Die Renovierung von Räumen im Innenbereich – ob bei der Sanierung einer Dachwohnung, dem Umbau einer Altbauküche oder der Modernisierung von Wänden – erfordert meist nicht nur Kreativität, sondern auch fachgerechte Vorgehensweisen. Ein Material, das in diesem Zusammenhang immer wieder eine Rolle spielt, sind Gipskartonplatten, oftmals auch als „Rigips“ bezeichnet. Sie bieten zahlreiche Vorteile wie Leichtigkeit, Flexibilität und eine schnelle Umsetzung. In diesem Artikel werden die Möglichkeiten, Techniken und Materialien zur Renovierung mit Rigips detailliert beschrieben.
Vorteile von Rigipsplatten im Renovierungskontext
Gipskartonplatten, insbesondere Rigipsplatten, sind in der Renovierung vielseitig einsetzbar. Sie eignen sich sowohl zur Verkleidung von Wänden und Decken als auch zur Schaffung von Trennwänden oder zum Verstecken von Leitungen. Ein besonderer Vorteil ist ihre Standardisierung: Rigipsplatten sind in den gängigsten Maßen erhältlich, z. B. 1.500 x 1.000 mm, 2.000 x 1.250 mm, 2.500 x 1.250 mm oder 2.000 x 625 mm. Diese Größen ermöglichen es, auch ohne spezielle Anpassungen größere Flächen abzudecken.
Ein weiterer Pluspunkt ist das geringe Gewicht. Rigipsplatten sind leicht und daher auch für Laien leicht handhabbar. Sie können entweder direkt an der vorhandenen Wand mit Ansetzbinder oder Fugenspachtel angebracht werden oder über eine Unterkonstruktion aus Holz oder Metall. Letzteres ist insbesondere bei schiefen Wänden oder unebenen Oberflächen sinnvoll, da es die Planheit der späteren Wand sichert.
Außerdem sind Rigipsplatten preisgünstig im Vergleich zu anderen Materialien. Sie ermöglichen es, in kurzer Zeit eine Wand oder Decke zu verkleiden und anschließend mit Putz, Tapezier- oder Streicharbeiten zu gestalten. Bei der Renovierung von Bädern oder Nassräumen gibt es spezielle Rigipsplatten, die dicker und robuster sind und eine bessere Feuchtigkeitsresistenz aufweisen.
Vorbereitung und Planung
Bevor mit der Renovierung begonnen werden kann, ist eine sorgfältige Planung erforderlich. Im ersten Schritt sollten die Platten auf die richtige Größe zugeschnitten werden. Dazu ist es hilfreich, den Wandabstand mit einem Bleistift vorab einzutragen. Besonders bei schiefen Wänden oder unebenen Untergründen ist eine Unterkonstruktion aus Holzlatten oder Metallprofilen ratsam. Diese sorgt für eine gerade und ebene Fläche, auf der die Rigipsplatten anschließend verklebt oder verschraubt werden.
Eine wichtige Vorbereitung ist zudem die Überprüfung der Planheit der Wand mit einer Wasserwaage. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Platten später nicht uneben oder schief erscheinen. Bei Verwendung einer Unterkonstruktion sollten die Latten oder Profile gerade verlegt werden, um Verzerrungen zu vermeiden.
Zusätzlich empfiehlt sich das Reinigen der Plattenkanten vor dem Spachteln. Ein feuchter Schwamm oder Pinsel kann hierbei eingesetzt werden, um Gips- und Baustaub zu entfernen. Staubreste können an der Spachtelung haften und später Haarrisse verursachen. Vor allem bei komplexeren Umbaumaßnahmen sollte das Spachteln erst nach dem Estrich erfolgen, um eine stabile Grundlage zu gewährleisten.
Verkleben der Rigipsplatten
Die Verklebung von Rigipsplatten ist eine der effizientesten Methoden, besonders wenn es um schnelle Modernisierungsarbeiten geht. Hierzu werden die Platten mit Rigips Ansetzbinder oder Fugenspachtel an der Wand fixiert. Bei geringen Unregelmäßigkeiten genügt es, den Fugenspachtel vollflächig auf die Rückseite der Platte aufzutragen. Anschließend werden die Platten mit versetzten Stößen angeklebt. Zwischen den Platten sollten Fugen von etwa 5 mm verbleiben, die später wie bei einer normalen Trockenbauwand verspachtelt werden.
Ein Vorteil dieser Methode ist, dass keine Holz- oder Metallkonstruktionen notwendig sind. Dies spart nicht nur Zeit, sondern auch Platz. Allerdings ist bei schiefen Wänden oder starken Unebenheiten die Verklebung allein möglicherweise nicht ausreichend, um eine saubere und ebene Fläche zu erzielen.
Unterkonstruktion mit Holz oder Metall
Bei unebenen oder schiefen Wänden ist es sinnvoller, eine Unterkonstruktion aus Holz oder Metall zu errichten. Dachlatten oder Metallprofile dienen hier als Grundgerüst, auf das die Rigipsplatten anschließend verschraubt werden. Die Vorteile dieser Methode liegen vor allem in der besseren Planheit und der Langlebigkeit der Konstruktion. Allerdings ist hierbei zu bedenken, dass Holz- oder Metallprofile Platz einnehmen, wodurch der Wohnraum geringfügig verkleinert wird.
