Elektroinstallationen: Wie Sie Wände richtig aufspitzen und sanieren

Die Sanierung einer alten Elektroinstallation ist bei Renovierungs- oder Baumaßnahmen oft unverzichtbar. Sie gewährleistet nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Zukunftsfähigkeit des Hauses. Ein zentraler Aspekt dabei ist die korrekte Aufspitzung von Wänden, um Kabel, Leitungen und Rohre unterzubringen. Diese Arbeiten können zwar in begrenztem Umfang vom Bauherrn selbst durchgeführt werden, erfordern aber dennoch Kenntnisse, Planungssicherheit und die Einhaltung von Vorschriften.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Methoden und Geräte für das Aufspitzen von Wänden zur Elektroinstallation verwendet werden, welche Vorschriften Sie beachten müssen, welche Arbeiten selbst erledigt werden dürfen und welche nur von einem Elektriker oder Maurer durchgeführt werden sollten. Zudem wird auf die Kosten, Fördermöglichkeiten und steuerliche Vorteile eingegangen, die bei einer Elektrosanierung entstehen können.


Wichtige Begriffe und Grundlagen

Bei der Elektroinstallation in Wohnräumen ist es üblich, Leitungen Unterputz zu verlegen. Das bedeutet, dass Kabel und Leitungen in Schlitzen oder Öffnungen in den Wänden verlaufen und später in Unterputzdosen oder Schaltern integriert werden. Dies hat den Vorteil, dass die Installation optisch unauffällig bleibt.

Um solche Schlitze zu schaffen, müssen Wände aufgespitzt oder gestemmt werden. Diese Tätigkeit ist in der Regel notwendig, wenn die Elektroinstallation erneuert, erweitert oder nachgerüstet wird.


Welche Arbeiten dürfen selbst durchgeführt werden?

Einige Arbeiten im Zusammenhang mit der Elektroinstallation sind vom Bauherrn selbst ausführbar. Dies gilt insbesondere für vorbereitende Tätigkeiten, die keine elektrotechnische oder bautechnische Kompetenz erfordern.

Fräsen und Stemmen von Wandschlitzen

Die Erstellung von Wandschlitzen ist eine solche Arbeit, die vom Bauherrn übernommen werden kann. Jedoch gelten hier klare Vorschriften hinsichtlich der Lage und Tiefe der Schlitze. Einfach mit Bohrhammer oder Mauernutfräse loszugehen, ist nicht erlaubt. Im Folgenden werden die gängigsten Methoden beschrieben.

Methoden zum Herstellen von Wandschlitzen

  1. Hammer und Meißel
    Diese Methode ist traditionell, aber sehr mühsam. Sie birgt zudem das Risiko, mehr Mauerwerk zu entfernen, als nötig oder zulässig. Zudem entsteht viel Dreck und Staub.

  2. Winkelschleifer mit Diamantscheibe
    Mit einem Winkelschleifer können zwei Schlitze in die Wand gefräst werden. Der mittlere Steg wird anschließend mit Meißel und Hammer entfernt. Dies ist effizienter als die manuelle Methode, aber immer noch mit Staub und Lärm verbunden.

  3. Mauernutfräse
    Die dritte und empfohlene Methode ist die Verwendung einer Mauernutfräse. Diese Geräte sind in der Regel auf die gewünschte Tiefe einstellbar und verfügen oft über eine Absaugvorrichtung, was das Arbeiten staubfreier macht. Mauernutfräsen sind in der Regel mietbar und für Laien gut handhabbar.


Wichtige Vorschriften für Wandschlitze

Nicht jede Wand ist für Schlitze geeignet. Besonders in älteren Häusern oder Altbauten kann die Wanddicke begrenzt sein oder die Wand tragend sein. In solchen Fällen müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.

Tragende vs. nicht tragende Wände

  • Tragende Wände tragen Lasten des Gebäudes und dürfen daher nur minimal beschädigt werden. In solchen Wänden sind Schlitze oft nur in begrenztem Umfang oder in bestimmten Höhen erlaubt.
  • Nicht tragende Wände (z. B. Zwischenwände) sind dagegen meist flexibler. Hier können größere Schlitze ohne Bedenken geschlitzt werden.

Die genauen Vorgaben hängen oft von den lokalen Bauregeln, den Planungsunterlagen des Hauses oder den Anforderungen der Elektroinstallation ab. Es ist daher wichtig, vor Arbeiten einen Plan zu erstellen und bei Bedarf den Elektriker oder Bauunternehmen zu konsultieren.


