€18,5-Millionen-Projekt: So wird das marode Oberhausener Solebad zu einem energieeffizienten Vorzeigebad

Einleitung

Das marode Solebad im Revierpark Vonderort in Oberhausen steht vor einer umfassenden Sanierung, die es zu einem modernen, energieeffizienten und zukunftsfähigen Badezentrum machen soll. Nach fünfjähriger Schließung aufgrund von Rost- und Betonschäden wurde nun die entscheidende Hürde für die Wiederbelebung dieser wichtigen regionalen Einrichtung genommen. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von 18,5 Millionen Euro wird maßgeblich durch Bundesmittel, die Unterstützung des Regionalverbands Ruhr (RVR) sowie der Städte Oberhausen und Bottrop finanziert. Die Sanierung verspricht nicht nur die Wiederherstellung eines beliebten Freizeitziels, sondern soll auch neue Maßstäbe in puncto Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit setzen.

Hintergrund und aktueller Zustand

Das Solebad im Revierpark Vonderort in Oberhausen hat über Jahrzehnte hinweg einen festen Platz im Freizeit- und Gesundheitsangebot der Region eingenommen. Für die Bürgerinnen und Bürger in Oberhausen sowie aus den umliegenden Städten war es ein beliebtes Ziel für Freizeitaktivitäten und Erholung. Im Jahr 2019 musste das Bad jedoch aufgrund schwerwiegender baulicher Schäden schließen. Rost- und Betonschäden hatten den Weiterbetrieb zu einem unkalkulierbaren Risiko gemacht, woraufhin die Betreiber die Tore schließen mussten.

Seitdem stand die Einrichtung vor ungewisser Zukunft. Zunächst wurde erwogen, das marode Gebäude komplett abzureisten und durch einen Neubau zu ersetzen. Diese Option wurde jedoch aus Kostengründen verworfen, da ein Ersatzneubau mindestens 26 Millionen Euro gekostet hätte. Stattdessen entschied man sich für eine umfassende Sanierung des bestehenden Baus, die als kostengünstigere Alternative und als sinnvoller Umgang mit dem baulichen Erbe der Region angesehen wurde.

Die Bedeutung des Solebads für die Region wird von allen Seiten unterstrichen. Es ist nicht nur ein Badezentrum, sondern auch ein sozialer Treffpunkt und ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsvorsorge im westlichen Ruhrgebiet. Die Wiedereröffnung wird daher von vielen mit großer Erwartung und Freude erwartet.

Finanzierung des Projekts

Die Finanzierung der Sanierung des Solebads im Revierpark Vonderort stellt ein beeindruckendes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit dar. Das Projektvolumen von insgesamt 18,5 Millionen Euro wird von mehreren Partnern getragen, wobei die Mittelverteilung eine sorgfältige Abstimmung zwischen Bund, Region und den beteiligten Städten erforderte.

Die größte Einzelleistung kommt vom Bund. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat die Förderung des Projekts mit sechs Millionen Euro aus dem Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" bewilligt. Diese Förderung war eine entscheidende Voraussetzung für das gesamte Vorhaben, wie der Oberhausener Bundestagsabgeordnete Dirk Vöpel betont: "Ohne die Unterstützung des Bundes wäre eine Sanierung nicht möglich." Die sechs Millionen Euro machen etwa 32,4 Prozent der Gesamtkosten aus und reduzieren den finanziellen Aufwand für die Kommunen erheblich.

Der Regionalverband Ruhr (RVR), als größter Gesellschafter der Freizeitgesellschaft Metropole Ruhr mbH, beteiligt sich mit 6,2 Millionen Euro an den Kosten, was einem Anteil von 50 Prozent des kommunalen Eigenanteils entspricht. Die Stadt Oberhausen trägt 3,7 Millionen Euro (30 Prozent des Eigenanteils), während die Nachbarstadt Bottrop 2,5 Millionen Euro beisteuert (20 Prozent des Eigenanteils). Diese Verteilung basiert auf einem Gesellschaftervertrag, der die finanzielle Verantwortung der beteiligten Kommunen regelt.

Besonders bemerkenswert ist die Unterstützung durch die Nachbarstadt Bottrop. Die Stadt hatte ihre Hilfe von der Bedingung abhängig gemacht, dass der Bund tatsächlich die versprochenen sechs Millionen Euro zur Verfügung stellt. Diese Kooperation zwischen den beiden Städten unterstreicht die überörtliche Bedeutung des Solebads und zeigt, dass regionale Projekte oft nur durch gemeinsames Handeln realisiert werden können.

Die Mittelverteilung zeigt auch die priorisierte Ausrichtung des Projekts: Die Finanzierung sichert nicht nur die technische Sanierung, sondern auch die langfristige Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit des Bades. Die Verantwortlichen legen großen Wert darauf, dass die Umbaukosten nicht in überhöhte Eintrittspreise umgewandelt werden, da das Ruhrgebiet bekanntermaßen nicht für überdurchschnittliche Einkommen bekannt ist.

