Einführung
Die Commerzbank hat sich in den letzten Jahren einer intensiven Sanierung unterzogen. Ziel dieser Maßnahmen war es, die Bank wieder in die Gewinnzone zu führen und sie langfristig wettbewerbsfähig zu machen. Die Sanierung umfasste nicht nur organisatorische und strukturelle Änderungen, sondern auch Personalabbau, Digitalisierung und die Überarbeitung von Geschäftsmodellen. Gleichzeitig setzt die Commerzbank auf Angebote für Immobilienbesitzer, etwa in Form von Renovierungs- und Modernisierungskrediten, um den Privat- und Immobilienkundensektor zu stärken. Dieser Artikel beleuchtet die Sanierungsmaßnahmen der Commerzbank, ihre Auswirkungen auf das Personal und die Kreditpolitik, insbesondere im Bereich der Immobilienfinanzierung.
Die Sanierung der Commerzbank: Hintergrund und Ziele
Die Commerzbank stand in den vergangenen Jahren unter erheblichem Druck. Ein Verlust von 2,9 Milliarden Euro im Jahr 2020 zwang das Unternehmen, einen tiefgreifenden Sanierungskurs einzuleiten. Ziel war es, die Bank bis 2024 wieder in die Gewinnzone zu bringen. Manfred Knof, seit 2023 Chef der Commerzbank, hat sich diese Aufgabe zur Aufgabe gemacht. Er bringt Erfahrung aus der Sanierung der Deutschen Bank mit und verfolgt ein klares Konzept: die Digitalisierung der Bankgeschäfte, der Abbau von Kosten durch Personal- und Strukturveränderungen sowie die Fokussierung auf Kerngeschäfte.
Ein zentrales Element der Sanierung ist der Personalabbau. Rund 10.000 Vollzeitstellen sollen in Deutschland gestrichen werden, was bedeutet, dass jede dritte Stelle wegfallen könnte. Dieser Schritt war zwar bitter, aber laut Finanzchefin Bettina Orlopp notwendig, um die Bank langfristig stabil zu halten. Gleichzeitig betont die Bank, alles zu tun, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.
Auswirkungen auf das Personal: Stellenabbau und Personalbeschaffung
Der Personalabbau ist Teil einer grundsätzlichen Umstrukturierung. In den kommenden Jahren wird die Bank jedoch aufgrund der demografischen Entwicklung erneut Personal benötigen. Laut Personalvorständin Sabine Mlnarsky braucht die Commerzbank bis 2034 „etwas weniger als 20.000 neue Mitarbeiter“. Die Herausforderung besteht darin, genügend Personal zu finden – insbesondere in Deutschland, wo die Arbeitsmarktsituation angespannt ist.
Die Bank hat bereits mit der Rekrutierung begonnen. In Osteuropa zahlen die Banken Prämien zwischen 1.000 und 3.000 Euro für jeden angeworbenen Mitarbeiter, in Deutschland liegt die Prämie bei 1.500 Euro. Mlnarsky betont, dass der Fokus auf Deutschland und Auslandsstandorten wie Lodz, Prag, Sofia und Kuala Lumpur liegen werde. Um den Personalbedarf zu decken, müssen jährlich rund 2.000 neue Mitarbeiter eingestellt werden – etwa die Hälfte davon in Deutschland.
Sanierung und Kreditpolitik: Auswirkungen auf Kunden
Die Sanierung der Commerzbank hat auch Auswirkungen auf ihre Kreditpolitik. Die Bank plant, ihre Preismodelle zu überarbeiten, was auf die Kunden abwälzen könnte. Laut Manfred Knof sind höhere Gebühren nicht auszuschließen, insbesondere bei Girokonten und Verwahrentgelten für große Vermögen. Dies ist auf die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückzuführen, die die Banken weniger profitabel macht. Gleichzeitig profitiert die Commerzbank von einer zunehmenden Nachfrage nach Baufinanzierungen und Wertpapiergeschäften, was den Umsatz der Bank stützen könnte.
Ein weiterer Schwerpunkt der Kreditpolitik ist die Digitalisierung. Die Bank möchte sich als „digitale Beraterbank“ positionieren und setzt auf die Übernahme der Tochter Comdirect. Ziel ist es, ein modernes, digitales Angebot für Kunden zu schaffen, das sowohl professionelle Beratung als auch Online-Dienste vereint.
Finanzierung für Immobilien: Renovierungskredit und Modernisierungskredit
Obwohl die Commerzbank eine grundlegende Sanierung durchläuft, bleibt sie auch im Bereich der Immobilienfinanzierung aktiv. Der Renovierungskredit und der Modernisierungskredit sind zwei zentrale Angebote, die Immobilienbesitzern zur Verfügung stehen.
Renovierungskredit
Der Renovierungskredit ist eine flexible Finanzierungsform, die zur Deckung von Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen genutzt werden kann. Kunden können den Kreditbetrag und die Laufzeit individuell gestalten, sodass die Finanzierung auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten wird. Der Kredit ist nicht zweckgebunden, was bedeutet, dass das Geld nicht nur für Renovierungsarbeiten, sondern auch für kleinere Anschaffungen wie Möbel oder Elektrogeräte verwendet werden kann.
Ein weiterer Vorteil ist die günstigere Verzinsung im Vergleich zu Dispokrediten. Während für Dispokredite Zinsen ab 9 Prozent anfallen, bietet der Renovierungskredit deutlich bessere Konditionen. Zudem enthält der Kredit keine versteckten Kosten, was eine transparente Finanzierungsgrundlage schafft.
