Einleitung
Bei der Renovierung eines Hauses oder der Modernisierung der Heizanlage ist die Wahl des Heizsystems entscheidend. Elektroheizungen sind aufgrund ihrer einfachen Installation, geringen Anschaffungskosten und mangelnder Wartungskosten eine beliebte Option – insbesondere in Altbauten oder in Häusern, die lediglich eine Ergänzungs- oder Zusatzheizung benötigen. Allerdings zeigen sich auch deutliche Nachteile, insbesondere was die Betriebskosten angeht.
Dieser Artikel gibt einen detaillierten Überblick über die Kosten der Elektroheizung im Kontext der Renovierung. Dabei werden die Anschaffungskosten, Betriebskosten, Vorteile und Nachteile, sowie Kombinationen mit Photovoltaik ausführlich dargestellt. Zudem wird ein Vergleich mit anderen Heizsystemen gezogen, um eine fundierte Entscheidungshilfe zu bieten.
Arten von Elektroheizungen und deren Kosten
Die Kosten einer Elektroheizung hängen stark von der Art des Systems ab. Im Folgenden werden die gängigsten Arten vorgestellt, ihre typischen Kosten sowie Vor- und Nachteile erläutert.
1. Elektro-Heizkörper
Elektro-Heizkörper sind die am häufigsten verwendete Form der Elektroheizung. Sie sind in verschiedenen Leistungsstufen erhältlich und einfach zu installieren.
- Anschaffungskosten: Ein Heizkörper mit 600 bis 1.200 Watt Leistung kostet im Durchschnitt etwa 650 bis 1.200 Euro.
- Typisches Szenario: Bei 10 Heizkörpern à 1.200 Watt und einem Durchlauferhitzer für Warmwasser summiert sich die Anschaffungskosten auf 6.500 Euro plus 800 Euro für den Durchlauferhitzer, also insgesamt 7.300 Euro.
- Vorteile: Geringe Wartungskosten, einfache Installation, keine Abgase.
- Nachteile: Hohe Stromkosten, keine langfristige Kosteneffizienz.
Diese Variante ist besonders dann sinnvoll, wenn der Anschluss an das Stromnetz bereits vorhanden ist und keine weiteren Umbauten erforderlich sind.
2. Elektro-Zentralheizung
Bei der Elektro-Zentralheizung wird Heizungswasser über Rohrleitungen in Heizkörpern im ganzen Haus verteilt. Der Unterschied zur konventionellen Zentralheizung liegt im Heizkessel, der elektrisch betrieben wird.
- Anschaffungskosten: Ein Elektroheizkessel mit 12 kW und Durchlauferhitzer ist bereits ab 2.250 Euro erhältlich.
- Vorteile: Gleichmäßige Heizung im gesamten Gebäude, keine Abgase.
- Nachteile: Hohe Stromkosten, geringe Effizienz im Vergleich zu Wärmepumpen.
Diese Form ist vor allem in selten genutzten Häusern, wie Ferienwohnungen, sinnvoll. Sie ist jedoch wirtschaftlich nur dann, wenn die alte Heizung ersetzt werden muss und der Budgetrahmen gering ist.
3. Elektro-Fußbodenheizung
Elektro-Fußbodenheizungen sind eine alternative Heizform, die sich besonders für Altbauten oder als Ergänzung zur bestehenden Heizung eignet.
- Anschaffungskosten: Ca. 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter, also etwa 2.000 bis 5.000 Euro für 100 m².
- Vorteile: Gute Strahlungswärme, keine Abgase, kompatibel mit vielen Bodenbelägen.
- Nachteile: Hohe Betriebskosten, nur sinnvoll in Kombination mit Photovoltaik.
Diese Variante ist insbesondere für Bäder und Küchen in Altbauten interessant, da sie wenig Platz beansprucht und gut integrierbar ist.
4. Elektro-Fußleistenheizung
Die Elektro-Fußleistenheizung ist eine weitere Alternative, die sich vor allem in Räumen mit begrenztem Platz eignet.
