Renovieren in der Corona-Krise: Herausforderungen, Chancen und Praktische Empfehlungen

Die Corona-Pandemie hat viele Bereiche des Alltags verändert – auch die Baubranche und die Welt des Renovierens. Obwohl die Pandemie viele Einschränkungen mit sich brachte, zeigten sich auch Chancen, um Renovierungsarbeiten durchzuführen, insbesondere in Zeiten, in denen Handwerker weniger ausgelastet waren. Zudem entstanden neue Herausforderungen, etwa geschlossene Baumärkte oder die Notwendigkeit, Hygienemaßnahmen einzuhalten. In diesem Artikel wird ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen, praktische Tipps und Erfahrungen aus der Branche gegeben, um Interessierten einen umfassenden Leitfaden für das Renovieren in der Corona-Krise zu bieten.

Die Auswirkungen der Pandemie auf das Renovieren

Die Pandemie stellte viele Haushalte vor besondere Herausforderungen. Während einige Projekte aufgeschoben wurden, andere jedoch trotz der Umstände vorangetrieben wurden, gab es auch Fälle, in denen private Haushalte und Hotels sogar intensiver als zuvor renoviert haben. Ein Beispiel dafür ist das Sorat Insel-Hotel in Regensburg, das während des zweiten Lockdowns im November 2020 umfassende Renovierungsarbeiten durchführte. In dieser Zeit wurden Zimmer, Suiten, Gänge und Flure grundlegend saniert, Türen und Türrahmen geschliffen und neu gestrichen, Wände geweißt und öffentliche Bereiche wie Restaurant, Lagerräume und Tiefgarage instandgehalten. Diese Maßnahmen zeigten, dass Renovierungen auch in pandemischen Zeiten durchführbar sind – wenn die nötigen Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.

Zudem ist in einigen Bereichen der Renovierung ein Wandel sichtbar. So wird beispielsweise in der Sanitärbranche verstärkt auf hygienisch sichere Arbeiten geachtet. Die Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) betont, dass Handwerkertätigkeiten in diesem Bereich als kontaktlos und problemlos durchführbar gelten. Hygieneregeln wie der 1,5-Meter-Abstand, das Vermeiden von Handschlag und die Regelmäßigkeit der Händehygiene werden von den Handwerkern strikt eingehalten. Dies erlaubt es, auch in Zeiten von Pandemie-Kontrollen, die Renovierung fortzuführen, ohne die Gesundheit der Beteiligten zu gefährden.

Praktische Tipps für das Renovieren in der Corona-Krise

1. Hygieneregeln einhalten

Die Einhaltung der Hygieneregeln ist ein zentraler Aspekt, um Renovierungsarbeiten in der Corona-Krise durchzuführen. Laut CHECK24-Geschäftsführer Felix Vögtle ist es in der aktuellen Situation sogar leichter, kurzfristig Handwerker zu engagieren, da viele Kapazitäten frei geworden sind. Dennoch müssen sowohl Kunden als auch Handwerker auf die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen achten. Dies betrifft nicht nur die persönliche Hygiene, sondern auch die räumliche Distanz, die bei Arbeiten im Innenbereich immer gewahrt werden sollte.

2. Aufklärung über regionale Vorschriften

Die Vorschriften zur Durchführung von Renovierungsarbeiten können je nach Bundesland variieren. So können Ausgangssperren oder Kontaktsperren die Durchführung bestimmter Arbeiten beeinflussen. Es ist daher wichtig, sich vor Beginn der Arbeiten über die geltenden Vorschriften in der jeweiligen Region zu informieren. Diese können sich sowohl auf die Anzahl der erlaubten Helfer beziehen als auch auf die Art und Weise, wie Besichtigungen oder Arbeiten durchgeführt werden dürfen.

Ein Beispiel hierfür ist, dass in einigen Fällen ein Umzug nur dann erlaubt ist, wenn er notwendig ist – etwa, wenn die aktuelle Wohnung nicht mehr bewohnbar ist. Ähnlich ist es mit Renovierungen: Es gibt keine speziellen Regelungen für Renovierungsarbeiten im Mietrecht, doch die allgemeinen Vorschriften zur Pandemie müssen berücksichtigt werden.

3. Nutzung von lokalen Handwerkerleistungen

In der aktuellen Situation hat sich gezeigt, dass die Nutzung von lokalen Handwerkerleistungen oft die beste Alternative ist. Viele Handwerkerbetriebe passen sich an die neuen Bedingungen an und kommunizieren vorab, ob ein Kunde in Isolationspflicht ist. Dies dient nicht nur der Sicherheit aller Beteiligten, sondern auch der Transparenz. Zudem ist es oft einfacher, sich bei einem lokalen Betrieb über die aktuelle Situation und die Durchführbarkeit der Arbeiten zu informieren, als dies im Internet zu tun.

4. Kreative Lösungen bei geschlossenen Baumärkten

Ein weiteres Problem, das in der zweiten Welle der Pandemie auftrat, war die Schließung vieler Baumärkte. Dies stellte viele Heimwerker vor die Herausforderung, Materialien zu beschaffen, ohne direkt in den Geschäften einkaufen zu können. In solchen Fällen kamen kreative Lösungen zum Tragen. Ein Beispiel ist Tom Rieckhoff, der in der zweiten Welle der Pandemie nicht nur sein Zuhause renovierte, sondern sich auch tagsüber im Verputzen und abends in Weiterbildungen beschäftigte. Solche Fälle zeigen, dass die Pandemie nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance sein kann, um sich in Handwerkerarbeiten weiterzubilden.

