Einführung
Ökologisches Bauen und Renovieren gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung, sowohl aus ökologischen als auch aus wirtschaftlichen Gründen. Insbesondere in den Jahren 2016 und 2017 wurden zahlreiche Initiativen und Veröffentlichungen lanciert, die auf eine nachhaltige Bauweise und Energieeffizienz fokussiert waren. Diese Zeitschrift und Ratgeber, herausgegeben von Organisationen wie dem BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und vom Bund-Naturschutz Baden-Württemberg, bieten wertvolle Informationen zu Themen wie Energieeinsparung, Dämmung, Holzbau und staatlichen Förderprogrammen.
In diesem Artikel werden die wichtigsten Aspekte des ökologischen Bauens und Renovierens im Jahr 2017 ausgearbeitet. Dabei stützen wir uns ausschließlich auf die verfügbaren Quellen, insbesondere auf das BUND-Jahrbuch 2017, das in mehreren Ausgaben veröffentlicht wurde, sowie auf weitere Materialien, die in der Zeit um 2017 aktuell waren.
Grundlagen des Ökologischen Bauens und Renovierens
Was bedeutet ökologisches Bauen?
Ökologisches Bauen bezeichnet ein Konzept, bei dem Gebäude so geplant, errichtet und saniert werden, dass sie möglichst geringe negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Dazu gehören:
- Die Nutzung von nachhaltigen und regionalen Baustoffen.
- Die Optimierung des Energieverbrauchs durch Dämmung und effiziente Heizsysteme.
- Die Förderung der Langlebigkeit und der Wiederverwendbarkeit von Materialien.
- Die Berücksichtigung der ökologischen Bilanz im gesamten Lebenszyklus des Gebäudes.
Im Jahr 2017 standen besonders das „Suffiziente Bauen“ und der Gedanke, bestehende Gebäude nicht einfach abzureißen, sondern energieeffizient zu sanieren, im Vordergrund. Hier setzte das BUND-Jahrbuch 2017 mit einer kritischen Betrachtung an, die auch die Energiebilanz von Abriss- und Neubau-Prozessen einbezog.
Ökologische Sanierung – Warum sie sinnvoll ist
Die Renovierung bestehender Gebäude ist in der Regel umweltfreundlicher als der Bau eines neuen Hauses. Der Aufwand für den Abriss, die Entsorgung und die Herstellung neuer Baustoffe ist oft so hoch, dass selbst ein energieeffizienter Neubau nicht in der Lage ist, die eingesparte Energie über die Lebensdauer des Hauses zu kompensieren.
Im Jahr 2017 wurde dieser Aspekt insbesondere in dem BUND-Jahrbuch thematisiert, das Empfehlungen gab, wie bestehende Häuser mit einfachen, aber effektiven Maßnahmen energieeffizienter gestaltet werden können. Dazu zählen:
- Die Verbesserung der Wärmedämmung, insbesondere im Dach- und Außenbereich.
- Die Sanierung von Fenstern und Türen, um Wärmeverluste zu reduzieren.
- Die Verwendung von regenerativen Heizsystemen, wie Wärmepumpen.
- Die Einrichtung von Solarenergie-Systemen, um Energiekosten zu senken.
Ökologische Baustoffe – Vorteile und Anwendung
Ein weiterer Schwerpunkt des BUND-Jahrbuchs 2017 lag auf der Verwendung von ökologischen Baustoffen. Diese Materialien haben den Vorteil, dass sie:
- aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen,
- lokal verfügbar sind,
- geringe Emissionen aufweisen,
- im Bestand wiederverwendbar oder recycelbar sind.
Im Jahr 2017 wurden insbesondere folgende Materialien und Methoden hervorgehoben:
- Holzbau: Aufgrund seiner Flexibilität und positiven ökologischen Eigenschaften gewann der Holzbau immer mehr an Akzeptanz. Holz ist ein CO₂-speicherndes Material und kann lokal beschafft werden.
