Kostenübersicht für die Renovierung der Außenfassade: Was Sie als Bauherren oder Eigentümer wissen sollten

Die Renovierung oder Sanierung einer Außenfassade ist ein entscheidender Schritt, um die Energieeffizienz, den baulichen Zustand und das Erscheinungsbild eines Gebäudes zu verbessern. Ob bei einem Einfamilienhaus, einem Mehrfamilienhaus oder bei Anbauten – die Kosten variieren erheblich je nach Ausmaß der Arbeiten, Materialien, Dämmung und dem regionalen Angebot der Handwerker. In diesem Artikel bieten wir eine detaillierte Übersicht über die typischen Kosten für eine Fassadensanierung, die Finanzierungsmöglichkeiten und praktische Tipps zur Planung. Die Angaben basieren ausschließlich auf den verfügbaren Daten aus renommierten Quellen des Bau- und Renovierungsmarktes.

Einführung: Wozu ist eine Fassadensanierung nötig?

Eine Fassade ist nicht nur die äußere Erscheinung eines Hauses, sondern auch ein entscheidender Faktor für die Energiebilanz und den baulichen Zustand. Mit der Zeit können sich Schäden bilden, wie Risse, Feuchtigkeitsschäden, Algen- oder Schimmelbildung, die die Dichtigkeit und die Wärmeisolation beeinträchtigen. Zudem ist in vielen Fällen eine Dämmung erforderlich, da die gesetzlichen Vorgaben zur Energieeinsparung (GEG) bei erheblichen Fassaderneuerungen oder Verkleidungsarbeiten eingehalten werden müssen.

Die Kosten für eine Fassadensanierung hängen stark vom Umfang der Arbeiten ab. So können sie sich zwischen 23 €/m² für einfache Reinigungs- und Grundierungsarbeiten und bis zu 300 €/m² bei einer umfassenden Sanierung mit Dämmung, Verkleidung und Gerüstbau bewegen. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 100 bis 200 m² Fassadenfläche bedeutet das, dass die Gesamtkosten im Bereich von 2.300 € bis zu 30.000 € liegen können. Im Folgenden werden die einzelnen Kostenpositionen genauer erläutert.

Kosten für verschiedene Arten der Fassadensanierung

1. Teilsanierung der Fassade

Eine Teilsanierung ist sinnvoll, wenn nur einzelne Bereiche der Fassade beschädigt sind. Typische Ursachen sind Rissbildungen, Ablösung des Oberputzes, Putzblasen oder Spechtlöcher. In solchen Fällen werden die geschädigten Stellen herausgesägt, ersetzt und mit einer neuen Endbeschichtung versehen.

Kosten für eine Teilsanierung: - Preis pro Quadratmeter: 100 € bis 170 € - Beispiel: Bei einer Fassadenfläche von 50 m² liegt die Kostenrechnung zwischen 5.000 € und 8.500 €

Die Kosten sind tendenziell geringer als bei einer umfassenden Sanierung, da lediglich defekte Stellen erneuert werden. Allerdings sollte geprüft werden, ob sich die Schäden wiederholen könnten, was auf tieferliegende Probleme wie Feuchtigkeit oder ungleichmäßige Belastung hindeuten könnte.

2. Vollständige Fassadensanierung

Bei einer vollen Fassadensanierung werden alle Schichten der Fassade erneuert, einschließlich Dämmung, Putz, Verkleidung und Grundierung. Diese Maßnahme ist oft notwendig, wenn die Fassade stark verwittert ist oder die Energieeffizienz erhöht werden soll.

Kosten für eine vollständige Fassadensanierung: - Preis pro Quadratmeter: 100 € bis 250 € - Beispiel: Bei 100 m² Fassade liegen die Kosten zwischen 10.000 € und 25.000 €

Die Kosten hängen stark vom gewählten Dämm- und Verkleidungsmaterial ab. Eine Dämmung mit Wärmeverbundsystem (WDVS) kostet beispielsweise ca. 120 €/m², während eine detailliertere Lösung wie eine hinterlüftete Vorhangfassade ca. 250 €/m² erreichen kann. Zudem ist bei einer umfassenden Sanierung oft auch ein Gerüstbau erforderlich, der zusätzliche Kosten verursacht.

3. Sanierung der Fassade bei Mehrfamilienhäusern

Mehrfamilienhäuser stellen besondere Herausforderungen, da sie oft größere Flächen umfassen und spezielle Planung erforderlich ist. Zudem sind Höhenarbeiten und architektonische Einschränkungen zu berücksichtigen.

