Das Renovieren einer Wand, insbesondere wenn auf ihr eine alte Tapete haftet, ist ein komplexer Prozess, der sowohl handwerkliches Geschick als auch die richtige Vorgehensweise erfordert. Ob Sie sich für das Tapezieren entscheiden oder die Wand verputzen, ist dabei abhängig von verschiedenen Faktoren wie dem Zustand des Untergrunds, den individuellen ästhetischen Vorlieben und der Dauerhaftigkeit. In diesem Artikel werden die Schritte und Techniken erläutert, die Ihnen dabei helfen, alte Tapeten professionell zu entfernen oder zu überspachteln, sowie die Vorteile und Nachteile von Verputzen und Tapezieren im Detail vorgestellt.
Warum ist das Glätten von Wänden und Decken wichtig?
Bevor Sie sich für ein neues Wandbild entscheiden, ist es unerlässlich, die Fläche gründlich vorzubereiten. Eine glatte und ebene Oberfläche ist die Voraussetzung für eine dauerhafte und optisch ansprechende Gestaltung. Laut den Angaben der KF BAU Sachsen GmbH müssen Wände und Decken, die renoviert oder saniert werden, vor dem Anstrich oder Tapezieren geglättet werden. Besonders bei alten Wänden, die im Laufe der Jahre Risse, Sprünge oder Löcher aufweisen, ist dies entscheidend.
Die professionelle Glättung erfolgt in mehreren Schritten: Zunächst werden alle Schäden wie Risse, Löcher und Tapetenreste beseitigt. Dazu wird eine Profi-Spachtelmasse aufgetragen und verrieben. Danach kann die Wand entweder tapeziert oder in einem ausgewählten Farbton gestrichen werden. Je feiner die verwendete Spachtelmasse ist, desto glatter wird die Oberfläche. Ein glatter Untergrund erhöht nicht nur die Haltbarkeit der Tapete oder Farbe, sondern sorgt auch für eine bessere Optik.
Ein weiterer Grund, warum raue Wände vermieden werden sollten, ist die staubanfällige Oberfläche. Unebene Flächen sammeln leicht Staub und erfordern somit häufigere Reinigung. Zudem kann die Tapete oder Farbe auf unvorbereiteten Wänden nicht gleichmäßig haften, was in der Folge zu Rissen, Blasen oder Abblättern führen kann.
Alte Tapeten entfernen oder überspachteln – wie geht das?
Wenn Sie einen Raum neu gestalten möchten, müssen Sie meistens mit dem Entfernen alter Tapeten beginnen. Dieser Schritt ist besonders dann unverzichtbar, wenn die Tapeten beschädigt, unansehnlich oder der Untergrund uneben ist. Ein sauberer, glatter Untergrund ist die Grundlage für jede weitere Gestaltung – ob Tapezieren oder Streichen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Entfernen der Tapete
Vorbereitung des Raumes:
Der Raum sollte gründlich vorbereitet werden. Dazu gehört, den Boden mit Malervlies oder Folie abzudecken, die Möbel zur Seite zu räumen oder in der Raummitte zusammenzustellen. Steckdosen und Lichtschalter sollten abgedeckt oder abgeschraubt werden, und der Strom sicherheitshalber ausgeschaltet. So entstehen optimale Bedingungen für ein effizientes Arbeiten.Perforieren der Tapete:
Mit einer „Tigerkralle“ oder einer Nagelwalze perforiert man die Tapete. Dies ist notwendig, damit Wasser hinter die Tapete gelangen kann und den Kleister löst.Wässern der Tapete:
Nach dem Perforieren wird die Tapete mit Wasser befeuchtet. Dieser Schritt ist entscheidend, um den Kleister zu lösen und die Tapete leichter abtragen zu können.Abtragen der Tapete:
Anschließend kann die nasse Tapete mit einem Spachtel vorsichtig abgetragen werden. Bei stark verklebten Stellen kann es erforderlich sein, die Tapete mehrmals zu befeuchten, bis sie sich vollständig entfernen lässt.Nachbearbeitung des Untergrunds:
Nach dem Entfernen der Tapete muss der Untergrund gereinigt und eventuelle Unebenheiten beseitigt werden. Dazu werden Risse und Löcher mit einer Spachtelmasse oder feinem Putz ausgefüllt. Danach wird ein Tiefengrund aufgetragen, der die Haftung für die nächste Schicht verbessert.
