Innenwände mit Putz renovieren – Vorteile, Arten und Anleitung

Die Renovierung von Innenwänden ist ein zentraler Bestandteil vieler Sanierungsprojekte in Wohnräumen. Putz als Alternative zur Tapezierung oder zur Verfliesung ist in den letzten Jahren zunehmend in Mode gekommen. Er bietet nicht nur optische Vorteile, sondern auch funktionale, wie z. B. die Dämmung, die Schallschutzfunktion und die Regulierung der Raumluftfeuchtigkeit. In diesem Artikel werden die verschiedenen Putzarten, die Vorteile des Putzen, die Schritte zum richtigen Verputzen sowie typische Fehlerquellen und deren Vermeidung behandelt.


Vorteile von Putz bei der Renovierung von Innenwänden

Die Verwendung von Putz zur Renovierung von Innenwänden hat gegenüber anderen Materialien wie Tapeten oder Fliessen einige klare Vorteile:

1. Optische Gestaltungsmöglichkeiten

Putz erlaubt eine Vielzahl von Strukturen und Oberflächen, die sich individuell an die Räume anpassen lassen. So können glatte, matte oder rauere Putze eingesetzt werden, um dem Raum eine besondere Note zu verleihen. Zudem ermöglicht der Putz eine gute Grundlage für spätere Anstriche oder Verschönerungen.

2. Funktionale Vorteile

Neben der Optik bietet Putz auch funktionale Vorteile. So kann er beispielsweise als raumklimatischer Putz eingesetzt werden, der die Luftfeuchtigkeit reguliert und das Wohnklima verbessert. Ein Beispiel hierfür ist der Lehmputz, der Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann. Zudem kann Putz als Teil eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) dienen, insbesondere im Außenbereich, wo er Wärmeverluste reduziert und den Energiebedarf senkt.

3. Langlebigkeit und Wartungsfreiheit

Putz ist in der Regel robust und langlebig, besonders wenn er fachgerecht aufgebracht wird. Im Vergleich zu Tapeten, die sich ablösen oder verblassen können, hält ein gut verputzter Putz über viele Jahre hinweg. Einige Putzarten sind auch spritzwasserfest oder feuchtigkeitsbeständig, was sie für Nassbereiche wie Bäder oder Küchen besonders geeignet macht.


Arten von Putz für Innenwände

Im Rahmen der Renovierung von Innenwänden können verschiedene Putzarten eingesetzt werden, wobei jede ihre eigenen Eigenschaften und Anwendungsbereiche hat. Im Folgenden werden die wichtigsten Putzarten vorgestellt:

1. Kalk-Zement-Putz

  • Eigenschaften: Robust, spröde, langlebig
  • Vorteile: Gut geeignet für Räume mit hoher Beanspruchung
  • Nachteile: Tendiert bei falscher Anwendung zu Rissen; weniger Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit als reiner Kalkputz

Der Kalk-Zement-Putz ist besonders bei Renovierungsarbeiten in Räumen mit hoher Belastung (z. B. Fluren) sinnvoll. Er ist zwar spröder als reiner Kalkputz, bietet aber mehr Stabilität. Allerdings sollte er in warmen Wandputzsystemen eingesetzt werden, um Rissbildung zu vermeiden.

2. Gipsputz

  • Eigenschaften: Feinkörnig, glatt, leicht verarbeitbar
  • Vorteile: Idealer Untergrund für Tapeten oder Farbanstriche; gut verarbeitbar
  • Nachteile: Empfindlich gegen Feuchtigkeit; nicht für Nassbereiche geeignet

Der Gipsputz ist ein klassischer Putz, der oft als Untergrund für Tapezierung oder Lackierung dient. Er ist aufgrund seiner glatten Konsistenz einfach zu verarbeiten und eignet sich daher besonders gut für Renovierungsarbeiten durch Laien oder Handwerker. Er sollte jedoch nicht in feuchten Räumen verwendet werden.

