Einleitung
Die Stadt Blieskastel steht vor einer der größten infrastrukturellen Maßnahmen ihrer jüngeren Geschichte: die umfassende Sanierung des Kombibads. Nach über 40 Jahren Betrieb ist die technische Infrastruktur des Bades dringend erneuerungsbedürftig. Mit einer Rekordförderung von fast sechs Millionen Euro durch den Bund und einem Gesamtvolumen von rund 8,8 Millionen Euro wird das Projekt zur modernsten Sportstätte der Region ausgebaut. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe, den Umfang und die Bedeutung dieser bedeutenden Maßnahme für die Gemeinde und ihre Bürger.
Historischer Hintergrund und aktueller Zustand
Das Kombibad Blieskastel ist ein fester Bestandteil der lokalen Sport- und Freizeitlandschaft. Der gesamte Gebäudekomplex, bestehend aus Sporthalle und Schwimmbad, wurde im Jahr 1977 errichtet. In den folgenden Jahrzehnten wurden lediglich kleinere Sanierungen durchgeführt, darunter eine Erneuerung der Dachbereiches und der Außenfassade im Jahr 1992 sowie die Modernisierung der Wasseraufbereitung des Hallenbades im Jahr 1994.
Nach nunmehr über 40 Betriebsjahren hat sich jedoch ein erheblicher Sanierungsbedarf insbesondere im Schwimmbadbereich entwickelt. Bernhard Wendel, Geschäftsführer der Blieskasteler Freizeitzentrum GmbH, beschreibt den Zustand der Technik als "marode und veraltet". Der hohe Alters des Bauwerks macht eine umfassende Modernisierung unumgänglich, um die Sicherheit, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit der Anlage langfristig zu gewährleisten.
Die Bedeutung der Anzeige für die Region wird durch die Besuchszahlen unterstrichen: Das Bad verzeichnet jährlich etwa 110.000 Besucher aus dem Saarland und dem nahen Frankreich. Besonders die Sommermonate Juli und August sind die am stärksten besuchten Perioden, was die hohe Relevanz der Anlage für die lokale Bevölkerung und Tourismus unterstreicht.
Finanzierung: Bundesförderung und Kredite
Die Finanzierung des Sanierungsprojektes stellt eine besondere Herausforderung dar. Mit Gesamtkosten in Höhe von rund 8,79 Millionen Euro handelt es sich um eine der größten Einzelmaßnahmen in der Geschichte der Stadt Blieskastel. Die gute Nachricht ist jedoch, dass die Stadt eine Rekordförderung von knapp sechs Millionen Euro (genauer 5.979.887 Euro) aus dem Bundesförderprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" erhalten hat.
Diese Förderung stellt den maximal möglichen Betrag dar, der im Rahmen des Programms für Kommunen in Haushaltsnotlage gewährt werden kann. Die Förderquote beträgt damit 75% der zuwendungsfähigen Gesamtkosten. Die restlichen etwa 2,8 Millionen Euro werden durch Kredite finanziert. Die finanzielle Absicherung des Projektes wurde erst nach einigen politischen Turbulenzen endgültig geklärt, nachdem die CDU eine Verfassungsbeschwerde eingereicht hatte, die jedoch letztlich keinen Einfluss auf die Förderzusage hatte.
Die Mittelbereitstellung ist ein wichtiges Signal für die nachhaltige Stadtentwicklung in Blieskastel. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) unterstützt mit diesem Programm Projekte von besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung, die einen Beitrag zur nachhaltigen, sozialen Stadtentwicklung leisten.
Umfang der Sanierungsmaßnahmen
Die Sanierung des Blieskasteler Kombibads ist als umfassendes Modernisierungsvorhaben konzipiert, das die technische Infrastruktur auf den neuesten Stand bringen soll. Wie Bernhard Wendel, Geschäftsführer des Freizeitzentrums, betont, wird der Baukörper nahezu unangetastet bleiben, da er sich noch in einem guten Zustand befindet. Im Inneren wird sich jedoch fast alles verändern.
Die Maßnahme zielt darauf ab, die aktuelle Technik zu ersetzen und an moderne Standards anzupassen. Dazu gehören die Erneuerung der gesamten technischen Infrastruktur, die Installation neuer Flizen sowie eine teilweise Überarbeitung des Badbereichs. Auch das Babybecken soll umgestaltet werden. Wichtig ist jedoch, dass das Grundkonzept des Hallenbades beibehalten wird. Das Blieskasteler Schwimmbad wird nicht in ein Spaßbad mit zahlreichen Wasserrutschen umfunktioniert, sondern der Fokus bleibt auf dem Schwimmbetrieb.
