Sanierung zum Effizienzhaus: Energieeffizienz maximieren und Fördermittel sichern

Einleitung

Die energetische Sanierung von Gebäuden gewinnt im Kontext des Klimaschutzes und steigender Energiekosten zunehmend an Bedeutung. Ein zentraler Ansatz in diesem Bereich ist die Umwandlung bestehender Gebäude in Effizienzhäuser. Ein Effizienzhaus ist ein Wohngebäude, das energieeffizient gebaut und betrieben wird und dabei deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen liegt. Dieser Standard wird bei Förderprogrammen genutzt und ist Voraussetzung für KfW-Förderkredite bei der Sanierung eines Bestandsgebäudes auf das Effizienzhaus-Niveau. Die energetische Qualität eines solchen Gebäudes hängt maßgeblich davon ab, wie gut seine Gebäudehülle und Anlagentechnik aufeinander abgestimmt sind. Für eine erfolgreiche KfW-Effizienzhaus-Sanierung kommt es deshalb nicht auf einzelne Komponenten an, sondern auf ein durchdachtes Gesamtpaket aus baulichen und technischen Maßnahmen.

Effizienzhaus-Stufen und ihre Bedeutung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) führte im Rahmen der Förderung ganzheitlicher Sanierungsmaßnahmen sogenannte Effizienzhaus-Stufen ein. Dabei handelt es sich um Baustandards, welche die Effizienz eines sanierten Gebäudes im Vergleich zu einem Neubau angeben. Während ein Effizienzhaus 100 die gesetzlichen Mindeststandards für einen Neubau erreicht, übertrifft ein Effizienzhaus 55 diese beispielsweise um 45 Prozent. Es ist sparsamer, stößt weniger CO₂ aus und bietet in der Regel auch einen höheren Wohnkomfort.

Es gibt verschiedene Effizienzhaus-Stufen, die mit einer Sanierung im KfW-Förderprogramm "Sanierung zum Effizienzhaus" erreicht werden können:

  • Effizienzhaus 100: entspricht dem Neubaustandard
  • Effizienzhaus 85: 15% niedrigerer Primärenergiebedarf als Referenzgebäude
  • Effizienzhaus 70: 30% niedrigerer Primärenergiebedarf als Referenzgebäude
  • Effizienzhaus 55: 45% niedrigerer Primärenergiebedarf als Referenzgebäude
  • Effizienzhaus 40: 60% niedrigerer Primärenergiebedarf als Referenzgebäude
  • Effizienzhaus Denkmal: spezieller Standard für denkmalgeschützte Objekte

Die Effizienzhaus-Stufe gibt an, wie energieeffizient ein Gebäude ist: Je kleiner die angegebene Zahl, desto niedriger ist der Energiebedarf des Gebäudes im Vergleich zu einem Referenzgebäude. Zudem gilt: Je niedriger die Effizienzhaus-Stufe, desto höher ist der Tilgungszuschuss der KfW-Bank.

Für Neubau-Förderprogramme muss ein Effizienzhaus 40 erreicht werden. In der Sanierung sind auch Effizienzhaus-Stufen 55, 70, 85 und 100 möglich.

Sanierungsmaßnahmen zum Effizienzhaus

Um bei einer Sanierung die verschiedenen Effizienzhaus-Stufen zu erreichen, sind verschiedene Maßnahmen an der Gebäudehülle und der Gebäudetechnik erforderlich. Die energetische Qualität eines Gebäudes hängt maßgeblich davon ab, wie gut seine Hülle und Anlagentechnik aufeinander abgestimmt sind.

Maßnahmen an der Gebäudehülle

Eine gute Dämmung ist das Fundament jeder Sanierung zum Effizienzhaus. Ziel ist es, den Transmissionswärmeverlust zu minimieren – also zu verhindern, dass im Winter wertvolle Heizwärme über Dach, Wände oder Keller verloren geht. Typische Maßnahmen umfassen:

  • Dämmung der Fassade
  • Dach- oder Dachbodendämmung
  • Keller- oder Kellerdeckendämmung
  • Austausch alter Fenster und Türen

Alte Fenster und undichte Türen sind energetische Schwachpunkte – sie verursachen Zugluft, hohe Wärmeverluste und unnötige Heizkosten. Moderne Elemente mit Mehrfachverglasung und wärmegedämmten Rahmen verbessern den U-Wert der Gebäudehülle deutlich.