3. Kunstharzputz / Dispersionsputz

  • Eigenschaften: Gebrauchsfertige Mischung, organische Bindemittel (z. B. Acrylharze)
  • Vorteile: Einfach anzuwenden, hohe Flexibilität, wasserabweisend
  • Nachteile: Geringere Dämmwirkung als mineralische Putze; kann in der Langlebigkeit eingeschränkt sein

Kunstharzputze sind modern und werden oft als Dispersionsputze bezeichnet. Sie enthalten organische Bindemittel und sind daher besonders flexibel und wasserabweisend. Sie eignen sich gut für Räume, in denen eine gewisse Elastizität erforderlich ist, z. B. bei leicht feuchten Räumen oder bei Renovierungsarbeiten an alten Wänden.

4. Raumklimatische Putze (z. B. Lehmputz)

  • Eigenschaften: Natürliche Materialien, Feuchtigkeitsregulation
  • Vorteile: Verbessert das Raumklima, ist umweltfreundlich
  • Nachteile: Wärmedämmung geringer als bei WDVS; nicht für alle Räume geeignet

Raumklimatische Putze, insbesondere Lehmputz, sind aufgrund ihrer natürlichen Bestandteile und ihrer Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und abzugeben, für die Schaffung eines angenehmen Wohnklimas besonders wertvoll. Sie sind jedoch nicht für alle Räume geeignet und sollten sorgfältig ausgewählt werden.


Schritte zum richtigen Verputzen von Innenwänden

Das Verputzen von Innenwänden erfordert eine sorgfältige Vorbereitung, die richtige Auswahl des Putzes und eine präzise Ausführung. Im Folgenden werden die fünf wichtigsten Schritte beschrieben, die bei der Renovierung von Innenwänden mit Putz beachtet werden sollten.

1. Vorbereitung der Wand

Die Wand muss vor dem Verputzen sorgfältig vorbereitet werden. Dazu gehören:

  • Reinigung der Wandfläche (z. B. mit Seifenwasser oder Reiniger)
  • Entfernen von lose sitzendem Putz oder Tapeten
  • Ausbessern von Rissen, Löchern oder Unebenheiten mit Spachtelmasse
  • Trocknen der Wand und ggf. Grundierung

Die Vorbereitung ist entscheidend für die Haftung des Putzes und die Langlebigkeit der Renovierung. Eine unvorbereitete Wand kann dazu führen, dass der Putz sich ablöst oder Schäden aufweist.

2. Auswahl der richtigen Putzart

Die Wahl der richtigen Putzart hängt von der Funktion des Raumes, den örtlichen Gegebenheiten und den individuellen Wünschen ab. So ist beispielsweise ein Kalk-Zement-Putz für Räume mit hoher Belastung geeignet, während ein Gipsputz eher für Tapezierung oder Lackierung verwendet wird. Raumklimatische Putze sind dagegen ideal, um das Wohnklima zu verbessern.

3. Verputzen der Wand

Das eigentliche Verputzen erfordert handwerkliche Fähigkeiten und die richtige Technik. Wichtig ist:

  • Die richtige Konsistenz des Putzes
  • Gleichmäßige Auftragsstärke
  • Vermeidung von Rissen oder Unebenheiten
  • Trocknen lassen nach dem Verputzen

Es ist empfehlenswert, den Putz in mehreren Schichten aufzutragen, um eine gleichmäßige und feste Verbindung zwischen Putz und Wand zu erzielen.

4. Nachbearbeitung

Nach dem Verputzen kann die Wand nachbearbeitet werden, je nach gewünschtem Ergebnis. Dazu gehören:

  • Glätten der Oberfläche mit einem Schleifer oder Schleifpapier
  • Anstrichen oder Tapezierung
  • Dekorative Elemente wie Stuck oder Strukturputze

Die Nachbearbeitung ist besonders wichtig, wenn die Wand später lackiert oder tapeziert werden soll. Eine unvollständige oder falsche Nachbearbeitung kann zu Schäden führen.

