Fettabscheider-Sanierung: Kosteneffiziente und schnelle Lösung für funktionstüchtige Anlagen

Einleitung

Fettabscheider sind unverzichtbare Komponenten in gastronomischen Betrieben, Tankstellen und industriellen Anlagen, um Fette und Leichtflüssigkeiten vom Abwasser zu trennen und das Kanalnetz sowie die Umwelt vor Verschmutzungen zu schützen. Mit der Zeit führen aggressive Inhaltsstoffe, Korrosion und normaler Verschleiß jedoch zu Beschädigungen der Anlagen, die eine fachgerechte Instandsetzung erfordern. Die Sanierung von Fettabscheidern bietet hierbei eine wirtschaftliche Alternative zum teuren Neubau, bei der die Funktionstüchtigkeit der Anlagen mit minimalem Aufwand und geringeren Kosten wiederhergestellt wird. Dieser Artikel beleuchtet die Aspekte der Fettabscheidersanierung, vom Prozess über die rechtlichen Rahmenbedingungen bis hin zu den wirtschaftlichen Vorteilen.

Warum Fettabscheider saniert werden müssen

Fett- und Leichtflüssigkeitsabscheider unterliegen gesetzlich vorgegebenen Prüffristen, die alle fünf Jahre eine technische Funktionsprüfung durch Fachpersonal erfordern. Bei diesen Inspektionen werden Mängel, Beschädigungen und Undichtigkeiten festgestellt, die innerhalb definierter Fristen behoben werden müssen. Die Sanierung ist notwendig, weil starke chemische Prozesse in den Anlagen die Beschichtungen angreifen und Flüssigkeiten korrosiv wirken. Metallische Einbauten und Beton werden im Laufe der Zeit beschädigt, was zu Funktionsstörungen führen kann.

Werden bei der Generalinspektion Mängel aufgedeckt, müssen diese zwingend behoben werden, um rechtliche Konsequenzen und Umweltschäden zu vermeiden. Beschädigte Abscheider können dazu führen, dass Schadstoffe und Fette ins Abwasser oder Erdreich gelangen, was nicht nur ökologische, sondern auch rechtliche Probleme nach sich zieht. Die Sicherheit im Betrieb kann bei defekten Anlagen nicht mehr gewährleistet werden.

Sanierung vs. Neubau: Wirtschaftlicher Vergleich

Eine der größten Vorteile der Sanierung liegt im signifikanten Kostenvorteil gegenüber einer komplett neuen Anlage. Die Kosten für eine Sanierung können je nach Schadensbild auf bis zu ein Viertel der Investition für einen neuen Fettabscheider reduziert werden. Während ein neuer Fettabscheider mit Einbau zwischen 10.000 und 25.000 Euro (zzgl. MwSt.) kosten kann, beläuft sich die Sanierungskosten in der Regel auf 5.000 bis 13.000 Euro (zzgl. MwSt.).

Bei großen Fettabscheideranlagen mit gemauerten oder betonierten Innenwänden sind die Einsparungen noch deutlicher. Hier kann ein Neubau mit Erdeinbau oder Spezialeinbau bis zu 50.000 Euro kosten, während die Sanierung nur 9.000 bis 15.000 Euro netto ausmacht.

Neben den finanziellen Vorteilen bietet die Sanierung auch erhebliche Zeitersparnis. Während eine neue Installation mehrere Tage in Anspruch nehmen und zu längeren Betriebsunterbrechungen führen kann, ist ein saniertes System nach nur etwa 6,5 bis 7 Stunden wieder voll einsatzbereit. Für gastronomische Betriege bedeutet dies, dass die Arbeiten oft über Nacht durchgeführt werden können, sodass der Geschäftsbetrieb ungestört weiterläuft.

Der Ablauf der Fettabscheidersanierung

Die Sanierung von Fettabscheidern folgt einem standardisierten mehrstufigen Prozess, der auf die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anlage zugeschnitten ist. Ein typischer Ablauf umfasst folgende Schritte:

  1. Absaugen und Reinigung: Zunächst wird die Fettabscheideranlage gründlich gereinigt und vorhandenes Fett abgesaugt. Dieser Prozess dauert etwa 30 Minuten.

  2. Reinigung der Innenwände: Die Innenwände werden mit einem Hochdruckreiniger gereinigt, um Ablagerungen und Verschmutzungen zu entfernen. Dieser Schritt dauet ebenfalls etwa 30 Minuten.

  3. Anschleifen und Re-Profilierung: Die Wandung wird angeschliffen und wiederhergestellt, um eine glatte und ebene Oberfläche für die neue Beschichtung zu schaffen. Dieser Schritt erfordert etwa 2 Stunden Arbeitszeit.