Kosten für die Fassadensanierung bei Mehrfamilienhäusern: - Preis pro Quadratmeter: 100 € bis 150 € - Beispiel: Bei 200 m² Fassade liegen die Kosten zwischen 20.000 € und 30.000 €

Die Kosten pro Quadratmeter sind oft günstiger als bei Einfamilienhäusern, da die Flächen größer sind und Skaleneffekte greifen. Dennoch sind die Gesamtkosten aufgrund der umfangreichen Fläche oft höher. Zudem ist bei Mehrfamilienhäusern oft auch eine energetische Sanierung vorgeschrieben, was zusätzliche Kosten verursacht.

4. Fassadenanbau oder Erweiterung

Bei Anbauten ist es wichtig, die neue Fassade optisch und technisch an die bestehende anzupassen. Unterschiede in den Materialien können zu unterschiedlichem Schrumpfungsverhalten führen, was Rissbildungen verursachen kann.

Kosten für die Fassade eines Anbaus: - Preis pro Quadratmeter: 100 € bis 170 € - Beispiel: Bei 50 m² Fassade liegt die Kostenrechnung zwischen 5.000 € und 8.500 €

Zusätzlich müssen Materialien und Dämmung sorgfältig abgestimmt werden, um ein einheitliches Erscheinungsbild und eine stabile Fassade zu gewährleisten.

Kosten für verschiedene Arbeiten und Materialien

1. Gerüstbau

Ein stabiles Gerüst ist für die meisten Fassadensanierungen erforderlich. Die Kosten hängen von der Dauer, der Höhe und der Art des Gerüstes ab.

Kosten für Gerüstbau: - Preis pro Quadratmeter: 6 € bis 15 € - Beispiel: Bei 100 m² Fassade und 4 Wochen Dauer liegt die Kostenrechnung zwischen 600 € und 1.500 €

2. Fassadenreinigung

Die Reinigung der Fassade ist oft der erste Schritt bei einer Sanierung. Sie kann mechanisch, chemisch oder durch Hochdruckreinigung erfolgen.

Kosten für Fassadenreinigung: - Preis pro Quadratmeter: 10 € bis 20 € - Beispiel: Bei 100 m² Fassade liegen die Kosten zwischen 1.000 € und 2.000 €

3. Grundierung und Anstrich

Nach der Reinigung folgt oft eine Grundierung und der Anstrich, um die Fassade vor Feuchtigkeit und Schmutz zu schützen.

Kosten für Grundierung und Anstrich: - Preis pro Quadratmeter: 7 € bis 25 € - Beispiel: Bei 100 m² Fassade liegen die Kosten zwischen 700 € und 2.500 €

Die Wahl des Anstrichs (z. B. Dispersionsfarbe, Silikatfarbe) kann den Preis beeinflussen.

4. Putzreparaturen

Wenn der Putz beschädigt oder abgeblättert ist, müssen Reparaturen durchgeführt werden.

Kosten für Putzreparaturen: - Preis pro Quadratmeter: 20 € bis 30 € - Beispiel: Bei 100 m² Fassade liegen die Kosten zwischen 2.000 € und 3.000 €

5. Dämmung

Die Dämmung ist ein entscheidender Faktor für die Energieeffizienz. Je nach Dämmtechnik und Material können die Kosten stark variieren.

Kosten für Dämmung: - Einblasdämmung: 60 €/m² - Wärmeverbundsystem (WDVS): 120 €/m² - Hinterlüftete Vorhangfassade: 250 €/m² - Beispiel: Bei 100 m² Fassade und WDVS liegt die Kostenrechnung bei 12.000 €

Die Dämmung ist oft mit einer Förderung möglich, sofern der energetische Standard über dem gesetzlichen Mindeststandard liegt.

6. Verkleidung

Die Fassade kann mit verschiedenen Materialien verkleidet werden, z. B. Klinker, Kunststoff, Holz, Schiefer oder Metall.

Kosten für Verkleidung: - Preis pro Quadratmeter: 150 € bis 250 € - Beispiel: Bei 100 m² Fassade liegen die Kosten zwischen 15.000 € und 25.000 €

Zusätzlich können Kosten für die Dämmung entstehen, da bei vielen Verkleidungsmaterialien eine Dämmung erforderlich ist.

7. Sockelsanierung

Der Sockel ist besonders anfällig für Feuchtigkeitsschäden. Eine Sanierung beinhaltet meist das Entfernen der beschädigten Schicht, das Auftragen einer neuen Abdichtung und das Anbringen einer Endbeschichtung.

