Einleitung
Nach einer vierjährigen Sanierungsphase erstrahlt das Hallenbad in Bad Segeberg nun in neuem Glanz. Das aus dem Jahr 1967 stammende Gebäude wurde nicht abgerissen, sondern aufwendig modernisiert. Insgesamt flossen rund 16 Millionen Euro in das Projekt, wobei die Hälfte der Kosten von Bund und Land übernommen wurde. Die Wiedereröffnung markiert einen bedeutenden Meilenstein für die lokale Infrastruktur und bietet den Bürgern sowie den Schulen der Region wieder einen hochwertigen Badeort. Dieser Artikel beleuchtet die umfassende Sanierung des Hallenbads, die technischen Neuerungen, die finanziellen Aspekte und die Auswirkungen auf die Gemeinde.
Historischer Hintergrund und Sanierungsbedarf
Das Bad Segeberger Hallenbad ist eine wichtige Infrastruktureinrichtung für die Stadt und das Umland. Das aus den 1960er Jahren stammende Gebäude wies aufgrund seines Alters und der hohen Nutzungsintensität trotz regelmäßiger Bauunterhaltungsarbeiten einen extrem hohen Sanierungsbedarf auf. Die intensive Nutzung über Jahrzehnte hatte erhebliche Abnutzungsspuren hinterlassen, die eine grundlegende Erneuerung erforderlich machten.
Die Entscheidung, das bestehende Hallenbad zu sanieren anstatt einen Neubau zu errichten, fiel im Jahr 2020. Damms war man davon überzeugt, durch eine Sanierung den Betrieb schneller und kostengünstiger wieder aufnehmen zu können. Diese Annahme erwies sich später jedoch als Irrtum, da die Bauzeit letztlich vier Jahre dauerte und die Kosten deutlich über den ursprünglichen Planungen lagen.
Die Sanierungsarbeiten begannen im Sommer 2021 mit dem Abbruch und Rückbau wesentlicher Bauteile, darunter der Becken, Umkleidebereiche und des Daches. Hierbei war eine umfangreiche Schadstoffsanierung erforderlich, was die Komplexität und Dauer des Projekts erhöhte.
Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen
Die Sanierung des Hallenbads in Bad Segeberg war ein umfassendes Projekt, das verschiedene Bereiche des Gebäudes betraf. Die Maßnahmen reichten von der Erneuerung der baulichen Substanz bis zur Modernisierung der technischen Anlagen und der Installation neuer Attraktionen.
Bauliche Maßnahmen
Zu den wichtigsten baulichen Maßnahmen gehörten die Erneuerung des Daches und der Glasfassaden. Diese Arbeiten waren notwendig, um die Bausubstanz zu erhalten und gleichzeitig die Energieeffizienz des Gebäudes zu verbessern. Die gesamte wurde energetisch saniert, was zu einer signifikanten Reduzierung des Energieverbrauchs beitragen soll.
Parallel dazu wurde das Gebäude barrierefrei gestaltet, um die Zugänglichkeit für alle Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Diese Maßnahme entspricht modernen Anforderungen an öffentliche Einrichtungen und unterstreicht die gesellschaftliche Inklusion, die auch im Förderprogramm "Investitionspakt Soziale Integration im Quartier" berücksichtigt wurde.
Technische Modernisierung
Die Schwimmbecken des Hallenbads wurden grundlegend modernisiert. Dabei wurden nicht nur die Becken selbst erneuert, sondern auch die dazugehörige Technik und Wasserbehandlungssysteme. Die Lüftungsanlage wurde ebenfalls modernisiert, was für eine verbesserte Luftqualität im Innenbereich sorgt und die Energieeffizienz weiter erhöht.
Ein wesentlicher Aspekt der Sanierung war die Beseitigung von Asbest in verschiedenen Bereichen des Gebäudes. Dies erforderte spezielle Sicherheitsmaßnahmen während der Abbruch- und Rückbauarbeiten und trug zusätzlich zur Verzögerung des Zeitplans bei.