  4. Auftragen von Spezialmörtel: Es wird ein spezieller Kanalbaumörtel für die Sanierung aufgetragen, der die beschädigten Bereiche repariert und schützt. Dieser Prozess dauet etwa 1 Stunde.

  5. Trocknungszeit: Der aufgetragene Mörtel muss trocknen, was je nach Bedingungen 4 bis 5 Stunden dauert kann.

  6. Dichtheitsprüfung: Nach Abschluss der Trocknung wird eine Dichtheitsprüfung nach DIN 4040-100 und DIN 1825 durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit der Anlage zu bestätigen. Diese Prüfung dauet etwa 1 Stunde.

Insgesamt steht die Anlage nach Abschluss aller Arbeiten wieder voll funktionsfähig zur Verfügung. Bei einem typischen Nachtarbeitsbeginn um 20:00 Uhr kann die Anlage bereits am frühen Morgen um 06:00 Uhr wieder uneingeschränkt genutzt werden.

Technische Details und Materialien

Für die Sanierung von Fettabscheidern kommen spezielle Materialien zum Einsatz, die hohen chemischen Belastungen standhalten und eine lange Haltbarkeit gewährleisten. Häufig werden hand- und spritzverarbeitbare Beschichtungssysteme verwendet, die folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Hohe Chemikalienbeständigkeit, insbesondere gegen Heizöl, Benzin, Diesel, Kerosin sowie Getriebe- und Motoröl
  • Gute Haftung auf verschiedenen Untergründen
  • Elektrostatische Ableitfähigkeit

Diese Materialien müssen Prüfzeugnisse für die Eignung bei Abscheidern nach DIN EN 1825-1 und DIN EN 858-1 besitzen, um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen. Die Verarbeitung erfolgt durch Mischen von Harz und Härter mit einer Pulverkomponente, die anschließend mit einer Kelle oder einem Glätter aufgetragen wird.

Für die Abdichtung offener Fugen und Rohranbindungen kommen zugelassene Zweikomponenten-Dichtstoffe zum Einsatz, die benzin- und dieselbeständig sowie klima- und witterungsbeständig sein müssen. Diese Materialien benötigen eine DIBt-Zulassung und müssen von zertifizierten Fachbetrieben verarbeitet werden.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Sanierung

Damit eine Sanierung erfolgreich durchgeführt werden kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Der Standort des Fettabscheiders muss gut zugänglich sein, damit die Fachkräfte ihre Arbeiten reibungslos durchführen können. Der Innenraum des Abscheiders muss gasfrei sein und darf keine gefährlichen Rückstoffe oder Gase enthalten, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.

Bei kleineren Geräten (Typen NS 2 bis NS 7) ist eine Sanierung oft nicht möglich, da die Öffnungen zu schmal sind, um in den Innenraum gelangen und die Arbeiten manuell auszuführen. Große Fettabscheider mit gemauerten oder betonierten Innenwänden eignen sich hingegen optimal für eine Sanierung.

Zusätzlich muss sichergestellt werden, dass der Raum oder die Freifläche, in der sich der Fettabscheider befindet, problemlos begangen werden kann. Diese Anforderungen müssen vor Beginn der Sanierungsarbeiten geklärt werden, um Verzögerungen und zusätzliche Kosten zu vermeiden.

Spezielle Anwendungen und Herausforderungen

Bei der Sanierung von Fettabscheidern gibt es verschiedene Herausforderungen, die je nach Anlagentyp und Schadensbild unterschiedlich gelöst werden müssen. Bei vielen erdverbauten Fettabscheidern treten im Laufe der Zeit spezifische Probleme auf. Die meisten Fettabscheider haben nur eine leichte Innenbeschichtung, die durch aggressive Fette zerstört wird. Zudem kommt es an den Einbauten wie Rückhaltevorrichtungen, Trennwänden und Einlaufblechen oft zu starken Korrosionsschäden.

Für solche Fälle wird der Fettabscheider zunächst im Höchstdruckverfahren gereinigt und anschließend sandgestrahlt. Die defekten Inneneinbauten werden durch fettbeständige Einbauten ersetzt. Nach dem Trocknen, Schleifen und Beschichten der Innenwände steht die Anlage wieder zur Verfügung.

Bei Fettabscheidern im Bereich von Fahrbahnen finden sich häufig undichte Schachtaufbauten, die ebenfalls saniert werden müssen. In solchen Fällen wird nicht nur der Behälter selbst, sondern auch die umliegende Abdichtung instand gesetzt.

