Die Neugestaltung der Strandpromenade in Travemünde ist ein zentrales Beispiel für die modernen Anforderungen an die touristische Infrastruktur an der Ostsee. Die Arbeiten, die in mehreren Phasen durchgeführt wurden, reflektieren nicht nur die technischen Herausforderungen bei der Sanierung von Promenaden, sondern auch die wirtschaftlichen und gestalterischen Überlegungen, die in solchen Projekten eine Rolle spielen. Die Investitionen in die Promenade spiegeln zudem den Wettbewerbsdruck wider, dem sich die Ostseebäder im Hinblick auf ihre touristischen Angebote stellen müssen.
Die Herausforderungen der alten Promenade
Die ursprüngliche Promenade in Travemünde war in der Zeit der 1970er Jahre errichtet worden und wies in der Folgezeit erhebliche Verschlechterungen auf. Schweres Gerät, das bei der Seetangräumung, Veranstaltungen oder durch Versorgungsfahrzeuge eingesetzt wurde, führte dazu, dass sich große Flächen des Klinkersteins beschädigten. Der Travemünder Klinkerstein, der einst in großer Menge verwendet wurde, ist mittlerweile nur noch als Sonderanfertigung beschaffbar. Reparaturen wurden damit nicht nur unwirtschaftlich, sondern auch in ihrer Durchführbarkeit eingeschränkt.
Ein weiteres Problem lag in den Schäden, die durch Wellenschlag bei Stürmen entstanden. Der obere Betonholm der Promenade war nicht mehr in der Lage, diesen Belastungen standzuhalten. Die Kosten für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen stiegen entsprechend an. Aus diesen Gründen wurde beschlossen, die Promenade nicht nur zu reparieren, sondern komplett neu zu verlegen, was sich als notwendig erwies, um künftige Schäden zu vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Ostseebädern zu sichern.
Der Plan zur Neugestaltung
Die Sanierung der Strandpromenade war in fünf Bauabschnitte unterteilt, um die Arbeiten schrittweise und in Abstimmung mit anderen städtebaulichen Projekten durchzuführen. Dazu gehörten auch die Erneuerung des Aqua Tropfbeckens sowie die Anpassung der Liegewiese. Diese Vorgehensweise ermöglichte es, die Arbeiten in Einklang mit den touristischen Abläufen zu bringen und die Störungen für die Besucher möglichst gering zu halten.
Die Neugestaltung war nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern auch ein Schritt in Richtung moderner Gestaltungskonzepte. So wurden die Promenade mit neuen Sitzstufenanlagen, Spielplätzen und einer besseren Barrierefreiheit ausgestattet. Die Arbeiten begannen im Jahr 2021 und endeten nach einer Bauzeit von etwa 14 Monaten. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 3,8 Millionen Euro, von denen 2,67 Millionen Euro durch die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) gefördert wurden.
Die Gestaltung der neuen Promenade
Die neue Travepromenade ist nicht nur in ihrer Funktion als touristische Einrichtung, sondern auch in ihrer gestalterischen Ausrichtung ein Meilenstein für Travemünde. Die Promenade ist in ihrer Struktur auf das moderne Verständnis von Freizeit- und Erholungsräumen abgestimmt. Sie bietet nicht nur einen barrierefreien Zugang zum Strand, sondern auch mehrere Ruhe- und Spielzonen, die für verschiedene Altersgruppen geeignet sind.
Ein besonderes Merkmal der neuen Promenade ist die Kombination aus organischen Formen und natürlichen Materialien. Die Sitzstufen, die entlang der Promenade angebracht sind, bestehen aus Betonwerksteinblöcken und sind mit hochwertigen Bambusauflagen ausgestattet. Diese Materialien sind nicht nur optisch ansprechend, sondern auch funktional: Bambus ist durch seine besondere Härte widerstandsfähig und eignet sich daher besonders gut für den Außenbereich.
Ein weiteres Highlight der Promenade ist der integrierte Beachclub, der direkt am Strand gelegen ist und so ein neues Erlebnis für die Besucher schafft. Die Architektur des Beachclubs ist so gestaltet, dass sie harmonisch in die Umgebung eingebettet ist und den maritimen Charakter der Promenade unterstreicht.
Die Rolle der Promenade für den Tourismus
Die Neugestaltung der Travepromenade ist ein zentraler Bestandteil der touristischen Infrastruktur in Travemünde. Sie ist Teil des Promenadenrundlaufs, der als Alleinstellungsmerkmal für das Seebad gilt und zukünftig eine wichtige Rolle im Urlaubserlebnis der Gäste spielen wird. Der Promenadenrundlauf verbindet verschiedene Bereiche des Ortes und schafft so einen durchgehenden Flanierweg, der nicht nur für Touristen, sondern auch für Einwohner attraktiv ist.
Die Investitionen in die Promenade sind in einem größeren städtebaulichen Kontext zu sehen. So wurden auch andere Projekte im Zuge der Sanierung der Promenade durchgeführt, die zur Verbesserung der touristischen Angebote beitrugen. Dazu gehörten beispielsweise die Erneuerung des Aqua Tropfbeckens und die Anpassung der Liegewiese. Diese Maßnahmen trugen dazu bei, dass die Promenade nicht nur als Verbindungselement, sondern auch als Erholungs- und Freizeitort genutzt werden konnte.