Maßnahmen an der Gebäudetechnik

Eine neue Heizung bringt meist die größte Energieeinsparung – besonders, wenn sie auf erneuerbare Energien setzt oder mit einem intelligenten Verteilungssystem kombiniert wird. Um die Effizienzhaus-Stufe 100 zu erreichen, ist in der Regel ein Austausch der Heizung erforderlich. Infrage kommen dabei:

  • Brennwertheizung mit Solarthermie: Eine Brennwertheizung gewinnt Wärme auch aus den heißen Abgasen und arbeitet dadurch besonders effizient
  • Wärmepumpen
  • Biomasseheizkessel

Für eine Sanierung zum Effizienzhaus 100 gilt der Anforderungswert eines Neubaus nach Gebäudeenergiegesetz (GEG). Das GEG bildet die rechtliche Basis für alle energetischen Anforderungen an Neubauten und Bestandsgebäude. Es definiert sogenannte Referenzgebäude, an denen sich die energetische Qualität eines real geplanten Hauses messen lässt.

Zusätzlich zur Wärmedämmung und Heizungssanierung können moderne Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung für frische Luft sorgen – ohne Wärmeverluste durch Fensterlüftung. Gleichzeitig verhindern sie Schimmelbildung und verbessern das Raumklima.

Fördermöglichkeiten für die Sanierung zum Effizienzhaus

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG WG) sieht für die Umwandlung eines Gebäudes in ein Effizienzhaus Unterstützung in Form eines zinsgünstigen Kredites mit Tilgungszuschuss vor. Je höher die angestrebte Energieeffizienz des Hauses, desto höher fällt die Förderung aus.

BEG-Förderung nach Effizienzhaus-Stufen

Die folgenden Fördersätze für die Sanierung zum Effizienzhaus sind gemäß den Quellen verfügbar:

Effizienzhaus-Stufe Basis-Zuschuss
Effizienzhaus 40 20%
Effizienzhaus 55 15%
Effizienzhaus 70 10%
Effizienzhaus 85 5%
Effizienzhaus Denkmal 5%

Für die Sanierung zum Effizienzhaus 100 können bis zu 32,5 Prozent der anfallenden Kosten vom Staat übernommen werden.

Zusätzliche Förderoptionen

Wenn Sie zusätzlich zur energieeffizienten Sanierung auf eine Wärme- und Kälteversorgung aus mindestens 55 Prozent Erneuerbaren Energien (EE-Klasse) oder eine Nachhaltigkeitszertifizierung (NH-Klasse) setzen, wird die Fördersumme sowie der Tilgungszuschuss um fünf Prozent erhöht. Auch wenn ein Vorhaben zugleich eine "Effizienzhaus EE"- und eine "Effizienzhaus NH"-Klasse erreicht, erhöht sich der Prozentsatz nur einmal um 5 Prozentpunkte.

Zusätzlich gibt es den Seriellen Sanierungsbonus (SerSan-Bonus). Sie erhalten bis zu 15 % Tilgungszuschuss mit diesem Bonus, wenn Sie auf EH-55 oder EH-40 Standard sanieren. Bei der seriellen Sanierung kommen vorgefertigte Bauelemente (für Dach oder Fassade) zum Einsatz. Der SerSan-Bonus ist kombinierbar mit der EE- und NH-Klasse sowie mit dem Worst Performing Building (WPB)-Bonus.

Die folgende Tabelle zeigt die kombinierten Fördermöglichkeiten:

Effizienzhaus-Stufe Basis-Zuschuss EE-Klasse* NH-Klasse* WPB-Bonus**
Effizienzhaus 40 20% + 5% + 5% + 10%
Effizienzhaus 55 15% + 5% + 5% + 10%
Effizienzhaus 70 10% + 5% + 5% + 10%
Effizienzhaus 85 5% + 5% + 5% -
Effizienzhaus Denkmal 5% + 5% - -
  • Auch wenn ein Vorhaben zugleich eine "Effizienzhaus EE"- und eine "Effizienzhaus NH"-Klasse erreicht, erhöht sich der Prozentsatz nur einmal um 5 Prozentpunkte. ** Sie erhalten bis zu 15 % Tilgungszuschuss mit dem Seriellen Sanierungsbonus (SerSan-Bonus), wenn Sie auf EH-55 oder EH-40 Standard sanieren. Bei der seriellen Sanierung kommen vorgefertigte Bauelemente (für Dach oder Fassade) zum Einsatz. Der SerSan-Bonus ist kombinierbar mit der EE- und NH-Klasse sowie mit dem Worst Performing Building (WPB)-Bonus.

