Einführung
Das Waldfreibad in Herxheim, ein seit 1930 bestehendes Schwimmbad in der Pfalz, unterliegt einer umfassenden Sanierung, die in den vergangenen Jahren intensiv geplant und finanziell unterstützt wurde. Die Sanierungsmaßnahmen zielen darauf ab, die bestehenden Schwimmbecken zu ersetzen, die technische Ausstattung zu modernisieren und das Bad langfristig funktionsfähig und attraktiv zu halten. Mit einer Gesamtinvestition von 3,6 Millionen Euro und einer Bundesförderung von 1,26 Millionen Euro aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ ist das Projekt ein zentraler Baustein für die Zukunft des Freibads und seiner Bedeutung als sozialer Treffpunkt in der Region.
Historie und Notwendigkeit der Sanierung
90 Jahre Waldfreibad Herxheim
Das Waldfreibad Herxheim wurde 1930 errichtet und hat sich über die Jahrzehnte als ein unverzichtbarer Bestandteil der Freizeit- und Sportkultur im Südosten der Pfalz etabliert. Seine Lage im Grünen und die ruhige Atmosphäre haben es über die Jahre zu einem beliebten Ort für Vereine, Familien und Einzelpersonen gemacht. Laut mehreren Quellen ist das Bad nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein generationsübergreifender Treffpunkt, der den sozialen Austausch fördert.
Zustand vor der Sanierung
Die Sanierung war aufgrund der baulichen und technischen Verhältnisse notwendig. Die Schwimmbecken aus Stahlbeton, die zuletzt 1988 umfassend saniert wurden, wiesen nach 34 Jahren erhebliche Schäden und Undichtigkeiten auf. Dies führte zu erheblichen Wasserverlusten, was sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Nachteile hatte. Zudem war die Technik veraltet, was zu hohen Energiekosten führte. In den vergangenen Jahren wurden bereits Teile der Anlage modernisiert, darunter die Heiztechnik, die Sanitäranlagen und das Kinderplanschbecken. Diese Investitionen beliefen sich insgesamt auf etwa 2 Millionen Euro.
Umfang der Sanierungsmaßnahmen
Die Sanierungsarbeiten beinhalten mehrere zentrale Aspekte, die sowohl die bauliche Struktur als auch die technische Ausstattung betreffen. Die Maßnahmen sind so konzipiert, dass sie den Bedürfnissen der heutigen Zeit entsprechen und gleichzeitig die langfristige Funktionalität des Bades gewährleisten.
Erneuerung der Schwimmbecken
Die beiden zentralen Becken, das Schwimmerbecken und das Freizeitbecken, sind Gegenstand der Sanierung. Während das Schwimmerbecken in seiner ursprünglichen Form erhalten bleibt, wird das Freizeitbecken umgestaltet. Es erhält neue Formen und wird mit modernen Wasserattraktionen ausgestattet, um die Attraktivität des Bades für Jung und Alt zu steigern. Die Becken selbst werden aus Edelstahl gefertigt, was gegenüber dem bisherigen Stahlbetonbau eine deutliche Verbesserung in Bezug auf Langlebigkeit und Wartung verspricht.
Modernisierung der Technik
Die Sanierungsmaßnahmen beinhalten auch die Erneuerung der Leitungen, der Beckenabdeckung und der Technik zur Wasserbehandlung. Die neue Technik wird energieeffizienter sein und zukünftig den Energieverbrauch reduzieren. Dies trägt nicht nur zur Kosteneinsparung bei, sondern auch zur Reduktion des CO₂-Ausstoßes und damit zum Klimaschutz. Zudem ist das Badesystem so ausgelegt, dass es zukünftig weniger Wartung erfordert und somit die Betriebskosten langfristig senkt.
Barrierefreie Gestaltung
Ein weiterer zentraler Aspekt der Sanierung ist die barrierefreie Gestaltung des Beckenumgangs. Ziel ist es, Menschen mit Behinderung und eingeschränkter Mobilität die Nutzung des Bades zu ermöglichen. Die baulichen Maßnahmen beinhalten beispielsweise die Anpassung von Eingangspunkten, Treppen und Sanitäranlagen, um den Zugang und die Nutzung für alle Nutzergruppen zu erleichtern.
Erneuerung der Sprunganlage und weiterer Anlagen
Neben den Schwimmbecken selbst werden auch die Sprunganlagen erneuert. Dies beinhaltet beispielsweise die Installation neuer Sprungbretter oder Sprungbalken, die den heutigen Sicherheits- und Qualitätsstandards entsprechen. Zudem wird eine Großwasserrutsche erneuert, was die Attraktivität des Bades weiter erhöhen soll.