- Lehmbau: Lehmbaustoffe sind traditionell und haben gute Wärmespeicherfähigkeit. Sie tragen zur Verbesserung der Luftfeuchtigkeit und Schallisolierung bei.
- Naturdämmstoffe: Stroh, Hanf, Flachs oder Schafwolle eignen sich hervorragend als Dämmungsmaterialien. Sie sind biologisch abbaubar, haben eine geringe CO₂-Bilanz und tragen zur Verbesserung des Innenklimas bei.
- Naturfarben: In der Innen- und Außenfassadenbemalung setzten sich in der Zeit 2017 immer mehr Naturlasuren durch, die auf Minerale, Pflanzenfarbstoffen oder Tierabfällen basieren. Sie sind emissionsarm und oft giftfrei.
Förderprogramme und Finanzhilfen
Öffentliche Förderungen für ökologisches Bauen und Renovieren
Ein zentraler Bestandteil des BUND-Jahrbuchs 2017 war der Überblick über staatliche und regionale Förderprogramme. Diese Maßnahmen sollen private Bauherren und Sanierer bei der Realisierung ökologischer Projekte unterstützen. Dazu gehören:
- KfW-Förderprogramme: Die KfW-Bank bietet eine Vielzahl an Krediten und Zuschüssen für energieeffiziente Bauten. Im Jahr 2017 waren besonders Förderungen für Dämmmaßnahmen, Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen relevant.
- Energieberatungsprogramme: Kostenlose oder kostengünstige Energieberatungen durch Energieberater, die auch im Auftrag der KfW oder des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) tätig waren.
- Regionale Förderungen: In einigen Bundesländern gab es zusätzliche Zuschüsse oder günstige Kredite für den Einsatz bestimmter ökologischer Baustoffe oder für die Sanierung von Altbauten.
Wie man Förderungen beantragt
Der BUND-Jahrbuch 2017 betonte, dass die Beantragung von Förderungen oft komplex ist. Dabei halfen die in der Zeitschrift genannten Beispiele und Tabellen, die den Vergleich von Heizkosten für verschiedene Haustypen ermöglichten. Zudem wurden Tipps gegeben, wie man sich vorab über die verschiedenen Programme informieren kann, beispielsweise durch:
- das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA),
- die KfW-Bank,
- regionale Bauämter oder Energieagenturen,
- ökologische Bauportale und Verzeichnisse wie „Ökologisch Bauen“.
Technische Aspekte und Planung
Wärmepumpen – Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Nutzung
Eine Wärmepumpe war im Jahr 2017 ein Thema, das in verschiedenen Baubüchern und Ratgebern wie dem BUND-Jahrbuch 2017 diskutiert wurde. Für eine wirtschaftliche Nutzung einer Wärmepumpe sind mehrere Faktoren entscheidend:
- Gute Dämmung des Hauses: Nur ein gut gedämmtes Gebäude benötigt weniger Energie, um die gewünschte Temperatur zu halten.
- Großflächige Heizkörper: Wärmepumpen arbeiten effizienter, wenn die Heizflächen groß genug sind, um die Wärme gleichmäßig zu verteilen.
- Günstige Stromtarife: Da Wärmepumpen Strom benötigen, lohnt sich eine genaue Prüfung des Stromverbrauchs und ggf. der Anschluss an regenerative Energiequellen.
- Jahresarbeitszahl (JAZ): Die Jahresarbeitszahl sollte mindestens 3,5 betragen, um die Effizienz der Anlage zu gewährleisten.
Energieberatung – Warum sie wichtig ist
Eine umfassende Energieberatung war im Jahr 2017 ein entscheidender Schritt im ökologischen Bauen und Renovieren. Der BUND-Jahrbuch 2017 betonte, dass ein Energieberater dabei hilft, den Energiebedarf eines Hauses zu analysieren und konkrete Maßnahmen zur Energieeinsparung abzuleiten. Dazu gehören:
- Die Durchführung eines Energieverbrauchsgutachtens,
- Vorschläge für Dämmmaßnahmen,
- Empfehlungen für Heizsysteme und regenerative Energien,
- Kostenschätzungen für die verschiedenen Optionen.
