Städte fördern energetische Sanierung und Modernisierung – Chancen für Eigentümer nutzen

Die energetische Sanierung und Modernisierung von Bestandsgebäuden ist ein zentraler Baustein der Klimaschutzstrategien in vielen Städten Deutschlands. Zahlreiche Kommunen haben in den letzten Jahren städtische Förderprogramme ins Leben gerufen, um private Eigentümer*innen bei der Modernisierung ihrer Immobilien zu unterstützen. Diese Maßnahmen tragen nicht nur dazu bei, den Energieverbrauch und CO₂-Emissionen zu senken, sondern auch die Wohnqualität zu verbessern, Quartiere aufzuwerten und langfristig bauliche Werte zu sichern.

In diesem Artikel werden die verschiedenen Förderangebote, Sanierungsgebietsbezogenen Maßnahmen, technischen Vorgaben und Beratungsmöglichkeiten ausgewertet, basierend auf den städtischen Programmen in Konstanz, Gütersloh, Aalen, Göttingen, Freiburg und Pfaffenhofen. Ziel ist es, eine umfassende Übersicht zu liefern, wie Eigentümer*innen von Wohngebäuden von diesen staatlichen und kommunalen Fördermaßnahmen profitieren können – sowohl finanziell als auch ökologisch.


Energetische Sanierung als Klimaschutzmaßnahme – Städte setzen auf Private

Die Reduktion des Energieverbrauchs im Gebäudebestand ist eine der größten Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität. In Deutschland ist der Gebäudebestand stark geprägt von Altbauten, die oft nicht den heutigen Energiestandards entsprechen. Städte wie Freiburg, Gütersloh oder Aalen haben dies erkannt und fördern gezielt die Modernisierung von Bestandsgebäuden. Die Sanierung von Fassaden, Dächern, Fenstern und Heizsystemen ist hierbei zentral.

Die Stadt Freiburg betont, dass der Energieverbrauch im Gebäudesektor drastisch gesenkt werden muss, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Dafür fördert sie drei zentrale Sanierungsbereiche: die Dämmung der Gebäudehülle, die effiziente und erneuerbare Heizung und Lüftung sowie die erneuerbare Stromerzeugung mit Photovoltaik. In allen Bereichen bietet die Stadt auch Beratungsleistungen, wie beispielsweise kostenlose Erstberatungen. Damit wird sichergestellt, dass die Maßnahmen nicht nur effektiv, sondern auch auf die individuellen Bedürfnisse der Eigentümer*innen abgestimmt sind.


Städtebauförderung und Sanierungsgebiete – Vorteile für Eigentümer*innen

In mehreren Städten wird die Sanierung von Bestandsgebäuden durch Förderprogramme aus der Städtebauförderung unterstützt. Dies betrifft insbesondere Gebäude innerhalb definerter Sanierungsgebiete, in denen durch kommunale und private Maßnahmen die Wohn- und Lebensqualität nachhaltig gesteigert werden soll.

Die Stadt Konstanz fördert beispielsweise die Sanierungsgebiete „Ortsmitte Dettingen“ und „Stadelhofen“ mit Mitteln aus der Städtebauförderung. Hier erhalten Eigentümer*innen finanzielle Unterstützung für Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen, um ihre Immobilien an den aktuellen bautechnischen Standard und die heutigen energetischen Anforderungen anzupassen. Dies kann beispielsweise die Dämmung der Gebäudehülle, der Austausch von Fenstern oder die Modernisierung der Heiztechnik beinhalten.

Auch in Göttingen ist die Unterstützung privater Sanierungsmaßnahmen ein Schwerpunkt. Die Stadt fördert mit finanziellen Zuschüssen Maßnahmen wie Dämmung von Dächern und Fassaden, Austausch der Fenster sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Wohn- und Umfeldgestaltung. Die Bedingungen für die Förderung sind in den Förderrichtlinien der Stadt Göttingen für die jeweiligen Sanierungsgebiete festgelegt. Seit Januar 2024 gelten neue städtische Förderrichtlinien, die flexible und zielgerichtete Unterstützung ermöglichen.