Vor dem Hauptprojekt wurden bereits einige Teilmaßnahmen durchgeführt, die in den Jahren 2020 und 2021 im Rahmen der Sanierung der Sporthalle und weiterer Baumaßnahmen der Stadt Blieskastel umgesetzt wurden. Dazu gehören:
- Energetische Sanierung des Flachdaches
- Eingangsbereich des Hallenbades
- Installation einer Brandmeldeanlage in Teilen des Schwimmbades
- Herstellung des Parkplatzes vor dem Freizeitzentrum im Rahmen der Sanierung Altstadt Ost
- Aufstellung von Fahrradständern und Fahrradladepunkten
- Erneuerung des Trinkwasserverteilers für 10.000 Euro
Diese Maßnahmen waren bereits in den ursprünglichen Kostenkalkulationen enthalten und haben dazu beigetragen, die späteren Gesamtkosten etwas zu begrenzen.
Technische Spezifikationen und Ausstattung
Das Kombibad Blieskastel verfügt über eine Reihe von Schwimmbecken und Einrichtungen, die durch die Sanierung modernisiert und erweitert werden sollen. Die aktuelle Ausstattung umfasst:
- Ein Schwimmbecken mit den Maßen 25 m x 12,5 m
- Ein Nichtschwimmerbecken mit den Maßen 25 m x 11,5 m
- Ein Babybecken mit den Maßen 5,10 m x 3,10 m
- Eine Wasserrutsche mit einer Länge von 41 m
Der Gebäudekomplex besitzt stabile Gebäudehüllen und statische Anlagenteile, die als Grundlage für die Sanierung dienen. Wie in der Machbarkeitsstudie festgestellt wurde, können auf dieser Substanz aufgebaut werden, ohne wesentliche Erweiterungen der Funktionalität vorzunehmen. Der Fokus liegt auf der Modernisierung bestehender Anlagen anstelle einer grundlegenden Umstrukturierung.
Die Machbarkeitsstudie, die als Basis für das Sanierungsvorhaben diente, baut auf der vorhandenen Bausubstanz auf und berücksichtigt die Notwendigkeit, die Anlage an aktuelle technische Standards und Sicherheitsvorschriften anzupassen. Gleichzeitig soll durch die Maßnahmen eine nachhaltige Reduzierung der Betriebskosten erreicht werden.
Zeitplan und Auswirkungen auf den Betrieb
Die Sanierung des Blieskasteler Kombibads wird voraussichtlich zwei Jahre dauern. In dieser Zeit wird das Hallenbad vollständig geschlossen sein, was für die Besucher eine erhebliche Einschränkung bedeutet. Der genaue Zeitplan steht zwar noch nicht fest, jedoch soll die Vorbereitungsphase bereits beginnen. So sollen die Ingenieurleistungen in Kürze vergeben werden.
Die Schließungszeit ist jedoch ein notwendiges Opfer, um eine zeitnahe und umfassende Sanierung zu gewährleisten. Wie Geschäftsführer Wendel betont, wäre eine schrittweise Sanierung bei der Komplexität der erforderlichen Maßnahmen nicht sinnvoll und würde nur zu längeren Gesamtstillständen führen.
Die Schließung des Hallenbades wird die Sportmöglichkeiten in der Region vorübergehend einschränken. Besonders der Vereinssport und der Schulsport werden betroffen sein, die das Bad regelmäßig für ihr Training nutzen. Die Stadt Blieskastel wird alternative Sportmöglichkeiten für die Vereine und Schulen organisieren müssen, um die sportliche Betätigung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten.
Politische Rahmenbedingungen und Entscheidungsprozess
Die Finanzierung des Sanierungsprojektes war nicht nur eine technische, sondern auch eine politische Herausforderung. Esra Limbacher, direkt gewählter Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises, hat sich maßgeblich für die Sicherung der Fördermittel eingesetzt. Nachdem die Stadt Blieskastel mit ihren Förderanträgen für das Schwimmbad in der vorherigen Wahlperiode leer ausgegangen war, gelang es Limbacher direkt im ersten Jahr ihrer Amtszeit, die Rekord-Fördersumme in Berlin einzufahren.
"Nachdem die Stadt Blieskastel mit ihren Förderanträgen für das Schwimmbad noch in der letzten Wahlperiode leer ausgegangen ist, ist es mir direkt im ersten Jahr meiner Amtszeit als neuer direkt gewählter Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises gelungen, diese Rekord-Fördersumme in Berlin einzuwerben", so Limbacher. Eine höhere Förderzusage gab es in den vergangenen Jahren in diesem Förderprogramm im Wahlkreis noch nie.