Finanzierung und Förderung
Die Sanierung des Waldfreibads Herxheim ist ein Projekt, das sowohl kommunale als auch staatliche Finanzierungsquellen nutzt. Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf 3,6 Millionen Euro, wovon 1,26 Millionen Euro aus der Bundesförderung stammen. Diese Förderung ist Teil des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“, das von der Bundesregierung initiiert wurde, um die Infrastruktur in diesen Bereichen zu sichern und zu modernisieren.
Die Ortsgemeinde Herxheim übernimmt den Rest der Kosten aus Eigenmitteln, was unterstreicht die politische und finanzielle Priorität, die das Projekt für die Gemeinde hat. Laut einer Vorlage des Werkausschusses für die Gemeindewerke (Gemeindeverwaltung) wurden die Kostenentwicklung und Finanzierungspläne bereits 2024 diskutiert und genehmigt.
Zeitplan und aktueller Stand
Start der Baumaßnahmen
Die Sanierungsarbeiten begannen im September 2024 nach dem letzten Öffnungstag am 7. September. Vorab wurden bereits im Juli 2024 die Aufträge für Erd- und Rohbauarbeiten sowie für die Edelstahlbecken im Umfang von rund 2,5 Millionen Euro vergeben. Diese Arbeiten markierten den Startschuss für die Sanierung, die sich über mehrere Monate erstrecken wird.
Verzögerungen und aktueller Bauzeitenplan
Im April 2025 gab die Ortsgemeinde Herxheim bekannt, dass es aufgrund von wetterbedingten Verzögerungen zu einer Verschiebung der ursprünglich geplanten Fertigstellung kam. Die Eröffnung des Bades für die Badesaison 2025 war ursprünglich für Mitte Juni geplant. Der aktualisierte Bauzeitenplan sieht nun den Beginn der technischen Betriebnahme im Juli 2025 vor, wobei die Betriebnahmearbeiten etwa vier Wochen in Anspruch nehmen werden.
Die Ortsgemeinde betont, dass die Kosten weiterhin im Rahmen der Planung liegen und die Arbeiten im Zeitplan verlaufen. Dennoch bleibt die genaue Eröffnungstermine für das Jahr 2025 noch unklar, da die Sanierungsarbeiten aufgrund der wetterabhängigen Tätigkeiten sensibel auf Verzögerungen reagieren.
Ausblick und zukünftige Nutzung
Langfristige Sicherheit des Bades
Die Sanierungsmaßnahmen tragen dazu bei, das Waldfreibad Herxheim für die Zukunft zu sichern. Durch die Erneuerung der baulichen Strukturen, die Modernisierung der Technik und die barrierefreie Gestaltung wird das Bad nicht nur funktional, sondern auch für alle Alters- und Beweglichkeitsschichten zugänglich bleiben. Die Investitionen sind somit nicht nur rein infrastrukturell, sondern auch sozial relevant.
Erhöhte Attraktivität und Nutzung
Mit den neuen Wasserattraktionen, der verbesserten Technik und der barrierefreien Ausgestaltung wird das Waldfreibad Herxheim in der Zukunft eine noch größere Rolle als Erholungs- und Sportort spielen. Zudem wird das Bad durch die modernisierte Ausstattung und die bessere Energieeffizienz langfristig günstiger im Betrieb, was sich positiv auf die Preise für Badegäste auswirken kann.
Fazit
Die Sanierung des Waldfreibads Herxheim ist ein zentrales Projekt, das die langfristige Zukunft des Schwimmbads sichert und seine Funktion als sozialer und sportlicher Treffpunkt stärkt. Mit einer Gesamtinvestition von 3,6 Millionen Euro und der Unterstützung durch Bundesmittel ist das Projekt ein Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Staat im Bereich der Infrastruktur- und Freizeitplanung. Obwohl es aufgrund von Wetterbedingungen zu Verzögerungen kam, verlaufen die Arbeiten grundsätzlich im Zeitplan, und die Eröffnung für 2025 bleibt Ziel. Die Maßnahmen beinhalten nicht nur bauliche, sondern auch technische und barrierefreie Verbesserungen, die das Bad für die Zukunft fit machen.
Quellen
- Wittich: Waldfreibad Herxheim – Sanierung der Schwimmbecken
- Sport-Jugend-Kultur: Waldfreibad Herxheim – Soziale Bedeutung und Sanierung
- Wochenblatt-Reporter: Waldfreibad Herxheim – Aktuelle Informationen zur Badesaison 2025
- VG Herxheim: Sanierung der Schwimmbecken – Kostenentwicklung
- Rheinpfalz: Waldfreibad Herxheim wird umfassend saniert
- Herxheim: Sanierung der Schwimmbecken und Wassertechnik im Bundesförderprogramm
- Wittich: Fortschritt bei der Sanierung des Waldfreibads Herxheim