Sanierung in Celle: Zwischen historischem Erbe und moderner Zukunft

Einleitung

Die Stadt Celle beherbergt ein reiches architektonisches Erbe, das von historischen Fachwerkhäusern bis zu bedeutenden Baudenkmalen des Neuen Bauens reicht. Die Sanierungsaktivitäten in der Stadt spiegeln den Balanceakt wider, zwischen dem Erhalt dieser wertvollen Bausubstanz und der Anpassung an moderne Wohnstandards und energetische Anforderungen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Sanierungsprojekte in Celle, von der Altstadt bis zur Blumläger Feld-Siedlung, sowie über die spezialisierten Unternehmen und Herausforderungen im Bereich der Gebäudesanierung.

Die Stadtsanierung in Celle: Überblick und Förderprogramme

Die Stadtsanierung Celle umfasst drei städtische Sanierungsgebiete, die im Rahmen der Städtebauförderung gezielt entwickelt werden. Die Stadt bietet Grundstückseigentümern in diesen Gebieten Unterstützung bei der Umsetzung von Modernisierungsmaßnahmen an. Das Sanierungsrecht ist komplex und umfangreich, weshalb die Stadt Celle Informationen zur Verfügung stellt, um den wichtigsten Fragen beantworten zu können.

Aktuell laufen verschiedene Baumaßnahmen in der Stadt. So wird beispielsweise die Baumaßnahme "Erschließung Beubsungsplan 138.1" im Hafenbereich derzeit ausgeschrieben. Nach der Auswertung der eingegangenen Angebote und der Beauftragung der Baufirma werden die nächsten Schritte eingeleitet. In der Breiten Straße sind die Arbeiten bereits in vollem Gange. Im ersten Bauabschnitt wurden die gepflasterten Parkplätze und die Baumrigiolen fertiggestellt.

Auch Dachsanierungen werden durchgeführt. Im Mai 2025 wurden alte Dämmungen entfernt und Gipskartonplatten installiert, was den Prozess der Dachbodensanierung vorantreibt.

Altstadt Celle: Erhalt und Entwicklung eines historischen Stadtteils

Die Altstadt der Residenzstadt Celle wurde 2010 in das Förderprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz" aufgenommen. Das Ziel ist das Erhalt des Celler Erbes als historische Fachwerkstadt mit seiner baulichen und strukturellen Eigenart, gleichzeitig soll eine zukunftsweisende Entwicklung ermöglicht werden. Nach der Umstrukturierung der Städtebauförderung durch den Bund im Jahr 2020 ist dieses Sanierungsgebiet nun im Programm "Lebendige Zentren - Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne" verankert.

Die Schwerpunkte der Sanierung in der Altstadt liegen auf:

  • Erhaltung, Wiederherstellung und Ausbau von Wohnraum
  • Barrierefreies Wohnen
  • Sicherung des Bestands an Baudenkmälern und historischen Gebäuden
  • Behutsame Ergänzung der Ensembles
  • Beseitigung oder Umgestaltung störender Elemente
  • Nachhaltige Nutzbarkeit der Gebäude

Private Modernisierungs- und Ordnungsmaßnahmen innerhalb des Sanierungsgebiets können durch den Einsatz von Städtebaufördermitteln finanziell unterstützt werden. Aktuell gibt es beispielsweise Sanierungsarbeiten am "Halben Haus" in der Celler Altstadt, die in der lokalen Presse berichtet wurden.

Die Blumläger Feld-Siedlung: Ein nationales Denkmal wird saniert

Ein herausragendes Sanierungsprojekt in Celle ist die Siedlung Blumläger Feld, die 1930/31 vom Architekten Otto Haesler konzipiert wurde. Die Siedlung hatte damals das Ziel, für arme Bevölkerungskosten kostengünstige Kleinstwohnungen zu schaffen. Sie gilt als einmaliges Zeugnis des rationellen Bauens in der Weimarer Republik und ist als Kulturdenkmal nationaler Bedeutung eingestuft.