Die Raten bleiben während der gesamten Laufzeit konstant, was eine gute Planung der monatlichen Ausgaben ermöglicht. Kunden können auch Sondertilgungen vornehmen, wobei in solchen Fällen eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Diese beträgt maximal 1 Prozent auf den Ablösebetrag.
Die Beantragung des Renovierungskredits ist einfach. Kunden müssen mindestens 18 Jahre alt sein, Volljurist sein und ein Girokonto mit Gehalts- oder Altersbezügen haben. Vorbereitende Dokumente wie Personalausweis, Kontoauszüge und Gehaltsnachweise sind erforderlich. Bei einer elektronisch vertraulichen Selbstauskunft (eVSA) entfallen einige Unterlagen.
Modernisierungskredit
Der Modernisierungskredit ist ein weiteres Angebot, das Immobilienbesitzern zur Verfügung steht. Er dient sowohl zur Finanzierung von Modernisierungsmaßnahmen als auch zu freien Verwendungen. Besonders hervorzuheben ist, dass der Kredit nicht als ablösendes Darlehen für bestehende Baufinanzierungen oder Bauspardarlehen genutzt werden kann. Dies bedeutet, dass er ausschließlich zur Finanzierung neuer Projekte oder zur Freiverwendung genutzt werden darf.
Die Beantragung des Modernisierungskredits erfolgt in vier Schritten: Legitimierung, Unterlagen einreichen, Geld erhalten und Legitimierung abschließen. Kunden müssen bestimmte Dokumente vorlegen, darunter Personalausweis, Kontoauszüge, Gehaltsnachweise und im Fall einer bestehenden Baufinanzierung eine aktuelle Finanzübersicht. Bei der Nutzung einer eVSA entfallen einige dieser Dokumente.
Ein weiterer Vorteil des Modernisierungskredits ist die schnelle Auszahlung. Sobald die Unterlagen geprüft wurden, ist das Geld innerhalb kürzester Zeit auf dem Konto des Kreditnehmers. Dies ermöglicht eine unkomplizierte und zügige Finanzierung von Modernisierungsprojekten.
Kundenmeinungen und Herausforderungen
Die Kundenmeinungen zu den Kreditangeboten der Commerzbank sind gemischt. So berichtet eine Bewertung vom 30.06.2025 über eine Kontokündigung nach fünf Jahren als treuer Kunde, ohne dass Gründe dafür genannt wurden. Eine andere Bewertung kritisiert defekte Geldautomaten und unzureichende Dienstleistungen. Gleichzeitig gibt es auch positive Rückmeldungen, wie etwa die Bewertung vom 18.07.2017, die besondere Lob für die Beratung und die netten Angestellten ausspricht.
Ein besonderes Problem für Selbstständige ist, dass die Commerzbank aktuell keinen Renovierungskredit für diese Gruppe anbietet. Stattdessen wird empfohlen, den Berater vor Ort zu kontaktieren, um alternative Finanzierungslösungen zu finden.
Zukunftsperspektiven: Digitalisierung und Fokus auf Kerngeschäfte
Die Commerzbank hat klare Zukunftsperspektiven formuliert. Der Fokus liegt auf der Digitalisierung der Bankgeschäfte und der Stärkung der Kernbereiche. So will Manfred Knof die Commerzbank als „digitale Beraterbank für Deutschland“ positionieren. Ein Schwerpunkt dabei ist die Integration der Tochter Comdirect, die als Online-Bank agiert.
Gleichzeitig betont Knof, dass die Commerzbank nicht abgelenkt werden darf, beispielsweise durch Fusionen oder Spekulationen. Stattdessen soll die Bank auf ihr Kerngeschäft konzentriert bleiben: das Kreditgeschäft mit dem deutschen Mittelstand. Knof sieht hier, insbesondere bei steigenden Zinsen und dem Finanzierungsbedarf im Rahmen der „grünen“ Umbaupolitik, eine historische Chance, die Wende zu schaffen.
Fazit
Die Sanierung der Commerzbank ist ein komplexer Prozess, der sowohl organisatorische als auch personelle Veränderungen beinhaltet. Der Personalabbau, die Digitalisierung und die Überarbeitung der Kreditpolitik sind zentrale Elemente dieses Sanierungskurses. Gleichzeitig bleibt die Bank in der Immobilienfinanzierung aktiv und bietet Immobilienbesitzern Finanzierungsmöglichkeiten wie den Renovierungskredit und den Modernisierungskredit an. Diese Kredite sind flexibel gestaltbar, transparent in der Kalkulation und günstig in der Verzinsung.
Zwar gibt es Herausforderungen, etwa im Bereich der Personalbeschaffung und der Kundenmeinungen, doch die Commerzbank setzt auf klare Ziele und langfristige Strategien. Wenn die Bank sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren kann, besteht durchaus die Möglichkeit, sich als wettbewerbsfähiger und profitabler Akteur am Markt zu etablieren.
Quellen
- Commerzbank-Nach-Sanierung: Zehntausende Mitarbeiter gesucht
- Commerzbank-Sanierung: Bald teurere Girokonten?
- Comeback der Commerzbank: Bitte nicht ablenken lassen
- Modernisieren und Sanieren: Der passende Kredit der Commerzbank für Immobilienbesitzer
- Commerzbank: Renovierungskredit
- Commerzbank: Modernisierungskredit