Sanierung eines Wahrzeichens: Die Hackerbrücke in München wird generalsaniert

Einleitung

Die Hackerbrücke in München ist mehr als nur eine Verbindung über die Gleisanlagen des Hauptbahnhofs. Das 174 Meter lange Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert ist ein bedeutendes technisches Denkmal und ein beliebtes Fotomotiv, insbesondere bei Sonnenuntergängen. Seit 1973 steht die filigrane genietete Fachwerkkonstruktion unter Denkmalschutz und zählt zu den wenigen noch erhaltenen Bogenbrücken aus dem 19. Jahrhundert, die aus geschweißtem Stahl gebaut wurden.

Aufgrund erheblicher Schäden, insbesondere durch Korrosion an der Beton- und Stahlkonstruktion, steht die Brücke nun vor einer umfassenden Generalsanierung. Der Bauausschuss des Münchner Stadtrats hat das Baureferat im Dezember 2024 mit der Planung beauftragt, nachdem bei turnusmäßigen Prüfungen dringenden Handlungsbedarf festgestellt wurde. Die Sanierung wird voraussichtlich von Anfang 2027 bis Ende 2029 dauern und mit Kosten von rund 50 Millionen Euro veranschlagt.

Historische Bedeutung und Bauweise

Die Hackerbrücke stellt ein herausragendes Beispiel für Ingenieurbaukunst des 19. Jahrhunderts dar. Die Brücke wurde 1894 fertiggestellt und zeichnet sich durch ihre markante geschwungene Bogenkonstruktion aus. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass es sich um eine der wenigen noch erhaltenen Bogenbrücken aus dieser Epoche handelt, die aus Schweißstahl gefertigt wurde. Die filigrane genietete Fachwerkkonstruktion verleiht der Brücke eine besondere ästhetische Qualität, die sie zu einem Wahrzeichen Münchens macht.

Die Brücke überquert das Gleisfeld vor dem Münchner Hauptbahnhof und unter ihr verlaufen insgesamt 26 Bahngleise. Ihre Gesamtlänge beträgt etwa 174 Meter (ohne Vorlandbrücke). Historisch gesehen verfügte die Brücke über Ost- und Westseite jeweils einen Gehweg sowie zwei Fahrspuren auf der Innenseite. Diese technische Konstruktion macht die Hackerbrücke nicht nur für Ingenieure, sondern auch für Architekturhistoriker von besonderem Interesse.

Seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1894 hat die Brücke mehrere Veränderungen erfahren. Die letzte umfassende Instandsetzung erfolgte 1984, was den aktuellen Sanierungsbedarf nachvollziehbar macht. In den fast vier Jahrzehnten seit der letzten Sanierung haben Witterungseinflüsse, Verkehrslasten und der allgemeine Alterungsprozess zu erheblichen strukturellen Schäden geführt, die nun behoben werden müssen.

Aktueller Zustand und Schadensbild

Bei den turnusmäßigen Bauwerksprüfungen durch das Baureferat der Stadt München wurden an den beiden Haupttragwerken der Hackerbrücke erhebliche Schäden festgestellt. Insbesondere Korrosionsschäden an der Beton- und Stahlkonstruktion haben zu einem dringenden Handlungsbedarf geführt. Das Baureferat bestätigt, dass "die vorgesehene Instandsetzung die einzig technisch und wirtschaftlich vertretbare Lösung darstellt" und "nur mit dieser Maßnahme weiterhin eine volle Belastbarkeit des Bauwerks gewährleistet wird".

Als Vorsichtsmaßnahme wurde die zulässige Last auf der Brücke bereits auf 18 Tonnen begrenzt, um weitere Schäden zu vermeiden und die strukturelle Integrität zu gewährleisten. Diese Reduzierung der Traglast hat bereits Auswirkungen auf den Verkehr, da bestimmte schwere Fahrzeuge die Brücke nicht mehr befahren dürfen. Das Ziel der Sanierung ist es, die ursprüngliche Traglast von 30 Tonnen wiederherzustellen, um künftig Linienbusse zuzulassen.

