Das Streichen von Wänden mit Streifen ist eine bewusste und kreative Form der Wandgestaltung, die es ermöglicht, Räume optisch zu vergrößern, die Einrichtung in Szene zu setzen und individuelle Stile zu unterstreichen. Mit der richtigen Planung, Vorbereitung und Technik können auch Laien ein professionelles Ergebnis erzielen. In diesem Artikel werden die wesentlichen Schritte, Materialien und Tipps vorgestellt, um die Wand mit Streifen erfolgreich zu streichen.
Vorbereitung: Der Schlüssel zu einem sauberen Streichen
Bevor das eigentliche Streichen beginnt, ist eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend. Nur so können Streifen scharf und gleichmäßig ausgeführt werden und die Wand nach dem Anstrich optisch stimmig wirken.
1. Raum und Untergrund vorbereiten
Zunächst ist der Raum für die Arbeiten herzurichten. Alle Möbel sollten aus dem Raum entfernt oder weitestgehend abgedeckt werden. Fenster- und Türrahmen, Fußleisten sowie Steckdosen und Lampenschalter sind mit Malerkrepp abzukleben, um ungewollte Farbspritzer zu vermeiden.
Der Boden sollte mit Malerabdeckvlies oder alten Decken abgedeckt werden, um ihn vor Farbspritzern zu schützen. Zudem empfiehlt es sich, Wände und Decke mit einem Besen von Staub zu befreien. Ggf. sind Löcher und Risse mit Spachtelmasse auszubessern.
2. Grundierung auftragen
Eine Grundierung ist besonders wichtig, wenn die Wände aus stark saugenden Untergründen wie Gipskarton oder Raufasertapete bestehen oder wenn die Wand ungestrichen ist. Sie sorgt für eine gleichmäßige Farbaufnahme und eine bessere Haltbarkeit der Farbe. Nach Auftrag der Grundierung lässt man diese ca. 24 Stunden trocknen, bevor der eigentliche Anstrich erfolgt.
Planung der Streifen: Anordnung, Breite und Farbe
Die Planung der Streifen ist ein entscheidender Schritt, um die endgültige Wirkung der Wandgestaltung zu bestimmen. Streifen können vertikal, horizontal oder diagonal angebracht werden, wobei die Anordnung optische Effekte erzeugen kann, wie z. B. die visuelle Vergrößerung oder Verkürzung eines Raums.
1. Streifen anmessen und markieren
Mit einem Zollstock und einer Wasserwaage werden die Streifen an die Wand gezeichnet. Die Wasserwaage stellt sicher, dass die Streifen gerade verlaufen. Bei vertikalen Linien kann auch ein Lot verwendet werden, um eine exakte Linie zu erzielen. Danach wird die Linie mit einem Bleistift markiert. Dabei sollte man nicht zu stark aufdrücken, damit die Linien nach dem Streichen nicht sichtbar bleiben.
2. Malerkrepp anbringen
Nachdem die Linien markiert wurden, wird Malerkrepp entlang der Linien aufgeklebt. Es ist wichtig, das Klebeband fest anzudrücken, damit Farbe nicht an die Kante zwischen Streifen und Grundfläche gelangt. Wichtig ist auch, dass das Kreppband rechtzeitig nach dem zweiten Anstrich entfernt wird – etwa eine Stunde nach dem Streichen. Dann ist die Farbe trocken genug, um nicht zu verschmieren, aber noch weich genug, um nicht zu knacken.
Streifen streichen: Techniken und Werkzeuge
Das eigentliche Streichen der Streifen erfordert Sorgfalt und die richtigen Werkzeuge. Mit einem Farbroller, Pinseln und Abstreifgitter kann man Streifen gleichmäßig und scharf ausführen.
1. Farbroller und Pinsel
Ein großer Farbroller ist ideal, um die Fläche zwischen den Streifen zu streichen. Ein kleiner Pinsel oder ein Abstreifgitter eignet sich hervorragend, um die Farbe entlang der Kreppstreifen aufzutragen. Vor dem Streichen sollten die Farbroller und Pinsel in die Farbwanne getaucht und gut abgestreift werden, um einen gleichmäßigen Anstrich zu gewährleisten.
