Wie man Kanten beim Streichen renoviieren kann – Tipps für ein sauberes Ergebnis

Renovierungsarbeiten an Wänden und Decken sind ein zentraler Bestandteil der Instandsetzung von Räumen. Besonders beim Streichen von Wänden und Decken ist die Behandlung von Kanten entscheidend für das Endergebnis. Unsaubere Kanten, auslaufende Farbe oder ungleichmäßige Anstriche können die Wirkung der Renovierung stark beeinträchtigen. In diesem Artikel werden praxisnahe Tipps und Techniken vorgestellt, wie Kanten beim Streichen professionell und sauber bearbeitet werden können. Die Empfehlungen basieren ausschließlich auf bewährten Methoden und Handlungsanweisungen aus renommierten Quellen.

Vorbereitung: Der Schlüssel zum Erfolg

Eine gründliche Vorbereitung ist unerlässlich, um Kanten beim Streichen optimal zu bearbeiten. Vor dem eigentlichen Streichen müssen die Wände und Decken aufbereitet werden. Dazu zählen folgende Schritte:

  • Entfernen von Möbeln und Gegenständen: Alle Gegenstände, die im Weg stehen, sollten entfernt werden. Dies ermöglicht einen ungehinderten Zugang zu allen Wänden und Kanten.
  • Abkleben von Fenstern, Türen und Leisten: Um saubere Kanten zu erzielen, empfiehlt es sich, die Bereiche, die nicht gestrichen werden sollen, mit Malerkreppband abzukleben. Dies gilt besonders für Fensterrahmen, Türrahmen und Fußbodenleisten.
  • Abdeckung des Bodens: Der Boden sollte mit Malerabdeckvlies oder alten Decken abgedeckt werden, um Farbspritzer zu vermeiden.
  • Entfernen von Steckdosen- und Leuchtenabdeckungen: Damit diese nicht versehentlich gestrichen werden, sollten sie entfernt oder ebenfalls abgeklebt werden.
  • Reinigung der Wände: Staub, Schmutz und Fettspuren müssen entfernt werden. Dazu kann ein Besen oder eine Staubfugmaschine verwendet werden.
  • Ausbessern von Rissen und Löchern: Bevor die Farbe aufgebracht wird, sollten alle Unebenheiten mit Spachtelmasse ausgefüllt und anschließend abgeschliffen werden.

Eine besonders wichtige Vorbereitungsmaßnahme ist das Grundieren der Wände. Dieser Schritt sorgt für eine gleichmäßige Aufnahme der Farbe und verhindert, dass die Farbe an bestimmten Stellen dunkler oder heller wird. In einigen Fällen kann sogar eine Tiefengrundierung nötig sein, insbesondere wenn die Wände vorher stark gefärbt waren oder nicht optimal vorbereitet wurden. Diese Grundierung trägt dazu bei, dass der folgende Farbauftrag gleichmäßiger und besser deckend ist.

Werkzeuge und Materialien – keine Kompromisse eingehen

Ein häufiger Anfängerfehler ist, beim Kauf von Werkzeugen und Materialien zu sparen. Günstige Farben und Werkzeuge können jedoch das Endergebnis stark beeinträchtigen. Insbesondere beim Streichen von Kanten ist die Qualität der Materialien entscheidend. Billige Farben weisen oft einen hohen Füllstoffanteil und einen geringen Farbpigmentanteil auf. Dies kann dazu führen, dass die Farbe nicht ausreichend deckt und ungleichmäßig aussieht.

Ein Indiz für eine gute Farbe ist deren Preis. Gute Farben kosten pro Quadratmeter meist zwischen 40 Cent und drei Euro. Zudem ist es wichtig, auf die Herstellerangaben zu achten. Farben mit der Angabe „Deckkraft Klasse 1“ sind besonders empfehlenswert. Allerdings sind nicht alle Farben in der Lage, das zu halten, was die Hersteller versprechen.

Auch die Werkzeuge sind entscheidend. Ein scharfes Messer und eine gerade Schiene sind nützlich, um Malervlies oder Tapeten sauber zu schneiden. Zudem ist eine Kartuschenpresse unerlässlich, wenn Acryl oder Silikon aufgetragen werden soll. Viele Acryl- und Silikon-Kartuschen sehen äußerlich sehr ähnlich aus. Ein falscher Kauf kann dazu führen, dass das Material später nicht richtig hält oder sich unerwünscht verformt.

