Polygonalplatten im Bad: Gestaltung, Verlegung und Pflege im Nassbereich

Die Verlegung von Polygonalplatten im Bad bietet eine attraktive Kombination aus ästhetischer Wirkung und funktionaler Eignung. Natursteinplatten mit unregelmäßigen Formen sind besonders bei Renovierungen beliebt, da sie einen natürlichen Charakter vermitteln und sich individuell gestalten lassen. Im Nassbereich, beispielsweise in der Dusche oder an Wänden, stellen sie jedoch besondere Anforderungen an die Versiegelung, die Verlegung und die langfristige Pflege. In diesem Artikel werden die relevanten Aspekte zur Verwendung von Polygonalplatten im Bad detailliert beschrieben – unter Berücksichtigung der Materialien, Techniken und Pflegeprodukte, die in den bereitgestellten Quellen erwähnt werden.

Was sind Polygonalplatten?

Polygonalplatten sind Natursteinplatten mit unregelmäßigen Kantenlängen. Sie entstehen meist durch natürliche Bruchstellen oder handwerkliche Bearbeitung und eignen sich daher besonders gut für kreative Verlegeformen. Typische Materialien für Polygonalplatten sind Porphyr, Quarzit, Granit, Sandstein oder Kalkstein. Jede Platte ist ein Unikat und trägt so einen individuellen Charakter in die Gestaltung ein.

Neben Naturstein gibt es auch Keramikplatten mit polygonaler Form. Sie sind in der Regel für den Außenbereich oder für Flächen mit geringer Belastung geeignet. Für die Verlegung im Nassbereich, wie beispielsweise im Bad oder an Wänden der Dusche, sind harte, wasserresistente Natursteine von Vorteil, da sie sich gut versiegeln und länger halten.

Verlegung von Polygonalplatten im Bad

Die Verlegung von Polygonalplatten im Bad erfordert sorgfältige Planung, um eine dauerhafte und wasserdichte Fläche zu schaffen. Ein entscheidender Aspekt ist die Verlegetechnik. In den bereitgestellten Quellen wird erwähnt, dass es zwei gängige Verlegearten gibt: die Verlegung im Mörtelbett und die ungebundene Bauweise. Letztere ist vor allem im Außenbereich relevant, da sie keine vollständige Fugenverdichtung vorsehen. Im Bad hingegen ist meist die Verlegung im Mörtelbett geeigneter, da sie eine bessere Stabilität und Dichtigkeit bietet.

Wichtig ist auch, auf eine leichte Neigung der Fläche zu achten, damit das Wasser von der Bodenfläche abfließen kann. Eine Neigung von mindestens zwei Prozent ist empfohlen, um Staunässe zu vermeiden, die im Winter den Naturstein beschädigen könnte. Bei der Verlegung mit offenen Fugen und Splittbettung, wie bei der ungebundenen Bauweise, ist eine solche Neigung nicht zwingend erforderlich.

Versiegelung für Polygonalplatten im Nassbereich

Die Versiegelung ist entscheidend für die Langlebigkeit und Hygiene von Polygonalplatten im Bad. Gerade im Duschbereich, wo die Platten ständig Feuchtigkeit ausgesetzt sind, muss die Versiegelung wasserdicht und resistent gegen Verschmutzungen sein. In den bereitgestellten Quellen wird auf mehrere Versiegelungsmöglichkeiten hingewiesen, die je nach Anforderung und Steinart unterschiedlich geeignet sind.

Wasserglas-Versiegelung

Wasserglas ist eine traditionelle Versiegelungsmethode, die vor allem in nasseren Bereichen wie der Dusche nicht immer ausreichend schützt. Es ist zwar günstig und einfach anzuwenden, aber nicht dauerhaft wasserdicht. In den Quellen wird erwähnt, dass Wasserglas eher für Räume mit geringer Spritzwasserbelastung geeignet ist, nicht jedoch für den Duschbereich.

Nanoversiegelung

Eine Nanoversiegelung wird als eine der moderneren und effektiveren Optionen genannt. Sie verändert die Oberfläche des Steins so, dass Wasser abperlt und sich Verschmutzungen leichter entfernen lassen. Ein Produkt, das in den Quellen genannt wird, ist die Nanoversiegelung von Dime. Diese Art der Versiegelung ist besonders bei harten Steinen wie Granit oder Quarzit effektiv, da sie die Poren des Steins schließt, ohne die natürliche Optik zu beeinträchtigen.

Lithofin Natursteinversiegelung

Die Lithofin Natursteinversiegelung ist eine weitere Option, die in den bereitgestellten Quellen erwähnt wird. Dieses Produkt ist speziell für Natursteinoberflächen entwickelt und bietet eine gute Schutzschicht gegen Wasser, Öl und Schmutz. Es ist besonders bei Steinen mit offenen Poren, wie Porphyr oder Kalkstein, geeignet. Lithofin ist in der Reinigungsindustrie bekannt und wird oft von Profis eingesetzt.

Farbvertiefende Imprägnierung

Wenn die Farbe der Polygonalplatten im Bad optisch verstärkt werden soll, kann eine farbvertiefende Imprägnierung wie „Fleckstop PLUS“ von Lithofin verwendet werden. Diese Imprägnierung verleiht dem Stein eine nass aussehende Optik und verringert die Saugfähigkeit der Oberfläche, sodass sich Öle oder Fette nicht in den Stein einsaugen. Sie ist besonders bei Steinen wie Porphyr oder Quarzit geeignet, die eine natürliche, rauere Oberfläche haben.