Die politische Unterstützung für das Projekt ist parteiübergreifend. Bürgermeister Bernd Hertzler (SPD) dankte Limbacher für sein Engagement und betonte: "Ich freue mich sehr über diese Förderung und möchte Esra Limbacher für sein Engagement herzlich danken. Unser Hallenbad bietet Menschen aus dem ganzen Kreis viele Möglichkeiten für Gesundheit, Fitness, Spiel und Spaß. Jede Investition, die diese Einrichtung nachhaltig stärkt und sichert ist gut angelegtes Geld."
Ein besonderes politisches Ereignis war die Klage der CDU vor dem Bundesverfassungsgericht, die zu einer Haushaltssperre führte. Durch den Einsatz der SPD-Fraktion konnten jedoch alle im Förderprogramm beschlossenen Projekte gerettet werden, auch wenn noch kein formeller Zuwendungsbescheid erteilt worden war. Limbacher betonte in diesem Zusammenhang: "Die SPD hält Wort. Der Bundestag steht zu seinen Beschlüssen. Jetzt kann es weitergehen!"
Wirtschaftliche Aspekte und Kostenentwicklung
Die Kalkulation für das Sanierungsprojekt hat sich im Laufe der Zeit verändert. Die ursprüngliche Kalkulation aus dem Jahr 2021 belief sich auf 7.973.183 Euro. Im überarbeiteten Wirtschaftsplan 2023 haben sich die Kosten jedoch auf 8.789.955 Euro erhöht, was einer Steigerung von 10,24% entspricht.
Diese Erhöhung ist bemerkenswert, da sie deutlich unter der allgemeinen Preisentwicklung liegt. In der Bauwirtschaft wurden für das Jahr 2023 Preissteigerungen von etwa 30% erwartet. Durch gezielte Einsparmaßnahmen, wie die bereits durchgeführten Vorarbeiten, konnte die Stadt Blieskastel diese Kostensteigerung jedoch deutlich begrenzen.
Die Finanzierung des Projekts erfolgt über einen Zeitraum von fünf Jahren (2023-2027), was eine planmäßige Umsetzung ermöglicht. Die Stadt hat den überarbeiteten Wirtschaftsplan mit dem Finanzplan 2023 bis 2027 am 22. März 2023 im Aufsichtsrat und am 25. März im Stadtrat beraten und verabschiedet.
Zukunftsperspektiven nach der Sanierung
Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wird das Kombibad Blieskastel als moderne, energieeffiziente Sportstätte für die nächsten Jahrzehnte zur Verfügung stehen. Durch die Modernisierung der technischen Infrastruktur werden nicht nur die Sicherheitsstandards verbessert, sondern auch die Betriebskosten dauerhaft gesenkt.
Das Projekt ist Teil einer umfassenden Strategie zur nachhaltigen Stadtentwicklung in Blieskastel. Durch die Investition in die Sportinfrastruktur stärkt die Stadt ihre Attraktivität als Wohn- und Standortort. Für die Bürger bedeutet dies den Erhalt eines wichtigen kulturellen und sportlichen Angebots, das über die Gemeindegrenzen hinaus von Bedeutung ist.
Besonders der Vereinssport und der Schulsport werden von der modernisierten Anlage profitieren. Die gute Erreichbarkeit und die hohe Frequenz der Nutzung machen das Bad zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Sportangebots im Saarpfalz-Kreis.
Fazit
Die Sanierung des Blieskasteler Kombibads ist ein Projekt von großer Bedeutung für die Stadt und die Region. Mit einer Bundesförderung von fast sechs Millionen Euro und einem Gesamtvolumen von rund 8,8 Millionen Euro handelt es sich um eine der größten infrastrukturellen Maßnahmen in der jüngeren Geschichte der Gemeinde. Die Modernisierung des über 40 Jahre alten Bads ist notwendig, um die Anlage sicher, funktional und zukunftsfähig zu erhalten.
Durch den Erhalt des Grundkonzepts mit Fokus auf Schwimmsport stellt die Stadt sicher, dass das Bad auch nach der Sanierung seinen ursprünglichen Zweck erfüllt und den Bedürfnissen der Nutzer entspricht. Die zweijährige Bauzeit wird zwar zu vorübergehenden Einschränkungen führen, ist jedoch notwendig, um eine zeitnahe und umfassende Sanierung zu gewährleisten.
Die erfolgreiche Absicherung der Finanzierung durch den Bund und die Stadt zeigt, was gemeinsam erreicht werden kann. Das Projekt ist ein Beispiel für gelungene kommunale Entwicklungspolitik, die die Lebensqualität der Bürger verbessert und die Attraktivität des Standorts stärkt. Nach Abschluss der Arbeiten wird das Kombibad Blieskastel als moderne Sportstätte für die nächsten Jahrzehnte zur Verfügung stehen und einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in der Region leisten.