Kredit aufnehmen, um ein nicht im Eigentum stehendes Haus zu renovieren

Viele Menschen träumen davon, ein eigenes Zuhause zu haben oder zumindest eine Immobilie zu renovieren, die ihnen am Herzen liegt. Doch was ist, wenn die Immobilie, die renoviert werden soll, nicht im eigenen Eigentum steht? Ist es dennoch möglich, einen Kredit aufzunehmen, um Renovierungsarbeiten durchzuführen? Und wenn ja, welche Optionen sind dabei besonders sinnvoll? Dieser Artikel klärt, wie man mit einem Renovierungskredit auch bei nicht im Eigentum stehenden Häusern sinnvoll planen und finanzieren kann – unter Berücksichtigung der aktuellen Finanzierungsangebote, Förderprogramme und praktischen Empfehlungen aus den Quellen der Finanzdienstleister und staatlichen Unterstützungsmöglichkeiten.


Einführung: Renovierungskredite für nicht im Eigentum stehende Immobilien

Renovierungen können nicht nur den Wert einer Immobilie steigern, sondern auch die Lebensqualität der Bewohner nachhaltig verbessern. Ob es um eine Dusche in den 70er-Jahren geht oder um die Modernisierung eines Dachbodens zu einem praktischen Homeoffice – Renovierungsmaßnahmen sind oft notwendig und lohnenswert.

Ein Renovierungskredit ist ein zweckgebundenes Darlehen, das für Verschönerungsarbeiten an einer Immobilie genutzt wird. Solche Kredite sind in der Regel zinsgünstiger als herkömmliche Ratenkredite, da sie durch Sicherheiten wie den Grundbucheintrag abgesichert sind.

Aber was ist, wenn die Immobilie nicht im eigenen Eigentum steht? Ist es dann dennoch sinnvoll, einen Renovierungskredit aufzunehmen? In diesem Fall kommt es darauf an, ob der Kreditnehmer eine langfristige Nutzung oder sogar eine spätere Eigentumsübertragung plant. Die folgenden Abschnitte klären, wie man mit Renovierungskrediten auch bei nicht im Eigentum stehenden Häusern sinnvoll vorgehen kann.


Was ist ein Renovierungskredit?

Ein Renovierungskredit ist ein zweckgebundenes Darlehen, das für Renovierungs- und Sanierungsarbeiten an einer Immobilie genutzt wird. Diese Kredite sind in der Regel für mittelgroße bis kleine Maßnahmen gedacht, die den Wert der Immobilie erhalten oder steigern. Dazu gehören beispielsweise:

  • Neuverlegung von Bodenbelägen
  • Sanierung von Bädern oder Küchen
  • Modernisierung von Dachboden oder Keller
  • Isolierung oder Fenstertausch

Renovierungskredite sind zinsgünstiger als herkömmliche Ratenkredite, da sie durch Sicherheiten abgesichert sind. In der Regel ist der Grundbucheintrag der Immobilie notwendig. Wenn die Immobilie noch nicht vollständig abbezahlt ist, kann ein zweiter Kreditnehmer mit einsteigen, was die Kreditwürdigkeit erhöht und die Zinsen verringert.

Zu beachten ist, dass die Bank einen Nachweis verlangt, dass das Geld tatsächlich für die Renovierungsarbeiten eingesetzt wird. Dieser Nachweis erfolgt über Kostenvoranschläte der Handwerker und später über die Rechnungen.

Einige Kreditanbieter bieten derzeit besonders günstige Zinsen an. Beispielsweise bieten Ofina, Kredit2Day und Turbokredit Zinsen ab 0,68 Prozent (abhängig von der Bonität des Kreditnehmers).

Anbieter Effektivzins Monatliche Rate Gesamtbetrag
Ofina 0,68 % 280,69 € 10.104,71 €
Kredit2Day (Smava) 0,68 % 280,69 € 10.104,71 €
Turbokredit (Verivox) 0,68 % 280,69 € 10.104,71 €
Santander 2,99 % 290,59 € 10.461,13 €
Deutsche Bank 3,25 % 291,71 € 10.501,46 €
Consors Finanz 3,49 % 292,73 € 10.538,25 €
Ikano Bank 3,49 % 292,73 € 10.538,25 €
Targobank 3,49 % 292,73 € 10.538,25 €

Kredit für nicht im Eigentum stehende Immobilien – wie ist das möglich?

