Einführung
Die Renovierung einer Wand oder Decke kann eine zeitaufwendige und kostspielige Aufgabe sein – insbesondere, wenn bereits Tapeten an den Wänden befestigt sind. Viele Eigentümer fragen sich deshalb, ob es möglich ist, direkt auf bestehende Tapeten zu renovieren, anstatt sie vollständig zu entfernen. Dieser Artikel untersucht, welche Tapetenarten sich für eine Renovierung ohne Entfernung eignen, welche Methoden fachgerecht angewandt werden können und welche Risiken und Einschränkungen dabei entstehen. Dabei wird ausschließlich auf die Informationen zurückgegriffen, die in den bereitgestellten Quellen enthalten sind.
Grundlagen der Tapetenrenovierung
Was bedeutet „Tapeten überzutapezieren“?
„Übertapezieren“ bezeichnet das Kleben einer neuen Tapete direkt auf eine bereits verklebte Tapete. Dieses Verfahren wird oft angewendet, wenn die Entfernung der alten Tapete aufwendig oder riskant ist. Allerdings ist es nicht immer empfohlen, da es zu Problemen wie Luftblasen, Schäden an der Wand oder einer ungleichmäßigen Haltbarkeit führen kann.
Warum ist die Entfernung der alten Tapete oft besser?
Professionelle Handwerker raten in der Regel davon ab, einfach über bestehende Tapeten zu tapezieren. Die Hauptgründe hierfür sind:
- Mangelnde Haltbarkeit: Tapeten kleben besser auf einer sauberen, trockenen und ebenen Unterfläche.
- Schäden und Unebenheiten: Alte Tapeten können Risse, Unebenheiten oder Schmutzanhaftungen verdecken, die sich später negativ auf die neue Tapete auswirken.
- Schimmelrisiko: Bei falscher Anwendung kann es zu Feuchtigkeitsansammlungen und Schimmelbildung kommen.
- Schichtung: Übertapezieren führt zu einer Schichtung, die bei zukünftigen Renovierungen aufwendiger zu entfernen ist.
Trotz dieser Bedenken gibt es einige Situationen, in denen das Übertapezieren sinnvoll und fachgerecht möglich ist.
Tapetenarten, die sich zum Übertapezieren eignen
Nicht alle Tapeten eignen sich gleichermaßen zum Übertapezieren. Die folgenden Arten können unter bestimmten Voraussetzungen verwendet werden:
1. Glatte und ungestrichene Papiertapeten
Diese Tapeten bilden eine gute Grundlage für eine neue Tapete. Sie sind porös genug, um den Kleber aufzunehmen, und bieten eine ebene Fläche.
2. Spaltbare Tapeten
Spaltbare Tapeten bestehen aus zwei Schichten: eine glatte Papierunterseite und eine äußere, texturierte Schicht. Bei richtiger Anwendung kann die äußere Schicht entfernt werden, wodurch eine glatte Oberfläche bleibt, die sich gut für das Übertapezieren eignet.
3. Raufasertapeten
Raufasertapeten können übertapeziert werden, besonders wenn die Struktur nicht zu stark ausgeprägt ist. Eine dünne Vliestapete kann die darunterliegende Struktur kaschieren.
4. Vliestapeten
Vliestapeten sind in der Regel problemlos übertapezierbar. Sie bieten eine stabile und gleichmäßige Oberfläche, die sich gut als Untergrund eignet. Zudem können sie kleine Unebenheiten ausgleichen.
Tapetenarten, die sich nicht zum Übertapezieren eignen
Einige Tapetenarten sind ungeeignet als Untergrund für neue Tapeten. Diese Materialien sind entweder zu glatt oder beeinträchtigen das Raumklima negativ:
1. Vinyl- und Kunststofftapeten
Diese Tapetenarten sind meist zu glatt, um den neuen Tapetenkleber aufzunehmen. Zudem können sie die Feuchtigkeitsausbreitung behindern und Schimmelbildung begünstigen.
Alternativen zum Übertapezieren: Makulatur
Wenn die Entfernung der alten Tapete nicht möglich oder zu riskant ist, kann eine sogenannte Makulatur verwendet werden. Die Makulatur dient als eine Art „Untertapete“, die die alten Tapeten verdeckt und eine gleichmäßige Untergrundbasis schafft.
Was ist Makulatur?
Makulatur ist in zwei Formen erhältlich:
- Flüssige Makulatur: Diese wird auf die alte Tapete gestrichen und trocknet zu einer gleichmäßigen Schicht, die die alten Farben und Muster verdeckt. Sie wird oft als Pulver verkauft, das vor der Anwendung in Wasser aufgelöst wird.