Streichen der Kanten – Techniken für ein sauberes Ergebnis

Die Kanten an Wänden, Decken und Fenstern sind oft besonders schwierig zu streichen. Um hier ein sauberes Ergebnis zu erzielen, sind folgende Techniken hilfreich:

1. Vorstreichen der Kanten

Ein bewährter Trick ist, die Kanten vorher mit der Grundfarbe vorzustreichen. Dies verhindert, dass die Farbe an den Rändern ausfranst. Es ist wichtig, dass die Grundfarbe vollständig getrocknet ist, bevor die eigentliche Farbe aufgebracht wird. Andernfalls kann die Farbe sich verwaschen oder an der Kante ungleichmäßig aussehen.

2. Acryl versiegeln

Um die Kanten besonders sauber zu streichen, kann Maler-Acryl verwendet werden. Eine kleine Menge Acryl auf den Finger geben und gleichmäßig auf die Klebebandkante auftragen. Dies versiegelt die Kante und verhindert, dass die Farbe in den Abstand zwischen Wand und abgeklebtem Bereich eindringt.

Einige Vorsichtsmaßnahmen sind hier jedoch nötig: Acryl-Kartuschen und Silikon-Kartuschen sehen oft sehr ähnlich aus. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass es sich tatsächlich um Acryl handelt. Für das Auftragen der Kartusche ist eine Kartuschenpresse erforderlich.

3. Kombination aus Malerkreppband und Abdeckfolie

Um die Kanten besonders sauber zu erhalten, kann die Abdeckfolie unter das Malerkreppband geklebt werden. Dies verhindert, dass Farbe unter das Band sickert und auf den Boden gelangt. Ein kurzes Video erläutert detailliert, wie dies am besten durchgeführt wird.

4. Pinsel statt Rolle für Ecken und Kanten

Für die Streichung von Ecken und Kanten eignet sich ein Pinsel besser als eine Farbrolle. Vor allem bei engen Kanten oder Ecken, an die die Rolle nicht herankommt, ist ein Pinsel unverzichtbar. Es ist wichtig, dass die Pinselstriche nicht trocknen, bevor die Wände mit der Rolle gestrichen werden. Andernfalls entstehen Absätze oder Unebenheiten.

5. Abstreifgitter nutzen

Um Tropfenbildung an der Farbrolle zu vermeiden, ist ein Abstreifgitter hilfreich. Dieses wird in den Farbeimer gehängt. Vor dem Auftragen der Farbe wird die Farbrolle daran entlanggeführt, um überschüssige Farbe zu entfernen. Dies ist besonders wichtig, wenn ein gleichmäßiges Weiß erzielt werden soll.

6. Richtige Farbrolle wählen

Die Wahl der richtigen Farbrolle ist entscheidend. Für glatte Wände eignen sich Kurzflorrollen, während Langflorrollen besser für unebene Untergründe geeignet sind. Die Farbrolle sollte vor dem Streichen leicht angefeuchtet und gut ausgewringt werden, um ein gleichmäßiges Streichen zu ermöglichen.

Trocknungszeit beachten

Nach dem Streichen ist es wichtig, genügend Trocknungszeit einzuplanen. Insbesondere bei mehreren Schichten oder bei feuchter Umgebung kann die Farbe langsamer trocknen. Bevor der nächste Schritt, wie das Streichen der zweiten Schicht, durchgeführt wird, sollte sichergestellt werden, dass die Farbe vollständig getrocknet ist.

Zudem ist es wichtig, dass Malervlies oder Tapeten vollständig getrocknet sind, bevor die Farbe aufgebracht wird. Sonst kann es zu Unebenheiten oder Blasenbildung kommen.

Fazit

Die Renovierung von Kanten beim Streichen erfordert nicht nur die richtigen Materialien und Techniken, sondern auch Geduld und Präzision. Mit den hier vorgestellten Tipps ist es möglich, saubere Kanten und ein gleichmäßiges Endergebnis zu erzielen. Besonders wichtig ist eine gründliche Vorbereitung sowie die Verwendung hochwertiger Materialien. Kantenstreichen ist eine Herausforderung, die sich durch die richtige Vorgehensweise jedoch meistern lässt.

Wer die Arbeiten nicht selbst durchführen möchte, kann professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. In vielen Regionen gibt es spezialisierte Malerbetriebe, die sich auf Renovierungsarbeiten spezialisiert haben. Diese können die Streicharbeiten inklusive aller Vorbereitungsschritte übernehmen und so ein fachgerechtes Ergebnis garantieren.

Quellen

  1. Doozer – Malerarbeiten
  2. Wohnglück – 7 Anfängerfehler beim Streichen
  3. Kleinanzeigen – Malerarbeiten in Oldenburg
  4. Ak Kurier – Wände richtig streichen
  5. T-Online – Tipps zum Streichen von Wänden

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