Einleitung
Die Kaiser-Therme in Bad Abbach im Landkreis Kelheim befindet sich an einem kritischen Wendepunkt. Nachdem die öffentlichen Träger eine Finanzierung der dringend notwendigen Sanierung abgelehnt haben, soll nun ein privater Investor das traditionsreiche Thermalbad übernehmen. Mit geschätzten Kosten von über 50 Millionen Euro für die Modernisierung stellt sich die Frage, ob ein Käufer gefunden werden kann, der diese Investition tätigen und gleichzeitig den Betrieb wirtschaftlich gestalten kann. Die Zukunft des Bades, das jährlich rund 200.000 Besucher anzieht, aber bis zu 1,5 Millionen Euro Minus erwirtschaftet, bleibt ungewiss. Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Situation, die Sanierungsbedürftigkeit und die Perspektiven für das Thermalbad in Bad Abbach.
Aktuelle Lage des Betriebs
Die Kaiser-Therme in Bad Abbach ist eine bedeutende Einrichtung für die Region, die jedoch mit erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert ist. Nach aktuellen Zahlen besuchen das Thermalbad jährlich etwa 200.000 Menschen. Diese Besucherzahl reicht jedoch nicht aus, um den Betrieb rentabel zu gestalten. Im Gegenteil: Die Therme verzeichnet jährliche Verluste in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro. Diese wirtschaftliche Belastung war ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung der öffentlichen Träger, sich aus der Finanzierung einer Sanierung zurückzuziehen.
Die Kaiser-Therme ist Teil eines Zweckverbands, der vom Bezirk Niederbayern, dem Landkreis Kelheim und dem Markt Bad Abbach gebildet wurde. Diese Trägergemeinschaft hat nun entschieden, dass sie die notwendige Sanierung nicht mehr leisten kann und will. Damit stellt sich die dringende Frage nach der Zukunft des Bades und seiner für die lokale Wirtschaft wichtigen Infrastruktur.
Sanierungsbedarf und Kosten
Die Kaiser-Therme benötigt dringend eine umfassende Modernisierung, um auch in Zukunft den Betrieb aufrechterhalten zu können. Laut Auskunft des Bezirks Niederbayern sind über einen Zeitraum von 15 Jahren mehr als 50 Millionen Euro für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Andere Quellen sprechen sogar von bis zu 52 Millionen Euro.
Die Sanierungsarbeiten umfassen insbesondere: - Komplette Erneuerung der technischen Anlagen für den Badbetrieb - Weitere notwendige Modernisierungsmaßnahmen - Finanzierungszinsen für die Kreditaufnahme - Deckung des laufenden Defizits
Der Bezirk Niederbayern, als Hauptträger des Zweckverbands, hätte rund 30 Millionen Euro dieser Summe tragen müssen. Die restlichen 20 bis 22 Millionen Euro wären auf den Landkreis Kelheim und den Markt Bad Abbach verteilt worden. Diese Lastenverteilung war jedoch einer der Gründe für den Beschluss der öffentlichen Träger, sich aus der Finanzierung zurückzuziehen.
Entscheidung der öffentlichen Träger
Am Donnerstag, den 4. Juli 2024, trafen die Entscheidungsgremien des Bezirks und des Marktes Bad Abbach weitreichende Beschlüsse zur Zukunft der Kaiser-Therme. Der Bezirkstag stimmte mit 19 zu drei Stimmen für den Ausstieg aus dem Zweckverband und damit gegen die Bereitstellung der erforderlichen Mittel für die Sanierung. Die Entscheidung wurde in einer Sondersitzung getroffen, in der die dramatische finanzielle Situation des Bezirks als ausschlaggebend genannt wurde.
Der Markt Bad Abbach hatte sich bereits zuvor gegen eine Finanzierung der Sanierung ausgesprochen. Bürgermeister Benedikt Grünewald (CSU) betonte, dass die Gemeinde Pflichtaufgaben habe, für die sie alle benötigten Ressourcen einsetzen müsse. Dazu zogen die Sanierung von Schulen, Turnhallen und Brücken Vorrang vor.
Mit diesem Beschluss der öffentlichen Träger steht fest: Die Kaiser-Therme hat ohne einen privaten Investor keine Zukunft mehr. Die öffentliche Hand wird das Thermalbad nicht weiter finanzieren, geschweige denn die notwendige Sanierung durchführen.
Suche nach einem privaten Investor
Nachdem die öffentlichen Träger die Finanzierung abgelehnt haben, bleibt als einzige Option der Verkauf der Kaiser-Therme an einen privaten Investor. Dieser Investor müsste jedoch nicht nur die hohen Kaufkosten übernehmen, sondern auch die immense Sanierungssumme von über 50 Millionen Euro aufbringen.
Die Suche nach einem Investor hat bereits begonnen. Noch bis zum 3. November lief die Ausschreibung für den Verkauf der Therme. Der Zweckverband hat sich darauf geeinigt, das Bad zu verkaufen, da die Träger eine Sanierung nicht leisten können oder wollen. Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich erklärte, dass nach Ablauf der Ausschreibungsfrist Mitte November die Verhandlungen über Konzept und Preis einer Übernahme beginnen sollen. Der Verkauf soll bis zum Sommer 2026 abgeschlossen sein.
Ob bereits Angebote für die Therme eingegangen sind, ist derzeit noch unklar. Olaf Heinrich äußerte sich dazu nicht konkret. Die Öffentlichkeit soll nach aktuellem Stand erst in der ersten Jahreshälfte 2026 über das Ergebnis der Verhandlungen informiert werden.