Vorbereitung und Vorarbeiten

Bevor mit dem Schlitzen begonnen werden kann, sind mehrere Schritte notwendig:

  1. Alte Leitungen entfernen
    Bei einer Vollsanierung müssen die alten Kabel, Leitungen und Rohre entfernt werden. Dies ist oft notwendig, um Platz für neue Installationen zu schaffen.

  2. Wände aufstemmen
    Je nach Ausmaß der Elektroinstallation müssen Wände aufgestemmt werden, um Kabeltrassen und Leitungen unterzubringen.

  3. Unterputzdosen setzen
    Für Steckdosen, Schalter und andere Anschlüsse müssen Unterputzdosen in die Wände eingesetzt werden. Diese werden in die vorgefertigten Schlitze eingesetzt und später mit Putz oder Gips versiegelt.

  4. Vorbereitung von Wandöffnungen
    Der Sicherungskasten muss an einer geeigneten Stelle montiert werden. Dazu sind Wandöffnungen zu schaffen, die bereits vorab vorbereitet werden können.


Installation der neuen Elektroinstallation

Nachdem die Wände aufgespitzt und die Schlitze hergestellt wurden, können die neuen Leitungen verlegt werden.

  1. Verlegen der neuen Stromleitungen
    Die Kabel werden in die Schlitze gelegt und in die Unterputzdosen integriert. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Leitungen ordnungsgemäß verlegt und isoliert sind.

  2. Montage des Sicherungskastens
    Der Sicherungskasten muss an einer zugänglichen Stelle montiert werden. Er enthält FI-Schutzschalter und Sicherungen, die die Installation schützen.

  3. Einbau von Steckdosen, Schaltern und Anschlüssen
    Nachdem die Leitungen verlegt sind, werden Steckdosen, Schalter und andere Anschlüsse montiert. Diese müssen ordnungsgemäß angeschlossen und in Betrieb genommen werden.

  4. Prüfung und Abnahme
    Die gesamte Installation muss von einem Elektriker geprüft werden. Er stellt sicher, dass die Installation sicher und den geltenden Vorschriften entspricht. Danach erfolgt die offizielle Abnahme der Anlage.


Eigenleistung und Kostenersparnis

Die Kosten für eine Elektrosanierung können erheblich sein. Um diese zu senken, können einige Arbeiten vom Bauherrn selbst durchgeführt werden.

Mögliche Eigenleistungen

  • Fräsen von Wandschlitzen
    Dies ist eine der wenigen Tätigkeiten, die vom Bauherrn selbst übernommen werden darf. Voraussetzung ist jedoch, dass die Vorschriften zur Tiefe und Lage der Schlitze eingehalten werden.

  • Setzen von Unterputzdosen
    Die Einsetzen von Dosen für Steckdosen oder Schalter kann manuell erfolgen. Hier ist jedoch darauf zu achten, dass die Dosen exakt in die Schlitze passen und ordnungsgemäß montiert werden.

  • Vorbereiten von Wandöffnungen
    Für den Sicherungskasten können Aussparungen in der Wand vorbereitet werden.

Was nicht selbst erledigt werden darf

  • Anschlussarbeiten an den Sicherungskasten
    Dies ist eine elektrische Tätigkeit, die nur von einem qualifizierten Elektriker durchgeführt werden darf.

  • Installation von Sicherungen und FI-Schutzschaltern
    Diese Arbeiten erfordern fachmännisches Wissen und sind daher nicht für Laien geeignet.

  • Prüfung und Inbetriebnahme der Anlage
    Nur ein Elektriker kann die Installation auf Sicherheit prüfen und sie offiziell abnehmen.


Kosten einer Elektrosanierung

Die Kosten für eine Elektroinstallation hängen stark vom Ausmaß der Arbeiten, der Materialkosten und den Arbeitszeiten ab. Eine vollständige Sanierung einer Wohnung kann mehrere tausend Euro betragen.

Faktoren, die die Kosten beeinflussen

  • Umfang der Arbeiten
    Je umfangreicher die Sanierung, desto höher die Kosten.

  • Materialien
    Moderne Steckdosen, Schalter, FI-Schutzschalter und Kabel sind teurer als Standardprodukte.

  • Arbeitskosten
    Die Arbeitskosten eines Elektrikers können zwischen 30 und 60 Euro pro Stunde liegen. Komplexe Installationen können daher teuer werden.

  • Planung und Beratung
    Einige Elektrofirmen bieten auch Planungsdienste an, was zusätzliche Kosten verursacht.

Kostenersparnis durch Eigenleistung

Durch Eigenleistung kann man bis zu 20–30 Prozent der Gesamtkosten sparen. Dies gilt jedoch nur für Arbeiten, die tatsächlich erledigt werden können. Es ist wichtig, dass man sich vorher mit dem Elektriker abstimmt, welche Arbeiten erlaubt sind.