5. Prüfung der Qualität

Nach Abschluss der Renovierung sollte die Wand auf Qualität und Funktion geprüft werden. Dazu gehören:

  • Visuelle Kontrolle auf Risse, Unebenheiten oder Löcher
  • Prüfung der Haftung des Putzes
  • Test der Funktion (z. B. bei raumklimatischem Putz die Feuchtigkeitsregulation)

Eine sorgfältige Prüfung ist entscheidend, um zukünftige Schäden oder Reparaturen zu vermeiden.


Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Renovierung mit Putz

Die Renovierung von Innenwänden mit Putz kann für Laien wie auch für Handwerker eine Herausforderung sein. Im Folgenden werden einige Tipps und Tricks vorgestellt, die bei der Renovierung helfen können:

1. Verwenden Sie die richtigen Werkzeuge

  • Spachtel
  • Schleifpapier
  • Putzschaber
  • Schleifmaschine (bei groben Unebenheiten)
  • Farbeimer und Löffel für die Putzmischung

Die Verwendung von hochwertigen Werkzeugen ist entscheidend für die Qualität der Renovierung. Billige oder ungenaue Werkzeuge können zu Schäden führen.

2. Wählen Sie die richtige Putzdicke

Die Putzdicke sollte individuell an die Wand und die gewünschten Ergebnisse angepasst werden. In der Regel beträgt die Dicke zwischen 2 mm und 5 mm. Eine zu dicke Schicht kann zu Rissen führen.

3. Vermeiden Sie häufige Fehler

  • Ungleichmäßige Putzdicken
  • Fehlende Grundierung
  • Falsche Putzart für den Raum
  • Falsche Trocknungsbedingungen

Diese Fehler können zu Schäden führen und die Langlebigkeit der Renovierung beeinträchtigen. Es ist daher wichtig, die Arbeit sorgfältig zu planen und auszuführen.


Wichtige Aspekte bei der Planung der Renovierung

Bei der Planung der Renovierung mit Putz gibt es einige Aspekte, die besonders berücksichtigt werden sollten:

1. Kosten

Die Kosten für die Renovierung hängen von der Putzart, der Größe der Fläche und der Arbeitskraft ab. So sind z. B. mineralische Putze in der Regel günstiger als raumklimatische Putze. Eine Kalkulation der Kosten vor Beginn der Arbeiten ist daher sinnvoll.

2. Zeitaufwand

Die Renovierung mit Putz kann etwas länger dauern als andere Methoden wie Tapezierung. So sind die Vorbereitung, das Verputzen, die Nachbearbeitung und die Trocknung zeitintensiv. Der Zeitaufwand sollte daher in die Planung einbezogen werden.

3. Handwerker vs. Eigenleistung

Die Renovierung kann entweder von einem handwerklichen Betrieb oder von Laien durchgeführt werden. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile. Ein Meisterbetrieb wie Gebrüder Hashani oder Henry Schweizer kann eine fachgerechte und sichere Ausführung garantieren, während Eigenleistungen Kosten sparen, aber mehr Zeit und Fähigkeiten erfordern.


Fazit

Die Renovierung von Innenwänden mit Putz ist eine bewusste Wahl, die zahlreiche Vorteile bietet. Von der optischen Gestaltung bis zur Funktion wie Wärmedämmung oder Feuchtigkeitsregulation ist Putz eine vielseitige Alternative zu Tapeten oder Fliessen. Die Auswahl der richtigen Putzart, die sorgfältige Vorbereitung und die fachgerechte Ausführung sind entscheidend für den Erfolg der Renovierung. Ob Laien oder Profis, wer die Arbeit sorgfältig plant und ausführt, kann sich langfristig über ein neues, attraktives und funktionales Raumgefühl freuen.


Quellen

  1. sanier.de – Richtig verputzen – Ratgeber mit allen Tipps & Tricks
  2. gebrder-hashani.de – Innen und Außenputz
  3. henryschweizer.de – Innenputzarbeiten
  4. mansholt-shop.de – Wand verputzen innen
  5. misspompadour.de – Wand reparieren

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