Neue Attraktionen und Einrichtungen
Neben den grundlegenden Sanierungsarbeiten wurden im Hallenbad Bad Segeberg auch neue Attraktionen und Einrichtungen geschaffen, die die Attraktivität des Bades für Besucher erhöhen sollen.
Aquacross-Anlage
Die neue Hauptattraktion des Hallenbads ist eine Aquacross-Anlage unter dem Dach. Diese Anlage, als Kletter- und Geschicklichkeitsparcours über dem Wasser konzipiert, bietet den Besuchern ein neues Erlebnis. Gleichzeitig bleibt das Schwimmerbecken für den Sportbetrieb geeignet, was eine Mehrfachnutzung des Raums ermöglicht.
Weitere Neuerungen
Im Nichtschwimmerbereich wurden Massagedüsen installiert, die den Komfort für Badegäste erhöhen. Zudem wurde das Dampfbad neu gestaltet, um den Gästen eine entspannte Atmosphäre zu bieten. Diese Neuerungen zielen darauf ab, die Attraktivität des Hallenbades zu steigern, insbesondere im Wettbewerb mit klassischen Spaßbädern.
Finanzierung und Kosten
Die Sanierung des Hallenbads Bad Segeberg war eines der kostenintensivsten Bauprojekte der Stadt, nur übertroffen vom Neubau der Feuerwehr. Insgesamt wurden rund 16 Millionen Euro investiert, was deutlich über den ursprünglich geplanten Kosten lag.
Die Finanzierung des Projekts erfolgte durch eine Kombination kommunaler Mittel und Fördergelder. Et die Hälfte der Kosten, also rund 8 Millionen Euro, wurden von Bund und Land aus dem Förderprogramm "Investitionspakt Soziale Integration im Quartier" unterstützt. Diese Förderung war entscheidend für die Realisierung des Projekts und spiegelt die politische Priorität wider, die in die Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur investiert wurde.
Bürgermeister Toni Köppen würdigte die außergewöhnlichen Anstrengungen des Teams und dankte besonders der Bauleiterin Carla Braßeler für ihren unermüdlichen Einsatz. Die finanzielle Unterstützung durch höhere Ebenen ermöglichte es der Stadt, dieses wichtige Projekt trotz der hohen Kosten umzusetzen.
Zeitplan und Herausforderungen
Der Zeitplan für die Sanierung des Hallenbads erwies sich als ambitioniert und musste mehrfach angepasst werden. Ursprünglich war eine kürzere Bauzeit und geringere Kosten geplant, doch die Realität gestaltete sich anders.
Die Bauarbeiten begannen im Sommer 2021 und dauerten insgesamt vier Jahre, was bereits eine Verzögerung gegenüber den ursprünglichen Planungen darstellte. Während der Bauzeit traten weitere Herausforderungen auf, die den Zeitplan weiter beeinflussten. So verlangsamten sich zunächst die Abbrucharbeiten, später stimmen die Rohbaumaße nicht mit den Planungen überein.
Ähnliche Probleme traten auch bei anderen Hallenbädern in Schleswig-Holstein auf, wie beispielsweise im Travebad in Bad Oldesloe, dessen Sanierung ebenfalls länger dauert als geplant und nun voraussichtlich erst 2026 abgeschlossen sein wird.
Wiederaufnahme des Betriebs und vorübergehende Einschränkungen
Das Hallenbad in Bad Segeberg wurde nach rund vierjähriger Bauzeit am Freitag, den 27. Juni, wieder eröffnet. Die Freude über die Wiedereröffnung war groß, insbesondere bei den 14 Schulen aus Bad Segeberg und Umgebung, die das Hallenbad vor der Schließung für den Schwimmunterricht genutzt hatten. In den vergangenen Jahren mussten diese Schulen auf kleinere Schwimmbäder im Umland ausweichen, wobei teilweise nicht allen Schülerinnen und Schülern ein Schwimmunterricht ermöglicht werden konnte.