2. Farbgebung und mehrfarbige Streifen
Es gibt viele Möglichkeiten, Streifen in Farbe und Anordnung zu gestalten. Streifen können direkt nebeneinander gesetzt werden, um z. B. Farbübergänge zu erzeugen, oder mit einer weißen Fläche dazwischen angeordnet werden. Farben sollten jedoch darauf abgestimmt werden, dass sie mit der restlichen Einrichtung harmonisieren. Besonders über Armaturen, Bilder und die Farben der Bilderrahmen sollte man sich im Voraus Gedanken machen.
3. Kombination mit Wandtattoos und Schablonen
Streifen können auch mit Wandtattoos kombiniert werden, um individuelle Wandbilder zu schaffen. Zudem können Wandschablonen verwendet werden, um kreative Motive in die Streifen integrieren zu können.
Nachbessern und Reinigen
Nach dem Streichen können einzelne Stellen nachgebessert werden, die nicht ganz wie gewünscht gelungen sind. Dazu eignet sich ein feiner Pinsel, mit dem man die betroffenen Stellen überstreichen kann. Danach sind die Malutensilien mit warmem Wasser zu reinigen und die Farbreste aus den Pinseln zu spülen.
Tipps für ein gelungenes Streichen
Einige grundlegende Tipps helfen, Streifen gleichmäßig und professionell zu streichen:
1. Qualität statt Preis: Werkzeug und Farbe
Günstige Farben und Werkzeuge können zu unvollständiger Deckkraft und unschönen Streifen führen. Eine gute Farbe sollte idealerweise „Deckkraft Klasse 1“ auf dem Etikett haben. Der Quadratmeter Anstrich sollte zwischen 40 Cent und drei Euro kosten. Ein hoher Farbpigmentanteil ist ein Indikator für eine hochwertige Farbe. Zudem sollte man auf Werkzeuge achten, die saubere Streifen ermöglichen, wie z. B. ein Abstreifgitter.
2. Streifen ohne Pause streichen
Ein Streifen sollte idealerweise ohne Pause gestrichen werden. Andernfalls können sichtbare Streifen entstehen, die das Endergebnis beeinträchtigen. Wer also Streifen streicht, sollte sich Zeit dafür nehmen und nicht zu oft ansetzen.
3. Besondere Effekte durch Streichtechniken
Neben dem klassischen Streichen können besondere Effekte erzielt werden, z. B. durch die Streichtechnik, bei der eine liegende Acht auf die Wand gestrichen wird. Die Wickeltechnik nutzt ein feuchtes Tuch, das in Farbe getaucht und danach über die Wand gewickelt wird. Die Tupftechnik erzeugt eine punktartige Struktur und kann durch mehrere Farbtöne intensiviert werden.
Material und Werkzeuge: Was braucht man?
Die folgende Liste fasst alle benötigten Materialien und Werkzeuge zusammen, die man für das Streichen mit Streifen benötigt:
Material:
- Malerkrepp
- Abdeckfolie oder Malervlies
- Spachtelmasse
- Grundierung
- Wandfarben (in der gewünschten Anzahl und Farbe)
Werkzeuge:
- Großer Farbroller
- Pinsel und kleiner Pinsel
- Abstreifgitter
- Farbwanne und Rührstab
- Schmaler Spachtel
- Wasserwaage
- Zollstock
- Bleistift
- Schwamm (für Tupftechnik)
- Richtscheit (für gerade Linien)
- Bindfaden und Nagel (für das Lot)
Fazit
Das Streichen von Wänden mit Streifen ist eine kreative Möglichkeit, Räume individuell zu gestalten und die eigene Persönlichkeit zu unterstreichen. Mit der richtigen Planung, Vorbereitung und Technik ist es auch für Einsteiger möglich, ein professionell aussehendes Ergebnis zu erzielen. Wichtig ist, dass die Streifen scharf und gerade verlaufen, dass die Farben mit der Einrichtung harmonieren und dass hochwertige Materialien verwendet werden. Mit etwas Geduld und Präzision kann man ein Ergebnis erzielen, das den Raum optisch aufwertet und eine angenehme Atmosphäre schafft.