Kriterien für die Wahl der Versiegelung

Beim Kauf einer Versiegelung für Polygonalplatten im Bad sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen:

  • Wasserdichtigkeit: Der Versiegelungsmittel muss wasserdicht sein, um Schimmel- und Algenbildung zu verhindern.
  • Atemaktivität: Eine atmungsaktive Versiegelung ist wichtig, um Kondenswasser nicht in den Stein einzusperren.
  • Reinigbarkeit: Die Versiegelung sollte so beschaffen sein, dass sie sich leicht reinigen lässt und nicht angetrocknete Verschmutzungen aufnimmt.
  • Steintyp: Die Versiegelung muss für den spezifischen Stein geeignet sein, da beispielsweise poröse Steine wie Kalkstein anders behandelt werden müssen als harte Steine wie Granit.

Pflege und Reinigung von Polygonalplatten im Bad

Die Pflege von Polygonalplatten im Bad ist entscheidend für ihre Langlebigkeit und Ästhetik. Naturstein benötigt regelmäßig Reinigung, um sich nicht durch Schmutz oder Algen unschön zu verändern. In den bereitgestellten Quellen werden mehrere Reinigungsweisen beschrieben.

Grundreinigung

Für die Grundreinigung reicht in der Regel klares Wasser und eine weiche Bürste aus. Die Fugen zwischen den Platten sollten regelmäßig abgebürstet werden, um Verschmutzungen und Schimmelbildung vorzubeugen. Bei einer leichten Verschmutzung genügt ein Besen und ein Gartenschlauch.

Reinigung mit Spezialprodukten

Bei stärkerer Verschmutzung, Algen- oder Moosbildung ist es sinnvoll, spezielle Reinigungsmittel einzusetzen. In den bereitgestellten Quellen wird das Produkt „Algen- und Moos Konzentrat von Stone-Finish“ genannt, das zur Beseitigung von Algen und Moose eingesetzt werden kann. Ein solches Produkt ist besonders bei Steinen wie Porphyr oder Quarzit nützlich, da deren Fugen oft besonders empfindlich sind.

Reinigung mit Hochdruckreiniger

Ein Hochdruckreiniger kann bei der Reinigung von Polygonalplatten im Bad hilfreich sein, sollte jedoch mit Vorsicht eingesetzt werden. Der Wasserdruck sollte auf maximal 80 bar begrenzt werden, um die Fugen nicht weiter aufzurauen oder zu beschädigen. Bei Porphyrplatten und anderen Steinen mit empfindlichen Fugen ist es besonders wichtig, die Druckstärke zu kontrollieren, um die Struktur des Bodens nicht zu gefährden.

Vorteile von Polygonalplatten im Bad

Die Verwendung von Polygonalplatten im Bad bietet mehrere Vorteile, die sie zur attraktiven Alternative zu Fliesen oder anderen Bodenbelägen machen:

  • Natürliche Optik: Jede Platte ist ein Unikat und trägt so einen individuellen Charakter in die Gestaltung ein.
  • Individuelle Verlegeformen: Polygonalplatten lassen sich kreativ verlegen und ermöglichen so einzigartige Muster und Formen.
  • Robustheit: Harte Natursteine wie Granit oder Quarzit sind besonders strapazierfähig und eignen sich daher gut für Badezimmerflächen.
  • Langlebigkeit: Mit der richtigen Versiegelung und Pflege halten Polygonalplatten oft几十年 (viel länger) als herkömmliche Fliesen.
  • Leichte Pflege: Mit der richtigen Versiegelung lassen sich Polygonalplatten einfach reinigen und sind resistent gegen Schmutz und Feuchtigkeit.

Nachteile und Risiken

Trotz der vielen Vorteile gibt es auch einige Nachteile, die bei der Verlegung von Polygonalplatten im Bad berücksichtigt werden sollten:

  • Höhere Kosten: Polygonalplatten aus Naturstein sind in der Regel teurer als herkömmliche Fliesen. Die Verlegung ist ebenfalls aufwendiger und benötigt oft eine fachmännische Hand.
  • Empfindlichkeit der Fugen: Die Fugen zwischen den Platten sind oft aus Quarzsand-Zement und können sich im Laufe der Zeit verwittern. Bei ungeschickter Reinigung kann es zu Schäden an der Fuge kommen.
  • Rutschgefahr: Je nach Versiegelung und Oberflächenbearbeitung können Polygonalplatten im Nassbereich rutschig sein. Eine rutschfeste Versiegelung oder die Verwendung von speziell bearbeiteten Steinen kann hier Abhilfe schaffen.

Fazit

Polygonalplatten aus Naturstein sind eine attraktive und langlebige Option für die Renovierung des Bads. Sie bieten eine natürliche Optik, lassen sich individuell verlegen und sind mit der richtigen Versiegelung und Pflege hygienisch und wasserdicht. Entscheidend ist die Wahl des richtigen Steins, der Versiegelung und der Verlegetechnik. Härtere Steine wie Quarzit oder Granit sind besonders geeignet für Nassbereiche, während Porphyr oder Kalkstein eine individuelle Optik mitbringen können. Die Reinigung sollte vorsichtig und mit speziellen Produkten erfolgen, um die Fugen nicht zu beschädigen. Mit den richtigen Maßnahmen kann ein Bad mit Polygonalplatten nicht nur funktional, sondern auch optisch einzigartig gestaltet werden.

Quellen

  1. Versiegelung von Polygonalplatten (Fachwerk Forum)
  2. Polygonalplatten aus Naturstein verlegen (Obi Magazin)
  3. Solnhofener Naturstein
  4. Porphyrreinigung (Steinrein)
  5. Naturstein-Zentrum Ruhr

Ähnliche Beiträge