muss. Es ist wichtig, dabei sicherzustellen, dass dabei keine anderen Leitungen oder Installationen beschädigt werden. Die Kabel werden mit speziellen Nägeln oder Schellen in der Mauernut befestigt und anschließend mit Gips zugespachtelt, um eine sichere und optisch ansprechende Verlegung zu gewährleisten.
Ein zentraler Punkt bei der Sanierung ist zudem die sogenannte sternförmige Verkabelung. Diese Methode ermöglicht eine höhere Flexibilität bei späteren Änderungen, da jedes Kabel direkt zum Hauptverteiler führt. Sie sorgt zudem dafür, dass Störungen an einem Punkt nicht die gesamte Stromversorgung beeinträchtigen. Die Neuverlegung der Steigleitungen erfolgt dabei empfohlenermaßen im Bereich der Flure, da hier die Zugänglichkeit für spätere Arbeiten deutlich verbessert wird. Zudem ist die Planung der Steckdosen und Schalter besonders wichtig. Hierbei ist es ratsam, eine Schablone zu verwenden, um die Löcher für mehrere Dosen sauber und geradlinig anzulegen. Ohne solche Hilfsmittel besteht die Gefahr, dass die Bohrlöcher nicht exakt ausfallen, was zu einer schlechten Verlegung und damit zu späteren Reparaturarbeiten führen kann.
Für die Durchführung der Arbeiten ist es ratsam, zunächst mit dem zuständigen Elekrofachmann abzustimmen, welche Arbeiten eigenständig erledigt werden dürfen und welche ausschließlich durch einen Fachmann durchgeführt werden müssen. Besonders sensible Aufgaben, wie das Anschließen der Leitungen am Sicherungskasten, das Einbauen von FI-Schaltern oder die endgültige Prüfung und Inbetriebnahme der Anlage, dürfen nicht von Laien durchgeführt werden. Dies ist gesetzlich geregelt und dient dem Schutz der Nutzer. Die Abnahme der Elektroinstallation muss stets durch einen qualifizierten Elekrofachmann erfolgen, um sicherzustellen, dass alle Vorschriften und Normen eingehalten werden. Ohne die fachgerechte Inbetriebnahme ist die gesamte Sanierung nicht rechtskräftig und kann im schlimmsten Fall zu Versicherungsstreichungen führen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Förderung durch staatliche Stellen. Besonders die KfW-Bank bietet zinsvergünstigte Kredite und Tilgungszuschüsse für Maßnahmen der energetischen Sanierung an, darunter auch die Erneuerung der Elektroinstallation. Diese Förderung kann die Kosten für eine umfassende Sanierung deutlich senken und ist daher für viele Eigentümer eine sinnvolle Erleichterung. Es lohnt sich daher, vor Beginn der Maßnahmen die Förderbedingungen der KfW oder anderer Förderstellen zu prüfen.
Neben der umfassenden Sanierung ist auch die Erneuerung einzelner Komponenten möglich. So lässt sich beispielsweise ein alter Stecker durch einen neuen ersetzen, der nachhaltiger und sicherer ist. Die dafür notwendigen Schritte sind einfach zu erlernen: Zunächst muss das Kabel von der Stromquelle getrennt werden. Danach wird das Kabel ein Stück oberhalb der beschädigten Stelle abgeschnitten, um eine saubere Kante zu erzielen. Die äußere Isolierung wird dabei etwa 2 Zentimeter abgezogen, wobei darauf geachtet werden muss, dass dabei die darunterliegenden Adern nicht verletzt werden. Danach werden die einzelnen Adern mit einer Abisolierzange auf etwa 1 bis 1,5 Zentimeter abgeschieden. Besonders bei flexiblen Adern ist es ratsam, sie mit Aderendhülsen zu versehen, um eine sichere Verbindung herzustellen. Diese Hülsen werden mit einer speziellen Zange festgedrückt, wodurch eine dauerhafte und sichere Verbindung entsteht. Der gesamte Vorgang ist übersichtlich und kann von jedem selbständig durchgeführt werden, sofern Vorsicht und sorgfältige Arbeit gegeben sind.