Die Bürgermeisterin von Bad Abbach, Benedikt Grünewald (CSU), sieht jedoch Chancen für einen Investor aufgrund der geografischen Lage des Ortes. Bad Abbach liegt nah an Regensburg und der Urlaubsregion Altmühltal, was potenziellen Investoren attraktive Entwicklungsmöglichkeiten bieten könnte.
Bürgerinitiative und öffentliche Meinung
Um die Kaiser-Therme zu erhalten, hat sich in Bad Abbach und der Umgebung die Bürgerinitiative "Pro Therme" gegründet. Diese Initiative kritisiert den Verkauf des Bades und hat nach eigenen Angaben 2.000 Unterschriften für den Erhalt der Therme gesammelt. Damit zeigt die lokale Bevölkerung eine starke Verbundenheit mit dem traditionsreichen Thermalbad.
Josef Geitner, eines der Mitglieder der Bürgerinitiative, sprach von einer "Verschleuderung" der Kaiser-Therme. Er äußerte Besorgnis darüber, dass ein privater Investor wahrscheinlich zunächst die Preise für den Thermenbesuch erhöhen könnte. Im schlimmsten Fall könnte der Investor den Betrieb sogar komplett einstellen, so die Befürchtung. "Dann geht bei uns alles den Bach runter. Wir werden dann wieder ein Bauerndorf, wie es vor hundert Jahren war", erklärte Geitner.
Die Bürgerinitiative wirft insbesondere Bad Abbachs Bürgermeister Benedikt Grünewald (CSU) mangelnden Einsatz für den Erhalt des Bades vor. Auch in den Wochen vor den Entscheidungssitzungen hatte die Initiative nach eigenen Angaben bereits 300 Unterschriften für den Erhalt des Bades gesammelt, um auf die Bedeutung des Thermalbades für die Region aufmerksam zu machen.
Die Sorgen der Bürger sind nicht unbegründet. Die Kaiser-Therme ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Bad Abbach, sondern auch ein kulturelles und soziales Zentrum, das überregionale Bedeutung hat. Ihr Verlust würde nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Folgen für die Region haben.
Zeitplan und zukünftige Perspektiven
Die Zukunft der Kaiser-Therme hängt entscheidend von der Suche nach einem privaten Investor ab. Der Zeitplan für den Verkauf und die Sanierung sieht wie folgt aus:
- Ausschreibungsphase: Bis zum 3. November 2024 lief die Ausschreibung für den Verkauf der Therme.
- Verhandlungsphase: Ab Mitte November 2024 sollen Verhandlungen über Konzept und Preis einer Übernahme beginnen.
- Abschluss des Verkaufs: Bis zum Sommer 2026 soll der Verkauf abgeschlossen sein.
- Sanierungsbeginn: Nach dem Verkauf müsste der Investor die Sanierungsmaßnahmen planen und umsetzen.
Findet sich bis Ende 2026 kein Investor, wird der Zweckverband aufgelöst. Das würde das Ende der Kaiser-Therme bedeuten. Damit rückt das Jahr 2025 in den Fokus, das als "Schicksalsjahr" für das Thermalbad bezeichnet wird.
Die Unsicherheit über die Zukunft der Therme belastet auch die Mitarbeiter der Anlage. Nach den Entscheidungen der Trägergremien wurden die Angestellten in einer Personalversammlung über das weitere Vorgehen informiert. Für viele Mitarbeiter ist die Frage nach der Zukunft des Arbeitsplatzes derzeit ungewiss.
Fazit
Die Kaiser-Therme in Bad Abbach befindet sich an einem kritischen Wendepunkt. Die öffentlichen Träger haben sich aus der Finanzierung der dringend benötigten Sanierung zurückgezogen und setzen nun auf einen privaten Investor. Mit geschätzten Kosten von über 50 Millionen Euro für die Modernisierung stellt sich jedoch die Frage, ob ein Käufer gefunden werden kann, der diese Investition tätigen.
Die wirtschaftliche Lage des Bades ist angespannt – bei 200.000 Besuchern jährlich verzeichnet die Therme Verluste von bis zu 1,5 Millionen Euro. Gleichzeitig ist das Thermalbad ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und kultureller Mittelpunkt für die Region. Die Bürgerinitiative "Pro Therme" mit ihren 2.000 gesammelten Unterschriften zeigt den starken Willen der Bevölkerung zum Erhalt des Bades.
Die nächsten entscheidenden Monate stehen bevor: Bis Mitte November läuft die Frist für Angebote potenzieller Investoren, und bis Sommer 2026 soll der Verkauf abgeschlossen sein. Ob die Kaiser-Therme in ihrer heutigen Form bestehen bleiben kann, bleibt ungewiss. Fest steht jedoch, dass ohne einen Investor und die anschließende Sanierung das traditionsreiche Thermalbad in Bad Abbach wahrscheinlich geschlossen werden muss.
Quellen
- Kaiser-Therme: Kein Geld von Bezirk und Markt für Sanierung
- Kaisertherme in Bad Abbach: Bezirk steigt aus - nur Investor kann das Kurbad noch retten
- Kaiser-Therme Bad Abbach: Schnäppchenpreis mit Haken
- Kaiser-Therme Bad Abbach: Hat sie eine Zukunft?
- Kaiser-Therme in Bad Abbach: Sanierungsfall sucht Geldgeber - 2025 wird zum Schicksalsjahr
- Die Zukunft der Kaiser-Therme Bad Abbach ist unklar