- Rollenmakulatur: Diese besteht aus herkömmlichem Papier oder Vlies und wird auf die alte Tapete gekleistert. Sie gleicht Unebenheiten aus und kann bei Vliestypen sogar Risse verdecken.
Die Makulatur hat immer eine helle Farbe und ist besonders nützlich, wenn die alte Tapete nicht entfernt werden kann, ohne die Wand zu beschädigen.
Renovierungsverfahren: Tapete überstreichen
Eine weitere Möglichkeit, die alte Tapete zu überarbeiten, ist das Überstreichen. Dieses Verfahren eignet sich, wenn die Tapete in einem gutem Zustand ist und keine schweren Schäden oder Risse aufweist.
Vor- und Nachteile des Überstreichens
Vorteile:
- Zeitsparend und kostengünstig.
- Einfach umzusetzen, auch für Laien.
- Gute Option, wenn die Tapete noch in einem akzeptablen Zustand ist.
Nachteile:
- Die Farbtiefe und das Muster der alten Tapete können durchscheinen.
- Bei feuchten oder beschädigten Tapeten kann die Haltbarkeit beeinträchtigt werden.
- Die Deckkraft der Farbe ist begrenzt, sodass mehrere Anstriche erforderlich sein können.
Tipps für das Überstreichen
- Untergrund prüfen: Vor dem Streichen muss sichergestellt werden, dass die Tapete sauber, trocken und fest an der Wand haftet.
- Farbauswahl: Verwenden Sie eine Farbe mit hoher Deckkraft, um die alten Muster zu überdecken.
- Vorbereitung: Nutzen Sie Malerkrepp, um Räume oder Möbel abzudecken. Ein Farbroller und ein Flachpinsel sind ideal für die Anwendung.
- Grundierung: Eine Grundierung kann die Haltbarkeit der Farbe verbessern und Unebenheiten ausgleichen.
Praktische Tipps für eine fachgerechte Renovierung
1. Alte Tapete entfernen oder überarbeiten?
Die Entscheidung, ob die alte Tapete entfernt oder überarbeitet werden soll, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Zustand der Tapete: Ist sie fest, sauber und ohne Schäden?
- Tapetenart: Eignet sich die Tapete als Untergrund für eine neue Tapete?
- Zukünftige Planung: Wird in Kürze erneut renoviert? Dann ist es sinnvoll, die alten Schichten zu entfernen, um die Renovierung in der Zukunft zu vereinfachen.
2. Wann ist das Übertapezieren sinnvoll?
- Mietwohnungen: Wenn die Renovierung vorübergehend sein soll und der Mieter nicht die Wände dauerhaft verändern möchte.
- Unzugängliche Stellen: Bei schwer erreichbaren Räumen oder bei Renovierungen, die nur von außen sichtbar sind.
- Zeit- und kostenmäßige Einschränkungen: Wenn die Entfernung der Tapete aufwendig oder teuer wäre.
3. Wann sollte man lieber die Tapete entfernen?
- Schäden oder Risse: Wenn die alte Tapete beschädigt ist oder Schimmel aufweist.
- Feuchtigkeitsprobleme: Wenn die Tapete feucht oder uneben ist.
- Langfristige Nutzung: Wenn die Renovierung langfristig bestehen soll, ist die Entfernung der alten Tapete meist die bessere Option.
Fazit
Die Renovierung auf bestehenden Tapeten kann in bestimmten Fällen eine sinnvolle und effiziente Lösung sein, ist aber nicht immer die fachgerechte oder langfristigste Methode. Die Wahl der Tapetenart, die Vorbereitung des Untergrunds und die Anwendung der richtigen Techniken sind entscheidend für das Ergebnis. In der Regel ist es empfehlenswert, die alte Tapete zu entfernen, um eine optimale Haltbarkeit und ein gleichmäßiges Erscheinungsbild zu gewährleisten. Alternativen wie das Übertapezieren oder das Überstreichen können jedoch in speziellen Situationen sinnvoll sein, insbesondere wenn die Entfernung aufwendig oder riskant ist. Fachliche Beratung durch Experten und eine sorgfältige Planung sind dabei unverzichtbar.
Quellen
- Tapezierte Gipskartonplatten renovieren – Makulatur ist oft hilfreich
- Tapete auf Tapete kleben: Kann man Tapeten ohne Probleme übertapezieren?
- Kann man beim renovieren die untertapete dranlassen?
- Tapete auf Tapete kleben
- Tapete überstreichen: Anleitung für verschiedenen Tapetenarten
- Tapetenreste & alte Tapeten wie & wo entsorgen