Kommunale Förderprogramme – Wie Städte ihre Bürger*innen unterstützen

Neben den Förderungen aus der Städtebauförderung bieten viele Städte auch eigene kommunale Förderprogramme, die über die Bundes- und Landesprogramme hinausgehen. Diese Programme sind oft unbürokratischer und flexibler in der Antragstellung und Auszahlung.

Ein gutes Beispiel ist das Förderprogramm „Flächen geWINNEN für Aalen“, das von der Stadt Aalen ins Leben gerufen wurde. Ziel des Programms ist es, Bestandswohngebäude zu modernisieren und neuen Wohnraum zu schaffen – insbesondere in Gebäuden, die vor 1980 errichtet wurden. Neben energetischen Maßnahmen wie Dämmung der Dächer und Außenwände oder Fensteraustausch werden auch Dachausbauten gefördert. Hierdurch entsteht zusätzlicher Wohnraum, ohne dass die Grundsubstanz der Gebäude zerstört wird.

Die Stadt Gütersloh wiederum fördert energetische Modernisierungen mit konkreten Zuschüssen. So können Eigentümer*innen von Einfamilienhäusern bis zu 2.500 Euro, von Zweifamilienhäusern bis zu 3.500 Euro und von Wohnhäusern mit sechs Wohneinheiten bis zu 5.500 Euro erhalten. Zudem gibt es Zuschüsse für die Wärmedämmung der Gebäudehülle, wie Dämmung der obersten Geschossdecke, Kellerdecke oder Sohle, sowie für ein Wärmedämmverbundsystem oder Einblasdämmung. Die Stadt fördert auch die Dämmung des Daches und den Austausch von Fenstern mit bis zu 800 Euro pauschal. Bei Bedarf ist auch eine Lüftungsanlage förderfähig, wofür bis zu 750 Euro gezahlt werden.


Voraussetzungen und Vorgaben für die Förderung

Um von den städtischen Förderprogrammen profitieren zu können, müssen Eigentümer*innen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese reichen von der örtlichen Lage der Immobilie (z. B. innerhalb eines Sanierungsgebiets) bis hin zu technischen Mindeststandards, die nach der Sanierung erfüllt sein müssen.

In Konstanz müssen die Sanierungsmaßnahmen innerhalb der definierten Sanierungsgebiete durchgeführt werden. Die Modernisierungsmaßnahmen müssen zudem die bautechnischen Standards des Wohnbereichs und die aktuellen energetischen Anforderungen erfüllen. In Göttingen wird gefördert, wer Architektenhonorare, Handwerkerrechnungen oder Baumaterialien für Sanierungsmaßnahmen einsetzt. Die Vorgaben sind in den Förderrichtlinien der Stadt detailliert festgelegt.

In Aalen hingegen ist das Programm „Flächen geWINNEN für Aalen“ bewusst unbürokratisch gestaltet. Ziel ist es, Eigentümer*innen bei der Erneuerung ihrer Gebäude zu unterstützen, ohne sie durch hohe Hürden abzuschrecken. Die Maßnahmen müssen aber dennoch eine Verbesserung der Energieeffizienz und des Wohnkomforts ermöglichen.


Beratung und Begleitung – Wie Städte ihre Bürger*innen weiterhin unterstützen

Neben der finanziellen Unterstützung bieten viele Städte auch Beratungs- und Begleitangebote, um Eigentümer*innen bei der Planung und Durchführung von Sanierungsmaßnahmen zu unterstützen. In Freiburg können Interessierte beispielsweise kostenlose Erstberatungen in Anspruch nehmen. Zudem wird eine Hotline angeboten, bei der Fragen zu bereits gestellten Anträgen beantwortet werden können. Diese Beratung wird durch den fesa e.V. durchgeführt, der auch die Anträge bearbeitet.

