Kosten und Prozess der Fassadenrenovierung mit Gewebe: Ein Leitfaden für Eigentümer und Handwerker

Die Renovierung einer Fassade ist eine zentrale Maßnahme, um die Energieeffizienz, das Erscheinungsbild und die Widerstandsfähigkeit eines Gebäudes zu verbessern. Insbesondere bei Altbauten ist es häufig notwendig, die Fassade zu erneuern, um Schäden durch Witterungseinflüsse, Algenbewuchs oder Putzabplatzungen zu beheben. Ein besonders verbreiteter Ansatz in der Fassadenrenovierung ist die Verwendung von Armierungsputz mit Gewebe, der sowohl Schutz als auch Langlebigkeit gewährleistet. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Übersicht über die Kosten, den Ablauf der Arbeiten sowie die Materialien, die bei einer Fassadenrenovierung mit Gewebe eingesetzt werden.


Einführung: Warum Fassadenrenovierung mit Gewebe?

Fassaden aus den 1960er bis 1980er Jahren weisen oft altersbedingte Schäden auf, wie Rissbildungen, Ablösung des Putzes oder Feuchtigkeitseinträge. In solchen Fällen ist eine Renovierung nicht nur kosmetisch notwendig, sondern auch strukturell. Eine Fassadenrenovierung mit Armierungsputz und Gewebe bietet eine solide Lösung, um diese Probleme zu beheben. Die Kombination aus Tiefgrund, Armierungsputz, Glasfasermatten und einer diffusionsoffenen Endbeschichtung sorgt für eine langlebige, witterungsbeständige Fassade, die zudem energetisch effizient sein kann.


Kosten der Fassadenrenovierung mit Gewebe

Die Kosten für eine Fassadenrenovierung mit Gewebe hängen stark von der Ausgangssituation, dem Umfang der Arbeiten, der Materialwahl und der Region ab. In der Praxis werden die Kosten pro Quadratmeter berechnet. Die Preise variieren zwischen ca. 79 €/m² und 130 €/m², je nachdem, ob eine Teilsanierung, eine umfassende Renovierung oder eine Dämmung mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) durchgeführt wird.

Kostenbeispiele aus der Praxis

  • Teilsanierung mit Gewebeputz: Bei einem Altbau in Hannover, dessen Fassade mit Efeu bewachsen war, lag der Quadratmeterpreis bei 79 €/m². Die Arbeiten umfassten das Entfernen des alten Putzes, das Grundieren der Fläche, das Auftragen des Armierungsputzes mit eingebetteter Glasfasermatte sowie die Endbeschichtung mit diffusionsoffenem Kratzputz.¹
  • Armierungsputz an einem Reihenendhaus: Bei einem Reihenendhaus, dessen Fassade stark gerissen war, wurden die Kosten für 100 m² Armierungsputz inklusive Gerüstbau und Material auf 8.000 € geschätzt, was einem Quadratmeterpreis von 80 €/m² entspricht.²
  • Fassadensanierung mit WDVS: In einem Fallbeispiel wurde ein Einfamilienhaus mit einer 16 cm starken Steinwolldämmung saniert. Die Kosten beliefen sich auf 24.000 € für 200 m² Fassadenfläche, was einem Quadratmeterpreis von 120 €/m² entspricht.³

Preisbereiche nach Arbeiten

Ein Überblick über die typischen Preisbereiche für verschiedene Renovierungsmaßnahmen:

Arbeiten Preisbereich (€/m²)
Teilsanierung mit Gewebeputz 79 – 100
Fassadenanstrich mit Silikonharz 25 – 30
Armierungsputz (ohne Dämmung) 80 – 100
WDVS mit Dämmung 78 – 129
Fassadensanierung (Reinigung, Putz, Anstrich) 100 – 170
Teilsanierung (lokale Reparaturen) 100 – 170
Fassadenanstrich mit Lotuseffekt 29 – 40

Quellen:²,³,⁴


Ablauf der Fassadenrenovierung mit Gewebe

Die Renovierung einer Fassade mit Gewebeputz erfordert eine sorgfältige Planung und Durchführung. Der Prozess besteht in der Regel aus mehreren Schritten, die je nach Ausgangssituation variieren können.

1. Vorbereitung und Analyse

  • Bewuchs entfernen: Bei Efeu oder anderen Pflanzen ist eine gründliche Entfernung erforderlich, da der Wurzelbewuchs den Putz locker gemacht haben kann.
  • Altputz entfernen: Lose Putzflächen müssen mechanisch abgeschlagen werden, um eine stabile Grundfläche zu schaffen.
  • Feuchteprüfung: Vor dem Beginn der Renovierung wird die Fassade auf Feuchtigkeit getestet. Feuchte Putzflächen können die Haltbarkeit des neuen Materials beeinträchtigen.