Die Schäden sind nicht nur auf Korrosion beschränkt. Die regelmäßige Untersuchung hat auch Probleme an den tragenden Elementen der Brücke identifiziert, die eine umfassende Sanierung unumgänglich machen. Die Stadt München betont die Wichtigkeit dieser Maßnahmen, um die Sicherheit des Bauwerks langfristig zu gewährleisten und einem potenziellen Einsturz ähnlich dem der Carolabrücke in Dresden vorzubeugen.

Planung der Generalsanierung

Die Generalsanierung der Hackerbrücke ist für den Zeitraum von Anfang 2027 bis Ende 2029 geplant und damit auf mehrere Jahre angelegt. Der Bauausschuss des Stadtrats hat das Baureferat im Dezember 2024 mit der Planung beauftragt, nachdem bei turnusmäßigen Prüfungen erhebliche Schäden an den Haupttragwerken festgestellt wurden. Die Sanierung erfolgt im Rahmen des "koordinierten Bauwerkserhaltungsprogramms Brücken", das vom Münchner Stadtrat beschlossen wurde.

Die Planung der Sanierung erfolgt in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde sowie dem Landesamt für Denkmalschutz, um den denkmalgeschützten Charakter des Bauwerks zu erhalten. Besonderes Augenmerk wird auf die Neugestaltung der Beleuchtung gelegt, mit einer Effektbeleuchtung für die Abend- und Nachtstunden, "um die Hackerbrücke als herausragendes Wahrzeichen hervorzuheben", wie die Stadt erklärt.

Die Sanierung wird in zwei Bauabschnitten erfolgen: Zunächst wird eine Brückenhälfte instand gesetzt und der Fußgänger- und Radverkehr über die andere Hälfte geführt. Anschließend ist die Sanierung der anderen Brückenhälfte geplant. Diese Vorgehensweise ermöglicht es, dass die Brücke trotz der umfassenden Bauarbeiten weiterhin für den Fuß- und Radverkehr nutzbar bleibt, was die Mobilität in diesem wichtigen Bereich des Münchner Stadtgebiets gewährleistet.

Für den Kraftfahrzeugverkehr wird die Brücke während der gesamten Bauphase gesperrt. Das Mobilitätsreferat soll währenddessen den Verkehr "auf und im weiteren Umfeld der Hackerbrücke" beobachten und dem Stadtrat dann eine Empfehlung "zum zukünftigen Verkehr auf der Brücke" geben.

Verkehrliche Maßnahmen und Umleitung

Die Sanierung der Hackerbrücke wird erhebliche verkehrliche Maßnahmen erfordern, da die Brücke während der gesamten Bauphase für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt sein wird. Das Mobilitätsreferat der Stadt München plant, den Verkehr in diesem Bereich intensiv zu beobachten und alternative Routen zu empfehlen.

Die Rathaus-Grünen können sich durchaus vorstellen, dass künftig überhaupt nur noch Radler, Busse, Taxis und Einsatzfahrzeuge über die Brücke fahren dürfen. Sibylle Stöhr, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen/Rosa Liste, äußert sich positiv zu dieser Idee: "Eine Hackerbrücke mit deutlich weniger Autoverkehr und mehr Platz zum Flanieren und Radeln halte ich für eine sehr charmante Idee für die Menschen in den umliegenden Vierteln."

Die Anwohner aus Ludwigs- und Isarvorstadt fordern nach der Sanierung sogar ein komplettes Autoverbot auf der Hackerbrücke. Holger Quick, der den Antrag stellte, argumentiert: "Die Hackerbrücke ist ein über München hinaus bekanntes Wahrzeichen, auf der sich heute die Radfahrenden zwischen den Autoverkehr quetschen müssen und dabei stark gefährdet sind. Wir sollten sie für den motorisierten Verkehr sperren und so von einer Brücke für Autos zu einer für Menschen umgestalten." Er schlägt vor, dass Autofahrer stattdessen die Donnersbergerbrücke und die Paul-Heyse-Straße nutzen könnten.

Das Mobilitätsreferat steht diesen Vorschlägen positiv gegenüber. Mit einem mittigen, breiten Radweg bliebe noch viel Platz, um die bisher recht schmalen Fußwege auf der Hackerbrücke deutlich zu verbreitern. Dies würde die Attraktivität der Brücke für Fußgänger und Radfahrer erheblich steigern.

