Holzfenster mit Zweifachverglasung: Renovierungskosten, Energieeffizienz und Alternativen

Einleitung

Holzfenster sind ein klassisches Element in vielen Altbauten und tragen oft zur architektonischen Identität eines Hauses bei. Insbesondere in denkmalgeschützten Gebäuden ist der Erhalt der ursprünglichen Fenster oft vorgeschrieben, was bedeutet, dass eine Renovierung bevorzugt wird, statt ein kompletter Austausch. Viele dieser Holzfenster sind jedoch mit Einfach- oder Zweifachverglasung ausgestattet, was in der heutigen Zeit aus energieeffizienzerwägungen oft nicht mehr ausreicht. In diesem Artikel werden die Kosten, die notwendigen Arbeiten und die Alternativen bei der Renovierung von Holzfenstern mit Zweifachverglasung behandelt. Zudem wird beleuchtet, welche Energieeinsparungen durch den Einbau moderner Verglasungen möglich sind.

Kosten der Renovierung

Die Renovierung von Holzfenstern mit Zweifachverglasung ist in der Regel eine kosteneffiziente Alternative zum Austausch durch neue Fenster. Die Preisspanne hängt stark vom Zustand der Fenster ab. Ein Holzfenster in gutem Zustand lässt sich bereits ab ca. 120 bis 150 Euro renovieren. Bei abblätterndem Lack und kleineren Schäden steigen die Kosten auf 180 bis 250 Euro. Bei größeren Schäden, wie z. B. defekten Dichtungen, erhöhen sich die Kosten auf 250 bis 300 Euro. Einfache Auffrischungen, wie das Erneuern der Lasur, können bereits ab 80 bis 100 Euro abgedeckt werden.

Diese Preise beinhalten typische Renovierungsarbeiten wie Untergrundreinigung, Entfernen abblätternder Farbe, Anschleifen, Spachteln, Dichtungserneuerung und mehrfache Lackierung. Die Stundensätze für Handwerker variieren regional. In Bayern, zum Beispiel, liegen die Stundenlöhne bei ca. 40 bis 50 Euro. Es ist wichtig zu beachten, dass die Renovierungskosten stark davon abhängen, wie viel Vorbereitung nötig ist und ob zusätzliche Maßnahmen wie Dichtungswechsel erforderlich sind.

Arbeiten bei der Renovierung

Die Renovierung von Holzfenstern erfordert mehr als nur das Anstricharbeiten. Vor dem Lackieren müssen diverse Schritte durchgeführt werden, um eine langfristige, hochwertige Ergebnis zu gewährleisten:

  • Untergrundreinigung: Das Entfernen von abblätternden Farbschichten ist entscheidend, um eine gute Haftung des neuen Anstrichs zu ermöglichen.
  • Schleifen: Alte Lacke werden mit Hand- oder Elektroschleifern abgetragen. Bei empfindlichen Holzfenstern kann es sinnvoll sein, auf Heißluftföhne zu verzichten, um die Verglasung nicht zu beschädigen.
  • Spachteln und Glätten: Schadstellen werden mit Gips oder Holzspachtel gefüllt und geglättet.
  • Abkleben: Beschläge und angrenzende Bereiche werden abgeklebt, um unerwünschte Lackierungen zu vermeiden.
  • Voranstrich: Bei stark beanspruchten Oberflächen kann ein Voranstrich notwendig sein, um die Farbechtheit und Haftung zu optimieren.
  • Dichtungserneuerung: Die Dichtungen sollten ausgetauscht werden, um ein Leckstellen und ein besseres Dämmverhalten zu gewährleisten.
  • Mehrfache Lackierung oder Lasierung: Nach der Vorbereitung erfolgt die endgültige Lackierung oder Lasierung in mehreren Schichten.

Diese Schritte sind oft unerlässlich, um die Dichtigkeit, die Wärmedämmung und die Ästhetik des Fensters wiederherzustellen.

Energieeffizienz: Zweifach- oder Dreifachverglasung?

Zweifachverglasung war in der Vergangenheit eine gängige Alternative zu Einfachverglasung. Moderne Dreifachverglasung bietet jedoch deutlich bessere Wärmedämmung und Schallschutz. Ein Fenster mit Dreifachverglasung erreicht in der Regel einen U-Wert von ≤ 0,95 W/m²·K, während Zweifachverglasung oft Werte zwischen 1,1 und 1,5 W/m²·K aufweist. Dies bedeutet, dass Fenster mit Dreifachverglasung bis zu 40 % weniger Wärme verlieren als Fenster mit Zweifachverglasung.

Doch für viele Altbaubesitzer ist der Einbau von neuen Fenstern nicht möglich, da die Fenster aus denkmalpflegerischen Gründen erhalten bleiben müssen. Hier bietet sich die Nachrüstung mit Isolierverglasungen an. Ein Spezialfall ist die Dünnglas- oder Vakuumverglasung, die in historischen Fenstern montiert werden kann, ohne die Optik oder den ursprünglichen Rahmen zu beeinträchtigen.

Dünnglas

Dünnglas ist ein Spezialglas, das bei historischen Fenstern eingesetzt werden kann. Es hat eine Dicke von 8 bis 13 mm und erreicht einen Ug-Wert von bis zu 1,3 W/m²·K. Wird es in ein Kastenfenster eingebaut, kann sogar ein Ug-Wert von 1,0 W/m²·K erreicht werden. Dies ermöglicht eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz, ohne das historische Erscheinungsbild zu verändern.