Um die Unterkonstruktion gerade zu verlegen, können eine Richtlatte und eine Wasserwaage eingesetzt werden. Die Schraubenköpfe sollten zudem tief genug versenkt werden, um Unebenheiten an der späteren Oberfläche zu vermeiden. Bei dieser Methode ist es zudem wichtig, dass die Platten ordnungsgemäß fixiert werden, um Verwerfungen oder Schäden an der Rigips-Oberfläche zu vermeiden.
Vorbereitung der Oberfläche nach der Montage
Nachdem die Rigipsplatten montiert wurden, folgt die Vorbereitung der Oberfläche. Schraubenlöcher, Fugen und Unebenheiten müssen mit Spachtelmasse gefüllt und anschließend geschliffen werden. Dieser Schritt ist entscheidend für eine glatte und homogene Oberfläche, auf die später Putz, Tapezieren oder Streichen erfolgen kann.
Für das Spachteln ist es wichtig, die richtige Technik anzuwenden. Fugenband sollte aufgeklebt werden, um Risse zu vermeiden. Besonders empfehlenswert ist es, die Arbeit in zwei Schritten vorzunehmen: erst vorspachteln und danach glätten. Bei der Anmischung der Spachtelmasse sollte auf die Herstellerangaben geachtet werden. Zudem ist darauf zu achten, dass keine scharfen Lösungsmittel wie Nitroverdünnung verwendet werden, da diese die Rigips-Oberfläche beschädigen können.
Gestaltungsoptionen: Streichen, Tapezieren, Verputzen
Nach der Vorbereitung der Rigipsplatten können die Wände oder Decken individuell gestaltet werden. Drei gängige Optionen sind das Streichen, das Tapezieren und das Verputzen.
Streichen von Rigipsplatten
Streichen ist eine der einfachsten und effizientesten Methoden, um eine Rigipswand in ein neues Outfit zu kleiden. Ein frischer Anstrich verändert die Optik eines Raumes dramatisch. Für das Streichen ist es wichtig, dass die Oberfläche sauber und glatt ist. Vor dem Auftragen der Farbe kann eine Grundierung aufgebracht werden, die die Haltbarkeit der Farbe erhöht. Bei Bedarf können Farbpigmente oder Abtönfarben in den Putz oder die Grundierung gemischt werden, um die gewünschte Farbe zu erzielen.
Tapezieren von Rigipsplatten
Tapezieren ist eine weitere Möglichkeit, eine Rigipswand zu gestalten. Besonders bei Renovierungsarbeiten in Altbauten, bei denen die Wände bereits mit Rigipsplatten verkleidet sind, kann Tapezieren eine schnelle und effektive Alternative sein. Allerdings ist darauf zu achten, dass die Rigips-Oberfläche nicht zu grob oder uneben ist. Andernfalls kann das Tapezieren zu Bläschen oder Unebenheiten führen. Vor dem Aufkleben der Tapete sollte die Wand mit einem Putz oder einer Grundierung vorbehandelt werden.
Verputzen von Rigipsplatten
Ein weiteres Gestaltungselement ist das Verputzen von Rigipsplatten. Hierbei eignet sich besonders Rollputz, der einfach mit Wasser angemischt und mit einer Farbrolle, einem Quast oder einer Kelle aufgebracht werden kann. Ein Vorteil des Rollputzes ist, dass er schnell trocknet und die Arbeit daher effizient ablaufen kann. Bei der Verwendung von Rollputz sollte auf die Raumtemperatur geachtet werden – eine Temperatur von mindestens 12 °C ist empfehlenswert, da Kälte die Qualität des Ergebnisses beeinträchtigen kann.
Spezielle Rigipsplatten für besondere Anforderungen
Für spezielle Anwendungen gibt es auch speziell aufbereitete Rigipsplatten. So existieren z. B. Rigipsplatten mit natürlichen Silikat-Komplexen, die die Luft reinigen und dadurch die Gesundheit der Bewohner positiv beeinflussen. Solche Platten sind besonders in öffentlichen Gebäuden wie Schulen oder Universitäten verbreitet, wo hohe Anforderungen an die Baustoffe bestehen. Auch für Nassbereiche gibt es Rigipsplatten, die dicker und robuster sind und eine bessere Feuchtigkeitsresistenz aufweisen.
Ein weiteres Beispiel ist das Rigips Sanierboard, das besonders bei unebenen oder beschädigten Wänden eingesetzt werden kann. Mit einer Dicke von 6,5 mm gleicht dieses Board Unebenheiten mühelos aus. Die Platten werden mit Rigips Ansetzbinder oder Fugenspachtel an die Wand geklebt. Danach werden die Fugen wie bei normalen Rigipsplatten verspachtelt.
Fazit
Die Renovierung mit Rigipsplatten ist eine flexible und effiziente Methode, um Räume zu verändern oder zu modernisieren. Die Platten eignen sich sowohl zur Verkleidung von Wänden und Decken als auch zur Schaffung von Trennwänden. Durch ihre Standardisierung, Leichtigkeit und einfache Verarbeitung sind sie auch für Laien gut handhabbar. Die Vorbereitung und Planung sind entscheidend für das Ergebnis. Besonders bei schiefen oder unebenen Wänden ist eine Unterkonstruktion aus Holz oder Metall empfehlenswert. Nach der Montage der Rigipsplatten folgen die Vorbereitung der Oberfläche und die Gestaltungsoptionen wie Streichen, Tapezieren oder Verputzen.
Mit der richtigen Planung und den passenden Materialien lässt sich eine Rigips-Renovierung schnell und fachgerecht durchführen. Ob in der Dachwohnung, im Badezimmer oder in der Küche – Rigipsplatten bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, um Räume neu zu gestalten und zu veredeln.