Koordination mit der Deutschen Bahn

Die Sanierung der Hackerbrücke stellt ein technisch hochkomplexes Projekt dar, das nicht nur die Stadt München, sondern auch die Deutsche Bahn betrifft. Unter der Brücke verlaufen insgesamt 26 Bahngleise, was die technische Komplexität des Projekts zusätzlich erhöht.

Die Arbeiten müssen daher eng mit der Deutschen Bahn abgestimmt werden. Die Bahn plant, die Haltestelle Hackerbrücke ebenfalls auf Vordermann zu bringen. Ein Umbau und eine Erweiterung sind vorgesehen, auch in Zusammenhang mit der zweiten S-Bahn-Stammstrecke. Die Arbeiten sollen mit denen der Stadt "synchronisiert" werden, wie das Baureferat betont. "Die Störung des Bahnbetriebs und der Eingriff in das Gleisfeld müssen auf ein Minimum reduziert werden", so das Baureferat.

Besondere Rücksichtnahme ist während des Oktoberfests erforderlich, da zahlreiche Besucher an der S-Bahn-Haltestelle Hackerbrücke aussteigen. Daher soll die Baustelle zur Wiesn-Zeit größtenteils geräumt werden, um den Besucherfluss nicht zu beeinträchtigen.

Diese enge Abstimmung zwischen Stadt und Bahn erfordert eine detaillierte Planung und Koordination, um sowohl die Interessen des Eisenbahnverkehrs als auch die der Sanierung der Brücke zu berücksichtigen. Das Projekt ist somit nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine logistische Meisterleistung.

Technische Herausforderungen der Sanierung

Die Generalsanierung der Hackerbrücke stellt hohe technische Anforderungen an die ausführenden Unternehmen und Planer. Die filigrane genietete Fachwerkkonstruktion aus dem 19. Jahrhundert erfordert spezielle Kenntnisse und Techniken, die heute nur noch wenige Spezialisten beherrschen.

Zu den technischen Herausforderungen gehört die Beseitigung der Korrosionsschäden an der Stahlkonstruktion. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die historische Substanz erhalten bleibt und gleichzeitig die strukturelle Integrität wiederhergestellt wird. Dies erfordert eine Kombination traditioneller Handwerkstechniken und moderner Materialien.

Ein weiteres technisches Problem ist die Entfernung von Leitungen aus dem Brückenbauwerk. Die Machbarkeit eines unterirdischen Spartendükers wird untersucht, um diese Leitungen aus dem Tragwerk zu entfernen und zukünftige Wartungsarbeiten zu erleichtern.

Die Wiederherstellung der ursprünglichen Traglast von 30 Tonnen ist ein weiteres wichtiges technisches Ziel. Dies erfordert nicht nur die Sanierung bestehender Schäden, sondern auch Verstärkung bestimmter Tragelemente, ohne das historische Erscheinungsbild der Brücke zu beeinträchtigen.

Die Beleuchtung der Brücke wird ebenfalls neu geplant. Geplant ist eine Effektbeleuchtung für die Abend- und Nachtstunden, "um die Hackerbrücke als herausragendes Wahrzeichen hervorzuheben", wie die Stadt erklärt. Dies erfordert eine sorgfältige Planung, die sowohl denkmalschützerische Aspekte als auch funktionale Anforderungen berücksichtigt.

Kosten und Finanzierung

Die Generalsanierung der Hackerbrücke wird voraussichtlich 50 Millionen Euro kosten, wie in Medienberichten berichtet wird. Diese Summe spiegelt die Komplexität des Projekts wider, das nicht nur die Sanierung der Brücke selbst, sondern auch die Koordination mit der Deutschen Bahn und die Umleitung des Verkehrs umfasst.