Vakuumglas

Vakuumglas ist eine weitere Alternative, die in historischen Fenstern montiert werden kann. Bei einer Dicke von 8,3 mm erreicht Vakuumglas Werte zwischen 0,34 und 0,49 W/m²·K, was deutlich unter den Werten von Dreifachverglasung liegt. Zudem ist es optisch neutral und lässt sich gut in historische Fenster integrieren.

Vorteile einer Renovierung mit Zweifachverglasung

Trotz der Vorteile moderner Dreifachverglasung gibt es gute Gründe, eine Renovierung mit Zweifachverglasung in Betracht zu ziehen:

  • Kosteneffizienz: Die Renovierung ist deutlich günstiger als der Austausch durch neue Fenster.
  • Denkmalschutz: In denkmalgeschützten Gebäuden ist oft ein Fensteraustausch nicht erlaubt.
  • Erhalt der Originalstruktur: Das ursprüngliche Holzrahmen bleibt erhalten, was die architektonische Identität bewahrt.
  • Förderung: Mit der BAFA-Förderung oder KfW-Krediten können Renovierungsmaßnahmen finanziell unterstützt werden.
  • Langfristige Haltbarkeit: Eine sorgfältige Renovierung kann den Zustand der Fenster für mehrere Jahre erhalten.

Nachteile einer Renovierung mit Zweifachverglasung

Trotz der Vorteile gibt es auch einige Nachteile, die man berücksichtigen sollte:

  • Geringere Energieeffizienz: Zweifachverglasung erreicht nicht die Wärmedämmung von Dreifachverglasung.
  • Längerer Wartungsbedarf: Holzfenster benötigen in der Regel mehrfach im Jahr Wartung, da sie sich verziehen können und die Lackierung nachlässt.
  • Schadensanfälligkeit: Bei falscher Handhabung können die Fenster durch Feuchtigkeit oder Verformung beschädigt werden.
  • Begrenzte Förderung: Nicht alle Sanierungsmaßnahmen sind förderfähig. Nur Maßnahmen mit klar definierten Energieeinsparungen können von der BAFA oder KfW unterstützt werden.

Alternativen: Austausch oder Sanierung

Bei der Entscheidung zwischen Renovierung und Austausch gibt es mehrere Faktoren zu beachten:

  • Zustand des Fensters: Ist das Fenster stark beschädigt oder ausgedient, kann ein Austausch sinnvoller sein.
  • Denkmalschutz: Ist das Fenster in einem denkmalgeschützten Gebäude, kann ein Austausch nicht erlaubt sein.
  • Energieeffizienz: Bei hoher Heizkostenbelastung kann der Austausch durch energieeffiziente Fenster sinnvoll sein.
  • Förderung: Ein Austausch durch energieeffiziente Fenster kann von der BAFA oder KfW gefördert werden.
  • Langfrüstigkeit: Ein gut renoviertes Holzfenster kann 20 bis 30 Jahre halten, wohingegen ein Kunststofffenster bis zu 50 Jahre halten kann.

Bei einem Austausch können folgende Materialien eingesetzt werden:

  • Kunststofffenster: Günstig, wärmedämmend, aber optisch oft nicht in historische Gebäude integrierbar.
  • Holzfenster: Energieeffizient, aber mit höheren Wartungskosten.
  • Holz-Aluminiumfenster: Kombination aus Holz und Aluminium, gut isolierend und langlebig.
  • Kunststoff-Aluminiumfenster: Seltener, aber für den Neubau geeignet.
  • Aluminiumfenster: In Wohngebäuden selten, da sie schlecht isolieren.

Fazit

Die Renovierung von Holzfenstern mit Zweifachverglasung bietet eine gute Kombination aus Kostenersparnis, Erhalt des historischen Erscheinungsbildes und Energieeinsparung. Insbesondere in denkmalgeschützten Gebäuden ist der Erhalt der originalen Fenster oft vorgeschrieben, weshalb eine Renovierung bevorzugt wird. Mit der Nachrüstung von Isolierverglasungen wie Dünnglas oder Vakuumglas kann die Energieeffizienz verbessert werden, ohne die ursprüngliche Fensterstruktur zu verändern.

Trotz der Vorteile gibt es jedoch auch Nachteile wie geringere Dämmwerte im Vergleich zu Dreifachverglasung und der höhere Wartungsaufwand. Eine sorgfältige Planung und Ausführung ist daher entscheidend, um langfristige Ergebnisse zu erzielen. Bei der Entscheidung zwischen Renovierung und Austausch spielen Faktoren wie denkmalpflegerische Vorgaben, Energieeffizienz, Kosten und Wartung eine Rolle.

Quellen

  1. www.daibau.de/baukostenrechner/holzfenster
  2. www.energieheld.de/fenster/kosten
  3. www.fluegelup.de/info/holzfenster-renovieren-und-die-kosten.htm
  4. www.der-fenstersanierer.de/
  5. www.das-baudenkmal.de/wissenswertes/sanierung-und-renovierung/kosten/energieeffiziente-sanierung/fenster

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