Wenn die Immobilie, die renoviert werden soll, nicht im Eigentum des Kreditnehmers steht, stellt sich die Frage, ob ein Renovierungskredit überhaupt sinnvoll ist. In der Praxis gibt es mehrere Szenarien, in denen dies dennoch möglich ist:

1. Langfristige Nutzung oder Mietvertrag

Wenn der Kreditnehmer beabsichtigt, die Immobilie über einen längeren Zeitraum zu nutzen – beispielsweise durch einen langfristigen Mietvertrag –, kann ein Renovierungskredit sinnvoll sein. In diesem Fall ist es wichtig, mit dem Eigentümer abzusprechen, wer die Renovierungskosten trägt und ob die Renovierungsmaßnahmen spätestens nach Ablauf des Mietvertrags übernommen werden.

Einige Kreditanbieter akzeptieren auch die Renovierung einer nicht im Eigentum stehenden Immobilie, solange der Kreditnehmer nachweisen kann, dass er die Renovierung durchführen wird und sie auch nutzen kann.

2. Planung der späteren Eigentumsübertragung

Wenn die Renovierung Teil eines größeren Plans ist – beispielsweise die Übernahme der Immobilie in den nächsten Jahren –, kann ein Renovierungskredit sinnvoll sein. In diesem Fall ist es wichtig, frühzeitig mit dem Eigentümer zu sprechen und sicherzustellen, dass der Kredit später bei Übernahme des Eigentums als Anschlussfinanzierung genutzt werden kann.

3. Förderung durch staatliche Programme

In einigen Fällen bieten staatliche Förderprogramme auch für nicht im Eigentum stehende Immobilien Unterstützung an, insbesondere wenn die Renovierung unter bestimmten sozialen oder energetischen Kriterien fällt. Ein Beispiel hierfür ist das Programm „Wohneigentum in Innenstädten“, das unter anderem die Modernisierung von Bestandsimmobilien fördert.


Voraussetzungen für einen Renovierungskredit

Egal, ob die Immobilie im Eigentum des Kreditnehmers steht oder nicht, gelten für die Aufnahme eines Renovierungskredits bestimmte Voraussetzungen:

  • Zweckbindung: Der Kredit muss zweckgebunden sein, d. h. das Geld darf nur für die Renovierungsarbeiten verwendet werden. Dazu müssen Kostenvoranschläte der Handwerker vorgelegt werden.
  • Sicherheiten: Die Immobilie muss über einen Grundbucheintrag verfügen. Bei nicht im Eigentum stehenden Häusern kann ein zweiter Kreditnehmer mit einsteigen, um zusätzliche Sicherheit zu bieten.
  • Bonität: Der Kreditnehmer muss über eine gute Bonität verfügen. Wer eine niedrige Bonität hat, kann mit einem zusätzlichen Sicherungsgaranten (z. B. Partner oder Verwandte) leichter zu einem günstigen Kredit kommen.
  • Finanzierungsplanung: Es ist wichtig, die Kosten realistisch zu planen. Als Orientierung dienen die Kostenvoranschläte der Handwerker. Es wird empfohlen, darauf 15 bis 20 Prozent aufzuschlagen, um eventuelle Finanzierungslücken zu vermeiden.

Förderprogramme und staatliche Unterstützung

Bei Renovierungsmaßnahmen ist es oft sinnvoll, staatliche Förderprogramme in Anspruch zu nehmen. Diese Programme bieten Zuschüsse oder zinsfreie Darlehen an, um die Modernisierung und Sanierung von Immobilien zu unterstützen.

1. KfW-Förderung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet verschiedene Förderprogramme an, die auch für Renovierungen genutzt werden können. Diese Programme sind oft zinsgünstig oder zinsfrei und können zusätzliche Sicherheit bei der Finanzierung bieten.

2. ILB-Förderprogramme

Die Industrie- und Handelskammer (ILB) bietet ebenfalls Förderungen für den Kauf und die Modernisierung von Wohneigentum. Ab 2024 beträgt die Grundförderung 30.000 € an Zuschuss sowie bis zu 230.000 € an zinsfreiem Darlehen. Bei der Modernisierung einer Bestandsimmobilie ist ein weiteres Darlehen von 20.000 € möglich.

Zusätzliche Förderungen gibt es z. B. für Familien mit Kindern, bei Schwerbehinderung oder weiteren Kriterien.

3. Regionale Förderprogramme

Neben den nationalen Förderungen gibt es auch regionale Programme, die je nach Bundesland und Stadt unterschiedlich aussehen. Es lohnt sich, bei lokalen Behörden oder im Internet nachzusehen, ob für die geplante Renovierung auch regionale Unterstützung möglich ist.