Die Sanierung des Ensembles ist ein aufwendiges Vorhaben. Die zugesagten Fördermittel in Höhe von 7 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm für die Erhaltung von bedeutenden Baudenkmalen ermöglichen die Erhaltung dieses architektonischen Erbes. Die Gesamtsanierungskosten belaufen sich auf 11 Millionen Euro. Die Blumläger Feld Celle GmbH & Co KG, die das Projekt realisiert, plant eine energetische Ertüchtigung der Gebäude durch eine dämmende Innenschale. Wichtig ist dabei, dass die Häuser äußerlich unverändert bleiben und die charakteristischen Heizleitungen erhalten bleiben.

Die Notwendigkeit der Sanierung entstand, nachdem vor sieben Jahren die Mieter der 52 Wohnungen das Gebäude verlassen mussten. Untersuchungen hatten ergeben, dass durch starke Korrosionsschäden die Statik der Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen war und Einsturzgefahr bestand. Die ursprüngliche Eigentümerin, die Allerland Immobilien GmbH, hatte trotz beantragter Fördermittel mit einem Verlust von 3,5 Millionen Euro gerechnet. Nach der Übernahme durch neue Investoren konnte das Sanierungsprojekt nun endlich beginnen. Die Stadt Celle betont, dass mit der Sanierung das herausragende Erbe von Otto Haesler erhalten und gestärkt wird und dass das Projekt überregionale Beachtung finden wird.

Energieeffiziente Sanierungen in kommunalen Gebäuden

Die Stadt Celle legt bei ihren zahlreichen städtischen Liegenschaften besonderen Wert auf die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden. In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Projekte realisiert, die erhebliche Einsparungen bei den Treibhausgasemissionen erbracht:

Tabelle: Energieeffiziente Sanierungen in kommunalen Gebäuden Celle

Gebäude/Standort Maßnahme Jahr CO2-Einsparung (jährlich)
Grundschule Groß Hehlen Dachsanierung 2014 6.400 kg CO2-Äquivalente
Grundschule Klein Hehlen Fenstererneuerung 2018 1.275 kg CO2-Äquivalente
Grundschule Wietzenbruch Fenstererneuerung 2015 9.375 kg CO2-Äquivalente
Hohe Wende Heizungserneuerung (Holzhackschnitzel) 2020 718.000 kg CO2-Äquivalente
Nienburger Straße 46, Burgstraße 19a, Illexweg 50 Lampentausch Unbekannt 9.681 kg CO2-Äquivalente
Altstädter Schule Umfangreiche Sanierung Seit 2020 Unbekannt

Besonders bemerkenswert ist die Sanierung der Heizungsanlage im Bereich der Hohen Wende, bei der eine veraltete und ineffiziente Anlage gegen eine moderne Holzhackschnitzelheizung ausgetauscht wurde. Aufgrund der geringen Emissionen bei der thermischen Nutzung von Holzhackschnitzeln werden seit 2020 jährlich 718.000 Kilogramm CO2-Äquivalente vermieden.

Auch der Austausch von veralteten Beleuchtungsmitteln an verschiedenen Standorten der Stadt Celle erwies sich als effektive Maßnahme zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und Energiekosten.

Spezialisierte Sanierungsunternehmen in Celle

Für die Umsetzung von Sanierungsprojekten in Celle stehen spezialisierte Unternehmen zur Verfügung, die auf die besonderen Anforderungen historischer Gebäude spezialisiert sind.

Schaper Sanierung ist ein regionaler Partner aus Celle/Hannover, der sich auf Fassadensanierung, Altbau und Lehmbau spezialisiert hat. Das Unternehmen seit 2008 im Geschäft und hat sich auf die besonderen Ansprüche alter Objekte spezialisiert. Angebotene Leistungen umfassen Öko-Bau, Fassadensanierung sowie kleinere Projekte wie Gartenmauern und Treppen.

Maler Bonecke bietet umfassende Leistungen im Bereich der Sanierung und Modernisierung. Das Unternehmen realisiert Badezimmer, die altersgerecht und modern gestaltet sind. Im Außenbereich werden Fassaden saniert, verputzt und gestrichen, wobei auf eine stilvolle Optik und fachwerkgerechte Behandlung geachtet wird. Das Unternehmen verarbeitet ausschließlich hochwertige Materialien und legt Wert auf pünktliche, gründliche und umsichtige Arbeitsweise.