Die Finanzierung erfolgt durch die Stadt München im Rahmen des "koordinierten Bauwerkserhaltungsprogramms Brücken". Dieses Programm wurde vom Stadtrat beschlossen, um den hohen Sanierungsbedarf bei Brücken in München zu adressieren. Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer betont: "In ganz Deutschland, auch in der Landeshauptstadt München, gibt es hohe Sanierungsbedarfe bei Brücken. Bei der Hackerbrücke haben wir im Rahmen von turnusmäßigen Untersuchungen einen inzwischen dringenden Handlungsbedarf ermittelt."

Die Kosten werden sich auf mehrere Jahre verteilen, da die Sanierung von Anfang 2027 bis Ende 2029 andauert. Die genaue Aufschlüsselung der Kosten wurde in den Quellen nicht detailliert beschrieben, aber es ist davon auszugehen, dass erhebliche Summen für die Sanierung der Stahlkonstruktion, die Betonarbeiten, die Beleuchtung und die Verkehrsumleitungen aufgewendet werden müssen.

Auswirkungen auf die Anwohner

Die Sanierung der Hackerbrücke wird erhebliche Auswirkungen auf die Anwohner in den umliegenden Vierteln Ludwigs- und Isarvorstadt haben. Während der Bauphase von Anfang 2027 bis Ende 2029 wird es zu Lärm, Staub und Verkehrseinschränkungen kommen.

Die Stadt plant jedoch, die Brücke für Fußgänger und Radfahrer offen zu halten, was die Auswirkungen für die Anwohner在一定程度上 mildern wird. Gleichzeitig gibt es Bestrebungen, nach der Sanierung die Brücke für den motorisierten Verkehr zu sperren oder zumindest stark einzuschränken, was die Lebensqualität in den umliegenden Vierteln erheblich verbessern könnte.

Die Anwohner haben bereits ihre Vorstellungen für die Zukunft der Brücke geäußert. Neben dem Wunsch nach einer autofreien Brücke gibt es auch Forderungen nach mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer sowie besseren Möglichkeiten zur Nutzung des Brückenraums als Aufenthaltsraum.

Die Stadt wird während der Bauphase den Verkehr im weiteren Umfeld der Hackerbrücke genau beobachten und auf Basis dieser Erkenntnisse Empfehlungen für die zukünftige Verkehrsführung auf der Brücke abgeben. Dies könnte dazu führen, dass die Brücke nach der Sanierung tatsächlich autofrei oder zumindest deutlich stärker eingeschränkt für den Autoverkehr wird.

Fazit

Die Generalsanierung der Hackerbrücke ist ein notwendiges und ambitioniertes Infrastrukturprojekt, das technische, denkmalpflegerische und verkehrliche Aspekte vereint. Die Brücke als bedeutendes technisches Denkmal des 19. Jahrhunderts mit ihrer filigranen genieteten Fachwerkkonstruktion aus Schweißstahl erfordert eine sorgfältige Sanierung, die ihre historische Substanz erhält und gleichzeitig die strukturelle Integrität wiederherstellt.

Der Zeitplan von Anfang 2027 bis Ende 2029 und die geplante Vorgehensweise mit der schrittweisen Sanierung in zwei Bauabschnitten zeigen, dass die Stadt München bestrebt ist, die Beeinträchtigungen für den Verkehr so gering wie möglich zu halten. Die Offenhaltung der Brücke für Fußgänger und Radfahrer während der gesamten Bauphase ist dabei ein wichtiger Beitrag zur Aufrechterhaltung der Mobilität in diesem zentralen Bereich der Stadt.

Die Diskussionen um die zukünftige Nutzung der Brücke nach der Sanierung zeigen, dass die Hackerbrücke nicht nur ein technisches Bauwerk, sondern auch ein wichtiger Teil des städtischen Lebensraums ist. Die Forderungen nach einer autofreien Brücke mit mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer spiegeln den Wunsch nach einer menschlicheren und nachhaltigeren Stadtgestaltung wider.

Die enge Abstimmung mit der Deutschen Bahn und die Berücksichtigung des Betriebs der S-Bahn-Haltestelle während des Oktoberfests zeigen die komplexe logistische Herausforderung dieses Projekts. Die Kosten von rund 50 Millionen Euro spiegeln den Umfang und die Bedeutung der Sanierung wider.

Insgesamt steht die Hackerbrücke vor einer Transformation von einer reinen Verkehrsbrücke

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