Elektroinstallation sanieren: Kosten, Faktoren und Einsparpotenziale im Überblick

Einleitung

Die Sanierung der Elektroinstallation ist eine wesentliche Investition in die Sicherheit, den Komfort und die Zukunftsfähigkeit einer Immobilie. Insbesondere in Altbauten sind veraltete elektrische Anlagen oft nicht nur unzureichend, sondern können auch erhebliche Sicherheitsrisiken darstellen. Die Kosten für eine solche Sanierung können je nach Umfang und Ausstattung stark variieren. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die zu erwartenden Kosten, die Faktoren, die diese beeinflussen, sowie Möglichkeiten zur Kosteneinsparung und staatliche Fördermöglichkeiten.

Kosten für die Elektrosanierung im Überblick

Die Kosten für die Sanierung einer Elektroinstallation hängen von zahlreichen Faktoren ab und können erheblich schwanken. Grundsätzlich lässt sich jedoch eine Bandbreite für verschiedene Gebäudetypen und Ausstattungsstufen definieren.

Kosten nach Gebäudetyp

Für eine komplette Elektrosanierung in einer Wohnung liegen die Gesamtkosten laut verschiedener Quellen typischerweise zwischen ca. 1.500 € und 6.000 €. Bei einem Einfamilienhaus mit einer Größe von 100 bis 150 Quadratmetern sind bereits Kosten von etwa 9.000 bis 15.000 € zu erwarten, die sich bei hochwertiger Ausstattung noch deutlich erhöhen können.

Ein typisches Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern kann sich je nach Ausstattungsstandard auf Gesamtkosten von 18.000 bis 27.000 Euro belaufen. Bei einer Dreizimmerwohnung liegen die Kosten im Durchschnitt zwischen 5.500 und 7.500 Euro.

Kosten pro Quadratmeter

Eine nützliche Faustregel zur Kalkulation bietet die Betrachtung der Kosten pro Quadratmeter. Im Altbau liegen diese je nach Ausstattungsstandard zwischen:

  • 60 bis 85 €/m² für die Standardausstattung
  • 85 bis 130 €/m² für die gehobene Ausstattung
  • 150 bis 300 €/m² für ein Bus-System (Smart-Home-Lösung)

Im Neubau sind die Kosten mit etwa 50 bis 100 Euro pro Quadratmeter tendenziell geringer. Als allgemeiner Richtwert für die Kosten der Elektroinstallation sind zwischen 3 und 5 % der Baukosten anzusetzen. Im Altbau kann man mit 60 €/m² bis 300 €/m² rechnen, wobei für ältere Häuser oft mit 40 - 70 €/m² zu kalkulieren ist.

Aufteilung der Kosten

Bei den Gesamtkosten setzen sich die Materialkosten für beispielsweise Kabel, Steckdosen und Sicherungskasten sowie die Arbeitskosten, die von der Komplexität und Dauer der Sanierung abhängen, zu etwa 60 Prozent aus Arbeitskosten und 40 Prozent aus Materialkosten zusammen.

Neben diesen Hauptkosten können bei der Elektrosanierung in einem Altbau auch zusätzliche Kosten anfallen. So kann es notwendig sein, umfangreiche bauliche Maßnahmen durchzuführen, die entsprechend finanziert werden müssen. Die Kosten für die Abnahme einer Elektroinstallation im Rahmen einer Sanierung belaufen sich etwa auf 200 Euro.

Materialkosten im Detail

Die Materialkosten machen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten einer Elektrosanierung aus. Die Preise für einzelne Komponenten können dabei stark variieren:

  • Steckdosen: Die Preise variieren je nach Hersteller und Design zwischen 3 und 10 Euro pro Stück.
  • Moderne Unterputzdosen und Schalterdosen: Kosten hierfür fallen in der Regel zwischen 100 und 150 Euro an.
  • Sicherungskasten: Die Materialkosten für die Installation eines Sicherungskastens in einem Altbau liegen zwischen 300 und 400 Euro.

Bei der Planung einer gehobenen Ausstattung kommen weitere Kosten für spezielle Komponenten hinzu:

  • Jede Einbauleuchte: ca. 50 €
  • Jede Rolladensteuerung: ca. 130 - 170 €
  • Jedes Raumthermostat: ca. 50 - 150 €
  • Jede separate Absicherung für Großgeräte: ca. 150 €

Arbeitskosten und regionale Unterschiede

Die Arbeitskosten für eine Elektrosanierung können sich je nach gewähltem Fachbetrieb und Region erheblich unterscheiden. Für spezifischere Tätigkeiten wie das Fräsen und andere Vorarbeiten sowie die eigentliche Installation können die Arbeitskosten zwischen 8.000 und 10.000 Euro betragen.