Alternativ: Alte Tapete überspachteln
Wenn das Entfernen der Tapete aufwendig oder nicht erwünscht ist, bietet sich auch die Option, die alte Tapete einfach zu überspachteln. Laut der Quelle von Selbermachen.de ist dies eine sinnvolle Alternative, wenn der Untergrund nicht stark beschädigt ist.
Beim Überspachteln wird eine Spezielspachtelmasse aufgetragen, die den Kleber der Tapete überbrückt und eine ebene Fläche schafft. Vor dem Auftragen der Spachtelmasse ist es wichtig, den Untergrund mit einem Tiefengrund zu versehen, um die Haftung zu verbessern. Danach kann die Wand tapeziert oder gestrichen werden.
Ein entscheidender Vorteil dieser Methode ist, dass sie weniger Arbeit erfordert als das komplette Entfernen der Tapete. Allerdings ist sie nur dann empfehlenswert, wenn die Tapete in einem gutem Zustand ist und der Untergrund nicht stark beschädigt ist. Bei stark verklebten oder beschädigten Tapeten kann es in der Zukunft zu Problemen wie Rissen oder Blasen kommen.
Tapezieren auf alten und porösen Putzen
Das Tapezieren auf alten Putzen gestaltet sich oft als Herausforderung. Mit der Zeit können Putzschichten brüchig werden und sich Schollen lösen, was die Haftung der Tapete beeinträchtigen kann.
Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, den alten Putz zu fassen. Dazu wird ein Tiefengrund aufgetragen, der den Putz stabilisiert und weitere Schollen verhindert. Nachdem der Tiefengrund getrocknet ist (ca. 24 Stunden), können Risse und Löcher mit einer Spachtelmasse oder feinem Putz gefüllt werden.
Wenn Sie sich für Flüssigtapeten entscheiden, haben Sie einen weiteren Vorteil: Diese Materialien eignen sich besonders gut für alte Putze, da sie Unebenheiten bis zu 2 mm ausgleichen können und sich an unregelmäßige Untergründe anpassen. Allerdings müssen größere Risse und Löcher vorher verspachtelt werden, damit die Flüssigtapete optimal haftet.
Vorteile und Nachteile: Tapezieren oder Verputzen?
Die Entscheidung zwischen Tapezieren und Verputzen hängt von verschiedenen Faktoren wie Langlebigkeit, Optik, Kosten und individuellen Vorlieben ab. Laut der Quelle von Haus-XXL.de hat jeder Wandbelag seine eigenen Vor- und Nachteile.
Vorteile des Tapezierens
- Vielfältige Designs und Optiken: Tapeten bieten eine große Auswahl an Mustern, Farben und Strukturen, die individuell an die Räume angepasst werden können.
- Kein Abkleben notwendig: Im Gegensatz zu Farben benötigen Tapeten nicht immer eine komplette Reinigung des Untergrunds.
- Leicht entfernbar: Tapeten können in der Regel leicht entfernt werden, was eine schnelle Renovierung ermöglicht.
Nachteile des Tapezierens
- Arbeitsaufwand: Tapezieren erfordert Präzision beim Messen, Zuschneiden und Kleben, was zu einem hohen Arbeitsaufwand führt.
- Kosten: Je nach Tapetenart können die Materialkosten recht hoch sein.
- Begrenzte Haltbarkeit: Tapeten altern schneller als Putze und benötigen daher in kürzeren Abständen Erneuerung.
- Risiko durch Wandbewegungen: In Neubauten kann es durch das „Arbeiten“ der Wände zu Rissen in der Tapete kommen.
- Begrenzte Überstreichbarkeit: Nicht alle Tapeten lassen sich gut überstreichen, was bei Farbwechseln problematisch sein kann.