Trotz der Wiedereröffnung mussten jedoch kurz darauf weitere Einschränkungen hingenommen werden. Ab Montag, den 11. August 2025, stand vorerst nur noch das große Schwimmbecken zur Verfügung. Der Nichtschwimmerbereich, das Planschbecken sowie das Dampfbad wurden bis zum 7. September für Installations- und Ausbesserungsarbeiten gesperrt. Der Schwimmerbereich blieb während dieser Zeit uneingeschränkt nutzbar, und für die Zeit der eingeschränkten Nutzung wurde ein ermäßigter Eintrittspreis erhoben.
Diese Nachbesserungsarbeiten sind notwendig, um den Badegästen langfristig den bestmöglichen Komfort und die volle Funktionsfähigkeit zu bieten. Die Arbeiten sollen rechtzeitig vor dem Beginn des neuen Schuljahres abgeschlossen sein.
Auswirkungen auf die Gemeinde und Region
Die Modernisierung des Hallenbads hat weitreichende positive Auswirkungen auf die Gemeinde und die umliegende Region. Für die Bürgerinnen und Bürger Bad Segebergs bietet das modernisierte Bad einen hochwertigen Erholungsort direkt vor der Haustür.
Besonders bedeutend ist die Wiedereröffnung für das Schulwesen in der Region. Alle 14 Schulen aus Bad Segeberg und Umgebung, die das Hallenbad vor der Schließung für den Schwimmunterricht genutzt hatten, haben Interesse bekundet, es nun wieder zu nutzen. Dies stellt eine wesentliche Verbesserung dar, da in den vergangenen Jahren nicht allen Schülerinnen und Schülern regelmäßiger Schwimmunterricht ermöglicht werden konnte.
Bürgermeister Köppen unterstrich die Bedeutung des modernisierten Bades, vor allem im Wettbewerb mit klassischen Spaßbädern. Durch die neue Aquacross-Anlage soll die Attraktivität des Bades weiter gesteigert werden, was dazu beitragen kann, Besucher aus der Region anzuziehen.
Fazit
Die Sanierung des Hallenbads in Bad Segeberg ist ein Beispiel für die Herausforderungen und Chancen bei der Modernisierung öffentlicher Badeinfrastruktur. Trotz höherer Kosten und längerer Bauzeit als ursprünglich geplant hat die Stadt eine wichtige Einrichtung für die Zukunft gerüstet. Die Investition von 16 Millionen Euro, unterstützt durch Fördermittel von Bund und Land, sichert den Bestand des Hallenbads für die kommenden Jahrzehnte.
Die Modernisierung umfasste nicht nur die bauliche Substanz, sondern brachte auch neue Attraktionen und verbesserte Bedingungen für die Badegäste. Die besonderen Einrichtungen wie die Aquacross-Anlage, die Massagedüsen im Nichtschwimmerbereich und das neu gestaltete Dampfbad machen das Bad zu einem attraktiven Angebot für unterschiedliche Zielgruppen.
Für die lokale Gemeinschaft, insbesondere für die Schulen der Region, stellt die Wiedereröffnung eine wesentliche Verbesserung dar. Der Schwimmunterricht kann wieder flächendeckend angeboten werden, was einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit der Kinder leistet.
Das Projekt zeigt, dass die Investition in die lokale Infrastruktur trotz Herausforderungen lohnt und wie gemeinsames Engagement und Förderung solch bedeutende Projekte ermöglichen können. Nach vier Jahren Bauzeit können die Bürgerinnen und Bürger Bad Segebergs nun ihre Bahnenziehen und die modernisierte Einrichtung genießen.
Quellen
- Modernisiertes Hallenbad in Bad Segeberg: Ein Meilenstein der Sanierung!
- Hallenbad in Bad Segeberg nach vier Jahren Sanierung wieder geöffnet
- Hallenbad von Bad Segeberg nach vier Jahren Sanierung wieder geöffnet
- Sanierung Hallenbad Bad Segeberg
- Hallenbad in Bad Segeberg soll jetzt im Juli öffnen
- Teilweise Sperrung des städtischen Hallenbades wegen Nachbesserungsarbeiten
- Hallenbad Bad Segeberg wird gerade aufwendig saniert