Die Arbeitskosten variieren auch erheblich zwischen verschiedenen Regionen. In massiven Altbauten ist der Arbeitsaufwand oft höher als in neueren Häusern, da hier alte Leitungen aufwendig entfernt werden müssen oder die Wände schwer zugänglich sind.

Ein budgetpuffer von 20 bis 30 Prozent der kalkulierten Kosten ist daher empfehlenswert, um unvorhergesehene Mehrkosten abzufangen.

Faktoren, die die Kosten beeinflussen

Zustand der bestehenden Elektroinstallation

Der Zustand der vorhandenen Anlage bestimmt den Arbeitsaufwand erheblich. Muss eine vollständig veraltete Installation ersetzt werden, sind die Kosten höher als bei einer Modernisierung eines grundsätzlich funktionsfähigen Systems. Müssen alte Leitungen aufwendig entfernt werden oder sind die Wände schwer zugänglich, steigen die Arbeitskosten entsprechend.

Gewünschter Ausstattungsstandard

Die Norm RAL-RG 678 definiert drei Ausstattungsklassen für Elektroinstallationen. Eine Ein-Sterne-Ausstattung entspricht der Mindestausstattung, während eine Drei-Sterne-Ausstattung Luxuskomponenten und umfangreiche Smart-Home-Lösungen umfasst. Je höher der Standard, desto höher die Kosten.

Auch die DIN 18015 legt Anforderungen an die elektrische Ausstattung fest, die bei der Planung der Sanierung berücksichtigt werden sollten. Diese Normen beeinflussen die kostengünstige Planung und Ausführung einer Elektrosanierung.

Anzahl und Art der Komponenten

Die Kosten werden auch von der Anzahl der benötigten Schalter, Steckdosen, Verteilerdosen und Beleuchtungselemente bestimmt. Moderne Haushalte benötigen wesentlich mehr Steckdosen pro Raum als früher, und immer mehr Geräte müssen stärker vernetzt werden. Dadurch müssen etliche Meter Kabel mehr eingezogen werden, was die Elektroinstallationen aufwendiger macht.

Art der Verkabelung

Die Art der Verkabelung beeinflusst ebenfalls die Gesamtkosten. Bei einem seriösen Elektrobetrieb kann man in der Regel zwischen verschiedenen Ausstattungen wählen: Grundinstallation, mittlere Ausstattung und eine gehobene Ausstattung. Spätestens bei der Integration einer Smart-Home-Lösung muss über eine Neuverkabelung des Hauses nachgedacht werden, was die Kosten erheblich erhöhen kann.

Größe der zu sanierenden Wohnfläche

Die Quadratmeterzahl ist der wichtigste Kostenfaktor. Größere Flächen erfordern naturgemäß mehr Material und Arbeitsaufwand, was die Gesamtkosten erhöht.

Wann ist eine Erneuerung der Elektrik notwendig?

Die Elektrik eines Hauses hält nicht ewig. Spätestens nach 30 bis 40 Jahren sollte sie geprüft und gegebenenfalls erneuert werden. Insbesondere Häuser aus den 1950er bis 1970er Jahren verfügen oft über Elektroinstallationen, die nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards entsprechen.

Eine Erneuerung ist insbesondere dann notwendig, wenn:

  • Die Anlage älter als 30-40 Jahre ist
  • Häufige Stromausfälle oder Überhitzungen von Steckdosen auftreten
  • Die Anzahl der verfügbaren Steckdosen nicht mehr ausreicht
  • Modernere Technologien wie Smart-Home oder Elektromobilität integriert werden sollen
  • Die Sicherheit durch fehlende moderne FI-Schutzschalter nicht mehr gewährleistet ist

Vorteile einer modernen Elektroinstallation

Die Modernisierung der Hauselektrik bringt zahlreiche Vorteile mit sich, die weit über die reine Funktionalität hinausgehen:

Sicherheit

Moderne FI-Schutzschalter nach DIN 18015-Standard erkennen bereits kleinste Fehlerströme und unterbrechen die Stromversorgung innerhalb von Millisekunden. Dies reduziert das Sicherheitsrisiko von Stromschlägen erheblich. Aktuelle Systeme verhindern auch Brände durch Kurzschlüsse oder Kabelüberlastung.

Komfort

Eine moderne Elektroinstallation ermöglicht höhere Komfortstufen durch intelligente Steuerungssysteme, mehr Steckdosen an strategischen Positionen und die Integration moderner Haushaltsgeräte.

Zukunftsfähigkeit

Die Planung mit zukünftigen Entwicklungen im Blick, wie Elektromobilität, zunehmende Digitalisierung und Smart-Home-Technologien, stellt sicher, dass die Anlage den zukünftigen Anforderungen gewachsen ist und nicht schon in wenigen Jahren erneuert werden muss.