Förderung für Elektrosanierungen

In Deutschland gibt es verschiedene Förderprogramme, die bei Elektrosanierungen helfen können. Zwar gibt es keine allgemeine Förderung speziell für Elektroinstallationen, aber einige Programme können indirekt Kosten senken.

KfW-Förderung

Die KfW bietet Förderkredite und Zuschüsse für Sanierungsmaßnahmen an. Besonders interessant sind hier die Förderungen für energieeffiziente Sanierungen oder altersgerechte Umbauten. Wer beispielsweise eine Wallbox oder eine Photovoltaikanlage nachrüstet, kann auch Teile der Elektroinstallation über die KfW finanzieren.

BAFA-Förderung

Die BAFA unterstützt zudem Smart-Home-Technologien mit Zuschüssen oder Krediten. Dies kann beispielsweise intelligente Beleuchtungssteuerungen, Heizungssteuerungen oder Sicherheitssysteme umfassen.

Regionale Förderprogramme

Einige Städte und Bundesländer bieten eigene Förderprogramme an. Diese können Zuschüsse für Smart-Home-Lösungen, Sicherheitstechnik oder Elektromobilität beinhalten. Es lohnt sich daher, in der Region nachzusehen, ob es regionale Förderungen gibt.


Steuerliche Vorteile

Ein weiterer Vorteil einer Elektrosanierung ist, dass ein Teil der Kosten steuerlich geltend gemacht werden kann.

Steuerbare Kosten

  • Arbeitskosten der Elektriker
    Diese können steuerlich geltend gemacht werden, nicht jedoch die Kosten für Material.

  • Rechnungen für Elektroinstallationen in der eigenen Wohnung
    Diese können als private Investition geltend gemacht werden.

Höchstgrenzen

Bis zu 20 Prozent der Handwerkerkosten können steuerlich geltend gemacht werden, wobei die Höchstgrenze 1.200 Euro pro Jahr beträgt. Dies gilt für die Arbeitskosten des Elektrikers.


Tipps für eine erfolgreiche Elektrosanierung

Um eine Elektrosanierung erfolgreich zu planen und umzusetzen, sind einige grundlegende Tipps hilfreich:

  1. Planung vorarbeiten
    Erstellen Sie vorab einen detaillierten Plan mit der Positionierung von Steckdosen, Schaltern, Sicherungskasten und anderen Anschlüssen.

  2. Moderne Standards berücksichtigen
    Planen Sie frühzeitig für zukünftige Anschlussmöglichkeiten wie Smart-Home-Systeme, Photovoltaikanlagen oder Wallboxen.

  3. Fachbetriebe beauftragen
    Elektroinstallationen erfordern fachmännisches Wissen. Achten Sie darauf, einen qualifizierten Elektriker zu beauftragen.

  4. Eigenleistung nutzen
    Nutzen Sie soweit möglich Eigenleistung, um Kosten zu sparen.

  5. Förderungen prüfen
    Informieren Sie sich über mögliche KfW- oder BAFA-Förderungen, die Ihnen helfen können.

  6. Steuerliche Vorteile nutzen
    Prüfen Sie, ob Sie von steuerlichen Vorteilen profitieren können, und klären Sie dies vorab mit Ihrem Steuerberater.


Fazit

Die Sanierung einer Elektroinstallation ist eine wichtige Maßnahme, die Sicherheit, Komfort und Zukunftsfähigkeit eines Hauses sichert. Ein entscheidender Schritt dabei ist das Aufspitzen von Wänden, um Kabel und Leitungen zu unterbringen. Diese Tätigkeit kann in begrenztem Umfang vom Bauherrn selbst durchgeführt werden, erfordert jedoch Kenntnisse der Vorschriften und eine sorgfältige Planung.

Moderne Elektroinstallationen bieten viele Vorteile, wie z. B. FI-Schutzschalter, moderne Steckdosen und Smart-Home-Funktionen. Zudem gibt es Förderprogramme und steuerliche Vorteile, die die Kosten senken können. Es ist daher wichtig, die Elektrosanierung als Investition in die Zukunft zu betrachten und sorgfältig zu planen.

Mit der richtigen Vorbereitung, der Einhaltung von Vorschriften und der Unterstützung durch fachmännische Handwerker kann eine Elektroinstallation sicher und effizient umgesetzt werden.


Quellen

  1. Wände nach Elektroinstallationen sanieren
  2. Wandschlitze bei der Elektroinstallation
  3. Neue Elektrik Kosten
  4. Wandschlitze für die Elektroinstallation
  5. Elektro-Elite – Elektromeisterbetrieb

Ähnliche Beiträge