Azur-Bad in Ramstein-Miesenbach: Sanierung im Wandel – von Generalrenovierung zum Neubau

Die Sanierung des Freizeitbades Azur in Ramstein-Miesenbach war und ist bis heute ein zentraler kommunaler Fokus. Die Anlage, die seit mehr als drei Jahrzehnten in Betrieb ist, hat sich in ihrer ursprünglichen Form bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bewegt. Die Technik altert, die Infrastruktur ist stark beansprucht, und die Kosten für eine umfassende Sanierung haben sich deutlich erhöht. Gleichzeitig sind die finanziellen Mittel der Kommune begrenzt, weshalb sich die Verantwortlichen für eine alternative Variante entschieden haben: statt einer umfassenden Generalrenovierung ist nun der Neubau eines überdachten 50-Meter-Beckens in Planung.

Dieser Artikel liefert eine detaillierte Übersicht über die bisherigen Entwicklungen, die technischen Herausforderungen, die Kostenentwicklung und die aktuelle Planung. Er basiert ausschließlich auf den verfügbaren Informationen aus lokalen Medien und kommunalen Mitteilungen, die in den CONTEXT DOCUMENTS zusammengefasst sind.

Hintergrund und Entwicklung

Die Geschichte des Azur-Bads in Ramstein-Miesenbach reicht bis in das Jahr 1991 zurück. Damals wurde das Hallen-Freizeitbad offiziell eröffnet, eine Investition, die damals für Jahrzehnte ausreichen sollte. Doch die Zeit ist verstrichen, und die Anlage, die ursprünglich als Hallenbad konzipiert wurde, ist inzwischen stark in die Jahre gekommen.

Bereits seit mehreren Jahren standen Diskussionen über eine Sanierung an. Der Auslöser für die dringend notwendige Renovation war insbesondere die Situation des Außenbeckens, das seit 1998 Bestandteil der Anlage war. Dieses Becken war so stark undicht, dass es mehrere tausend Liter Wasser täglich verlor – eine Reparatur, die mit einfachen Mitteln nicht mehr machbar war. Das bedeutete, dass die Anlage faktisch zwei Sommer in Folge ohne Außenbecken geöffnet wurde, eine Situation, die in der Bevölkerung auf Unmut stieß.

Die ursprüngliche Planung für die Sanierung sah eine umfassende Modernisierung der bestehenden Struktur vor. Doch die Kosten stiegen rapide: von 20 auf 32 Millionen Euro. Das Problem: Die finanzielle Unterstützung durch das Land Rheinland-Pfalz blieb auf drei Millionen Euro beschränkt – ein Betrag, der für eine Kommune wie Ramstein-Miesenbach nicht ausreichte, um die Sanierung allein zu stemmen.

Der Wechsel von Sanierung zum Neubau

Inmitten dieser finanziellen Unsicherheit entschloss sich die Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach, den Plan zu überdenken. Anstelle der Generalrenovierung wurde eine alternative Variante vorgestellt: der Neubau eines überdachten 50-Meter-Beckens auf der bestehenden Liegewiese. Diese Variante ist deutlich kostengünstiger und soll für eine bessere Utilisierung der Ressourcen sorgen.

Im Zuge eines Besuchs des rheinland-pfälzischen Innenministers Michael Ebling wurde die neue Planung vorgestellt, die auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung enthält. Das Land Rheinland-Pfalz zeigte Interesse und stimmte einer Förderung von bis zu vier Millionen Euro zu. Damit ist es der Verbandsgemeinde gelungen, die Kosten des Projekts auf rund 20 Millionen Euro zu senken.

Ein weiterer Vorteil der neuen Planung ist, dass während des Neubaus das bestehende Schwimmbad weiterhin genutzt werden kann – zumindest solange die Technik es zulässt. Das bedeutet, dass die Bevölkerung nicht völlig auf Swimming- und Freizeitangebote verzichten muss. Zudem wird das Dach des neuen Bades im Sommer geöffnet werden können, was den Übergang vom Indoor- zum Outdoor-Bereich ermöglicht und zusätzliche Flexibilität schafft.

Technische Herausforderungen und Planung

Die technischen Anforderungen für das neue Projekt sind hoch. Das bestehende Hallenbad, das seit über 30 Jahren in Betrieb ist, hat sich in die Jahre gekommen. Nach Angaben von Marcus Klein, Beigeordneter der Verbandsgemeinde, ist die Technik der Anlage so stark beansprucht, dass fast täglich Mängel auftreten. Der Verbandsgemeinderat hat bereits beschlossen, dass die alte Anlage zurückgebaut werden wird, sobald der Neubau abgeschlossen ist.

Im Zentrum der neuen Planung steht ein überdachtes 50-Meter-Becken mit einem sogenannten „Hub-Boden“. Dieses Konzept ermöglicht es, dass ein Teil des Beckens für Nichtschwimmer mit erhöhtem Bodenniveau genutzt werden kann, während der andere Teil für Schwimmer zur Verfügung steht. Ein solcher Aufbau ist im Bereich der Freizeit- und Sportbäder relativ neu und bietet zusätzliche Flexibilität in der Nutzung.