Technische Innovationen und Nachhaltigkeit

Die geplante Sanierung des Solebads im Revierpark Vonderort ist technisch ambitioniert und setzt neue Maßstäbe im Bereich der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Das Konzept sieht vor, das Bad nach seiner Wiedereröffnung zu einem der energieeffizientesten Bäder der Region zu machen, wobei insbesondere die Heizung und Energieversorgung revolutioniert werden.

Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist der Einsatz innovativer Wärmepumpen zur Beheizung der Becken und Duschen. Diese Technik verspricht eine hohe Energieeffizienz und reduziert den Energiebedarf erheblich. Zusätzlich sollen Spitzenlastverbräuche über Power-to-Biogas oder Pellets abgedeckt werden. Darüber hinaus werden weitere Wärmequellen wie Luft, Erdsonden und Abwasserkanäle geprüft, um das Bad nachhaltig zu betreiben. Diese Vielfalt an Energiequellen soll die Versorgungssicherheit erhöhen und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren.

Die Planungen sehen auch die Installation von Photovoltaikanlagen vor, die einen Teil des benötigten Stroms direkt vor Ort erzeugen. Kombiniert mit der Erneuerung des Daches und der Gebäudehülle soll so eine moderne, energieeffiziente Gesamtanlage entstehen. Die Verantwortlichen versprechen sich durch diese Maßnahmen eine Energie- und Emissionseinsparung von 80 Prozent im Vergleich zum Altbau – eine beeindruckende Leistung, die das Projekt zu einem Leuchtturmprojekt im Bereich der nachhaltigen Gebäudesanierung macht.

Die Bauarbeiten werden nicht auf die Technik beschränkt bleiben. Auch die bauliche Substanz wird grundlegend saniert, um die langfristige Betriebssicherheit zu gewährleisten. Dabei wird die ursprüngliche Bauform trotz der umfassenden Erneuerung aller wesentlichen Technik- und Gebäudeteile erhalten bleiben. Der Charakter des Bades als historisches Gebäude des Revierparks Vonderort soll also auch nach der Sanierung erkennbar bleiben.

Die Planungen werden von der Freizeitgesellschaft Metropole Ruhr mbH durchgeführt, die als gemeinsames Unternehmen des Regionalverbands Ruhr und der Städte Oberhausen und Bottrop für die Umsetzung verantwortlich ist. Das Unternehmen hat das Ziel, "ein modernes und energieeffizientes Bad für die Zukunft" zu schaffen, das den Anforderungen des Klimawandels gerecht wird.

Soziale und regionale Bedeutung

Das Solebad im Revierpark Vonderort hat eine über die reine Badeanlage hinausgehende Bedeutung für die Region. Es ist nicht nur ein Ort der Freizeitgestaltung, sondern auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt und ein Beitrag zur Gesundheitsförderung im Ruhrgebiet. Die Wiedereröffnung wird daher vielerorts mit großer Erleichterung begrüßt.

Die Bedeutung des Bades wird auch an den politischen Bemühungen deutlich. Der Oberhausener Bundestagsabgeordnete Dirk Vöpel betont den "großen gesellschaftlichen Wert" des Bades für die Stadt und die ganze Region. Auch der Osterfelder Bezirksbürgermeister Thomas Krey zeigt sich erfreut über die positive Entwicklung: "Es freut mich, dass wir das attraktive Wellness-Angebot für die Bürgerinnen und Bürger in Bottrop und Oberhausen somit aufrechterhalten können."

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Erschwinglichkeit des Angebots. Die Verantwortlichen betonen ausdrücklich, dass die Umbaukosten nicht auf den Eintrittspreis umgelegt werden sollen. Die Region mit ihrer hohen Armutsquote – im Ruhrgebiet lebte 2022 jeder fünfte Mensch in Armut, was 1,3 Millionen Menschen entspricht – benötige bezahlbare Freizeiteinrichtungen. Das Solebad soll daher nach der Sanierung ein "preislich attraktives Angebot" in der regionalen Bäderlandschaft bleiben.

Die Kooperation zwischen den Städten Oberhausen und Bottrop unterstreicht die überörtliche Bedeutung des Projekts. Die Unterstützung durch Bottrop war von der Bedingung abhängig, dass der Bund die versprochenen Mittel bereitstellt. Diese Zusammenarbeit zeigt, dass das Solebad als gemeinsames Kulturgut der Region verstanden wird, dessen Erhalt im Interesse aller beteiligten Kommunen liegt.

Die Sanierung des Solebads ist auch im Kontext des Strukturwandels im Ruhrgebiet zu sehen. Die Region bemüht sich, ihre industrielle Vergangenheit durch moderne, nachhaltige und sozial integrierende Projekte zu ergänzen. Das sanierte Solebad kann als Symbol für diesen Wandel stehen – es kombiniert den Erhalt eines historischen Gebäudes mit modernster Technik und nachhaltiger Energieversorgung.