Wirtschaftliche und soziale Aspekte

1. Renovierung als Wirtschaftsmotor

Obwohl die Pandemie für viele Branchen eine wirtschaftliche Belastung darstellte, blieb die Baubranche in vielen Fällen stabil oder erholte sich sogar. Dies lag unter anderem daran, dass viele Haushalte ihre Räume aufwerten und renovieren ließen, um den gestiegenen Zeitaufenthalt zu Hause komfortabler zu gestalten. Laut Angaben von CHECK24 spendeten die Verbraucher im Schnitt 1.065 Euro für das Streichen von drei Räumen. Drei Viertel der Verbraucher entschieden sich dabei für die Farbe Weiß, gefolgt von Grau. Dies unterstreicht, dass auch in der Pandemie ein Bedarf nach Renovierungsarbeiten besteht.

2. Die Rolle von Renovierungen im Hotel- und Gastgewerbe

Auch im Hotel- und Gastgewerbe blieb die Renovierung ein wichtiger Faktor. So nutzte das Sorat Insel-Hotel in Regensburg die Schließung während des zweiten Lockdowns, um seine Zimmer, Suiten und öffentlichen Bereiche zu sanieren. Die Investition in die Renovierung hatte nicht nur hygienische Vorteile, sondern auch wirtschaftliche: Durch die Aufwertung der Räume und Bereiche stieg der Wert des Hotels, was sich nach der Pandemie positiv auf die Kundschaft auswirken kann.

3. Zukunftsperspektiven und Trends

Die Corona-Krise hat auch Einfluss auf die zukünftigen Trends in der Renovierungsbranche genommen. So wird beispielsweise im Badraum der Fokus stärker auf Gesundheit, Wellness und Barrierefreiheit gelegt. Helmut Bramann vom ZVSHK betont, dass das Bad in Zukunft noch mehr als heute ein Gesundheitsstandort sein wird. Technologische Neuerungen wie Dusch-WCs, intelligente Lichtsteuerungen oder automatische Notrufsysteme werden an Bedeutung gewinnen. Zudem wird die Nachfrage nach barrierefreien Lösungen wachsen, was auch auf die demografischen Veränderungen zurückzuführen ist.

Praktische Erfahrungen aus der Branche

1. Die Rolle der Selbsthilfe und DIY

In Zeiten, in denen Handwerker weniger verfügbar waren oder Baumärkte geschlossen blieben, kamen viele Haushalte auf kreative Weise zurecht. Einige engagierten Familienmitglieder oder Freunde, um die Renovierungsarbeiten voranzutreiben. Andere nutzten Online-Ressourcen, um sich über Techniken und Materialien zu informieren. Diese Selbsthilfe-Strategien haben nicht nur die Renovierungsarbeiten ermöglicht, sondern auch dazu beigetragen, dass viele Haushalte in der Pandemie ein Stück Normalität bewahren konnten.

2. Die Bedeutung von Planung und Organisation

Ein weiterer Erfolgsfaktor bei Renovierungsarbeiten in der Corona-Krise ist die Planung und Organisation. Wer seine Projekte gut plant und Materialien sowie Handwerker frühzeitig bucht, hat bessere Chancen, seine Renovierungsarbeiten ohne größere Verzögerungen zu abschließen. Dies gilt insbesondere in Zeiten, in denen die Verfügbarkeit von Handwerkern und Materialien begrenzt ist. Zudem ist es wichtig, Pufferzeiten in die Planung einzubeziehen, um unvorhergesehene Verzögerungen oder pandemiebedingte Ausfälle zu berücksichtigen.

3. Kommunikation mit Handwerkern

Eine enge und transparente Kommunikation mit den Handwerkern ist ein weiterer zentraler Erfolgsfaktor. Viele Handwerkerbetriebe kommunizieren vorab, ob sie sich an die geltenden Hygieneregeln halten und ob sie im aktuellen Lockdown oder unter Quarantäne eingeschränkt arbeiten können. Kunden, die ihre Erwartungen klar formulieren und auf die Arbeit der Handwerker Rücksicht nehmen, können so die Chancen erhöhen, dass ihre Projekte reibungslos verlaufen.

Fazit

Die Corona-Krise hat die Baubranche und das Renovieren in vielerlei Hinsicht beeinflusst – sowohl in Bezug auf die praktische Durchführung als auch auf die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte. Obwohl viele Herausforderungen aufgetreten sind, hat sich auch gezeigt, dass Renovierungen in dieser Zeit durchgeführt werden können – vor allem, wenn die nötigen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. Zudem hat die Pandemie neue Chancen geschaffen, etwa durch die Verfügbarkeit von Handwerkern oder die Notwendigkeit, kreative Lösungen zu entwickeln.

Für Interessierte, die in der aktuellen Situation Renovierungsarbeiten durchführen möchten, bieten sich folgende Empfehlungen an: Sich über die geltenden Vorschriften informieren, Hygieneregeln einhalten, lokale Handwerkerleistungen nutzen, kreative Lösungen bei Materialbeschaffung finden, und die Planung sowie Kommunikation mit Handwerkern priorisieren. So kann die Renovierung auch in Zeiten der Pandemie erfolgreich und sicher durchgeführt werden.

Quellen

  1. Renovieren im Corona-Lockdown – so helfen sich Heimwerker ohne Baumarkt
  2. Malerarbeiten: Handwerker dürfen auch während Corona-Krise arbeiten
  3. Mietrecht und Corona
  4. Abgeschlossene Renovierungen in Corona-Lockdown im Sorat Hotel Regensburg
  5. Das Badezimmer jetzt renovieren während Corona

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