- Anschaffungskosten: Ca. 115 Euro pro Meter.
- Vorteile: Flexibel, keine Abgase, leicht zu installieren.
- Nachteile: Hohe Stromkosten, geringe Effizienz.
Diese Variante eignet sich gut als Zusatzheizung oder in kleineren Räumen, wie Hobbykellern oder Terrassen.
5. Infrarotheizung
Infrarotheizungen erwärmen direkt die Wände, Möbel und die Raumluft durch Strahlungswärme. Sie sind besonders bei der Ergänzung bestehender Heizsysteme beliebt.
- Anschaffungskosten: Ca. 50 Euro pro Quadratmeter (Flächenelemente) oder 75 Euro pro Einzelgerät.
- Vorteile: Geringer Aufwand, schnelle Wärmebereitstellung, keine Abgase.
- Nachteile: Hohe Stromkosten, geringe Effizienz als Alleinheizung.
Diese Art ist vor allem in selten genutzten Räumen oder als Ergänzung zur bestehenden Heizung sinnvoll.
6. Mobile Elektroheizungen
Elektro-Radiatoren, Konvektoren oder Heizlüfter sind flexibel einsetzbar und eignen sich gut für Räume ohne feste Heizung.
- Anschaffungskosten: Ab 50 Euro.
- Vorteile: Flexibel einsetzbar, geringer Aufwand.
- Nachteile: Hohe Stromkosten, geringe Effizienz.
Diese Geräte sind ideal für Hobbykeller, Bäder oder Gartenhäuser.
7. Elektro-Nachtspeicherheizung
Die Nachtspeicherheizung nutzt günstigen Nachtstrom, um Wärme zu speichern, die tagsüber freigesetzt wird.
- Anschaffungskosten: Ca. 1.000 Euro.
- Vorteile: Günstiger Nachtstrom.
- Nachteile: Hohe Betriebskosten, schwer regelbar, veraltet.
Diese Form wird heute kaum noch empfohlen, da sie in der Regel nicht wirtschaftlich effizient ist.
8. Elektro-Flächenspeicherheizung
Flächenspeicherheizungen sind eine günstige Alternative, insbesondere für selten genutzte Räume.
- Anschaffungskosten: Ca. 200 bis 500 Euro.
- Vorteile: Geringe Investitionskosten, gutes Raumklima.
- Nachteile: Hohe Betriebskosten.
Diese Variante eignet sich gut als Ergänzungsheizung oder in Altbauten.
9. Natursteinheizung
Die Natursteinheizung ist eine dekorative Variante, die Wärme langsam abgibt.
- Anschaffungskosten: Ca. 500 bis 1.000 Euro.
- Vorteile: Angenehme Wärme, dekorativ.
- Nachteile: Geringer Wirkungsgrad, träge.
Diese Form ist eher als dekoratives Element in Wohnräumen geeignet.
Anschaffungskosten im Vergleich
Um die Kosten der Elektroheizung besser einordnen zu können, folgt ein Vergleich mit anderen Heizsystemen:
| Heizungsart | Anschaffungskosten |
|---|---|
| Elektroheizung (10 Heizkörper + DWH) | ca. 7.300 Euro |
| Luft-Wärmepumpe | ca. 15.000 bis 25.000 Euro |
| Holzpelletheizung | ca. 20.000 bis 25.000 Euro |
| Gasbrennwertheizung | ca. 10.000 bis 15.000 Euro |
| Öl-Brennwertheizung | ca. 10.000 bis 15.000 Euro |
Elektroheizungen sind damit deutlich günstiger in der Anschaffung als Wärmepumpen oder Holzpelletheizungen. Allerdings ist der Preisvorteil bei der Anschaffung durch hohe Betriebskosten oftmals aufgewogen.
Betriebskosten – Warum Elektroheizungen teuer werden
Die Betriebskosten einer Elektroheizung sind ein entscheidender Faktor bei der Entscheidung. Elektroheizungen haben im Vergleich zu anderen Heizsystemen einen geringeren Wirkungsgrad, was sich in den Stromkosten niederschlägt.