Dienstleistungen von Fachbetrieben

Fachbetriebe für Fettabscheidersanierung bieten umfassende Dienstleistungen an, die über die reine Sanierung hinausgehen. Zu den typischen Leistungen gehören:

  • Erneuerung der Beschichtungen von Fett- und Leichtflüssigkeitsabscheideranlagen
  • Sanierung von Sonderbauwerken
  • Wartung und Reparatur von Pump- und Hebeanlagen
  • Abdichten von offenen Fugen und Rohranbindungen sowie Rissverpressungen
  • Verfugung und Beschichtung von WHG-Flächen
  • Sanierung von Rohrleitungssystemen mittels Linerverfahren (Kurzliner)
  • Grabenlose Rohrleitungsabdichtung mittels Flutungsverfahren
  • Betonsanierung

Zusätzlich bieten viele Fachbetriebe auch Besichtigungen und Beratungen an, um zu klären, ob eine Sanierung möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Anfahrtskosten für solche Begutachtungen liegen bei etwa 50 Cent pro Kilometer sowie 35 Euro pro Stunde für den durchführenden Mitarbeiter.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Sanierung von Fettabscheidern unterliegt strengen rechtlichen Vorschriften. Betreiber sind nach DIN 1999-100/101 und DIN 4040-100 dazu verpflichtet, Mängel fristgerecht zu beseitigen. Für bestimmte Arbeiten sind spezifische Qualifikationen erforderlich, insbesondere bei Mängeln an Einbauten, Warnanlagen oder bei der Verwendung bestimmter Materialien.

Die Verarbeitung von Materialien muss durch nach WHG (Wasserhaushaltsgesetz) qualifizierte und zertifizierte Fachbetriebe erfolgen. Nach Abschluss der Arbeiten wird eine Abnahme durch einen Sachverständigen durchgeführt, die rechtliche Compliance sicherstellt.

Die Einhaltung dieser Vorschriften ist nicht nur eine rechtliche Verpflichtung, sondern trägt auch zum Umweltschutz bei, da sie verhindert, dass Fette und Schadstoffe in das Abwasser oder Erdreich gelangen.

Kosten der Sanierung im Detail

Die Kosten für eine Fettabscheidersanierung variieren je nach Schadensbild, Anlagentyp und Umfang der Arbeiten. Als Faustregel gilt, dass eine Sanierung in der Regel nur ein Viertel der Kosten für einen neuen Fettabscheider mit Einbau ausmacht. Während neue Anlagen zwischen 10.000 und 25.000 Euro (zzgl. MwSt.) kosten können, belaufen sich die Sanierungskosten auf etwa 5.000 bis 13.000 Euro (zzgl. MwSt.).

Bei großen Fettabscheideranlagen mit Erdeinbau oder Spezialeinbau sind die Einsparungen noch deutlicher. Ein Neubau kann hier bis zu 50.000 Euro kosten, während die Sanierung nur 9.000 bis 15.000 Euro netto ausmacht.

Die genauen Kosten hängen von verschiedenen Faktoren ab: - Größe und Typ des Fettabscheiders - Art und Umfang der Beschädigungen - Notwendigkeit des Austauschs von Einbauten - Zugänglichkeit des Standorts - Eventuell notwendige Zusatzarbeiten wie Rohrsanierungen

Um eine genaue Kostenschätzung zu erhalten, ist eine professionelle Begutachtung der Anlage durch einen Fachbetrieb empfehlenswert.

Fazit

Die Sanierung von Fettabscheidern bietet eine wirtschaftliche, schnelle und umweltfreundliche Alternative zum teuren Neubau. Mit Einsparungen von bis zu 75 % der Kosten im Vergleich zu einer neuen Anlage und minimalen Ausfallzeiten von nur etwa 6,5 bis 7 Stunden ist die Sanierung die optimale Lösung für Betriebe, die ihre Abscheideranlagen instand setzen müssen. Durch den Einsatz spezieller Materialien, die hohen chemischen Belastungen standhalten und den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, wird die volle Funktionsfähigkeit wiederhergestellt.

Die fachgerechte Durchführung durch zertifizierte Betriebe gewährleistet nicht nur die technische Qualität, sondern auch die rechtliche Compliance. Regelmäßige Inspektionen und zeitnahe Sanierung bei festgestellten Mängeln sind dabei entscheidend, um lange Lebensdauer der Anlagen und Umweltschutz zu gewährleisten.

Für Betreiber von Fettabscheidern lohnt sich daher eine sorgfältige Prüfung, ob eine Sanierung möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Eine professionelle Begutachtung durch Fachexperten kann hier Klarheit schaffen und die optimale Lösung für die jeweilige Anlage identifizieren.

Quellen

  1. Knöppler GmbH - Fettabscheider-Sanierung
  2. Abscheidertechnik Lippelt - Sanierung
  3. Fettabscheider.me - Fettabscheidersanierung
  4. AROPAK - Sanierung
  5. Otto Tiefbau - Schachtsanierung und Schachtneubau

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