Herausforderungen der Altbausanierung: Historische Bausubstanz und moderne Anforderungen

Die Sanierung historischer Gebäude in Celle stellt besondere Herausforderungen dar. Die Altstadt verzaubert mit zahlreichen Fachwerkhäusern aus verschiedenen Jahrhunderten. Die liebevoll gestalteten Fassaden, charakteristischen Holzbalken und historischen Details prägen das einzigartige Stadtbild. Doch hinter den schmucken Fassaden verbergen sich oft veraltete Installationen, die modernen Wohnstandards nicht mehr genügen.

Besonders Badezimmer und Sanitäranlagen stammen häufig aus früheren Ausbauphasen. Vor der Sanierung lohnt sich daher eine gründliche Bestandsaufnahme von Leitungen, Abdichtungen und Feuchteschutz. Ebenso sinnvoll ist eine Überprüfung der Raumaufteilung, um Bewegungsflächen zu verbessern und Barrieren zu reduzieren.

Hausbesitzer stehen vor der Herausforderung, zeitgemäßen Komfort zu schaffen und gleichzeitig den historischen Charakter zu bewahren. Dies erfordert Fingerspitzengefühl, handwerkliches Können und vor allem Respekt vor der alten Bausubstanz.

Die besonderen Eigenheiten von Altbauten wie schiefe Wände, unebene Böden und verwinkelte Grundrisse gehören zum Charme, erschweren aber moderne Einbauten erheblich. Besonders kritisch sind die alten Leitungssysteme, die bei der Modernisierung berücksichtigt werden müssen.

Nachhaltige Lösungen für historische Gebäude

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz spielen auch bei der Altbausanierung eine zentrale Rolle. Moderne Heizsysteme und durchdachte Dämmkonzepte senken nicht nur die Betriebskosten, sondern schützen auch die historische Bausubstanz vor Feuchteschäden.

Bei der Badmodernisierung bieten sich wassersparende Armaturen und energieeffiziente Warmwasserbereitung an. Moderne Durchlauferhitzer oder kleine Warmwasserspeicher lassen sich oft platzsparend integrieren, ohne die alte Substanz zu belasten. Auch die richtige Belüftung ist entscheidend, um Feuchtigkeitsschäden vorzubeugen.

Bei der Materialwahl für Sanierungen in historischen Gebäuden empfehlen sich natürliche Werkstoffe wie Holz und Stein, die perfekt zum Altbau passen. Auch bei der Farbgestaltung sollten warme, zurückhaltende Töne dominieren. Großformatige Fliesen reduzieren Fugen und lassen kleine Grundrisse ruhiger wirken. Leitungsführungen können verdeckt oder bewusst sichtbar umgesetzt werden, sofern dies zum Charakter des Hauses passt.

Moderne Sanitärobjekte in klassischem Design greifen den historischen Stil auf, ohne auf Komfort zu verzichten. Armaturen im Retro-Look oder freistehende Wannen unterstreichen den besonderen Charakter.

Fazit

Die Sanierungsaktivitäten in Celle zeigen, wie historische Bausubstanz mit modernen Anforderungen an Wohnkomfort und Energieeffizienz in Einklang gebracht werden kann. Von der Altstadt über die Otto-Haesler-Siedlung Blumläger Feld bis zu den energetischen Sanierungen kommunaler Gebäude wird deutlich, dass der Erhalt des architektonischen Erbes ein zentrales Anliegen der Stadt ist.

Die Herausforderungen bei der Sanierung historischer Gebäude sind vielfältig, lassen sich aber mit spezialisiertem Know-how und durchdachten Lösungen meistern. Fachunternehmen wie Schaper Sanierung und Maler Bonecke bieten die notwendige Expertise, um den Balanceakt zwischen Erhalt und Modernisierung zu meistern.

Die Verwendung natürlicher Materialien, nachhaltiger Technologien und die Berücksichtigung historischer Details sind entscheidend für gelungene Sanierungen, die den Charakter der Gebäude bewahren und sie gleichzeitig zukunftsfähig machen. Die finanzielle Unterstützung durch Städtebaufördermittel ermöglicht es vielen Hausbesitzern, ihre historischen Gebäude zu sanieren und so einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des Stadtbilds von Celle zu leisten.

Quellen

  1. Stadtsanierung Celle
  2. Altstadt Celle
  3. Sanierung Blumläger Feld
  4. Schaper Sanierung
  5. Klimaschutzaktivitäten der Stadt Celle
  6. Maler Bonecke
  7. Altbau-charme in Celle erhalten

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