Die Finanzierung und Förderung des Projekts
Die Finanzierung der Neugestaltung der Travepromenade erfolgte über verschiedene Quellen. Die Bundes- und Landesförderung über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) stellte 70 Prozent der Gesamtkosten bereit. Dies zeigt die Bedeutung des Projekts für die regionale Wirtschaft und die touristische Entwicklung. Die übrigen 30 Prozent wurden durch die Stadt und andere lokale Initiativen gedeckt.
Diese Finanzierungsstruktur ist ein gutes Beispiel dafür, wie öffentliche Fördermittel genutzt werden können, um touristische Infrastruktur zu modernisieren und damit die Attraktivität von Orten an der Ostsee zu steigern. Die Investitionen in die Promenade trugen auch dazu bei, dass Travemünde im Wettbewerb mit anderen Ostseebädern nicht zurückbleibt. In den umliegenden Städten wie Grömitz, Scharbeutz, Timmendorfer Strand und Niendorf wurden ähnliche Projekte durchgeführt, bei denen ebenfalls Holzstegen, Wasserspiele und andere moderne Elemente integriert wurden.
Die Bedeutung der Promenade für die lokale Wirtschaft
Die Neugestaltung der Travepromenade hat auch Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. Die Investitionen in die Promenade haben nicht nur zur Schaffung von Arbeitsplätzen geführt, sondern auch dazu beigetragen, dass die touristischen Angebote in Travemünde attraktiver geworden sind. Dies spiegelt sich in den steigenden Besucherzahlen wider, die nach Abschluss der Sanierung festgestellt wurden.
Die Promenade ist nicht nur ein Ort zum Flanieren, sondern auch ein Ort, an dem Gastronomie, Handel und Kultur zusammenkommen. So wurden in der Nähe der Promenade neue Restaurants, Cafés und Geschäfte eingerichtet, die von der erhöhten Besucherfrequenz profitieren. Die Investitionen in die Promenade trugen somit auch dazu bei, dass die lokale Wirtschaft gestärkt wurde.
Die Einweihung und die Resonanz der Bevölkerung
Die offizielle Einweihung der neuen Travepromenade fand im Jahr 2021 statt. Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau hielt eine Rede, in der er die Bedeutung des Projekts für die Region hervorhob. Die Einweihung wurde durch das SEEBADKULTUR.FESTIVAL begleitet, bei dem Livemusik, Kleinkunst, Literatur und Fitnessangebote angeboten wurden. Diese Veranstaltung trug dazu bei, dass die Promenade nicht nur als touristische Einrichtung, sondern auch als kultureller Treffpunkt wahrgenommen wird.
Die Resonanz der Bevölkerung auf die neue Promenade war überwiegend positiv. Viele Einwohner und Besucher begrüßten die neuen Elemente wie die Sitzstufen, die Spielplätze und die barrierefreien Zugänge. Die Promenade ist mittlerweile zu einem beliebten Ort geworden, an dem man nicht nur flanieren, sondern auch verweilen kann.
Die Zukunft der Travemünder Promenade
Die Neugestaltung der Travepromenade ist ein Projekt, das nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in der Zukunft seine Bedeutung hat. Die Promenade ist ein Beispiel dafür, wie touristische Infrastrukturen modernisiert und angepasst werden können, um den Anforderungen der heutigen Zeit zu entsprechen. Sie ist nicht nur ein Ort für Erholung und Freizeit, sondern auch ein Symbol für die Entwicklung Travemündes als touristisches Zentrum.
Zukünftig wird es darauf ankommen, die Promenade weiter zu entwickeln und auf die veränderten Bedürfnisse der Besucher einzugehen. So könnten beispielsweise weitere Angebote wie Outdoor-Gastronomie, Veranstaltungsflächen oder digitale Infrastruktur integriert werden. Die Promenade könnte auch als Teil einer größeren touristischen Strategie genutzt werden, die darauf abzielt, Travemünde als einzigartigen Ort der Erholung zu positionieren.
Fazit
Die Neugestaltung der Strandpromenade in Travemünde ist ein Beispiel dafür, wie touristische Infrastrukturen modernisiert und angepasst werden können. Die Investitionen in die Promenade trugen dazu bei, dass Travemünde seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Ostseebädern behält. Die Promenade ist nicht nur ein Ort für Erholung, sondern auch ein Ort der Begegnung und der Kultur. Sie ist ein zentraler Bestandteil der touristischen Infrastruktur in Travemünde und spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Region.
Quellen
- Travemündes Strandpromenade wird saniert
- Lübecks neue Travepromenade ist eine Attraktion
- Nach offizieller Einweihung: Neugestaltete Travepromenade lädt zum Flanieren ein
- Urlaubsorte geben sich maritim mit Holzstegen und Wasserspielen
- Beste Aussichten – die neue Travepromenade in Lübeck-Travemünde
- Neugestaltung Strandpromenade
- Ostseeküste baut mehr auf Holz