Ein weiterer Ansatzpunkt zur Sanierung ist die Überprüfung der Kabelquerschnitte. Sind sie zu gering bemessen, um die heutigen Geräte mit ausreichend Strom zu versorgen, entsteht Wärme, die zu einer Beschädigung der Isolierung führen kann. Besonders bei Geräten mit hohem Leistungsbedarf, wie Haushaltsgeräten, Heizgeräten oder Geräten mit Elektromotoren, ist dies problematisch. Eine Überhitzung der Leitungen kann im schlimmsten Fall zu einem Kurzschluss und somit zu einem Brand führen. Daher ist eine Überprüfung der Leitungsquerschnitte unerlässlich, um die Sicherheit der gesamten Elektroinstallation zu gewährleisten.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass eine Sanierung der Elektrik im Altbau notwendig ist, um die Sicherheit, Effizienz und Lebensdauer einer Immobilie zu sichern. Die Entscheidung für eine Teilsanierung oder Vollsanierung hängt vom Zustand der bestehenden Elektrik ab. Für viele Bauherren ist eine Kombination aus Eigenleistung und fachmännischer Abnahme die kostengünstigste und sinnvollste Lösung. Die Vorarbeiten wie das Anfertigen von Schlitzen, das Einsetzen von Dosen und das Verlegen der Kabel können von Laien durchgeführt werden. Die kritischen Bausteine wie Anschluss am Sicherungskasten, Einbau von Schaltern und die endgültige Inbetriebnahme hingegen müssen immer durch einen qualifizierten Elekrofachmann erfolgen. Zudem ist die Förderung durch die KfW ein wichtiger Faktor, um die Kosten zu senken.
Die Elektrosanierung ist ein Schritt, der sich lohnt – sowohl aus baulicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht. Eine sichere und moderne Elektrik erhöht den Wert einer Immobilie nachhaltig und sichert die Zukunftsfähigkeit des Gebäudes. Besonders bei der Planung von Maßnahmen im Innenbereich ist es wichtig, auf die richtige Vorgehensweise zu achten, um Störungen oder Schäden an der Bauteilstruktur zu vermeiden. Eine sorgfältige Vorbereitung, die Einhaltung von Vorschriften und die enge Abstimmung mit dem zuständigen Fachmann sind die Grundvoraussetzungen für eine gelungene Sanierung.
Fazit
Die Sanierung der Elektrik in Altbauten ist eine notwendige Maßnahme zur Sicherstellung von Sicherheit, Leistungsfähigkeit und langfristiger Nutzung einer Immobilie. Der richtige Zeitpunkt für eine Erneuerung liegt meist ab 30 bis 40 Jahren nach Errichtung der Elektrik. Anzeichen wie häufige Stromausfälle, sichtbare Schäden, überalterte Sicherungskästen oder eine Überlastung der Leitungen deuten auf einen erheblichen Sanbedarf hin. Eine umfassende Überprüfung des Haussicherungskastens und der Kabelverkabelung ist unerlässlich. Eine Teilsanierung ist ausreichend, wenn lediglich einzelne Komponenten wie Steckdosen, Schalter oder der Sicherungskasten ausgetauscht werden müssen. Eine Vollsanierung hingegen ist bei umfassend veralteten oder unsicheren Leitungen ratsam, um Brandgefahren und technische Engpässe zu beseitigen. Die Kosten für eine Elektrosanierung liegen zwischen 80 und 150 Euro pro Quadratmeter, wobei Eigenleistungen und staatliche Förderungen wie KfW-Kredite oder Tilgungszuschüsse die Kosten senken können. Wichtig ist, dass lediglich vorbereitende Arbeiten wie das Anfertigen von Schlitzen oder das Verlegen von Kabeln von Laien durchgeführt werden dürfen. Der Anschluss, die Inbetriebnahme und die endgültige Abnahme müssen immer durch einen Elektrofachmann erfolgen. Die Einhaltung der Norm DIN 18015-2 und die sorgfältige Planung der Stromkreise sichern die dauerhafte Sicherheit und Effizienz der Elektrik. Eine sorgfältige Vorbereitung, klare Abstimmung mit dem Fachmann und die sorgfältige Auswahl der Materialien sind entscheidend für den Erfolg der Sanierung.