Um die Erneuerbare-Energien-Klasse zu erreichen, müssen Hausbesitzer mindestens 55 Prozent des Wärme- und Kälteenergiebedarfs im Gebäude mithilfe regenerativer Energien decken. Infrage kommen dabei Solaranlagen, Wärmepumpen oder Biomasseheizungen.

Prozess der Sanierung zum Effizienzhaus

Der erste Schritt zu einem energieeffizienten Haus ist die Beauftragung eines Energieeffizienz-Experten/einer Energieeffizienz-Expertin (EEE). Der/Die EEE plant die energetischen Maßnahmen und berät fachgerecht, unabhängig und neutral.

Der Prozess der Sanierung zum Effizienzhaus umfasst mehrere Schritte:

  1. Beratung und Planung: Der Energieeffizienz-Experte erstellt einen Sanierungsfahrplan und prüft die Förderfähigkeit des Vorhabens.
  2. Erstellung von Energieausweis und Bedarfsausweis: Für die KfW-Förderung sind ein Bedarfsausweis (BnD) und ein Bauantrag (BzA) erforderlich.
  3. Förderantrag stellen: Der Antrag für die BEG-Förderung wird bei der KfW oder dem BAFA gestellt, je nach geförderter Maßnahme.
  4. Durchführung der Sanierungsmaßnahmen: Die geplanten Maßnahmen werden fachgerecht umgesetzt.
  5. Dokumentation und Abrechnung: Nach Abschluss der Arbeiten werden die Maßnahmen dokumentiert und die Förderung beantragt.

Neuerdings ist bei einer Sanierung sogar die Kombination mit BAFA-Programmen möglich. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wird Anfang 2025 unter Beachtung der Regelungen zur vorläufigen Haushaltsführung 2025 fortgeführt.

Wirtschaftlichkeit der Sanierung zum Effizienzhaus

Um beurteilen zu können, welche Maßnahme sich wann rentiert, wird häufig die Amortisationsdauer angegeben. Sie gibt wieder, wie viele Jahre es bedarf, um die Investitionen in die Effizienzhaus-Sanierung wieder eingespart zu haben.

Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild:

  • Eine Sanierung auf Effizienzhaus 70 kann sich unter wirtschaftlichen Gesichtpunkten durchaus lohnen, wenn gezielt in Maßnahmen investiert wird, die eine gute Einsparung erzielen und gleichzeitig förderfähig sind.
  • Besonders effizient sind Heizungsumstellungen, Dämmungen an Dach und Kellerdecke sowie moderne Lüftungstechnik.
  • Einzelmaßnahmen mit längerer Amortisation können dennoch durch gestiegene Wohnqualität, Werterhalt und zukünftige Energiepreissteigerungen gerechtfertigt sein.

Die Amortisationsdauer hängt von vielen Faktoren ab, darunter die Ausgangssituation des Gebäudes, die gewählten Maßnahmen, die Höhe der Förderung und zukünftige Energiepreisentwicklungen.

Fazit

Die Sanierung zum Effizienzhaus ist eine umfassende Maßnahme, die signifikante Energieeinsparungen, reduzierte CO₂-Emissionen und eine verbesserte Wohnqualität bietet. Durch die verschiedenen Effizienzhaus-Stufen können Hausbesitzer je nach Budget und Ambition das für sie passende Ziel anstreben. Die Fördermöglichkeiten durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) machen solche Sanierungen wirtschaftlich attraktiv, insbesondere wenn zusätzliche Klassen wie die EE- oder NH-Klasse erreicht werden.

Der Erfolg einer Sanierung zum Effizienzhaus hängt von der professionellen Planung und Umsetzung ab. Die Beauftragung eines Energieeffizienz-Experten ist dabei ein entscheidender Schritt, um die Förderfähigkeit zu sichern und die energetischen Ziele zu erreichen. Mit der richtigen Kombination aus Dämmmaßnahmen, moderner Heizungstechnik und Lüftungssystemen können Hausbesitzer ihr Gebäude fit für die Zukunft machen und gleichzeitig langfristig Energiekosten einsparen.

Quellen

  1. on. ingenieurbüro - Komplettsanierung Effizienzhaus
  2. Effizienzhaus Online - Sanierung zum Effizienzhaus 100
  3. enerfect - KfW-Effizienzhaus-Sanierung
  4. Energie-Experten - Effizienzhaus 70
  5. Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle - BEG-Förderprogramm

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