Kosten für Sockelsanierung: - Preis pro Quadratmeter: 150 € bis 270 € - Beispiel: Bei 20 m² Sockel liegt die Kostenrechnung zwischen 3.000 € und 5.400 €

Finanzierung und Förderung der Fassadensanierung

Die Kosten für eine Fassadensanierung können erheblich sein, weshalb es sinnvoll ist, über Finanzierungsmöglichkeiten nachzudenken.

1. Modernisierungskredit

Ein Modernisierungskredit ist eine günstige Option, da er oft zu niedrigen Zinsen angeboten wird. Allerdings muss er in der Regel mit einem Grundbucheintrag abgesichert werden.

Vorteile: - Günstige Zinsen - Langfristige Tilgung

Nachteile: - Grundbucheintrag erforderlich - Kreditnehmer muss Eigentümer des Hauses sein

2. Wohnkredit

Ein Wohnkredit ist eine alternative Finanzierungslösung, die oft ohne Grundbucheintrag auskommt. Allerdings sind die Zinsen etwas höher als bei einem Modernisierungskredit.

Vorteile: - Kein Grundbucheintrag erforderlich - Exklusiv für Eigentümer

Nachteile: - Höhere Zinsen als bei Modernisierungskredit

3. Förderung durch den Staat

Bei einer Fassadensanierung mit Dämmung gibt es in vielen Fällen staatliche Förderungen. Diese sind jedoch oft an bestimmte Voraussetzungen gebunden.

Voraussetzungen für Förderung: - Der energetische Standard muss über dem gesetzlichen Mindeststandard liegen - Ein Energieberater muss die Maßnahme begleiten

Vorteile: - Kostenersparnis durch Zuschüsse - Günstigere Kreditkonditionen

Nachteile: - Komplexe Bewilligungsverfahren - Nicht für alle Haustypen und Sanierungsmaßnahmen geeignet

4. Steuerliche Absetzbarkeit

Wenn keine Förderung in Anspruch genommen wird, kann die Sanierung in der Regel steuerlich geltend gemacht werden. Dies gilt insbesondere für Handwerkerkosten, die im Zusammenhang mit der Energieeinsparung stehen.

Tipps zur Planung und Durchführung

1. Zeitpunkt der Sanierung

Der Zeitpunkt spielt bei einer Fassadensanierung eine wichtige Rolle. In den kalten Monaten sind Handwerker oft weniger ausgelastet, was günstigere Konditionen ermöglichen kann.

Vorteile einer Sanierung im Winter: - Günstigere Preise - Weniger Wartezeit

Nachteile: - Verzögerungen aufgrund des Wetters - Längere Dauer der Sanierung

2. Auswahl des Handwerkers

Die Wahl des richtigen Handwerkers ist entscheidend für die Qualität und den Preis der Sanierung. Es empfiehlt sich, mehrere Angebote einzuholen und diese zu vergleichen.

Empfehlungen: - Nachweisen von Qualitätszertifikaten - Prüfung von Referenzen und Bewertungen - Klarheit über die Kosten und Leistungsumfang

3. Planung und Vorbereitung

Eine sorgfältige Planung ist erforderlich, um unvorhergesehene Kosten und Verzögerungen zu vermeiden.

Schritte zur Planung: - Analyse des baulichen Zustands - Erstellung eines Sanierungsplans - Kalkulation der Kosten - Klärung der Fördermöglichkeiten

Fazit

Die Renovierung einer Außenfassade ist eine umfassende Maßnahme, die sowohl bauliche als auch energetische Vorteile bietet. Die Kosten variieren je nach Art und Umfang der Arbeiten, Materialien und regionaler Lage. In der Regel rechnet man mit Kosten zwischen 100 €/m² und 300 €/m², wobei die Gesamtkosten bei Einfamilienhäusern oft zwischen 10.000 € und 30.000 € liegen. Für eine vollständige Sanierung mit Dämmung und Verkleidung sind höhere Beträge einzuplanen. Finanzierung und Förderung sind in vielen Fällen möglich, was die Sanierungskosten deutlich reduzieren kann. Eine sorgfältige Planung, die Auswahl eines qualifizierten Handwerkers und die Berücksichtigung des Sanierungszeitpunkts sind entscheidend für den Erfolg der Maßnahme.

Quellen

  1. drklein.de
  2. energie-fachberater.de
  3. daibau.de
  4. maler.org

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