Ein Vergleichsbeispiel mit einem Heizstromtarif von 40 ct/kWh und einem jährlichen Verbrauch von 3.800 kWh zeigt:
| Heizungsart | Betriebskosten pro Jahr |
|---|---|
| Elektroheizung | 1.520 Euro |
| Wärmepumpe (Luft-Wasser / JAZ 2,6) | 585 Euro |
Die Elektroheizung ist damit dreimal so teuer wie eine Wärmepumpe. Dies liegt an der Effizienz der Wärmepumpe, die im Verhältnis von 1:4 arbeitet – d.h., 1 kWh Strom erzeugt 4 kWh Wärme.
Wie man Stromkosten senken kann – Elektroheizung & Photovoltaik
Eine Möglichkeit, die Betriebskosten einer Elektroheizung zu senken, ist die Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage. Wenn der Strom aus der eigenen PV-Anlage genutzt wird, sinken die Kosten erheblich.
- Stromkosten mit PV: Bei einem jährlichen Verbrauch von 3.800 kWh und einer eigenen PV-Anlage mit 4.000 kWh jährlicher Erzeugung kann der gesamte Heizbedarf aus eigener Produktion gedeckt werden.
- Vorteile: Keine Abhängigkeit vom Strompreis, geringere CO₂-Emissionen.
- Nachteile: Hohe Anschaffungskosten der PV-Anlage, Planung und Installation.
Diese Kombination ist insbesondere in Neubauten oder in Häusern mit ausreichend Dachfläche interessant.
Wartungskosten – Warum Elektroheizungen günstig bleiben
Ein Vorteil der Elektroheizung ist, dass sie praktisch keine Wartungskosten verursacht.
- Elektroheizungen: Keine Schornsteinsanierung erforderlich, keine Abgase, geringe Störungsanfälligkeit.
- Wärmepumpen: Wartungskosten zwischen 200 und 500 Euro pro Jahr.
Die geringeren Wartungskosten können die höheren Stromkosten teilweise kompensieren – besonders wenn die Heizung nur in der kalten Jahreszeit oder als Ergänzungsheizung genutzt wird.
Entsorgungskosten – Spezielle Vorsicht bei alten Heizkörpern
Bei der Entsorgung von alten Elektroheizkörpern können zusätzliche Kosten entstehen, insbesondere wenn die Geräte Schadstoffe enthalten.
- Nachtspeicherheizungen aus den 60er- und 70er-Jahren: Können Asbest enthalten.
- Nachtspeicherheizungen aus den 80er-Jahren: Können PCB-Stoffe enthalten.
- Maßnahmen: Bei der Entsorgung ist darauf zu achten, ob die Geräte in einer fachgerechten Anlage entsorgt werden.
Diese Aspekte sind insbesondere bei der Renovierung von Altbauten relevant.
Fazit
Elektroheizungen sind bei der Renovierung eines Hauses eine attraktive Alternative, insbesondere wenn geringe Anschaffungskosten im Vordergrund stehen. Sie sind einfach zu installieren, verursachen kaum Wartungskosten und eignen sich gut als Ergänzungs- oder Zusatzheizung.
Allerdings sind die Betriebskosten einer Elektroheizung deutlich höher als bei anderen Heizsystemen. Dies ist besonders dann ein Problem, wenn die Elektroheizung als Hauptheizung genutzt wird. In solchen Fällen ist sie wirtschaftlich oft nicht sinnvoll.
Ein Kompromiss bietet die Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage, die die Stromkosten erheblich senken kann. Für diesen Zweck eignen sich vor allem Elektro-Fußbodenheizungen oder Infrarotheizungen.
Bei der Renovierung sollte daher nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch der langfristige Betrieb und die Energieeffizienz berücksichtigt werden. Elektroheizungen sind insbesondere in Altbauten, kleineren Räumen oder als Ergänzung zu bestehenden Systemen eine gute Lösung – als Alleinheizung hingegen oft nicht wirtschaftlich sinnvoll.