In Gütersloh sind die Fördermaßnahmen bis zum 31. Dezember 2024 möglich, was bedeutet, dass Interessierte noch in diesem Jahr aktiv werden können. Die Anträge können online gestellt werden, wodurch die Bürokratie minimiert wird.

In Aalen wird durch das Programm „Flächen geWINNEN für Aalen“ auch die Gestaltung von Fassaden, das Pflanzen von Bäumen und die Erstellung von Dachausbauten unterstützt. Die Stadt betont, dass sie Vorreiterrolle in der kommunalen Förderung einnimmt, um die Innenentwicklung zu stärken und lebendige Quartiere zu schaffen.


Praxisbeispiele – Wie Sanierungsmaßnahmen in Städten umgesetzt werden

Die Städte Pfaffenhofen und Göttingen zeigen, wie Sanierungsmaßnahmen in der Praxis aussehen und welche großen Projekte sich durch die Förderung realisieren lassen.

In Pfaffenhofen wurde die Altstadt in die Städtebauförderung aufgenommen und seit 2008 mit dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ weiterentwickelt. Großprojekte wie die Sanierung des Rathauses, die Neugestaltung des Hauptplatzes oder der Neubau der Hallertauer Volksbank sind Beispiele dafür, wie sich Städte durch Sanierungen verändern können. Zudem wurden Straßen wie die Scheyerer Straße oder die Sonnenstraße ausgebaut, um das Stadtbild zu verbessern.

In Göttingen wird durch die Förderung privater Sanierungsmaßnahmen nicht nur der Energieverbrauch reduziert, sondern auch die ästhetische Qualität der Gebäude verbessert. Maßnahmen wie Dachausbauten, Fassadengestaltung oder Pflanzungen tragen dazu bei, dass Quartiere lebendig bleiben und zukunftsfähig sind.


Fazit

Die Förderung von Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen durch deutsche Städte ist ein zentraler Baustein der Klimapolitik, der Bürgernutzen und ökologische Vorteile in Einklang bringt. Städte wie Konstanz, Gütersloh, Aalen, Göttingen, Freiburg und Pfaffenhofen zeigen, wie Eigentümer*innen von Bestandsgebäuden durch kommunale und staatliche Unterstützung finanzielle Mittel erhalten können, um ihre Immobilien auf den neuesten Stand zu bringen.

Die Vorteile dieser Maßnahmen sind vielfältig: sie tragen zur CO₂-Reduktion bei, verbessern die Wohnqualität, steigern die Wertstabilität von Immobilien und tragen dazu bei, lebendige Quartiere zu schaffen. Zudem bieten viele Städte Beratungs- und Begleitangebote, um Eigentümer*innen bei der Planung und Durchführung zu unterstützen.

Für Interessierte ist es wichtig, sich über die lokalen Förderprogramme zu informieren, da diese oft höhere Zuschüsse und weniger bürokratische Hürden bieten als bundesweite Programme. Die Antragstellung ist in den meisten Fällen digital möglich, was den Zugang erleichtert.

Insgesamt zeigt sich, dass die Städtebauförderung und kommunale Fördermaßnahmen eine entscheidende Rolle spielen, um den Energieverbrauch im Gebäudebestand zu reduzieren und nachhaltige Wohnraumentwicklung zu ermöglichen. Wer als Eigentümer*in in einer Stadt lebt, die solche Programme anbietet, hat gute Chancen, von diesen Vorteilen zu profitieren – und das nicht nur finanziell, sondern auch langfristig für die ökologische und soziale Zukunft der Stadt.


Quellen

  1. Förderprogramme Konstanz
  2. Stadt Gütersloh – Energetische Modernisierung
  3. Flächen geWINNEN für Aalen
  4. Förderung privater Sanierungsmaßnahmen in Göttingen
  5. Energetische Sanierung in Freiburg
  6. Städtebauförderung in Pfaffenhofen

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