Holzbau – Vorteile und Nachteile
Der Holzbau war im Jahr 2017 besonders in den Fokus gerückt, da er sowohl ökologisch als auch baulich viele Vorteile bietet. Dazu gehören:
Vorteile: - Hohe Flexibilität und Gestaltungsfreiheit, - Gute Dämmwerte, - CO₂-sparend, da Holz CO₂ speichert, - Lokal verfügbarer Rohstoff, - Schnellere Bauzeiten im Vergleich zum Betonbau.
Nachteile: - Schutz vor Schädlingen (z. B. Schimmelpilz oder Käfer) ist notwendig, - Bei falscher Planung kann Holz brennbar sein, - Geringere Langlebigkeit im Vergleich zu Beton.
Zudem stellte das BUND-Jahrbuch 2017 fest, dass der Holzbau besonders in ländlichen Regionen und bei Fertighäusern populär wurde. Viele Hersteller boten damals bereits ökologische Fertighäuser an, die mit Holz als Hauptbaustoff konstruiert wurden.
Praktische Umsetzung – Tipps für Bauherren und Sanierer
Planung und Vorbereitung
Eine gute Planung ist der Schlüssel zum Erfolg bei ökologischen Bauprojekten. Im Jahr 2017 wurden im BUND-Jahrbuch 2017 folgende Schritte empfohlen:
- Energiebedarf analysieren: Vor dem Bau oder der Sanierung sollte der Energiebedarf des Hauses bestimmt werden.
- Dämmung prüfen: Eine gute Dämmung ist die Grundvoraussetzung für eine Energieeinsparung.
- Heizsystem wählen: Regenerative Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Solaranlagen sollten in Betracht gezogen werden.
- Baustoffe auswählen: Ökologische Baustoffe wie Naturdämmstoffe, Holz oder Lehm sollten bevorzugt eingesetzt werden.
- Förderungen prüfen: Vor Beginn der Arbeiten sollte geprüft werden, welche Förderungen in Anspruch genommen werden können.
- Energieberatung einholen: Ein Energieberater kann bei der Planung und Umsetzung wertvolle Tipps geben.
Musterhäuser und Beispiele
Das BUND-Jahrbuch 2017 stellte auch Musterhäuser vor, die als Beispiele für ökologische Bauweise dienten. Diese Häuser zeigten, wie es möglich ist, energieeffizient zu bauen, ohne auf Komfort oder Design verzichten zu müssen. Insbesondere die sogenannten „Low-Tech-Häuser“ und das „Energiesprong“-Konzept aus den Niederlanden wurden in der Zeitschrift besprochen.
Kosten und Investition
Ein weiterer Aspekt, der in der Zeit um 2017 oft diskutiert wurde, war die Investition in ökologische Bauweise. Obwohl die Anschaffungskosten für regenerative Systeme oder natürliche Baustoffe oft höher sind als bei konventionellen Materialien, zahlten sich diese Investitionen über die Lebensdauer des Hauses oft aus. Im BUND-Jahrbuch 2017 wurden verschiedene Kostenvergleiche vorgenommen, die zeigten, dass:
- Ein gut gedämmtes Haus deutlich geringere Heizkosten aufweist.
- Die Nutzung von Wärmepumpen und Solaranlagen langfristig Energiekosten spart.
- Ökologische Fertighäuser oft günstiger in der Planung sind, da sie moduliert sind und weniger Planungsaufwand erfordern.
Ökologische Fertighäuser
Im Jahr 2017 wurden ökologische Fertighäuser immer beliebter. Sie zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
- Modulares Design: Fertighäuser können individuell angepasst werden und sind schneller zu bauen.
- Nutzung von Holz: Viele Fertighäuser bestehen aus nachhaltigem Holz.
- Regenerative Energien: Viele Modelle sind bereits mit Photovoltaikanlagen oder Wärmepumpen ausgestattet.