2. Grundierung

  • Tiefgrund auftragen: Der Tiefgrund bindet die Putzflächen aneinander und verhindert das Aufquellen des Materials. Er wird auf die gesamte Fassade aufgetragen und gut trocknen gelassen.

3. Armierung

  • Armierungsputz auftragen: Ein spezieller Armierungsmörtel wird auf die Fläche aufgespachtelt. Dieser dient als Untergrund für die Gewebeeinlage.
  • Glasfasermatte einbetten: Die Glasfasermatte wird in den Armierungsmörtel eingebettet und um Ecken und Kanten überlappt. Dies sorgt für zusätzliche Stabilität und Rissvermeidung.
  • Eckschutzschienen montieren: Um winklige Ecken zu schützen, werden Kunststoff-Eckschutzschienen montiert, die eine gleichmäßige Armierung gewährleisten.

4. Endbeschichtung

  • Kratzputz oder Silikonharzanstrich: Nach dem Einbetten der Matte wird eine Endbeschichtung aufgetragen. Hierbei wird meist ein diffusionsoffener Kratzputz mit 2 mm Kornstärke verwendet, der sowohl wasserabweisend als auch dampfdurchlässig ist.
  • Farbauswahl: Bei Anstrichen ist die Wahl der Farbe entscheidend für das Erscheinungsbild. Im Beispiel eines Einfamilienhauses wurde eine Silikonharzfassadenfarbe im Farbton Bast verwendet.²

5. Abnahme und Pflege

  • Endkontrolle: Nach Abschluss der Arbeiten wird die Fassade auf Risse, Unebenheiten und Farbverläufe geprüft.
  • Pflegehinweise: Der Eigentümer sollte sich über die Pflege der neuen Fassade informieren, insbesondere wenn es um Witterungsresistenz und Reinigung geht.

Materialien und Techniken

Die Wahl der Materialien ist entscheidend für die Haltbarkeit und Energieeffizienz der neuen Fassade. Im Folgenden werden die wichtigsten Materialien und Techniken bei der Fassadenrenovierung mit Gewebe beschrieben.

1. Tiefgrund

  • Zweck: Der Tiefgrund dient dazu, die Putzflächen zu binden und eine gleichmäßige Aufnahme des Armierungsmörtels zu ermöglichen.
  • Eigenschaften: Witterungsbeständig, diffusionsoffen, wasserabweisend.

2. Armierungsmörtel

  • Zweck: Der Armierungsmörtel dient als Träger für die Gewebeeinlage und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Belastung.
  • Eigenschaften: Hochfest, witterungsbeständig, gut verarbeitbar.

3. Glasfasermatte

  • Zweck: Die Glasfasermatte verhindert Rissbildungen und sorgt für eine zusätzliche Stabilität der Fassade.
  • Eigenschaften: Widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, UV-beständig, leicht verarbeitbar.

4. Endbeschichtung

  • Kratzputz: Ein diffusionsoffener Putz mit Struktur, der eine natürliche Optik und gute Witterungsbeständigkeit bietet.
  • Silikonharzanstrich: Ein wasserabweisender Anstrich, der sich besonders für trockene Fassaden eignet und eine glatte, saubere Optik bietet.
  • Lotuseffektanstrich: Ein spezieller Anstrich, der Schmutz und Regen abperlt und somit eine geringere Pflege erfordert.

Fördertipps für Fassadenrenovierung

Die Renovierung einer Fassade kann in den Genuss staatlicher Förderungen kommen, insbesondere wenn sie energetisch sinnvoll ist.

1. KfW-Förderprogramm 261

  • Zweck: Förderung von Sanierungen, die zu einem Effizienzhaus führen.
  • Kredit: Bis zu 150.000 € zinsgünstig.
  • Zuschuss: Maximal 37.500 € Tilgungszuschuss.⁴

2. BAFA-Förderung

  • Zweck: Förderung einzelner Sanierungsmaßnahmen wie Fassadendämmung.
  • Zuschuss: 15 % der Investitionskosten, max. 9.000 €.⁴

Fazit

Die Renovierung einer Fassade mit Gewebeputz ist eine effektive Methode, um Schäden an der Fassade zu beheben, die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und den Energieverbrauch zu reduzieren. Die Kosten variieren zwischen 79 €/m² und 130 €/m², abhängig von der Ausgangssituation und den eingesetzten Materialien. Der Ablauf umfasst mehrere Schritte, von der Vorbereitung über die Grundierung bis hin zur Endbeschichtung. Wichtig ist, dass die Arbeiten fachgerecht durchgeführt werden, um die Haltbarkeit und Energieeffizienz der Fassade zu gewährleisten. Zudem stehen staatliche Förderungen zur Verfügung, die die Kosten für Eigentümer reduzieren können.


Quellen

  1. Fassade mit Gewebematte verputzen – Kosten ab 79 €/qm
  2. Kosten Fassadenanstrich
  3. Baukostenrechner Fassaden
  4. Fassadensanierung – Gira Magazin

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