Vorteile des Verputzens
- Langlebigkeit: Putze sind in der Regel langlebiger als Tapeten und benötigen seltener eine Renovierung.
- Überstreichbarkeit: Viele Putzarten lassen sich nahezu unbegrenzt überstreichen, was Flexibilität bei Farbwechseln bietet.
- Feuchtigkeitsregulierung: Bei Kalkputzen kann eine zusätzliche Feuchtigkeitsregulierung erfolgen, was insbesondere in alten Gebäuden von Vorteil sein kann.
- Strukturvielfalt: Putze erlauben glatte oder strukturierte Oberflächen, was gestalterische Möglichkeiten erweitert.
- Schnelle Verarbeitung: Je nach Putzart kann die Verarbeitung schneller erfolgen als das Tapezieren.
Nachteile des Verputzens
- Arbeitsaufwand: Das Verputzen erfordert handwerkliche Fähigkeiten und eine sorgfältige Vorbereitung des Untergrunds.
- Kosten: Putze können teurer sein als Tapeten, besonders wenn besondere Materialien wie Kalk- oder Mineralfarben verwendet werden.
- Nicht immer universell einsetzbar: Nicht alle Räume eignen sich gleichermaßen für Verputzen, insbesondere wenn eine intensive Farbgebung gewünscht ist.
Praktische Tipps für den Umgang mit Rigipswänden
Wenn Sie weder verputzen noch tapezieren möchten, bietet sich das Streichen als Alternative an. Laut den Angaben von Sanier.de können Rigipswände direkt gestrichen werden, um den Raum farblich nach Ihren Vorstellungen zu gestalten.
Vorbereitung der Rigipswände
- Tiefgrund auftragen: Um eine gleichmäßige Saugung der Farbe zu gewährleisten, ist es wichtig, den Untergrund mit einem Tiefgrund zu versehen.
- Verspachteln und Schleifen: Wenn die Wände uneben sind, können sie vor dem Streichen vollflächig verspachtelt und auf die gewünschte Qualitätsstufe geschliffen werden.
- Haftvermittler verwenden: Bei dichtem, glattem Untergrund kann nach dem Schleifen ein Haftvermittler aufgetragen werden, um die Haftung der Farbe zu verbessern.
Streichen der Wand
- Farbauswahl: Verwenden Sie eine gute Wandfarbe, die Sie sich in Ihrem Wunschfarbton anmischen oder selbst einfärben können.
- Arbeitsweise: Streichen Sie die Wand zunächst von oben nach unten in parallelen Bahnen, anschließend von links nach rechts. Arbeiten Sie immer „nass in nass“, um sichtbare Übergänge zu vermeiden.
- Zwei Durchgänge: In der Regel sind zwei Farbdurchgänge notwendig, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Lassen Sie die erste Schicht mindestens 24 Stunden trocknen, bevor Sie die zweite Schicht auftragen.
Fazit
Die Renovierung einer Wand mit alter Tapete erfordert eine sorgfältige Planung und die richtigen Techniken. Ob Sie sich für das Tapezieren oder Verputzen entscheiden, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Zustand des Untergrunds, den individuellen Vorlieben und der gewünschten Haltbarkeit ab.
Ein glatter Untergrund ist unerlässlich, um die Haltbarkeit und Optik der Gestaltung zu gewährleisten. Beim Tapezieren ist es wichtig, alte Tapeten gründlich zu entfernen oder gegebenenfalls zu überspachteln. Bei alten Putzen ist ein Tiefengrund entscheidend, um den Untergrund zu fassen. Flüssigtapeten eignen sich besonders gut für unebene Flächen, da sie Unebenheiten ausgleichen können.
Beim Verputzen hingegen profitiert man von der Langlebigkeit und der Flexibilität durch Überstreichen. Rigipswände lassen sich ebenfalls gut streichen, wobei eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend ist.
Unabhängig davon, welchen Weg Sie wählen, eine professionelle Ausführung und ein guter Untergrund sind die Schlüssel zu einer dauerhaften und ansprechenden Wandgestaltung.