Zudem wird ein direkter Zugang zur Liegewiese geplant, was die Attraktivität des neuen Bades steigern soll. Die Umkleiden und Sanitäranlagen werden in den neuen Gebäudekomplex integriert. Die Planung berücksichtigt somit auch den Aspekt der Nutzerfreundlichkeit und der Attraktivität des Gesamtkomplexes.

Finanzierung und Förderung

Die Finanzierung des Projekts ist ein entscheidender Faktor. Die Kosten für den Neubau werden auf rund 20 Millionen Euro geschätzt. Davon werden vier Millionen Euro aus Landesmitteln bereitgestellt. Die Verbandsgemeinde hat bislang über fünf Millionen Euro an Eigenkapital zur Verfügung. Der restliche Betrag muss über einen Kredit finanziert werden, was bereits in Absprache mit der Kommunalaufsicht geschehen ist.

Die Kreditzusage ist laut Bürgermeister Ralf Hechler bereits vorliegend und würde für die Kommune leistbar sein. Zudem hat das Land Rheinland-Pfalz zugesagt, dass die bisher für die Generalrenovierung vorgesehenen Fördermittel auf die neue Planung übertragen werden können. Das ist entscheidend, da es die Planung beschleunigt und nicht erneut ein europaweites Ausschreibungsverfahren notwendig macht.

Die Finanzierung ist somit für die Verbandsgemeinde machbar. Allerdings betont Marcus Klein, dass die finanzielle Beteiligung des Landes wichtig ist, um die Projekte auf Dauer tragfähig zu machen. Kritisch äußert sich der Bürgermeister auch über die bisherige Haltung der zuständigen Ministerien, die im Vorfeld der Planung nicht ausreichend unterstützt hätten.

Zeitplan und Umsetzung

Die Umsetzung des Projekts ist für das Jahr 2025 geplant. Nach den letzten Informationen, die im Juli 2024 veröffentlicht wurden, ist der Zeitplan konkretisiert worden. Der Bau des neuen Bades soll in diesem Jahr beginnen. Die genaue Fertigstellungstermine hängen von den Baumaßnahmen und den notwendigen Genehmigungen ab.

Ein Vorteil der neuen Planung ist, dass während des Neubaus das bestehende Schwimmbad weiterhin genutzt werden kann. Zwar sind die Technik und die Infrastruktur des alten Bades altersschwach, aber solange sie noch funktionieren, bleibt es für die Bevölkerung nutzbar. Dies ist besonders für Sportvereine, Schulen und Familien wichtig, die auf den Schwimmunterricht und Freizeitangebote angewiesen sind.

Ausblick und Bedeutung des Projekts

Die Sanierung des Azur-Bads in Ramstein-Miesenbach ist mehr als nur ein lokales Projekt. Es ist ein Symbol für die Notwendigkeit, öffentliche Einrichtungen auch in ländlichen Gebieten zu erhalten und modern zu halten. Die Entscheidung für einen Neubau anstelle einer Generalrenovierung zeigt, wie notwendig es ist, Realismus in die Planung einzubringen – besonders in Zeiten, in denen die Kosten für Material und Personal stark gestiegen sind.

Das neue Freizeitbad wird nicht nur eine bessere Ausstattung bieten, sondern auch langfristig für einen nachhaltigen Betrieb sorgen. Es wird einen attraktiven Freizeitort für Familien, Vereine und Touristen schaffen und somit auch wirtschaftlich eine positive Wirkung entfalten. Zudem wird es ein Angebot bleiben, das für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich und erschwinglich ist.

Fazit

Die Geschichte des Azur-Bads in Ramstein-Miesenbach ist die Geschichte eines kommunalen Projekts, das sich an den Herausforderungen der Zeit orientiert. Aus einer umfassenden Sanierung wurde ein Neubau, der in seiner Konzeption moderner und kostengünstiger ist. Die Entscheidung, auf ein überdachtes 50-Meter-Becken mit Hub-Boden zu setzen, zeigt, dass die Planung nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist.

Die Unterstützung durch das Land Rheinland-Pfalz war entscheidend, um die Projekte umsetzen zu können. Ohne diese Finanzhilfe wäre die Umsetzung nicht machbar gewesen. Zudem hat die Verbandsgemeinde bewiesen, dass sie in der Lage ist, auch in schwierigen finanziellen Zeiten kluge Entscheidungen zu treffen – im Interesse der Bevölkerung und der langfristigen Sicherheit des Bades.

Mit dem Start des Neubaus im Jahr 2025 wird das Azur-Bad in Ramstein-Miesenbach in eine neue Ära eintreten. Es wird nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein Symbol für das Engagement der Kommune, ihre Infrastruktur auf moderne Standards zu heben.

Quellen

  1. SWR: Azur-Bad in Ramstein-Miesenbach: Neubau mit Dach
  2. Wochenblatt-Reporter: Freibad Azur bleibt zu – Neubau in Sicht
  3. SWR: Land Rheinland-Pfalz unterstützt Sanierung
  4. Wochenblatt-Reporter: Neubau startet 2025 mit Dach
  5. Gemeinde Ramstein-Miesenbach: Sanierung Azur – Bewegung entstanden

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