Energieeffizienz

Moderne elektrische Anlagen können zur Energieeffizienz beitragen und so langfristig Betriebskosten sparen. Durch die Integration von Smart-Home-Funktionen lassen sich Verbrauchsmuster optimieren und Standby-Verluste minimieren.

Immobilienwert

Eine moderne, den aktuellen Standards entsprechende Elektroinstallation steigert den Wert der Immobilie und macht sie beim Verkauf attraktiver.

Kosteneinsparpotenziale

Trotz der hohen Kosten einer Elektrosanierung in einem Altbau gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Kosteneinsparung:

Eigenleistung

Durch Eigenleistung wie Schlitze stemmen oder Kabel verlegen lassen sich bis zu 40 Prozent der Arbeitskosten einsparen. Wichtig dabei ist zu beachten, dass die Endmontage und Abnahme der Elektroinstallation immer von einem Fachbetrieb durchgeführt werden muss.

Planung und Vorausdenken

Durch eine vorausschauende Planung können Kosten eingespart werden. Wer bereits bei der Sanierung an zukünftige Anforderungen wie Smart-Home-Lösungen oder Elektromobilität denkt, kann vermeiden, dass in naher Zukunft nachgerüstet werden muss, was zusätzliche Kosten verursacht.

Vergleiche von Angeboten

Es ist daher wichtig, verschiedene Angebote einzuholen und die Kosten sorgfältig zu vergleichen, bevor man sich für einen Fachbetrieb entscheidet. Bei der Sanierung der Elektrik sollte man sich genau überlegen, in welchem Umfang man das Haus sanieren möchte und welche Komponenten wirklich benötigt werden.

Auswahl des Ausstattungsstandards

Die Entscheidung für einen angemessenen Ausstattungsstandards statt überhöhter Ansprüche kann erhebliche Kosten einsparen. Oftmals genügt eine gute mittlere Ausstattung, die alle wichtigen Funktionen bietet, ohne unnötige Luxuskomponenten.

Staatliche Fördermöglichkeiten

Es gibt zwar keine direkte Förderung für die Sanierung der Elektrik, allerdings können die Förderung für Sanierungen, welche die Energieeffizienz erhöhen, dem Einbruchsschutz dienen oder die Barrierefreiheit verbessern, genutzt werden. Hierzu zählen auch Smart-Home-Funktionen und die damit verbundene Elektroinstallation.

Für eine energetische Sanierung gibt es die "Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)". Auch gibt es für Eigenheimbesitzer die "steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen", bei der man 20 % der Aufwendungen, mit maximal 40.000 € pro Wohneinheit, steuerlich absetzen kann.

Darüber hinaus können auch einzelne Maßnahmen, die Teil der Elektrosanierung sind, wie die Installation von energiesparender Beleuchtung oder die Optimierung der Heizungssteuerung, über verschiedene Förderprogramme gefördert werden.

Fazit

Die Sanierung der Elektroinstallation ist eine notwendige Investition für die Sicherheit, den Komfort und die Zukunftsfähigkeit einer Immobilie. Die Kosten können je nach Größe und Komplexität des Projekts sowie den spezifischen Anforderungen des Gebäudes erheblich unterscheiden und liegen für eine Wohnung typischerweise zwischen ca. 1.500 € und 6.000 €, während bei einem Einfamilienhaus von 100 bis 150 Quadratmetern Kosten bei etwa 9.000 bis 15.000 € anfallen.

Die Kosten setzen sich zu etwa 60 Prozent aus Arbeitskosten und 40 Prozent aus Materialkosten zusammen. Der Zustand der bestehenden Elektroinstallation, der gewünschte Ausstattungsstandard nach DIN 18015 und RAL-RG 678 sowie die Anzahl und Art der Komponenten sind die wesentlichen Faktoren, die die Gesamtkosten beeinflussen.

Durch eine sorgfältige Planung, die Berücksichtigung zukünftiger Anforderungen und die Möglichkeit zur Eigenleistung lassen sich die Kosten erheblich reduzieren. Zudem gibt es verschiedene staatliche Fördermöglichkeiten, die die Investition in eine moderne Elektroinstallation attraktiver machen.

Letztendlich handelt es sich bei der Elektrosanierung nicht um eine reine Ausgabe, sondern um eine wichtige Investition in die Sicherheit und Zukunftsfähigkeit der Immobilie, die sich durch erhöhten Wohnkomfort, langfristig geringere Energiekosten und einen gestiegenen Immobilienwert amortisiert.

Quellen

  1. Schramm - Altbausanierung Elektroinstallation
  2. Wohnglück - Neue Elektrik Kosten
  3. Listando - Was kostet die Neuverkabelung eines Hauses?
  4. David Elektrotechnik - Kosten für Elektrik erneuern
  5. DerBauherr - Elektrik im Haus erneuern Kosten
  6. Handwerksratgeber - Elektrik erneuern mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

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