Zeitplan und Ausblick

Obwohl die Finanzierung nun gesichert ist, steht der genaue Zeitplan für die Sanierung des Solebads im Revierpark Vonderort noch nicht fest. Die Verantwortlichen arbeiten derzeit an der detaillierten Planung der Baumaßnahmen. Der Förderantrag wurde am 11. September 2023 von der Stadt Oberhausen als federführender Gesellschafter eingereicht und nun bewilligt, was den Weg für die konkreten Planungsschritte freigemacht hat.

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich in mehreren Phasen durchgeführt werden, um die Eingriffe in den Revierpark so gering wie möglich zu halten. Dabei ist geplant, das Freizeithaus teilweise abzureissen, um Platz für die neuen Anlagen zu schaffen. Die genauen Zeitpläne sowie Details zur Bauorganisation werden in den kommenden Monaten finalisiert.

Die Wiedereröffnung des Solebads wird eine wichtige Bereicherung für die regionale Freizeit- und Gesundheitslandschaft darstellen. Es wird nicht nur ein Badezentrum, sondern auch ein Vorzeigeprojekt für nachhaltige Sanierung im kommunalen Bereich sein. Die geplanten Energieeinsparungen von 80 Prozent im Vergleich zum alten Gebäude machen das Bad zu einem der energieeffizientesten seiner Art in Deutschland.

Die Verantwortlichen betonen, dass die Sanierung des Solebads ein "Beispiel dafür sein soll, wie eine Bädersanierung der Zukunft aussehen kann". Mit dem Projekt wird gezeigt, wie marode aber historisch wertvolle Bauten durch moderne Technik nachhaltig saniert werden können, ohne ihren Charakter zu verlieren. Das Projekt könnte daher als Vorbild für ähnliche Sanierungsvorhaben in anderen Teilen Deutschlands dienen.

Fazit

Die Sanierung des Solebads im Revierpark Vonderort in Oberhausen ist ein herausragendes Beispiel für gelungene interkommunale Zusammenarbeit und innovative Bauvorhaben im Bereich der nachhaltigen Sanierung. Mit einem Gesamtvolumen von 18,5 Millionen Euro, finanziert durch den Bund (6 Millionen Euro), den Regionalverband Ruhr (6,2 Millionen Euro), die Stadt Oberhausen (3,7 Millionen Euro) und die Stadt Bottrop (2,5 Millionen Euro), entsteht ein modernes Badezentrum, das Maßstäbe in puncto Energieeffizienz und Nachhaltigkeit setzen wird.

Die geplanten technischen Innovationen, insbesondere der Einsatz von Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und die Nutzung verschiedener Wärmequellen, sollen eine Energie- und Emissionseinsparung von 80 Prozent im Vergleich zum Altbau ermöglichen. Gleichzeitig bleibt die ursprüngliche Bauform des denkmalgeschützten Gebäudes erhalten, was einen sensiblen Umgang mit dem baulichen Erbe der Region zeigt.

Die soziale Bedeutung des Projekts ist nicht zu unterschätzen. Das Solebad war über Jahrzehnte ein beliebtes Freizeitziel und ein wichtiger Beitrag zur Gesundheit und Erholung der Menschen im westlichen Ruhrgebiet. Mit der Wiedereröffnung wird nicht nur ein Stück regionaler Kulturgeschichte erhalten, sondern auch ein bezahlbares Freizeitangebot für die Bevölkerung gesichert, besonders wichtig in einer Region, in der 2022 jeder fünfte Mensch in Armut lebte.

Die Sanierung des Solebads ist somit mehr als nur ein Bauprojekt – es ist eine Investition in die Zukunft der Region, in soziale Gerechtigkeit und in nachhaltige Entwicklung. Das Projekt zeigt, dass mit visionärem Planen, guter Koordination und der Bereitschaft zur Zusammenarbeit auch große Herausforderungen gemeistert werden können. Wenn die Bauarbeiten planmäßig verlaufen, wird das Solebad in Kürze wieder als modernes, energieeffizientes und bezahlbares Badezentrum für die Menschen im Ruhrgebiet öffnen können.

Quellen

  1. Regionalverband Ruhr: Ruhrparlament stimmt für Sanierung des Solebads in Vonderort
  2. Lokalkompass Oberhausen: Bund gibt für Solebad-Sanierung sechs Millionen Euro
  3. Westdeutsche Allgemeine Zeitung: Wichtige Hürde genommen - Solebad Oberhausen
  4. Radio Emscher-Lippe: Bund sagt Geld für Solebad-Sanierung zu
  5. Westdeutsche Allgemeine Zeitung: Oberhausen/Bottrop - Solebad NRW
  6. Bottroper Zeitung: Bund fördert Sanierung des Solbades im Revierpark Vonderort

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