Einleitung
Das Freizeitbad Azur in Ramstein-Miesenbach, eröffnet im Jahr 1991, steht vor umfassenden Herausforderungen durch Alterung der Technik und Infrastruktur. Ursprünglich geplante Kosten für eine Generalrenovierung stiegen von 20 Millionen auf 32 Millionen Euro, was für die Verbandsgemeinde als alleinigen Träger nicht leistbar war. Statt einer Sanierung des Bestands wurde ein Neubau eines überdachten 50-Meter-Beckens beschlossen, der mit 20 Millionen Euro kostengünstiger ist. Der Baustart ist für 2025 geplant, wobei das bestehende Bad während der Bauzeit nutzbar bleibt. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt das Projekt mit bis zu 4 Millionen Euro Fördermitteln.
Hintergrund und Entwicklung des Projekts
Das Hallen-Freizeitbad Azur wurde 1991 eröffnet und hat seitdem seine Belastungsgrenzen erreicht. Die Technik ist altersschwach, und Probleme wie Wasserverluste im Außenbecken von 70.000 bis 80.000 Litern täglich konnten nicht mehr behoben werden. Vor fünf Jahren sah die Planung eine umfangreiche Generalsanierung vor, deren Kosten jedoch aufgrund gestiegener Preise für Material und Personal von 20 auf 32 Millionen Euro anstiegen. Zunächst standen 3 Millionen Euro Fördermittel vom Land Rheinland-Pfalz zur Verfügung, was den Eigenanteil zu hoch machte.
Bürgermeister Ralf Hechler und Beigeordneter Marcus Klein (beide CDU) trieben eine Neuausrichtung voran. Innenminister Michael Ebling (SPD) besuchte das Bad und forderte einen Plan B mit Wirtschaftlichkeitsberechnung. Das Innenministerium bestätigte die Übertragbarkeit der Fördermittel auf die neue Planung und stellte bis zu 4 Millionen Euro in Aussicht. Diese Zusage ermöglicht die Fortsetzung ohne erneute europaweite Ausschreibung.
Technische Details des Neubaus
Der Neubau umfasst ein überdachtes 50-Meter-Becken auf der Liegewiese mit einem Hub-Boden. Dieser ermöglicht eine flexible Nutzung: Ein Bereich dient Schwimmern für Bahnen, während ein anderer für Nichtschwimmer angepasst werden kann, indem der Boden höher gestellt wird. Das Dach kann bei gutem Wetter geöffnet werden, sodass das Gelände mitbenutzt werden kann. Auf ein separates Außenbecken wird verzichtet, um Kosten zu senken.
Während des Baus bleibt das alte Bad betriebsfähig, solange die Technik hält. Dies sichert den Betrieb für Sportvereine, Schulen und Familien.
Kosten und Finanzierung
| Aspekt | Ursprünglicher Plan (Generalsanierung) | Neuer Plan (Neubau) |
|---|---|---|
| Gesamtkosten | 32 Millionen Euro | 20 Millionen Euro |
| Fördermittel Land Rheinland-Pfalz | 3 Millionen Euro | Bis zu 4 Millionen Euro |
| Eigenkapital Verbandsgemeinde | Nicht spezifiziert | Mehr als 5 Millionen Euro |
| Restfinanzierung | Nicht leistbar | Kredit (Zusage der Kommunalaufsicht vorhanden) |
Die Kostensenkung resultiert aus dem Verzicht auf ein Außenbecken und der fokussierten Neubauplanung. Die Finanzierung ist gesichert, wobei der Kredit leistbar ist.
Bedeutung für die Region
Das Projekt gewährleistet langfristig ein erschwingliches Schwimmangebot in der Region Kreis Kaiserslautern. Es dient Vereinen, Schulen und Familien und schafft einen attraktiven Freizeitort, der auch wirtschaftlich positive Effekte entfaltet. Die Entscheidung demonstriert realistische Planung in Zeiten hoher Baukosten.
Fazit
Die Umstellung vom Sanierungsplan auf den Neubau eines 50-Meter-Beckens mit Hub-Boden löst die Alterungsprobleme des Azur-Bads wirtschaftlich und technisch. Mit gesicherten Fördermitteln und Baustart 2025 bleibt das Angebot während der Umsetzung verfügbar und hebt die Infrastruktur auf moderne Standards. Dies unterstreicht die Fähigkeit der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach, Projekte im Interesse der Bevölkerung voranzutreiben.