- Kostenersparnis: Durch die Fertigung in der Fabrik entstehen oft geringere Baukosten.
Im BUND-Jahrbuch 2017 wurden mehrere Hersteller vorgestellt, die sich auf ökologische Fertighäuser spezialisiert hatten. Diese Hersteller boten oft auch Planung und Beratung an, was für Bauherren besonders vorteilhaft war.
Ökologisches Bauen im Kleinen – DIY und Eigenleistung
Strohbauplatten und Naturbaustoffe
In der Zeit um 2017 wurden auch immer mehr Bauherren auf die Idee vertraut, selbst mit ökologischen Materialien zu arbeiten. Ein Beispiel hierfür sind Strohbauplatten, die aus Naturmaterialien wie Stroh oder Hanf bestehen. Diese Platten eignen sich hervorragend für den Innenausbau und tragen zur Verbesserung des Innenklimas bei. Im Jahr 2017 waren solche Materialien in diversen Onlineportalen und auch auf Plattformen wie Kleinanzeigen.de zu finden.
Nistkästen und ökologische Gestaltung
Neben dem Bauen und Renovieren betonte das BUND-Jahrbuch 2017 auch die Bedeutung der ökologischen Gestaltung des umliegenden Grundstücks. Dazu zählen:
- Der Bau von Nistkästen für Vögel oder Insekten.
- Der Anbau von natürlichen Pflanzen und Bäumen.
- Die Schaffung von Biotopen und Blühflächen.
- Die Vermeidung von chemischen Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln.
Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Biodiversität im und um das Haus zu fördern und den ökologischen Fußabdruck zu verringern.
Herausforderungen und Kritikpunkte
Energiebilanz von Abriss und Neubau
Ein zentraler Kritikpunkt im BUND-Jahrbuch 2017 war der Trend, Altbauten abzureißen, um sie durch energieeffiziente Neubauten zu ersetzen. Obwohl die Energieeffizienz der Neubauten oft höher war, war die Energiebilanz oft negativ, da der Aufwand für den Abriss, die Entsorgung und die Herstellung neuer Baustoffe sehr hoch war. Das BUND-Jahrbuch empfahl deshalb, Altbauten energieeffizient zu sanieren, anstatt sie abzureißen.
Wirtschaftliche Hürden
Ein weiterer Kritikpunkt war, dass viele Bauherren aufgrund der hohen Anschaffungskosten für regenerative Systeme oder ökologische Baustoffe nicht in die Lage versetzt wurden, ökologisch zu bauen. Obwohl Förderprogramme existierten, waren diese oft schwer zu beantragen oder nicht ausreichend bekannt. Das BUND-Jahrbuch 2017 betonte, dass mehr Transparenz und bessere Unterstützung für Bauherren notwendig waren.
Fazit
Ökologisches Bauen und Renovieren war im Jahr 2017 ein zentraler Schwerpunkt in der deutschen Baubranche. Insbesondere durch Veröffentlichungen wie das BUND-Jahrbuch 2017 wurden Bauherren und Sanierer über aktuelle Trends, Materialien und Förderprogramme informiert. Die Zeitschrift betonte, dass es sinnvoller ist, bestehende Gebäude energieeffizient zu sanieren, anstatt sie abzureißen und durch neue Häuser zu ersetzen.
Durch die Verwendung von ökologischen Baustoffen wie Holz, Lehm oder Naturdämmstoffen, die Nutzung regenerativer Energien und die Einbindung von Energieberatern konnten Bauherren und Sanierer einen Beitrag zur Energieeinsparung und zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks leisten. Zudem boten staatliche Förderungen eine finanzielle Unterstützung für viele Projekte.
Für Bauherren und Sanierer war es im Jahr 2017 besonders wichtig, sich über die verschiedenen Optionen zu informieren und eine sorgfältige Planung vorzunehmen. Nur so ließen sich langfristige Einsparungen erzielen und eine nachhaltige Bauweise realisieren.