Wie beantragt man einen Renovierungskredit?

Die Beantragung eines Renovierungskredits ist in der Regel einfach und kann über verschiedene Wege erfolgen:

  • Online-Antrag: Über Finanzportale wie Smava, Finanzcheck oder Verivox ist es möglich, schnell und bequem Kreditangebote zu vergleichen und einen Antrag zu stellen.
  • Filialbank: Wer lieber persönlich beraten werden möchte, kann sich in einer Filialbank beraten lassen.
  • Vermittler: Ein Finanzvermittler kann ebenfalls helfen, die besten Konditionen zu finden.

Wichtig ist, dass folgende Dokumente bereitliegen:

  • Personalausweis
  • aktuelle Kontoauszüge
  • Gehaltsabrechnungen der vergangenen drei Monate
  • Grundbucheintrag (bei Immobilienbesitz)
  • Kostenvoranschläte der Handwerker

Bei Online-Anträgen ist oft ein Video-Ident-Verfahren nötig. Alternativ kann auch das Postident-Verfahren genutzt werden, bei dem ein Mitarbeiter der Bank die Identität abgleicht und der Antrag per Post abgeschickt wird.


Tipps für eine sinnvolle Finanzierung

Um die Renovierung möglichst kosteneffizient durchzuführen, gibt es einige Tipps:

  • Kostenvoranschläte vergleichen: Es lohnt sich, mehrere Handwerker zu beauftragen, um Kostenvoranschläte zu erhalten. So kann man die günstigsten Angebote finden.
  • Materialien selbst einkaufen: Wer Zeit und Fähigkeiten hat, kann oft Geld sparen, indem er die Materialien selbst kauft und sie an die Handwerker weitergibt.
  • Eigenleistungen nutzen: Bei manchen Renovierungen kann man selbst helfen, z. B. bei dem Streichen von Wänden oder dem Aufbau von Möbeln. Dies spart Handwerkerkosten.
  • Finanzierung frühzeitig planen: Es ist wichtig, die Finanzierung möglichst frühzeitig zu planen, um sicherzustellen, dass das Geld rechtzeitig zur Verfügung steht.

Anschlussfinanzierung – was ist das?

Ein Renovierungskredit ist in der Regel auf eine bestimmte Zinsbindungslaufzeit festgelegt. Nach Ablauf dieser Laufzeit muss die verbleibende Restschuld weiterfinanziert werden. Dies ist die Anschlussfinanzierung.

Es gibt verschiedene Optionen für die Anschlussfinanzierung:

  • Prolongation: Die Bank bietet eine Verlängerung des bestehenden Darlehens an. Dies ist oft sinnvoll, wenn die Zinsen stabil oder niedrig bleiben.
  • Forward-Darlehen: Ein Forward-Darlehen kann bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung abgeschlossen werden. Damit kann sich der Kreditnehmer die aktuellen Zinsen sichern und erst nach Ablauf der Zinsbindung tilgen. Dies ist besonders sinnvoll, wenn die Zinsen langsam wieder steigen.
  • Neuantrag: Alternativ kann ein neuer Kredit beantragt werden. Dies ist sinnvoll, wenn die Konditionen besser sind als bei der Prolongation.

Es ist wichtig, sich spätestens drei Jahre vor Ablauf der Zinsbindung Gedanken über die Anschlussfinanzierung zu machen und Angebote einzuholen.


Fazit

Ein Renovierungskredit kann auch bei nicht im Eigentum stehenden Häusern sinnvoll sein, insbesondere wenn die Renovierung Teil eines größeren Plans ist – beispielsweise die spätere Übernahme der Immobilie oder die langfristige Nutzung durch einen Mietvertrag.

Durch die Aufnahme eines zweckgebundenen Renovierungskredits können Kreditnehmer die Kosten für Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten finanzieren. Zinsgünstige Angebote sind auf dem Markt verfügbar, und staatliche Förderprogramme können zusätzliche Unterstützung bieten.

Es ist wichtig, die Voraussetzungen für einen Renovierungskredit zu prüfen, die Finanzierung frühzeitig zu planen und die Kosten realistisch zu kalkulieren. Mit der richtigen Planung und Finanzierung kann eine Renovierung nicht nur die Lebensqualität verbessern, sondern auch den Wert der Immobilie steigern.


Quellen

  1. Handelsblatt – Renovierungskredit
  2. ILB – Förderprogramme für Wohneigentum
  3. Dr. Klein – Baufinanzierung-Tipps
  4. Immo-Credit – Renovierungskredite

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